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Hitze, Rekorde und Angriff auf Sanitäter

Das war Crange 2022

Impressionen der Cranger Kirmes 2022 am Abend.

Traditionell blicken die Vertreter der Stadt Herne, Schausteller, DRK, Feuerwehr und Polizei am letzten Kirmestag auf die Cranger Kirmes zurück. „Wir können zusammenfassend sagen: Das war eine höchst erfolgreiche Cranger Kirmes“, so Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla am Sonntag (14.8.2022). Laut Angaben der Stadt sollen rund 3,9 Millionen Menschen nach Crange gekommen sein. Das DRK berichtete über einen negativen Vorfall: Ein Sanitäter wurde am Samstagabend im Rahmen eines Einsatzes angegriffen und leicht verletzt. Wie war sie denn nun genau, die ersten Kirmes nach zwei Jahren Pause? Der Kirmesdezent berichtete von „ausschließlich freudestrahlenden Besuchern und einer sehr ausgelassenen Stimmung bei den Abendveranstaltungen. Rundherum kann man sagen: Eine gelungene Cranger Kirmes mit einem Top-Wetter, allerdings die letzten Tage etwas zu heiß". Ach ja, da war ja wieder die Sache mit dem Wetter. Petrus meinte es in diesem Jahr zu gut mit dem Sommer und bescherte über die Kirmestage hohe Temperaturen - ähnlich wie 2018. Wenn es zu warm ist, kommen die Menschen eher am Abend auf die Kirmes. „Die Hitze hat uns etwas gequält, da haben besonders die Kinderfahrgeschäfte drunter gelitten. Da die Familien bei der Hitze nicht auf dem Platz unterwegs waren. Die anderen Branchen konnten am Abend etwas aufholen, als die Sonne untergegangen war“, so Abert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbunds. Das Wetter sorgte auch für erhöhte Einsatzzahlen bei den Einsatzkräften des Deutsches Rotes Kreuz (DRK). „Wir haben überdurchschnittlich zu tun gehabt“, fasste DRK-Einsatzleiter, Karl-Thomas Jarolim zusammen. „Stand gestern Abend waren wir schon bei 710 Hilfeleistungen. Der Schnitt der letzten 20 Jahre liegt bei rund 550 Hilfeleistungen. Auch die Transportzahlen werden wir übertreffen: Bisher wurden 146 Patienten in ein Krankenhaus transportiert. Wir erwarten bis heute Nacht eine Gesamtzahl von 160 Transporten. Damit hätten wir den Rekord von 151 Fahrten eingestellt“, sagte der DRK-Einsatzleiter. Bei den vermissten Kindern gab's jedoch keine neuen Rekorde: Zwei Kindern wurden von den Helfern des DRK betreut, bis diese von den Eltern abgeholt wurden. „Das zeigt, dass die Eltern besonders gut aufpassen". Und wie kommen diese Zahlen zusammen? „Ein Teil der Sache ist dem Wetter geschuldet. Wir hatten bereits früh am Nachmittag die ersten Einsätze mit Kreislaufproblemen“, erläuterte Jarolim. „Und je später der Abend: Dann mussten wir Personen nach erheblichen Alkoholgenusses oder Unfällen bzw. Gewalttaten in die Krankenhäuser fahren.“ Ein Sanitäter wurde während eines Einsatzes angegriffen und leicht verletzt. „Wir waren in einer Versorgungsleistung und dabei, eine betroffene Person in einen Krankenwagen einzuladen. Damit war sein Umfeld nicht einverstanden und hat dann Gewalt angewendet“, so der Einsatzleiter Jarolim zu den Hintergründen. „Dem Helfer geht es gut und es sind ein paar Schwellungen übrig geblieben. Er wird heute wiederkommen, das war sein fester Wille.“ Die Sanitäter des DRK sind ehrenamtlich auf der Cranger Kirmes im Einsatz. Die Vertreter von Polizei und Feuerwehr bilanzierten eine ruhige Kirmes. „Die Einsatzbelastung orientierte sich am Jahr 2019. Wir waren nicht komplett ausgelastet. Einige Einsatzzahlen gingen leicht zurück“, so die Zusammenfassung von Roland Werfel von der Polizei. Wie auch in den Vorjahren mussten die Ausfahrten der Autobahn A42 zeitweise an den Wochenenden gesperrt werden. Apropos Vorjahre: Die Einsatzzahlen des Rettungsdienstes der Feuerwehr bewegte sich „auf dem Niveau der Vorjahre und hatten zehn Einsätze weniger als 2019“, sagte Benjamin Grunau von der Herner Feuerwehr. Deutlich weniger hatten die Einsatzkräfte aus dem Bereich Brandschutz zu tun: „Einmal fuhr das Löschfahrzeug zu einer unklaren Rauchentwicklung, welche sich als harmlos herausstellte.“ „Was in diesem Jahr besonders war, war das starke Interesse der Medien. Sechs Fernsehsender waren während der Woche hier“, sagte Dr. Burbulla. Ein Highlight war die Live-Übertragung des WDR am Freitag (12.8.2022) um 20:15 Uhr. „Das ist auch nicht selbstverständlich, dass man zur besten Sendezeit im WDR so ein langes und umfassendes Format bekommt.“ Der Veranstalter setzte zudem auf die sozialen Medien. „Wir haben Blogger und Influencer auf dem Kirmesplatz gehabt. Das führte nach unserer Einschätzung dazu, dass vor allem die Altersgruppe zwischen 18 und 30 vertreten waren.“ Und wer kam, kam oft mit dem Fahrrad. „Ein großer Erfolg waren unsere neuen Fahrradabstellplätze. Wir haben in diesem Jahr drei zusätzliche bewachte Plätze eingerichtet und insgesamt rund 6.000 Tickets verkauft. Das war ein guter Einstieg für uns und wir werden dies als Auftrag mitnehmen, weitere Fahrradstellplätze im nächsten Jahr hier zu errichten“, sagte Werner Friedhoff, Fachbereichsleiter Öffentliche Ordnung Und wer hatte Erfolg bei den Schaustellern? Dazu berichtete Werner Friedhoff, dass „die Wilde Maus XXL jedes Jahr bei uns top läuft und auch Apollo 13 besonders gut angenommen wird. Sehr zufrieden war unser neuer Riesenrad-Betreiber, der gerne im nächsten Jahr wiederkommen möchte.“ Patrick Arens fasste das kurz mit „gerade bei den Fahrgeschäften gibt's nur Gewinner“ zusammen. Aber der Vizepräsident Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e. V. erzählte von einer besonderen Beobachtung: Die Spielgeschäfte wie zum Beispiel das Bällewerfen sind auch die absoluten Gewinner. Die haben dieses Jahr ein großes Comeback erlebt und bewiesen, dass diese neben Fahrgeschäften und Gastronomie ein fester Bestandteil der Kirmes sind." Die Schausteller mussten ihre Preise zur Cranger Kirmes anpassen (halloherne berichtete). Hatte dies Auswirkungen auf die Schausteller? „Die Besucher haben das akzeptiert und wir haben aufgrund der angepassten Preisanpassungen keine Einbrüche erlebt“, so die Antwort des Schaustellerpräsidenten Albert Ritter. Und Patrick Arens ergänzte: „Wir müssen unsere Preise so kalkulieren, dass der Besucher damit umgehen kann.“ Am Ende sei ein Besuch einer Kirmes wie Crange sogar nachhaltig. „Eine Studie über rund 30 Jahren ergab, dass die Schausteller einen Verbrauch von einem halben Kilowatt pro Besucher haben. Die gleiche Studie besagt auch, dass, wenn alle zu Hause bleiben, der Verbrauch sogar höher ist", so Arens. Stadt und Schausteller dankten den Anwohnern. „Da muss man mal ein Dankeschön aussprechen, dass die Anwohner große Geduld mit uns und viel Spaß daran hatten, Teil dieser Cranger Kirmes sein zu dürfen. Uns wurde das Leben nicht schwer, sondern leicht gemacht“, sagte Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla stellvertretend für die Stadt Herne. Albert Ritter, Präsident Deutscher Schaustellerbund e. V. fügte noch hinzu: „Es ist gar nicht hoch genug anzusetzen, wie hier die Anwohner mitmachen.“ Timo Lichte nutzte die Gelegenheit, um alle denjenigen einmal zu danken, die die Cranger Kirmes möglich machen. „Ich möchten den Menschen danken, die hier genauso viel Arbeiten wie die Schausteller. Das heißt: die Polizei, die Feuerwehr und auch das Rote Kreuz. Ihr habt einen tollen Job gemacht. Auch einen Dank an die Stadt und die Feuerwerker, dass ihr die Feuerwerke ermöglicht habt." Stichwort Feuerwerk: Hitze, Trockenheit und hohe Waldbrandgefahr. Trotzdem findet das Feuerwerk statt, denn Veranstalter, Behörden und Feuerwerker haben Maßnahmen ergriffen, die die Ausführung des Abschlussfeuerwerkes sicher machen sollen. „Seit gestern steht fest, dass wir den Abschussplatz für das Feuerwerk in eine vegetationsfreie Zone verlegt haben“, erklärte Marco Diesing. „Da wird sich für den Zuschauer aus dem Winkel nicht viel verändern, da es nur wenige Meter sind. Und war es wichtig, dass die Feuerwerker nicht in der Vegetation stehen, sondern auf dem Schotterplatz. Und wir haben die Anzahl der Einsatzkräfte zum Feuerwerk verdoppelt,“ so der Leiter der Herner Feuerwehr weiter. Das war sie also, die 538. Cranger Kirmes. Noch bis 0 Uhr drehen sich die Karussells. Das Abschlussfeuerwerk steigt um 22:30 Uhr in den Cranger Nachthimmel. Die 539. Cranger Kirmes soll dann übrigens vom 3. bis 13. August 2023 stattfinden.

Gewinnerin kommt aus Wanne-Eickel

Melina Wilmsen ist neue NRW-Kirmeskönigin

Die neue NRW-Kirmeskönigin Melina I. (2. von re.) mit ihrer Vorgängerin Melissa I., Hernes OB Dr. Frank Dudda (re.) und Schausteller-Chef Albert Ritter.

Am letzten Kirmes-Wochenende „auf Crange“ regierte schon die neue NRW-Kirmeskönigin. Im Biergarten „Zum Ritter“ moderierte Schausteller-Chef Albert höchstpersönlich die Inthronisierung von Melina I. Sie löst Melissa I. ab, die bedingt durch die Corona-Pandemie drei Jahre auf dem Kirmesthron saß. Die neue Kirmeskönigin wurde für ein Jahr gewählt und soll mit ihren Auftritten „für Volksfeste als beliebte Kulturgüter mit einem anerkannt hohen Wirtschaftsfaktor“ werben, so der Schaustellerverband NRW. Melina I., die mit „bürgerlichem“ Namen Melina Wilmsen heißt, ist 21 Jahre jung und kommt aus dem Wanne-Eickeler Stadtteil Unser Fritz. Auf der Cranger Kirmes ist sie Stammgast, und zwar „seitdem ich laufen kann“. Einer der ersten Gratulanten nach ihrer Wahl war Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda.

DJ Robin und Julian Sommer sorgen für großartige Stimmung

Mallorca-Party im Bayern Festzelt

Brachte die Bühne und das Festzelt zum Beben: DJ Robin mit seinem Lied "Layla".

Es war laut, voll und es herrschte eine super Stimmung: Das Bayern Festzelt auf der Cranger Kirmes war am Donnerstagabend (11.8.2022) pickepacke voll. Der Grund: Die Veranstaltung „Malle dir einen“ mit den Top-Acts DJ Robin („Layla“) und Julian Sommer („Dicht im Flieger“). Spätestens mit Beginn von Sommers Auftritt gegen 21 Uhr war kaum noch ein Durchkommen, an den Bänken und Tischen war ohnehin kein freier Platz mehr. Das Publikum: größtenteils jung und im Bereich zwischen 18 und Mitte 20. Um 18 Uhr ging es mit dem Programm los, als um 20:15 Uhr Asphalt Anton („Borris“) mit seiner Wollmütze auf die Bühne kam, war das Zelt schon gut gefüllt. Rund 40 Minuten präsentierte der Bierkönig-erprobte Sänger seine Songs, als auch viele weitere Partyschlager-Hits, die auf Mallorca rauf und runter laufen. Natürlich durften auch Acapella-Versionen von „Layla“ nicht fehlen. Zwischendurch sang das Publikum teils sogar eigene Lieder und war damit hier und da lauter als der Sänger auf der Bühne. Spätestens jedoch als Shooting-Star Julian Sommer die Stufen zur Bühne erklommen hatte, wackelte das Festzelt und so gut wie alle klatschten und hüpften mit, mit unzähligem Handys wurde gefilmt und fotografiert. Die ersten „Zugabe"-Rufe kamen bereits nach dem ersten Lied. Neben seinen eigenen Songs spulte auch er die Partyklassiker ab, um die Menge zum Toben zu bringen. Der 24-jährige Autoverkäufer riss die Leute mit, lässig trug er dabei sein offenes Sommerhemd. Am Ende seines Auftritts sagte Sommer noch „Danke Crange“ und posierte mit Festzelt-Wirt Jan Patrick Wolters für gemeinsame Fotos. Nach kurzer Unterhaltungs-Überbrückung durch den Festzelt-DJ samt Liedern von Mickie Krause und Co. schlug dann um 22:15 Uhr die Stunde von DJ Robin - erneut gingen hunderte Arme mit Handys in der Hand in die Luft. Das Festzelt bebte und alle sangen lautstark „Layla“ mit - obwohl es bekanntlich im Vorfeld dazu einige Kritiken gegeben hatte (halloherne berichtete). Doch da es kein Verbot gab, hatte auch Festzelt-Wirt Wolters nichts zu befürchten - die Menge forderte ohnehin alle paar Minuten die Frau, die auf Arbeitnehmerinnen im horizontalen Gewerbe aufpasst. Jedoch verließen ein paar Besucher nach dem ersten Song bereits das Zelt, im Anschluss wurde es etwas leerer im hinteren und oberen Bereich. Auffällig war auch, dass der Song „Olivia“ der Zipfelbuben und DJ Cashi - der Text dürfte „Layla“-Kritikern ebenfalls zu sexistisch vorkommen - sehr oft angestimmt und gespielt wurde. Doch egal ob Mann oder Frau, jung oder alt: Alle sangen mit. Oben auf der Empore durften die Zuschauer jedoch nicht auf den Bänken und Tischen stehen, die Gefahr, herunter ins Erdgeschoss zu fallen, war der Security zu groß. Genauso musste auch die Treppe ständig freigeräumt werden, um freie Rettungswege zu haben. Währenddessen spulte DJ Robin ein einstündiges Set ab und kramte dabei seeehr tief in der Musikkiste. Das Tabaluga-Lied „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffay, die Kelly Family mit „An Angel“, Cascadas „Everytime We Touch“, „Bochum“ von Herbert Grönemeyer und Scooters „One (Always Hardcore)“ waren dabei nur einige Exoten neben den bewährten Ballermann-Hits. Doch eigentlich war es egal, welches Lied lief: Die Menge tobte. Und manchen waren dabei auch Handicaps egal: Einer hielt seine Krücken in die Luft, ein anderer junger Mann kam mit einer Halskrause ins Festzelt. Nach insgesamt vier oder fünf Mal „Layla“ in verschiedenen Remixen und Geschwindigkeiten verließ DJ Robin oberkörperfrei - sein geschwitztes Shirt hatte er in die Menge geworfen - die Bühne. „Es war phänomenal, die Stimmung war super und alle hatten Spaß und Freude“, fasst Festzelt-Wirt Jan Patrick Wolters den Abend aus seiner Sicht gegenüber halloherne zusammen. „Es war sehr schön, wie alle gefeiert haben - so konnten sie kostenlos die Künstler mal sehen.“ Ein kleiner Wermutstropfen: Einige Bänke und Tische sind während der Feierei kaputt gegangen, berichtet Wolters. Aber: „Das ist egal, solange den Leuten nichts passiert und es ist sonst nichts vorgefallen. Schön ist auch, dass, wenn die Musik ausgeht, die Besucher in Ruhe das Zelt verlassen.“ Ein Video vom Auftritt von DJ Robin mit dem Lied "Layla" hat die halloherne-Redaktion auf der Facebookseite geposted. Es ist unter diesem Link abrufbar: https://fb.watch/eS73nPuqcA/.

Platz für DRK, Polizei und Kirmesbüro

'Ohne die JKS würde nichts gehen'

Die Jugendkunstschule während der Cranger Kirmes.

Die Jugendkunstschule (JKS) an der Dorstener Straße ist - wie der Name schon sagt - ein kreativer Platz für die Jugend. Außer wenn Kirmes ist. Dann wird die JKS zum Standort und Heimathafen für Veranstalter, Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Polizei. Für das DRK bietet die Jugendkunstschule Platz für Behandlungsräume, Aufenthaltsräume für Einsatzkräfte und Einsatzleitung. Letztere befindet sich in einem Bürocontainer auf dem Vorplatz. „Jahrzehntelang stand an dieser Stelle ein ausgemusterter Bauwagen“, so Marvin Mohlek, Leiter der DRK-Wache auf der Kirmes. „Bis irgendwann das Dach runter kam“, ergänzt Mohlek und lacht. „Dann kam für die Kirmes 2018 ein Mietcontainer als Ersatz und seit 2019 haben wir diesen modernen Bürocontainer.“ Rund 50 Helfer des DRK sind auf der Kirmes in Einsatz, vom Ersthelfer bis zum Notfallsanitäter. Zudem steht ein Notfallseelsorger für die Einsatzkräfte auf Abruf bereit. „Das ist mir besonders wichtig, denn ohne unsere Helfer geht nichts“, erläutert Mohlek im halloherne-Gespräch. Die DRK-Wache an der JKS ist während der Kirmes zwei Stunden vor und nach den Öffnungszeiten besetzt. Ein Schichtsystem sorgt für Abwechslung bei dem Sanitätsdienst auf dem Volksfest. Alle zwei Stunden wechseln sich die Helfer mit den unterschiedlichen Aufgaben ab: Als Besetzung eines Krankenwagen, Streife auf dem Kirmesgelände, Sanitätspersonal direkt an der Wache, Funker oder Wachleiter. Ist eine Schicht zu Ende, geht's zurück zur Kirmeswache. Kurz ausruhen, etwas trinken oder essen. Dafür steht den Einsatzkräften ein großes Zelt mit Kühlschränken auf der Rückseite der Jugendkunstschule zur Verfügung. Das Essen kommt direkt aus der Küche des DRK-Hauses am Flottmannpark. In den Tanzsaal im Erdgeschoss der JKS richtete das DRK eine Sanitätswache mit drei Behandlungsräumen ein. Dort können sich die Sanitäter Abseits des Trubels auf dem Kirmesplatz um die Patienten kümmern oder verloren gegangene Kinder betreuen. „Wir versorgen nur Verletzungen und Erkrankungen, die nicht lebensbedrohlich sind“, sagt der Leiter der DRK-Wache. Der Kirmes-Dienst an der Jugendkunstschule entwickelt sich ständig weiter. Vor rund 30 Jahren befanden sich noch Behandlungsräume, Einsatzleitung und Aufenthaltsbereich für die Helfer im Tanzsaal. EDV-unterstützte Dienst- und Einsatzplanung gab's - noch - nicht. „Aber bei aller Entwicklung, die Traditionen müssen bleiben. So gibt's immer noch um 14 Uhr zum Schichtbeginn eine Ansprache an die Helfer. Wie schon vor 30 Jahren auch.“ Die Polizei besetzt ebenfalls während der Zeit der Cranger Kirmes eine Kirmeswache auf dem Gelände der Jugendkunstschule. Im ersten Obergeschoss befindet sich die Polizeiwache - mit allen Aufgaben, wie in einer städtischen Wache auch. „Wir haben hier Beamte aus den Bereichen der Schutzpolizei, der Kripo, des Erkennungsdienstes, des Verkehrsdienstes und der Hundertschaft“, so Felix Horn, Leiter der Polizeiinspektion Herne. Die Zuständigkeit der Beamten an der JKS ist nicht nur auf das Kirmesgelände beschränkt. „Wir fahren auch zu Einsätzen rund um das Kirmesgelände raus“, so Horn. Die Jugendkunstschule dient der Polizei für die Bearbeitung von Verwaltungsaufgaben, Disponieren von Einsätzen sowie Aufenthalt und Versorgung mit Essen und Getränken. „Seit diesem Jahr haben wir erstmalig auch warmes Essen an der Wache hier, sonst gab's vorher immer Verpflegungstüten. Und natürlich wird auch gegrillt, was immer das Highlight ist“, verrät Horn im Gespräch mit halloherne. Die Beamten haben zudem von ihrer Kirmeswache aus das Geschehen auf dem Platz im Blick: „Wir beobachten den Kirmesplatz mit unseren eigenen Kameras und bekommen dazu auch Bilder von den Kameras der Stadt zugespielt.“ Die Steuerung der Kameras der Polizei erfolgt von der Einsatzleitung im Bochumer Polizeipräsidium. Zwischen zwei und elf Beamte sind an der Kirmeswache stationiert. „Mit den Kollegen der Hundertschaft kommen dann aber bis zu 100 Beamte zusammen.“ Die Polizisten sammeln sich an der JKS, bevor diese auf das Kirmesgelände starten. „Wir sind an festen Plätzen, zum Beispiel am Steinmister und mit Streifen auf dem Platz präsent und immer anwesend“, so der Leiter der Polizeiinspektion Herne. Das Kirmesbüro des Ordnungsamtes befindet sich seit 2019 im Erdgeschoss der Jugendkunstschule und hat die Räume mit der Polizei getauscht. Das Kernteam besteht aus rund 20 Mitarbeitern. „Ohne die Jugendkunstschule würde nichts gehen“, so Tibo Zywietz, Platzmeister der Cranger Kirmes. Die Anlässe und Aufgaben der Mitarbeiter des Kirmesbüros fasst der Platzmeister mit zwei Worten zusammen: „Einfach alles! Wir sind Ansprechpartner und Bindeglied zwischen den Schaustellern, Anwohnern, Einsatzdienste wie Polizei, DRK und Feuerwehr, der verschiedenen Fachbereiche der Stadtverwaltung, Presse und Politik.“ Er führt fort: „Dies lässt sich in drei Kernbereiche aufteilen: Das Backoffice, der öffentliche Bereich und die Überwachung.“ Der Bereich Backoffice befasst sich mit der Organisation der Veranstaltung und der Durchführung. Der öffentliche Bereich ist der Ansprechpartner für Anwohner und Schausteller. Letztere müssen sich bei Eintreffen auf dem Platz erst im Kirmesbüro anmelden und diverse Nachweise wie die Gewerbenachweise oder den Abschluss einer Haftpflichtversicherung vorlegen. „Erst dann bekommen diese auch die Zulassungskarte für Crange“, sagte der Platzmeister. „Die Anwohner melden sich bei uns wegen einer Durchfahrtsgenehmigung. Wir prüfen zwar bereits zum 1. Juli anhand der Zulassungsdaten, wer auf dem Kirmesgelände wohnt und stellen die Durchfahrtsgenehmigungen automatisch aus. Aber wer durch das Raster fällt, muss sich halt im Kirmesbüro melden." Der dritte Bereich ist die Überwachung. „Dazu gehören regelmäßige Kontrollen der Lautstärke auf dem Platz und der Schließzeiten. Ansonsten lösen wir hier die zahlreichen kleinen und großen Probleme, die während einer Kirmes immer wieder auftauchen.“ Ebenfalls in der Jugendkunstschule befindet sich die Jobvermittlung für die Kirmes, bei der Jobs bei Fahrgeschäften und in der Gastronomie auf dem Platz vermittelt werden. Egal ob Helfer beim DRK, Polizeibeamter oder Mitarbeiter bei der Stadt Herne - alle haben etwas gemeinsam: Eine Leidenschaft für die Cranger Kirmes.

Jeffrey Bauer führt den Betrieb 'Zur alten Schnitzelmühle'

Mit viel Hingabe zum frischen Kirmes-Schnitzel

Guten Appetit: Im Gastrobetrieb „Zur alten Schnitzelmühle“ werden die Schnitzel frisch zubereitet. Der Chef ist Jeffrey Bauer, der tatkräftig mithilft. Er gewann den Award „Bester auf Crange 2019“.

Von der Seite hört es man es regelmäßig klopfen. In schöner Regelmäßigkeit wandert hier ein rohes Schnitzel nach dem anderen unter den „Klopfer“, bevor es ein paar Zentimeter daneben erst gewürzt wird und dann in die Panierstraße und schließlich ins heiße Fett gelangt. Anschließend wandert es mit oder ohne Beilagen auf den Teller oder ins Brötchen. Willkommen am Gastrobetrieb „Zur alten Schnitzelmühle“ auf der Cranger Kirmes, gegenüber vom Bayern Festzelt. Chef ist hier Jeffrey Bauer, der am Mittwoch (3.8.2022) den begehrten Award „Bester auf Crange“ erhalten hatte (halloherne berichtete). Eine Woche später, am Mittwoch (10.8.2022), lud er Pressevertreter zum Probeessen ein. Doch bevor das Essen auf den Teller kam, erzählte er noch etwas zu seiner persönlichen Geschichte. „Die Idee mit Live Cooking mit panieren und der Schnitzelmühle kam damals von meinem Vater. Ich wollte schon immer mal was anderes als die übliche Bratwurst anbieten und habe dann mit Schnitzeln angefangen. Seit 2012 stehe ich auf der Cranger Kirmes, zunächst drei Jahre an der Dorstener Straße und dann zwei Jahre beim Steinmeister, bevor ich nun hier am Festzelt stehe“, berichtet der 37-jährige Familienvater von zwei Kindern. Seine Frau Laura hilft auch tatkräftig am Stand mit. Dort gibt es nun also frisch zubereitete Schnitzel im Brötchen (8 Euro), mit Soße und Beilage (14 Euro) oder als Variation, als Jäger-, Zigeuner-, Rahm-, Hollandaise- und Diavoloschnitzel (je 14 Euro). Die Wartezeit beträgt oft nur zwei Minuten, maximal vier, die Qualität ist gut und die Schnitzel schmecken. Bei den Beilagen kann man aus Pommes, Bratkartoffeln und Krautsalat wählen. Preiselbeeren gibt es auch noch als Topping-Möglichkeit. „Wir haben uns auf diese fünf Soßen und drei Beilagen festgelegt. Damit kommen wir gut klar und das reicht auch den Gästen. Wir hatten auch mal Kroketten, aber dann wurden die nur zwei Mal am Tag bestellt. Das lohnte sich nicht“, so Bauer, der aus Worms kommt. Stichwort Worms: Die Stadt liegt in Rheinland-Pfalz und gehört zu einer Weinregion. Daher hat Bauer auch elf verschiedene Weine aus Rheinhessen und der Pfalz in seinem Weindorf „Weinmühle“ im Angebot. „Das ist ein wichtiger Teil der Schnitzelmühle geworden, wir haben 2016 mit einer kleinen Ecke gestartet und funktioniert immer besser.“ Aber auch die Schnitzel-Resonanz sei 2022 erneut sehr positiv, an manchen Tagen gehen um die 700 bis 800 Schnitzel über die Theke - der „Klopfer“ hat also viel zu tun. Die Schnitzel selbst kommen von einer Metzgerei aus Bad Rappenau in Baden-Württemberg, mit der schon Bauers Vater zusammengearbeitet hat. Die nächsten Ziele nach dem Herner Volksfest sind unter anderem der Jahrmarkt in Bad Kreuznach, das Wormser Backfischfest und die Cannstatter Wasen in Stuttgart. „Den größten Hunger auf Schnitzel gibt es aber auf der Cranger Kirmes“, sagt Bauer und fügt im Gespräch mit halloherne an: „Hier esse ich im Grunde täglich Schnitzel. Zu Hause aber nur selten.“

Bewohner des Grete-Fährmann Seniorenzentrums besuchen Kirmes

'Endlich wieder Crange'

Die Bewohner des Grete-Fährmann Seniorenzentrum besuchten die Kirmes.

Die Bewohner des Grete -Fährmann Seniorenzentrums besuchten gemeinsam mit Mitarbeiter die diesjährige Cranger Kirmes. Dies teilten die Verantwortlichen am Donnerstag (11.8.2022) in einer Pressemitteilung mit. Zuerst wurde eine Runde über den Platz gedreht und sich alles angeschaut. Die Bewohner erkannten vieles und erinnerten sich gleichzeitig daran, wie es früher auf dem Platz aussah und erzählten davon. Anschließend gab es noch eine leckere Stärkung in Form von Bratwurst, Langos und Getränken. Natürlich durfte ein Mitbringsel für zuhause nicht fehlen. Also gab es noch eine Runde Lakritz, Alpenbrot und ein leckeres Fischbrötchen. Die Bewohner waren froh, dass es nun wieder heißt: 'Endlich Cranger Kirmes'.

Bewohner und Mitarbeiter nahmen am Umzug teil

Grete-Fährmann Seniorenzentrum 'reif für Crange'

Die Bewohner des Grete-Fährmann Seniorenzentrum nahmen am Kirmesumzg teil

Piel op no Crange hieß es am Samstag (6.8.2022) für das Grete-Fährmann Seniorenzentrum. Nach zweijähriger Zwangspause durch die Pandemie konnten die Bewohner und Mitarbeiter, wie auch Ehrenamtliche des Hauses gemeinsam mit der Einrichtungsleitung Kerstin Thiel wieder am diesjährigen Festzug teilnehmen. Die Aufregung und Vorfreude waren groß, denn in diesem Jahr gab es für die Bewohner*innen einen Planwagen, mit dem sie im Festzug fuhren. Bei lauter Musik und Gesang war die Stimmung bestens. Allen ist klar, im nächsten Jahr ist das Grete-Fährmann wieder mit von der Partie gemeinsam mit dem Berta-Schulz-Seniorenzentrum, welches im November, ebenfalls unter der Leitung von Kerstin Thiel, eröffnet. Gleichzeitig feiert das Grete-Fährmann Seniorenzentrum 2023 50-Jähriges Bestehen.

Spende über 7.777 Euro aus dem Erlös des Kirmeskalenders

Ev. Kinderheim profitiert von Crange-Wartezeit

Bei der Übergabe der 7.777 Euro an Rilana Heinemann (2.v.li), Heimleiterin im Ev. Kinderheim Herne: Die Leo-Mitglieder Janina Kuciewski, Vanessa Kloos, Jana Biermann, Hendrik Bade und Michael Klein (v.li).

Eine Apple-Watch fürs Handgelenk, ein Saug- und Wischrobotor für den Haushalt, Wellness-Gutscheine für die Seele, eine Sonos-Box, eine Sofortbildkamera sowie Crangepässe zum Schlemmen oder Karussell fahren – nur einige der über 150 Preise im „Cranger Kirmeskalender“, der wie ein Adventskalender das Warten auf die tollen Tage am Rhein-Herne-Kanal verkürzt hatte (halloherne berichtete). Organisiert wird die Aktion seit mittlerweile neun Jahren vom Leo-Club „Dickköppe“ Wanne-Eickel, der die glücklichen Gewinner, jeder Kalender verfügt über eine Losnummer, auch immer zur Preisübergabe einlädt. Gewinner? Gewinner war vor allem das Ev. Kinderheim Herne. Jana Biermann vom Leo-Club: „Dank der starken Nachfrage, schon vor dem letzten Verkaufstag gab es keine Kalender mehr, konnten wir exakt 7.777 Euro ans Kinderheim überweisen. In diesem Jahr hatten wir 2.000 Kalender gedruckt und verkauft, im nächsten wird es eine noch größere Auflage geben.“ Für das Kinderheim nahm Rilana Heinemann den Scheck bei der Preisübergabe auf dem Gelände der Heinrich Müntefering Industrie- und Städtereinigungs-GmbH entgegen. Rilana Heinemann: „Wir freuen uns sehr und können die Spende gut gebrauchen. Wir werden von dem Geld sehr wahrscheinlich Spielgeräte für die Gärten unserer Wohngruppen anschaffen.“ Unterstützt wurde die mittlerweile neunte Auflage des Kirmeskalenders vom Lions-Club Wanne-Eickel, dem Patenclub der eigenständigen Jugendorganisation, der Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren angehören. Wer seinen Preis bei der Übergabe nicht persönlich in Empfang nehmen konnte, kann dies in der Ruhr-Apotheke am Buschmannshof nachholen. Preise, die mit der Cranger Kirmes in Verbindung stehen (Bummel- und Schlemmerpässe, Kirmespakete), müssen allerdings bis zum Samstag, 13. August 2022, abgeholt werden – sie gelten natürlich nur für den diesjährigen Rummel und können nicht bis ins nächste Jahr aufgespart werden.

45-minütige Sondersendung zur Cranger Kirmes 2022

WDR-Fernsehen sendet live vom Rummelplatz

Der WDR zeigt eine 45-minütige Sondersendung „Lokalzeit live“ über die Cranger Kirmes.

Auch der Westdeutsche Rundfunk (WDR) ist in diesem Jahr „reif für Crange“ und stürzt sich mitten ins bunte Treiben auf dem Kirmesplatz am Rhein-Herne-Kanal. Die 45-minütige Sondersendung „Lokalzeit live“ im WDR-Fernsehen wird am Freitag, 12. August, live vom Kirmesplatz gesendet. Beginn ist um 20:15 Uhr (Wiederholung: Sonntag, 14. August 2022, 12:50 Uhr). Moderatorin Désirée Rösch ergründet in Reportagen und Bildern das Lebensgefühl „Crange“: Geschichten von Schaustellenden, die an elf Tagen Vollgas geben, Menschen, die ihren Jahresurlaub auf der Cranger Kirmes verbringen und Familien, die in den Hinterhöfen ihre eigenen Biergärten und Heckenwirtschaften öffnen. Hoch hinaus geht es bei einer Trauung im Riesenrad. Das Volksfest am Rhein-Herne-Kanal dauert noch bis zum kommenden Sonntag, 14. August 2022. Die Öffnungszeiten: Freitag/Samstag, 12./13. August, jeweils von 13 bis 2 Uhr; Sonntag, 14. August, 11 bis 24 Uhr. Wer die WDR-Dokumentation „Mega Kirmes Crange - Eine Stadt steht Kopf“ von Marika Liebsch über die Cranger Kirmes bisher verpasst hat, kann dies nachholen. Sie ist in der ARD-Mediathek abrufbar: www.ardmediathek.de. In 45 Minuten dreht sich auf den Bildschirmen alles um die bunte Traumwelt am Rhein-Herne-Kanal. Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen des größten Volksfestes in NRW und begleitet diejenigen, die das ganze Jahr mit viel Herzblut auf „ihre Kirmes“ hinarbeiten. Dank neuester Kameratechnik entstanden ausdrucksstarke Bilder, die nicht nur die Herzen der Kirmesfans höherschlagen lassen.

SPD-Ratsfraktion trifft sich zu traditionellem Austausch mit den Schaustellern

Austausch auf Crange

Die SPD-Fraktion tauschte sich mit Schaustellern aus.

Endlich ist wieder Cranger Kirmes. Die Freude nach zwei Jahren der Entbehrungen ist in der ganzen Stadt zu spüren. Mit der Kirmes kehrte auch eine langgepflegte Tradition der SPD-Ratsfraktion zurück: Am Montag (8.8.2022) fand der Austausch mit den Schaustellern im Biergarten „zum Ritter“ statt. SPD-Fraktionschef Udo Sobieski, Oberbürgermeister Frank Dudda und Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbunds waren unisono froh, zufrieden und erleichtert, dass die Kirmes wieder stattfindet und wie vor der Pandemie vom Publikum angenommen wird. „Die letzten zwei Jahre ohne Cranger Kirmes waren für viele bedeutsam. Da wäre einerseits das Publikum, welches den Rummel schmerzlich vermisst hat. Andererseits bedeutete der Ausfall heftige Probleme für die Schausteller, die dieses Großevent erst zu dem machen, was es ist. Wir von der SPD-Ratsfraktion haben uns stets für die vielen Schausteller und ihre Familien eingesetzt. Eines ist klar: Wäre die Kirmes ein drittes Jahr in Folge ausgefallen, hätte es zahlreiche Menschen in den finanziellen Ruin getrieben“, resümiert Udo Sobieski.

Kurzfristig noch weitere Arbeitsplätze zu vergeben

Dudda besucht Jobvermittlung auf Crange

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda (3.v.r.) besuchte die Jobvermittlung auf dem Cranger Kirmesplatz.

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda hat am Dienstag (9.8.2022) die Jobvermittlung auf dem Cranger Kirmesplatz besucht, die in der Jugendkunstschule an der Dorstener Straße unweit des Cranger Tors zu finden ist. Dort machte er sich ein Bild von der Arbeit des Teams, das traditionell Jobs bei Fahrgeschäften und in der Gastronomie auf dem Platz vermittelt. Dudda erfuhr bei dem Besuch, dass auch kurzfristig noch Jobs auf Crange zu vergeben sind. Wer sich darüber informieren möchte, findet die Kontaktdaten und Öffnungszeiten unter anderem auf der Seite der Cranger Kirmes: https://cranger-kirmes.de/2022/07/19/jobboerse/.

Miguel Leßig über seinen Job zur wohl schönsten Zeit des Jahres

Gestatten, ich bin Fritz, das Kirmesmaskottchen

Miguel Leßig, das Kirmesmaskottchen Fritz.

Fritz, das Maskottchen der Cranger Kirmes, erfreut sich bei den großen und kleinen Kirmesbesuchern einer großen Beliebtheit. Immer wieder ist es ein umschwärmtes Fotomotiv, wenn die eingefleischten Kirmesfans das Maskottchen auf dem Cranger Rummel erblicken. Doch wer steckt eigentlich in dem Kostüm? Für halloherne lüftete Fritz sein Kostüm und siehe da, unter der Maske steckt Miguel Leßig. Der Herner ist bereits seit 2017 als Fritz unterwegs. „Die Maskottchenstelle war damals ausgeschrieben. Ich dachte, aus Spaß kann man sich ja mal bewerben und schwupps, hatte ich die Stelle", verrät Leßig im Gespräch mit halloherne. Für den Herner ist es immer wieder eine Freude, den Kirmesfans ein Strahlen ins Gesicht zu zaubern. So steht er stets für Fotos bereit, auch wenn dabei schon mal eine Menge an Fotowünschen zusammenkommen. „Beim Umzug am Wochenende (halloherne berichtete) hab ich so geschätzt für gut 250 Fotos posiert", sagt der 32-jährige. Weiter führt er aus: „Es war aber auch eine wahnsinnige Stimmung. Man merkte einfach, dass die Leute nach zwei Jahren Zwangspause wieder richtig Bock auf die Kirmes haben. Es scheint, sie sind noch heißer auf Crange als früher." Dennoch kommt Miguel Leßig oftmals in seinem Kostüm mächtig ins Schwitzen. „Ich glaube, dass darunter schon 35 oder 36 Grad sind. Je nachdem wie das Wetter ist. Am Donnerstag (4.8.2022) auf dem Pferdemarkt auf Gut Steinhausen (halloherne berichtete) war es aufgrund der heißen Temperaturen echt extrem", berichtete Miguel Leßig. „Da lief mir dann auch schon mal der Schweiß ins Auge. Dann hieß es kurz Kopf runter, mit einem Handtuch das Gesicht abputzen und weiter gehts." Für das Kirmesmaskottchen ist die Kirmeseröffnung mit Fassanstich immer eines der Highlights zur Kirmeszeit (halloherne berichtete). „Meine erste Eröffnung mit Fassanstich 2017 war natürlich etwas ganz Besonderes. Die werde ich auch immer in Erinnerung und im Herzen haben. Dennoch ist jede Eröffnung mein Highlight, weil es dann endlich offiziell losgeht", sagt der Herner. Bis Sonntag, 14. August 2022, wird man Miguel Leßig als Fritz noch des öfteren auf der Cranger Kirmes antreffen können. „Ich freue mich, wenn ich dann noch dem ein oder anderen Kirmesbesucher mit einem Foto eine Freude machen kann", sagt der Herner abschließend.

Cranger Arche betreut 20 Schaustellerkinder

Auch bei der 538. Cranger Kirmes werden die Kinder der Schausteller wieder im Evangelischen Kindergarten „Cranger Arche“ an der Sternstraße betreut.

Dass im Evangelischen Kindergarten „Cranger Arche“ an der Sternstraße 30 in Wanne-Eickel der Duft von gebrannten Mandeln in der Luft hängt, liegt daran, dass hier zurzeit Kinder von Schaustellerfamilien betreut werden. „Die fühlen sich hier wohl und bringen immer mal was von ihren Ständen mit, das sie mit den anderen Kindern teilen“, berichtet die stellvertretende Kindergartenleiterin Stefanie Rohde-Metz. Vom 1. bis zum 14. August sind die 20 „Kirmeskinder“ im Alter von zwei bis sieben Jahren in der Einrichtung - sieben Tage die Woche, jeweils von 12 bis 18 Uhr. Nach ihrer Ankunft bekommen sie ein warmes Mittagessen, mit einem gemeinsamen Abendsnack endet ihr Tag im Kindergarten. Die Schaustellerkinder sind im Kirchsaal untergebracht, wo Spielbereiche zum Basteln, Spielen, Toben oder Malen aufgebaut sind. Das sei nicht anders möglich, weil zurzeit auch die Eingewöhnung der neuen Kinder stattfindet. „Meistens sind sie bei dem schönen Wetter natürlich draußen, dann spielen sie mit ‚unseren‘ Kindern“, so Rohde-Metz. Der Erzieher Sebastian Kania hat die Leitung der Gruppe übernommen, unterstützt wird er von Bärbel Daniel-Zimny, einer Erzieherin im Ruhestand, und drei Honorarkräften. Die Kosten für Honorar, Essen etc. tragen die Schausteller durch ihren Beitrag. „Trotz der Mehrarbeit freuen wir uns über die ‚Kirmeskinder‘, die jedes Jahr zu uns kommen“, sagt Rohde-Metz. „Für uns ist es spannend zu sehen, wie besonders aufgeschlossen sie sind; sie haben überhaupt keine Berührungsängste und lassen sich deshalb sehr einfach integrieren.“

'Engagiert in Herne' kürt Sieger des Festumzuges

Emotionen und Gefühle bei Ehrenamtlichen

Sieger bei den Mottowagen des Cranger Festumzugs: die „Kirmespiraten“ bei der Veranstaltung "Engagiert in Herne".

Da war selbst ein so erfahrener Moderator wie Peter Großmann sprachlos. Sechs Ehrungen der Sieger und Platzierten im Cranger Festumzug nahm er am Montagabend (8.8.2022) in der Cranger Festhalle gemeinsam mit Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda vor – und immer begleitet von einem emotionalen Gespräch. So erinnerten die „Kirmespiraten“ und die „Wanner Blagen“, Sieger und Drittplatzierte bei den Mottowagen, auf der Bühne an kürzlich verstorbene Mitglieder, wieder andere, wie zum Beispiel das LWL-Museum für Archäologie, spendeten ihre Prämie an Organisationen wie die „Herner Tafel“ oder den Kinderschutzbund. „Lasst uns an die denken, denen es nicht so gut geht in unserer Stadt. Denn Gemeinde kommt von Gemeinschaft“, riefen die Wanner Blagen der voll besetzten Festhalle zu. „Engagiert in Herne“ ist jährlich ein großer Dank der Stadt an die unzähligen Ehrenamtlichen in Herne und Wanne-Eickel. „Wir sind stolz auf Sie, weil Sie so engagiert sind“, sagte Hernes Oberbürgermeister bei seiner Begrüßung. Danach bedankte er sich bei den Teilnehmenden des Festumzuges am ersten Kirmessamstag (halloherne berichtete): „Sie haben für epische Gefühle unter allen 150.000 Besuchern gesorgt.“ Und dass Herne eine „echte Sportstadt“ ist, dafür führte Frank Dudda gleich zwei Beispiele an: „Der Cranger-Kirmes-Cup wurde zwar auf einem schlechten Rasen, aber mit sehr guten Teams gespielt. Und im Sportpark Wanne-Süd finden zurzeit die Weltmeisterschaften im Minigolf statt, deren Besuch ich Ihnen ans Herz legen möchte, wenn Sie von der Kirmes einmal ermattet sein sollten.“ Anschließend ehrte er gemeinsam mit Peter Großmann, bekannt aus dem ARD-Morgenmagazin, die Sieger des Festumzuges in den Kategorien Fußgruppen und Mottowagen – inklusive der emotionalen Höhepunkte. Übrigens waren alle sechs Sieger in vollem Ornat erschienen und ernteten auch dafür noch einmal verdienten Beifall. Den kassierten auch die Fußballer des Lüner SV, des DSC Wanne-Eickel und der Spvgg. Erkenschwick - Sieger, Zweiter und Dritter im Kirmes-Cup des SV Sodingen. Im Showprogramm gab Neue-Deutsche-Welle-Kultstar Markus noch einmal richtig Gas und ließ natürlich auch die „kleine Taschenlampe brennen“. Auftritte von Artisten sowie ein Show-Act aus dem Ruhrgebietsmusical „Radio Ruhrpott“ rundeten den Abend „Engagiert in Herne“ ab, den Peter Großmann so beschrieb: „Hier wird das Ehrenamt gefeiert. Denn ohne Sie, die Ehrenamtlichen, läuft eh’ nix!“

Die erste Hochzeit im Riesenrad der Kirmes

Crange: In 13 Minuten zum Glück

Hochzeit im Riesenrad: Liane (re.) und Thomas Heusipp nach der Trauung im Riesenrad mit dem Herner Standesbeamten Christoph Waluga (li.).

Sie haben „Ja“ gesagt – in etwa 50 Meter Höhe: Liane Holley und Thomas Heusipp sind das erste Paar, das offiziell auf der Cranger Kirmes getraut wurde, heißt es in einer Mitteilung. 13 Minuten dauerte am Dienstag (9.8.2022) die Rundreise ins Glück im „Jupiter“-Riesenrad. Nur Liane, die jetzt mit Nachnamen Heusipp heißt, ihr frischgebackener Ehemann Thomas sowie der Herner Standesbeamte Christoph Waluga durften für die Zeremonie in der Gondel Platz nehmen, ein Kameramann des WDR drehte den offiziellen Akt mit Tausch der Eheringe, Küsschen und Übergabe des Familienbuches. Fünf Freunde des Paares, das sich seit 13 Jahren kennt und in Wanne-Eickel lebt, hatten in einer Nachbargondel des Riesenrades Platz genommen, das sich am Dienstag um 12.02 Uhr nur für die kleine Hochzeitsgesellschaft in Bewegung setzte. Ohne Musik, aber mit dem Glockengeläut der benachbarten Cranger Kirche drehte sich das Riesenrad im extra langsamen „Romantik-Modus“. Nach 13 Minuten war die Fahrt vorbei. Die geplante letzte Runde musste ausfallen, die Braut klagte über leichteres Bauchweh. Vor Aufregung? Vom Drehen? „Von beidem etwas“, lachte sie, als sie wieder festen Boden unter ihren Füßen hatte. Am Dienstag (9.8.2022) heiratete im „Jupiter“-Riesenrad noch ein weiteres Paar, am Donnerstag, 11. August 2022, folgen zwei weitere Eheschließungen in luftiger Höhe. Da dieses neue Angebot im Rahmen der Cranger Kirmes sehr stark nachgefragt wurde, soll sich, so die Standesbeamtin Christin Detert, in 2023 erneut im Riesenrad das Ja-Wort gegeben werden.

Tausch- und Verkaufsbörse

Crange: Eine Tauschbörse für die Pins vom Fritz

Die Cool Cats wollen auch Mitglied der Cranger-Kirmes-Pin-Tausch und Verkaufsbörse werden.

Eine weitere lieb gewonnene Tradition der Cranger Kirmes: Das Sammeln der Fritz-Pins. Seit 1996 gibt es in jedem Jahr einen Ansteckpin des Kirmesmaskottchen Fritz – auch in Zeiten der Pandemie, als die Kirmes nicht stattfand. In diesen zwei Jahren ließen sich die 'Pin-Macher' etwas Besonderes einfallen: Im ersten Jahr der Pandemie gab es den Pin mit dem Masken-Fritzchen und im zweiten Jahr, da schaute der Fritz in eine Wahrsagerkugel. Die einen sagen, das ist an die uralte Jahrmarktstradition angelehnt, aber andere behaupten auch, der Fritz schaut in die Kristallkugel, um zu sehen, wann die kirmeslose Zeit endlich endet. Wie dem auch sei, der Fritz-Pin ist das beliebteste Andenken an den Rummel auf Crange und erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Viele Sammler haben sich manche Ausgabe sogar in doppelter Ausführung gekauft, damit sie ein Tauschobjekt zur Verfügung haben. Da bei manchen Sammlern die Pin-Reihe nicht ganz vollzählig ist, suchen sie Gleichgesinnte, mit denen sie die Pins tauschen können. Aber wie findet man diese Menschen? Hier hatte Mondritter Gerd Herzog die zündende Idee. Er gründete die Cranger Kirmes Pin Tausch- und Verkaufsbörse. Damit scheint er einen Nerv getroffen zu haben, denn die Gruppe hat im Augenblick (Stand 8.8.2022) 378 Mitglieder. So hat Herzog seine Sammlung komplettiert und besitzt jetzt alle Pins, die jemals herausgekommen sind. Dazu zählt er auch die Gold- und Sonderpins, die zu Ostern (2021) und Weihnachten (2020) herausgekommen sind. Die Mitgliederzahl ist laut Gerd Herzog aber noch steigerungsfähig, er sagt: „Es wäre schön, wenn wir bis zum Ende der Cranger Kirmes 500 Mitglieder hätten.“ Jeder Fritz-Pin ist so unterschiedlich und bunt wie die Kirmes: Mal hat Fritz ein Kirmesherz in der Hand, oder einen Paradiesapfel oder Zuckerwatte, und da Fritz für sein Leben gerne Karussell fährt, gibt es den Pin natürlich auf mit den verschiedensten Fahrgeschäften. Fritz auf dem Breakdance No.2, auf dem Riesenrad, im Autoscooter und im Jahr2019 stach Fritz mit dem Happy Sailor in See, diesen 24. Fritz-Pin gab es sogar in Gold und in einem schwarzen Schmucketui. Weitere Fritz-Artikel sind Tasse, Schlüsselanhänger, Radiergummi oder die Baumwolltasche mit langen oder kurzen Henkeln oder auch der Fritz-Pin als Kühlschrankmagnet.

GfH mit kanadischen Gästen beim Kirmesumzug

Mit fünf kanadischen Gästen an Bord, beteiligte sich die Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel e.V. am Kirmesumzug.

Mit kanadischen Gästen an Bord, beteiligte sich auch in diesem Jahr die Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel e.V. (GfH) mit einem eigenen Wagen am Kirmesumzug. Der Umzug fand am Samstag (6.8.2022) statt (halloherne berichtete). Aus Montreal angereist, besuchte die gebürtige Wanne-Eickelerin Sabine Schnittka-Lauzon mit ihren drei Kindern und einer Freundin eines Sohnes das Cranger Volksfest. Die GfH bot ihnen Plätze auf dem Kirmeswagen an. Mit Begeisterung erlebten sie die Fahrt durch die riesige Menschenmenge.

Die Mondritter haben es wieder getan

Mit 150 Kindern auf die Cranger Kirmes

Die Mondritter mit einem kleinen Teil der 150 Kinder nach dem Gottesdienst.

Es ist eine der guten Traditionen, die die Kirmes-Zeit zu bieten: Jahr für Jahr laden die Mitglieder der Mondritterschaft zu Wanne-Eickel Kinder zu einem Besuch der Cranger Kirmes ein, bezahlen die Fahrgeschäfte und das Mittagessen. Am Sonntag (7.8.2022) hatten die Mondritter 100 Kinder aus dem Ev. Kinderheim samt Außen-Wohngruppen und 50 Kinder aus benachteiligten Familien samt Betreuer zu Gast. Zudem waren in diesem Jahr auch ukrainische Mütter mit ihren Kindern dabei. Der Tradition folgend, fing auch in diesem Jahr der Tag mit einem gemeinsamen Besuch des Schausteller-Gottesdienstes in der Cranger Festhalle an. Im Anschluss daran ging es gemeinsam in den Karaoke-Biergarten der Familie Arens. Wer jetzt ins Grübeln kommt, da er weiß, wie schwierig es bei einem Besuch der Kirmes mit mehreren Kindern ist keines zu verlieren, der wäre aus dem Staunen nicht herausgekommen. Von den 150 Kindern ging keines während des Bummels verloren - es war ein rücksichtsvolles und aufpassendes Miteinander. Das Karaoke-Zelt ist seit rund acht Jahren für die Mondritter mit ihren Gästen zu dieser Zeit reserviert - kostenfrei samt Personal und Freigetränken. Besitzer Patrick Arens sagt im halloherne-Gespräch: „Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, die Ritter bei ihrem Tun zu unterstützen. Das Super-Engagement, das sie an den Tag legen, wollen wir so unterstützen. Hut ab. Crange ist eine der Kirmessen, die sich ihren dörflichen Charakter bewahrt haben, trotz ihrer Größe - und diese ritterliche Aktion gehört für mich zu einer Familienkirmes." Ritter Frank und Ritter Gerd hatte keine Mühen gescheut, sich am Morgen vor den Pizzaofen gestellt und aus 5 Kilogramm Mehl Pizzen für alle gezaubert, die an die Kinder und Betreuer verteilt wurden. Anschließend erfolgte die Verteilung der Bummelpässe. Jedes Kind erhielt einen Pass im Wert von 20 Euro und dazu ein Kirmesherz mit der Aufschrift: Mondritter. Beides wurde finanziert durch die letzten beiden Auftritte von Graf Hotte zur Extraschicht im Archäologiemuseum (halloherne berichtete) und am ersten Kirmes-Montag im Karaoke-Biergarten. Hilfe bei der Verteilung der Pässe und der Herzen erhielten die Mondritter in diesem Jahr von einem Jawa aus dem Star-Wars-Universum. Der Ureinwohner des Planeten Tatoonie hatte seinen kleinen Freund, den Baby-Joda Grogu, dabei. Beide, aber vor allem Grogu wurden nicht nur von den Kindern umringt, auch so manch ein Ritter hatte seine helle Freude an ihm. Unter der dunkelbraunen Kapuze steckte Simone Schwengler, die nicht von einer fernen Galaxie kam, sondern einen wesentlich kürzeren Anreiseweg hatte: Sie kam aus Bochum. Danach folgte der obligatorische Gang der Ritter mit den Kindern über den Festplatz. Die erste Station war, auch hier folgten die Ritter der Tradition, das Riesenrad. Da Oscar Bruch mit seinem Riesenrad Bellevue in diesem nicht auf dem Cranger Rummel steht - hier gab es in den vergangenen Jahren die Fahrt für jedes Kind kostenfrei - , wurde das Jupiter Riesenrad angesteuert. Auch Riesenradbetreiber Rudolf Barth kam den Rittern entgegen, sie mussten für jedes Kind nur den halben Fahrpreis bezahlen. Zum Abschluss des Treffens hieß es wieder Schlange stehen. Die Eiskonditorei Schmalhaus spendierte Kirmes-Eis nach Wahl für die gesamte Truppe: Schoko, Vanille, Erdbeer... egal, jeder durfte sich etwas aussuchen. Das zauberte ein Lächeln auf 150 Kindergesichter und mit einer fröhlichen Aufforderung: „Kommt im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder.“ - verabschiedete sich die lächelnde Belegschaft von der doch etwas größeren Gruppe.

Auch Julian Sommer und Asphalt Anton bei 'Malle dir einen'

DJ Robin spielt 'Layla' im Crange-Festzelt

Sind für "Layla" verantwortlich: DJ Robin (li.) und Schürze - der DJ spielt das Lied am Donnerstag, 11. August 2022, im Bayern Festzelt.

Viel Aufregung hatte Mitte Juli 2022 die Nachricht erzeugt, dass der Sommerhit „Layla“ von DJ Robin und Schürze nicht auf der Cranger Kirmes gespielt werden soll (halloherne berichtete) - nun gibt es aber eine Nachricht, die manch einen Fan freuen wird. Am Donnerstag, 11. August 2022, kommt DJ Robin zur Veranstaltung „Malle dir einen“ persönlich ins Bayern Festzelt und wird seinen Hit performen - aber nicht nur er ist dabei. Nachdem die Stadt Würzburg ein „Layla“-Verbot erteilt hatte, zog zunächst die Düsseldorfer Rheinkirmes nach, bevor das Stadtmarketing Herne als hiesiger Veranstalter zwar kein Verbot aussprach, aber von einer Empfehlung für die Schausteller sprach und auf das Familienimage der Kirmes verwies. Bereits am ersten Abend der Rheinkirmes wurde sich dort aber über die Kritiker, die dem Song einen sexistischen Liedtext vorwerfen, hinweg gesetzt und eine Instrumentalversion gespielt - die Besucher grölten lautstark mit. Wie sieht es nun in Crange aus? Hier wird „Layla“ am Donnerstag, 11. August 2022, aus den Boxen dröhnen. Der Wirt des Bayern Festzelts, Jan Patrick Wolters, freut sich bereits darauf. „Bereits in den ersten Tagen der Kirmes, wenn mal für kurze Zeit kein Lied im Zelt lief, stimmten die Besucher es einfach selbst an. Sie alle wollen das Lied hören, erst recht, nachdem der Hype durch die Verbote entstanden ist“, sagt Wolters im Gespräch mit halloherne. Um möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen, wird DJ Robin auch erst ab 22 Uhr auftreten - zu dieser Zeit sollten die meisten Kinder bereits zu Hause sein. Los geht es mit dem Programm ab 18 Uhr, ein DJ heizt dann die Feierwütigen ein. Um 20 Uhr tritt Asphalt Anton auf die Bühne, der mit seinen Liedern wie „Borris“ und „Engel und Teufel“ noch zu den Ballermann-Newcomern gehört. Ab 21 Uhr folgt dann der erste große Act: Julian Sommer, der mit „Dicht im Flieger“ in diesem Sommer einen ähnlich großen Erfolg wie DJ Robin und Schürze hat und daher nun schon zum Ballermann-Stamm gehört, wird für weitere Stimmung sorgen, bevor DJ Robin den Abschluss bildet. „Der Eintritt ist frei, ich verzichte auf einen Kartenverkauf. Für rund 3.000 Personen ist im Zelt Platz, es werden solange Gäste hereingelassen, bis die Kapazitätsgrenze erreicht ist“, sagt Wirt Jan Patrick Wolters. Das Zelt selbst öffnet ab 13 Uhr, um einen sicheren Platz zu ergattern, empfiehlt sich also ein frühes Erscheinen, es gilt freie Sitz- und Stehplatzwahl. Der Eintritt erfolgt ab 18 Jahren.

Crange reduziert am Familientag die Preise

Familientag auf der Cranger Kirmes lockt mit vergünstigten Preisen (Archivfoto).

„Familientag“ auf Crange: Am Mittwoch, 10. August 2022, bieten auf der Cranger Kirmes alle kleinen und großen Fahrgeschäfte sowie die Imbiss- und Ausschankbetriebe ihren Gästen mindestens eine Vergünstigung an. Diese Regelung gilt am gesamten Kirmestag von 13 Uhr bis um Mitternacht, der Besuch des Volksfestes am Rhein-Herne-Kanal wird dadurch etwas preisgünstiger. Jede der rund 500 Schaustellungen auf dem größten Volksfest in NRW hat sich, so das Stadtmarketing Herne, vertraglich verpflichtet, zum „Familientag“ mindestens ein Angebot preiswerter als an den anderen Kirmestagen anzubieten. Ein Beispiel: Der Biergarten serviert seinen Gästen ein bestimmtes Getränk zum reduzierten, die knackige Bratwurst dazu kostet den normalen Preis. Übrigens: Ihr jeweiliges „Familientag-Schnäppchen“ präsentieren die Schausteller am Mittwoch auf extra angefertigten und gut erkennbaren Hinweisschildern an ihren Fahrgeschäften, Ausschankbetrieben oder Losbuden. Mit den beliebten Crangetalern der Schlemmer- und Fahrpässe kann am „Familientag“ nicht bezahlt werden. Als Familienkirmes lockt Crange in diesem Jahr mit 15 Fahrgeschäften, die sich eigens an Kinder richten, vom Rundfahr-Karussell über den Kinder-Autoscooter bis zur Kinder-Achterbahn. Die Kinderführung im Rahmen der Crange-Erlebnisse war schnell ausgebucht, und auch die Kirmesandenken für die Jüngsten wie der Plüsch-Fritz, das Kirmesmemory-Spiel oder das Babylätzchen erfreuen sich großer Beliebtheit. Kinder fühlen sich auf der Familienkirmes Crange sehr wohl. Daher sollte auf dem größten Volksfest in NRW auch kein Kind verloren gehen. Am Souvenir- und Infostand am Cranger Tor oder an den Kinderfahrbetrieben gibt es kostenlose Kinderarmbänder, auf denen die Telefonnummer der Eltern geschrieben werden kann. „Aufgefundene“ Kinder werden beim DRK in der Jugendkunstschule an der Dorstener Straße betreut. „Am besten einen Treffpunkt mit dem Kind vereinbaren, zum Beispiel am Souvenirwagen am Cranger Tor. Dort kann das Kind auf die Eltern warten“, so Kirmessprecher Alexander Christian.

Eicker & Callen übernimmt

'Lehnerts Hof' - der Generationenwechsel

Lehnerts Hof auf der Cranger Kirmes.

Seit über 50 Jahren ist der Hofausschank 'Lehnerts Hof' an der Hauptstraße eine Institution auf der Cranger Kirmes. Die Familie besaß damals einen kleinen Lebensmittelladen, der während der Kirmeszeit nicht nur von den Schaustellern frequentiert wurde. Da auch Kirmesbesucher von nah und fern sich unter anderem mit Bier versorgten, war der kleine Laden während der 'fünften Wanner Jahreszeit' immer rappelvoll. In einem früheren Gespräch mit halloherne sagte Karin Lehnert einmal: „Zu dieser Zeit passte nicht einmal mehr ein Schuhanzieher in den Laden.“ Und da Not nun einmal erfinderisch macht, stellte die Familie eine Theke in die Einfahrt und verkaufte von dort aus das Bier. Somit war der erste Hofausschank oder wie es auch heißt, die erste Heckenwirtschaft der Cranger Kirmes eröffnet. 50 Jahre bedienten Karin und Hansi Lehnert Jahr für Jahr ihre Gäste. Der Theke in der Einfahrt folgte eine große Theke zusammen mit Tischen und Stühlen im Hof. Wer neben dem Rummel eine gemütliche Atmosphäre suchte, der war bei Lehnerts genau richtig. Mit den Jahren kam der Imbissbetrieb von Laser dazu, der die Gäste mit Grillspezialitäten versorgte. 50 Jahre Lehnerts Hof, das ist eine lange Zeit, weshalb ein Generationenwechsel nicht wirklich erstaunt. Allerdings wurde der still und leise vollzogen. Betrieben wird der Ausschank nun von der Kornbrennerei Eicker & Callen. Inhaber Peter Meinken erzählt im halloherne-Gespräch: „Die Familien Meinken und Lehnert sind seit Jahren freundschaftlich verbandelt. Meine Großmutter und Frau Lehnert waren seit Ewigkeiten befreundet. Im Jahr 2018 haben wir dann erstmals verschiedene Spirituosen für den Ausschank geliefert und sind so langsam mit reingewachsen.“ „Als es sich abzeichnete, dass Frau Lehnert den Ausschank nicht mehr betreiben wird, haben wir dann den Zuschlag zur Übernahme bekommen“, erzählt Meinken weiter. Großartig ändern will er - bis auf einen Wechsel der Biersorte - erst einmal nichts. Statt Krombacher wird es nun Veltins geben und dazu das Eisenbahner Bier. Klar, die Spirituosen werden alle aus der Destillerie kommen und der Imbissbetrieb Laser, der wird vorerst auch mit seinem Grillgut-Angebot dabei sein. Ein kleine Neuerung verrät er gegenüber halloherne: Für den zweiten Kirmes-Freitag, am 12. August 2022, ist die Band 'Brandschaden' angeheuert. Mit der Übernahme will die Brennerei ein Stück Kirmeskultur bewahren. Meinken: „Früher gab es an acht verschiedenen Stellen einen Hofausschank, heute sind sind es nur noch vier.“ Und er zählt auf: „Alte Drogerie, Dörnemann, Hanno und Lehnerts Hof.“

Crange-Umzugs-Teilnehmer werden prämiert

Crange 2022: 'Engagiert in Herne'

Eine Weintraube auf zwei Beinen - der erste Platz der Fußgruppe ging an die Südlichter.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung „Engagiert in Herne“, die am Montag, 8. August 2023, in der Cranger Festhalle stattfindet, konnten sich Herner Vereine und Verbände, die in den Bereichen Sport, Kultur und Soziales in Herne tätig sind, bewerben. Aber an diesem Abend werden auch die Festwagen und Fußgruppen prämiert, die von der Jury während des Cranger Kirmes Umzugs als originellste Teilnehmer 'entdeckt' wurden. Festwagen: Den ersten Platz bei den Festwagen belegen die 'Kirmespiraten'; gefolgt von den Fußballern des SV Holsterhausen, die sich das Motto 'Crange ist auferstanden' ausgedacht hatten und an dritter Stelle sind die 'Wanner Blagen' zu nennen, die ihren Wagen mit dem Zitat 'Endlich wieder im Himmel. Denn ohne Crange ist die Hölle' schmückten. Fußgruppen: Unter den Fußgruppen erschien der Jury die 'Herner Südlichter' als die originellste Gruppe, da sich die Mitglieder als ein bunter Obstteller präsentierten; der zweite Platz ging an das Team des Herner Archäologie-Museum, ihr Motto an diesem Tag war 'God save the Stones'– womit sie auf ihre aktuelle Ausstellung zu „Stonehenge“ hinwiesen, der dritte Platz, der wurde der Gesellschaft zur Förderung der Integrationsarbeit (gfi) mit ihren Regenschirmen zum Thema 'Crange ist so bunt wie das Meer' zugeschrieben. Die Gäste von Gastgeber Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda können sich auf ein Programm mit viel Musik freuen, durch das der ARD Morgenmagazin-Sportmoderator Peter Großmann führt.

1,5 Millionen zeigten sich „reif für Crange“

Crange 2022: Das erste Kirmes-Wochenende

Der erste Kirmestag der Cranger Kirmes 2022 war gut besucht.

Volksfeste sind nach der über zweijährigen Pandemiepause wieder „in“. Vor allem die Cranger Kirmes, das größte Volksfest in NRW: Vom ersten Kirmestag am Donnerstag (4., bis Sonntagabend, 7. 8.2022) rechnet die veranstaltende Stadt Herne mit rund 1,5 Millionen Besuchern auf dem circa elf Hektar großen Rummelplatz am Rhein-Herne-Kanal. Am Donnerstag pilgerten 150.000 Besucher zu „ihrer“ Kirmes, am Freitag und Samstag zusammen rund 900.000 – und am Sonntag (7.8.2022) war der Platz ab der Mittagzeit schon pickepacke voll. Und die Gäste konsumieren auch. „Die Geschäfte laufen gut“, sagte bei der ersten Zwischenbilanz-Pressekonferenz Patrick Arens. Der Vize-Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute notierte an den ersten drei Tagen „auf Crange“ auch, dass „unsere Gäste wieder jünger werden. Crange ist zurzeit der Hit auf allen Social-Media-Kanälen. Ein Fahrgeschäft wie der 'Break Dance' zum Beispiel wird so stark angenommen, als wenn es neu wäre“. Auch Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, schlug am Sonntag in diese Kerbe: „Wir Schausteller zeigen, was für eine starke Wirtschaftskraft wir sind.“ Dann bedankte sich der Essener noch einmal ausdrücklich bei allen Anwohnern rund um den Festplatz für deren Geduld und Verständnis und lobte zudem den Cranger-Kirmes-Festumzug am Samstag: „Sensationell. Einzigartig.“ Superlative, die auch Dr. Frank Burbulla benutzte: „Die Menschen sind reif für Crange gewesen. Das zeigen die Besucherzahlen, aber auch die gelöste Atmosphäre auf dem Platz, bei der offiziellen Eröffnung am Freitag oder beim Festumzug am Samstag. Bisher war es eine ruhige und sichere Kirmes“, so Hernes Kirmesdezernent, der ebenfalls „viele, viele junge Menschen hier auf dem Platz“ sah. Auch das neue Mobilitätskonzept greift, dazu gehören unter anderem vier bewachte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder „mit extrem hohen Nutzungszahlen“, so Burbulla, sowie ausgewiesene Stellflächen für E-Scooter. Trotz des hohen Besucheraufkommens am Freitag und Samstag hat es bisher auf dem Platz kaum Staus gegeben. Eduard Belker, stellv. Leiter des Fachbereiches Öffentliche Ordnung: „Dies ist auch das Resultat des Einsatzes unserer neuen digitalen Infotafeln, die über sieben Kameras gefüttert werden. Damit lenken wir den Besucherstrom und können unsere Gäste bei einem Engpass an einer Kreuzung zum Beispiel bitten, nicht nach links, sondern nach rechts zu gehen.“ Engpässe, und das freut die Schausteller, gab es bisher auch an den rund 50 Fahr- und Laufgeschäften. „Sie werden ohne Ausnahme alle stark frequentiert“, so Belker. Die Favoriten der Crange-Besucher seien an den ersten drei Kirmestagen die „Wilde Maus XXL“, „Apollo 13“ sowie die Neuheit „Heidi the Coaster“ gewesen. Zum guten Gesamteindruck trägt auch die Bilanz der Sicherheits- und Rettungskräfte bei. „Von der Polizeiseite aus gesehen war es bisher eine reibungslose Kirmes“, so der 1. Polizeihauptkommissar Michael Bloch. Nur der Parksuchverkehr bereite ihm und seinen Kollegen Sorgen: „Es kommen immer noch zu viele Besucher mit dem eigenen Pkw.“ Daher mussten am Samstag beide Auf- und Abfahrten der A 42 (Herne-Crange und -Wanne) gesperrt werden, ebenso am Freitag und Samstag die Heerstraße an der Kreuzung zur Corneliusstraße. Michael Bloch: „Es wird immer wieder Verkehrsstörungen aus Anlass der Kirmes geben. Daher empfehlen wir dringend die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.“ Die Feuerwehr zählte in diesem Jahr an den ersten drei Kirmestagen 25 rettungsdienstliche Einsätze gegenüber 20 im Vergleichszeitraum des Jahres 2019. „Trotzdem war es für uns ein sehr ruhiges Wochenende“, so Hernes Feuerwehrchef Marco Diesing. Thomas Jarolim berichtete als Einsatzleiter des DRK von „durchschnittlichen“ Einsatzzahlen und keinen Auffälligkeiten: „Auch die Wespen halten sich nach unserem Eindruck bisher zurück.“ Die Cranger Kirmes 2022 läuft noch bis zum Sonntag, 14. August.

Crange: Schaustellergottesdienst im Festzelt

Schaustellergottesdienst in der Cranger Festhalle mit Schaustellerpfarrer Torsten Heinrich und Pastor Günter Mattner.

Zum traditionellen Schaustellergottesdienst am Sonntag (7.8.2022) im Festzelt auf der Cranger Kirmes begrüßten Schaustellerpfarrer Torsten Hinrich und Pastor Günther Mattner als Vertreter der ansässigen Gemeinde, die zusammen den Gottesdienst leiteten, neben Ehrengästen und Schaustellerfamilien auch viele Gemeindemitglieder aus ganz Herne, die das Festzelt der Kirmes gut füllten. Die musikalischen Rahmen gestaltete der Kirmes-Posaunenchor (CVJM) und die Gruppe „Zwischentöne“(Joe Doll Gesang, Peter Brand Sax und Wolfgang Flunkert Drums). Zu Beginn gab - zum dritten Mal in Folge- Norbert Sindermann einen alten Hannes-Wader Song (an der Gitarre Torsten Hinrich) zum besten und alle sangen mit, denn nie passte der Text besser als in diesem Jahr: „Nun Freunde, lasst es mich einmal sagen, gut, wieder hier zu sein, gut euch zu sehn! / Mit meinen Wünschen, mit meinen Fragen fühl ich mich nicht allein,-gut euch zu sehn!" Die Freude, wieder „auf Crange“ zu sein, zog sich wie ein roter Faden durch den ganzen Gottesdienst. Das Thema des Gottesdienstes „Und ob“ ist ein Zitat aus dem Psalm 23 (Der Herr ist mein Hirte) und drückt sicherlich das Lebensgefühl vieler Menschen hier und heute Morgen im Zelt aus: „...und ob ich schon wanderte im finstern Tal, ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir…" Dieses Vertrauen findet sich auch im Text aus dem Matthäusevangelium (Mt 14, 22-33) wieder, in dem erzählt wird, dass die Jünger Jesu, allein unterwegs auf dem Schiff in Sturm und Seenot auf dem See Genezareth, Jesus übers Wasser kommen sehen. Petrus, der Jesus übers Wasser entgegen gehen will, gerät in Panik, findet dann aber Halt durch die Hand Jesu. Mit ökumenischen Fürbitten, dem Schaustellergebet, vorgetragen durch zwei junge Mädchen aus einer Schaustellerfamilie, dem gemeinsamen Vaterunser und dem Schlusssegen klang der Gottesdienst aus. Nicht zu vergessen die Kollekte, die sowohl für die Circus- und Schaustellerseelsorge als auch für Kinder-und Jugendarbeit im Bezirk Crange bestimmt ist.

Max & Moritz und MandelWerk

Die dritte Generation Morck auf Crange

Das MandelWerk der Familie Morck.

Die Mitglieder der Familie Morck sind in der dritten Generation Schausteller, und das mit Leib und Seele. Seit rund 70 Jahren stehen sie mit ihrer Mandelbrennerei auf dem Rummel in Crange, und mit dem „Max & Moritz“ Festzelt mittlerweile im 35. Jahr. So war auch für sie die zweijährige Zwangspause eine „ziemliche Katastrophe - finanziell, aber auch menschlich. Denn der Kontakt mit den Besuchern ist für uns Schausteller ebenso wichtig wie die Einnahmen, die unseren Lebensunterhalt sichern“, sagt Junior Marius Morck, der während der Pandemie den Online-Mandel-Handel ins Leben rief (halloherne berichtete). Die Pandemie-Zeit hat Familie Morck auch ansonsten nicht untätig verbracht. Die Zeit nutzten sie, um das Festzelt „Max & Moritz“ aufzupeppen. Der Biergarten wurde moderner aufgestellt. Der Einsatz von Traversen und Bühnendächern soll für eine modernere Optik sorgen und insgesamt wollen sie den Besuchern ein breites Spektrum an unterschiedlichen Programmpunkten geben. So wird an den Wochenenden DJ Tom die Gäste des Biergartens mit den unterschiedlichsten Musikrichtungen einheizen. Marius Morck: „Allerdings ist das absolute Highlight bei uns der Montag: Dann heißt es wieder Rainbow Monday. An diesem Tag sorgen immer die unterschiedlichsten Stars der Travestie-Szene für allerbeste Partystimmung.“ In diesem Jahr werden es Wanda Kay und Elke Winter sein. Sie bezaubern am Montag, 8. August 2022, ab 20 Uhr das Publikum. Die Mandelbrennerei von Morck ist seit 1950 in Herne dabei und auch hier hat die Schaustellerfamilie in Pandemie-Zeiten investiert und ein brandneues MandelWerk gebaut. Menschen, für die ein Besuch des Rummels ohne Kirmes-Mandeln nicht vorstellbar ist, die finden das Morksche MandelWerk wie seit Jahrzehnten vorne auf dem Platz - direkt am Eingang Heerstraße. Marius Morck: „Wir sind die, die seit 1950 dabei sind, wir haben einfach nur ein moderneres Äußeres bekommen. Unsere Mandeln werden bei uns immer noch nach einer alten Familienrezeptur gebrannt.“

Sonne, Festumzug und Kamelle

Crange Umzug - Partymeile

Festumzug zur Cranger Kirmes 2022

Schon lange vor Beginn säumten weit über 100.000 Besucher die rund vier Kilometer lange Partymeile des Cranger Kirmes Festumzugs 2022. Start war am Samstag (6.8.2022) um 10:30 Uhr traditionell auf dem St. Jörgens Platz in Eickel. Hier stellten sich die 4.000 Menschen, die am Umzug beteiligt waren, auf. Mit mehr als 100 Gruppen - Fußgruppen und Festwagen - schlängelte sich der Lindwurm Richtung Kirmesplatz. Nach der zweijährigen Pandemie-bedingten Pause, zeigten sich die Gruppen und auch die Zuschauer in einer besonderen Feierlaune. Der Wettergott spielte auch mit und schickte seinen schönsten Sonnenschein auf die bunte Partymeile. Etwa zwei Stunden brauchten die geschmückten Festwagen oder tanzenden Fußgruppen für den Weg über die Hauptstraße in Richtung Kirmesplatz in Crange. Nach gut zwei Drittel der Strecke präsentierten sich die Teilnehmer an der Ehrentribüne, die in diesem Jahr erstmalig nicht an der Christuskirche, sondern am Buschmannshof aufgebaut wurde. Hier fand dann auch das obligatorische Gruß-Winke-Winke vor der Jury statt, damit die sich ein Bild von den schönsten Fußgruppen und Festwagen des Kirmesumzugs machen konnte. Ausgezeichnet werden die Gruppen am Montag in der Cranger Festhalle während der Veranstaltung "Engagiert in Herne", die gegen 19 Uhr startet (halloherne berichtete). Die halloherne-Fotografen Björn Koch und Fabian Faloco standen an der Strecke und hielten den Kirmesumzug 2022 mit der Kamera fest.

Feuerwerk über Crange

Das Eröffnungsfeuerwerk zur Cranger Kirmes 2022, aufgenommen von der Halde Hoheward in Herten aus.

Das Eröffnungsfeuerwerk zur 538. Cranger Kirmes fand am Freitagabend (5.8.2022) statt - am Nachmittag gab es die offizielle Eröffnung im Festzelt (halloherne berichtete). Die endgültige Entscheidung, ob die bunten Lichter überhaupt in den Himmel geschossen werden können, fiel erst wenige Stunden zuvor (halloherne berichtete). Das freute natürlich die Besucher und auch viele Menschen in Teilen von Wanne, die das Feuerwerk von ihren Häusern aus sehen konnten. Zumal in den vergangenen Wochen darüber nachgedacht wurde, das Feuerwerk wegen der heißen und trockenen Wochen abzusagen. In den vergangenen Jahren - also schon vor Corona - fielen Feuerwerke zur Cranger Kirmes aufgrund von Trockenheit immer wieder aus, da durch herabfallende Glut Brände entstehen könnten. Auch die 2022er-Ausgabe stand auf der Kippe. Doch Petrus scheint ein Crange-Fan zu sein und schickte am Freitag noch genügend Regen über das Land. So starteten (fast) pünktlich um 22:30 Uhr die Raketen in den Nachthimmel. Zahlreiche Menschen verfolgten das Feuerwerk vom Kirmesgelände, den Brücken, ihren Dächern, Dachfenstern oder Balkonen aus.

Dudda braucht drei Schläge für das Fass, Howard Carpendale singt

Los geht's: 538. Cranger Kirmes ist eröffnet

"Piel op no Crange": Der Fassanstich von OB Dudda li. eröffnete die 538. Cranger Kirmes, re. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas.

Um exakt 14:43 Uhr sprach Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda am Freitag (5.8.2022) die magischen Worte: „Die 538. Cranger Kirmes ist eröffnet - Piel op no Crange.“ Nach der inoffiziellen Eröffnung am Donnerstag (4.8.2022) ab 16 Uhr, bei dem der Veranstalter bei bestem Wetter bereits 150.000 Besucher zählte und die Polizei einen „außergewöhnlich ruhigen“ Abend erlebte, nun also der 'richtige' Startschuss samt Fassanstich, für den Frank Dudda nur drei Schläge benötigte, bevor das Bier sprudelte. Stargast und Schlagerlegende Howard Carpendale heizte im Anschluss im ohnehin warmen und pickepacke vollen Cranger Festzelt den rund 2.000 geladenen Zuschauern gehörig ein. Bereits am Donnerstagvormittag (4.8.2022) fand der traditionelle Pferdemarkt statt (halloherne berichtete). „Hier schlägt das Herz des Ruhrgebiets, welches nach zwei Jahren Rhythmusstörungen nun wieder seelisches Gleichgewicht erhält“, sagte der Oberbürgermeister zu Beginn seiner Rede. „Wir sind wieder da, wir sind wieder reif und geben nun elf Tage Power. Wir können wieder Familien und Freude aus nah und fern begrüßen. Dieses Bild von hier oben vom Rednerpult, das ist mehr Wert als sechs Wahlperioden.“ Er dankte ferner den Schaustellern zur Wahrung der Tradition: „Crange liebt euch!" Außerdem, so Dudda, sei Crange das Herz der Stadt, auch wenn der Herzschlag für die Jahre 2020 und 2021 nicht stimmte. Dann stimmte der OB etwas ernstere Töne an: „Ich möchte nach der Kirmes keine Klagen der Einsatzkräfte, die für die Besucher im Einsatz sind, hören - hier ist der Respekt notwendig. Das Gleiche gilt auch in Bezug auf die Anwohner." Als Ehrengast war die Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) nach Crange gekommen - genau wie die stellvertretende Ministerpräsidentin von NRW, Mona Neubaur (Grüne). Bas, die aus Duisburg kommt und sich daher als „Kind des Ruhrgebiets“ bezeichnete, schlug schnell sanfte Töne an: „Was gibt es Schöneres, als eine Kirmes zu eröffnen, vor allem nach dieser langen Zeit? Als Frank Dudda mich gefragt hat, habe ich sofort 'Ja' gesagt." Auch sie dankte den Schaustellern und mahnte zur Rücksicht und Solidarität mit den Einsatzkräften und den Anwohnern: „Ich bin froh, dass Sie das alles mitmachen." Zusätzlich gab es noch ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift "Wanner Kiez" - das es in Rot gehalten ist, sei "rein zufällig", sagte Parteigenosse Dudda. Zu diesem Zeitpunkt waren die Fahnenabordnungen der Schaustellerverbände sowie das Bergmannsorchester samt Steigerlied bereits unter viel Applaus in die Halle einmarschiert - ebenso hatte das „Wanner Urgestein“ und Schlagersänger Frank Lindner seinen Auftritt hinter sich. Mit seinen Liedern „Sterne über Herne“ und „Wir leben Crange“ sorgte er für gute Stimmung beim Publikum. Besonders ehrte ihn der Fakt, dass er vor Carpendale auftreten durfte. Nach dem flüssigen Höhepunkt folgte dann der musikalische - Howard Carpendale, seit Jahrzehnten im Geschäft, betrat die Bühne. Acht Songs, darunter die bekannten Klassiker wie „Hello again“, „Ti amo“ und „Tür an Tür mit Alice“, aber auch neue Songs wie „Wegen Dir“ und als Zugabe brandneu „Das größte Glück der Welt“ gab es für die Zeltgäste zum Mitsingen und klatschen. Die Stimmung war prächtig, bei den meisten Liedern stand das ganze Zelt und sang lautstark mit. Zwischen den Liedern hatte er auch mal Zeit für ein Späßchen: „Als ich mein Team fragte, wohin wir fahren, wurde mir Herne gesagt. Hier wurde mir dann Wanne genannt. Jetzt sage ich einfach: Ich bin auf Crange", so der 76-Jährige. Oder: „Wenn mich jemand 'Howie' nennt, sage ich immer: Hau ihn selber." Für etwas Verstimmung sorgte die Regelung seiner Begleiter, die nach den ersten beiden Liedern alle Fotografen und Kameraleute aufforderten, die Geräte abzuschalten und nicht mehr zu knipsen und zu filmen - davon betroffen war auch halloherne-Fotograf Björn Koch. Privatpersonen durften dagegen weiter ihre Handys in die Luft halten. Der Großteil der Besucher bekam davon aber gar nichts mit und feierte ausgelassen den rund 40-minütigen Auftritt - nach dem Ende leerte sich das Bayern Festzelt auch wieder rasch. Die meisten der geladenen Besucher zogen weiter an nahe gelegene Bierstände - schließlich muss die Zeit bis Sonntag, 14. August 2022, genutzt werden.

Crange: Eröffnungsfeuerwerk findet statt

Cranger Eröffnungsfeuerwerk findet statt.

Alea iacta est - die Würfel sind gefallen! Zumindest für das Eröffnungsfeuerwerk der diesjährigen Cranger Kirmes. Am heutigen Freitag, 5. August 2022, findet wie geplant ab 22:30 Uhr das große Feuerwerk über Crange statt. Das gab Stadtmarketing der Stadt Herne am Freitag bekannt. Da es in letzten Tagen heiß und trocken war, wurde die endgültige Entscheidung darüber, ob das Feuerwerk gezündet werden kann, auf Freitag verlegt. Nun ist klar: Freitag, 22:30 Uhr leuchten die (Feuerwerks) Sterne über Crange.

Tradition lebt wieder auf, Folklore-Gruppe aus der Mongolei

Pferdemarkt zur Cranger Kirmes

Artistisch: Mehrere Personen zeigten Vorführungen im Voltigieren.

Die Cranger Kirmes lebt von Traditionen. Eine davon ist der Pferdemarkt auf Gut Steinhausen im Waldgebiet der Resser Mark, der - ganz traditionell - am Tag vor der feierlichen Eröffnung der inoffizielle Startschuss der Kirmes ist. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda kam mit der Kutsche zur Eröffnung und erinnerte bei seinem Grußwort an die Geschichte und den Ursprung der Cranger Kirmes: den Pferdemarkt. Zu dem Programm der 2022er-Ausgabe am Donnerstag (4.8.2022) gehörte unter anderem Vorführungen im Voltigieren und Westernreiten. Höhepunkt der Veranstaltung war ein Auftritt einer mongolischen Folklore-Gruppe. Also wie ist das jetzt mit den Traditionen? Kurz erklärt: Die Cranger Kirmes startet am ersten Freitag im August und am Donnerstag vor dem ersten Freitag im August ist Pferdemarkt. Und da der Pferdemarkt der erste offizielle Programmpunkt zur Cranger Kirmes ist, ist er auch gleichzeitig der inoffizielle Beginn der Kirmes. Denn der Start der Cranger Kirmes am gleichen Tag - also der Donnerstag vor dem ersten Freitag im August - kam erst viele, viele Jahre später. Oder wie es Frank Dudda auf den Punkt brachte: „Was wäre die Cranger Kirmes ohne unsere Tradition und ohne unseren Pferdemarkt?" Und weiter: „Dies ist die 538. Cranger Kirmes, die zum 536. Mal stattfindet.“ Der eigentliche Handel mit Pferden und Zubehör rückte mit den Jahren immer mehr in den Hintergrund. Dafür kam die Show mit den Voltigier-Gruppen oder den Westernreiterinnen. Was über die vielen Jahrzehnte geblieben ist: Das gemütliche Beisammensein der Pferde- und Crange-Freunde bei Bratwurst, Waffeln und kalten Getränken. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda begrüßte zum Pferdemarkt den Botschafter der Mongolei, Dr. Mandakhbileg Birvaa. Dr. Birvaa wünschte in seinem Grußwort „eine friedliche Kirmes". Eine mongolische Folklore-Gruppe aus Ingolstadt trat als Höhepunkt des Showprogramms auf. „Das ist unser Beitrag zur Cranger Kirmes“, so der Botschafter. Der mongolische Straßenbauverband, vertreten und eingeladen durch die Firma Heitkamp, sorgte für den Auftritt. Traditionell kommt am Ende meist das Wetter. Zumindest bei den Nachrichten. Also noch kurz was zum Wetter: „Ab morgen gibt's Regen“, so die Vorhersage von Dr. Dudda. „Das hat aber die Schaustellervereinigung bestellt. Und das heißt dann Jäckchenwetter.“ Ja, Jäckchenwetter ist das beste Kirmeswetter. Nicht zu warm und nicht zu heiß - also genau richtig.

Neues Mobilitätskonzept bietet Alternativen zum Bus und zum Auto

Mit dem Metropolrad und E-Scooter zur Kirmes

Mit dem Fahrradverleiher nextbike - hier bekannt unter dem Namen Metropolradruhr - kann man gemütlich sich ein Bike leihen und zur Cranger Kirmes radeln.

Mit den Parkflächen für den Fahrradverleih metropolradruhr und für E-Scooter sind zwei weitere Bausteine aus dem Mobilitätskonzept der Cranger Kirmes verwirklicht worden, heißt es in einer Mitteilung von Donnerstag (4.8.2022). Das inzwischen in zehn Städten des Ruhrgebietes bekannte und erfolgreiche Fahrradverleihsystem metropolradruhr ist ab sofort auch auf Crange mit zwei Stationen während der Kirmeszeit vertreten. „Mit diesem neuen Mobilitätsangebot erweitern wir die nachhaltige Ausrichtung der Cranger Kirmes um einen weiteren Baustein, und binden das in Herne und im gesamten Ruhrgebiet bekannte Fahrradverleihsystem in den Mobilitätsmix der Kirmes ein“, erläutert Stadtrat Dr. Frank Burbulla, Beigeordneter für Recht, Ordnung, Bürgerdienste und Feuerwehr. „Als Veranstalter verfolgen wir als Ziel ein ausgewogenes und umweltfreundliches Verhältnis zwischen allen Verkehrsmitteln.“ Der Schwerpunkt liegt auf Bus und Bahn sowie Fuß- und Radverkehr. Zuletzt hatte der Veranstalter die Erweiterung der bewachten Fahrradparkplätze für Gäste, die mit ihrem eigenen Fahrrad kommen, von einem auf nun insgesamt vier vorgestellt. Roberto Gentilini, Vorsitzender des Ausschusses Digitalisierung, Infrastruktur und Mobilität: „Die Mobilitätskonzepte zur Cranger Kirmes und der Stadt Herne beinhalten eine Vielzahl an Maßnahmen mit Bezug zur nachhaltigen Mobilität. Dazu gehört auch die Etablierung eines Fahrradverleihsystems. Daher ist die Integration des metropolrades in die Aktivitäten zur Cranger Kirmes der richtige Schritt.“ Momentan befinden sich insgesamt 50 Leihräder des Anbieters Nextbike (halloherne berichtete) auf dem Stadtgebiet, die unter der Marke metropolradruhr angeboten werden. Um auf die Nachfrage zu reagieren, können bei Bedarf weitere Räder bereitgestellt werden. Zusätzlich zu den fest eingerichteten Stationen hat die Stadt Herne das Unternehmen damit beauftragt, für den Zeitraum der Cranger Kirmes, 4. bis zum 14. August 2022, zwei zusätzliche sogenannte „virtuelle Fahrradverleihstationen“ einzurichten. Diese Stationen sind nicht nur mit eigenen Rädern für die Abreise ausgestattet, sondern dienen auch als Zielort zur Abgabe der Räder von den Startstationen im gesamten Ruhrgebiet. Die markierten Plätze befinden sich an dem bereits bestehenden Fahrradparkplatz schräg gegenüber dem Kirmesbüro an der Dorstener Straße und im Bereich des Senioren-Wohnparks „Flora Marzina“, Heidstraße/Ecke Hauptstraße. Ein besonderer Anreiz zur Nutzung: Mit dem Gutscheincode „Crange22“ winken zwei 30-minütige Freifahrten. Michael Zyweck vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR): „Das regionale System des metropolradesruhr fördert den Umstieg vom ÖPNV auf Leihräder für die letzte Meile der Wegekette durch Stationen an Haltepunkten wie dem Wanne-Eickeler Hbf. Die Wegerelation zwischen Hbf und Kirmes bietet ein attraktives, zusätzliches Angebot für die Kirmesbesucher als Alternative zum Pkw. Wir freuen uns über diese lokalen Aktivitäten, die wir als Verbund unterstützen.“ Neu sind auch zwei ausgewiesene Stellflächen zum Abstellen von E-Scootern an der Rathausstraße/Ecke Dorstener Straße vor dem Restaurant „Meils“ und an der Hauptstraße 370. In Herne agieren momentan drei Anbieter: TIER, LIMEBike und ZEUS Scooters. In den jeweiligen Apps zur Nutzung der E-Scooter sind das gesamte Kirmesgelände sowie der daran anschließende Nahbereich als Parkverbotszonen gekennzeichnet. Dort können die Scooter weder an- noch abgemeldet werden. Ausgenommen davon sind die beiden neuen Parkflächen. E-Scooter dürfen nur von einer Person gefahren werden; dabei gelten ferner die gleichen Promillegrenzen wie auch für die Nutzung von Pkw.

Steigerung durch die Inflation und höhere Kosten

Crange: Das sind die Preise der Kirmes

Die Bierpreise auf der Cranger Kirmes steigen an - halloherne hat nachgefragt, wie es 2022 aussieht.

Ab Donnerstag, 4. August 2022, 16 Uhr drehen sich endlich die Karussells auf der Cranger Kirmes. Zur Erfrischung gehören dazu natürlich auch die Getränke. halloherne hat kurz vor dem Start nochmal nachgefragt, auf welche Preise sich die Besucher für Bier und Co. einstellen müssen. Bei Steinmeister's Bierpavillion wird für ein Pils mit 0,4 Liter 4,70 Euro verlangt. Der beliebte Gummibärchenschnaps im Pinnchen kostet drei Euro. Eine Cola für die Kinder oder die Autofahrer kostet 3,50 Euro. Zum Vergleich: 2019 kostet das Bier noch vier Euro, der Schnaps 2,50 Euro. Übrigens: Bei der Oberhausener Fronleichnamskirmes im Juni 2022 kostete das Bier bei Steinmeister's 4,60 Euro. „Alles ist teurer geworden, aber wir wollen die Steigerungen so gering wie möglich halten“, erklärt Oskar Steinmeister im Gespräch mit halloherne. Dennoch würden der kostspielige Wareneinkauf sowie die gestiegenen Energiekosten eine Anhebung der Preise notwendig machen. „Ich zahle meinen Angestellten auch mehr als den Mindestlohn.“ Dafür verweist er darauf, dass alle Events beim Steinmeister kostenlos sein - also keine Karten dafür erworben werden müssen. „Am Donnerstagabend, 4. August 2022, haben wir eine 90er-Party mit den 'Britney Boys' aus Herne. Das wird eine super Atmosphäre.“ Weitere Events sind das Kickerturnier mit Zweierteams am Sonntag, 7. August 2022 (Anmeldung www.steinmeister.de/kicker oder direkt am Stand), bei denen auch ein Pärchen dabei ist, die beide schon mehrere Titel gewonnen haben. Am Montag, 8. August 2022, heißt es: Singles aufgepasst! Dann startet die Single-Night mit 500 Rosen, analogen Nachrichtenzetteln. Dating-Apps können dabei geschlossen bleiben. Am Mittwoch, 10. August 2022, spielen die Toten Ärzte, eine beliebte Cover-Band. Das Warm-Up spielen die „Britney Boys". Am Donnerstag, 11. August 2022, rocken "Se7en Cent“ die Bühne. „Ich freue mich wie Bolle, genauso wie jeder in meinem Umfeld. Jeder hat Bock, dass es losgeht“, ist Oskar Steinmeister ganz euphorisch. „Crange ist das Herzstück der Stadt. Für mich ist das pure Heimat, das ist nicht übertrieben - daher bin ich da auch stolz drauf.“ Ebenfalls in freudiger Erwartung auf ihre Gäste ist Yvonne Ritter, Chefin des Biergartens „Zum Ritter“ und Tochter von Schaustellerpräsident Albert Ritter. „Unser Pils mit 0,4 Liter kostet 4,50 Euro. 2019 hatten wir noch 0,3 Liter Gläser, damals kostet es drei Euro.“ Bereits Anfang Juli fing hier der Betrieb an (halloherne berichtete). „Es lief gut, unsere Stammkundschaft hat uns nicht im Stich gelassen“, sagt Yvonne Ritter im Gespräch mit halloherne. „Nun heißt es Spaß haben, vorbeikommen und genießen.“ Ein weiterer Treffpunkt für Kaltgetränke ist die „Airport"-Bar von Betreiber Rudolf Edling. Hier kostet das Bier nun mit 0,25 Liter drei Euro - 2019 lag der Preis noch bei 2,50 Euro. An der „Mexo Bar“ müssen die Gäste nun 3,50 Euro für 0,3 Liter des Gerstensafts bezahlen. Auch bei den Speisen müssen sich Besucher auf höhere Preise einstellen. Bratwürste kosten zwischen vier und fünf Euro, Backfisch rund sechs Euro. Waffeln beginnen bei rund drei Euro. Wie eingangs beschrieben, zählen natürlich auch die Karussells zu den Hauptattraktionen einer jeden (Cranger) Kirmes. Ein Blick auf einige Tafeln, die an den Kassen hängen, verrät, dass beispielsweise die Wilde Maus XXL für Erwachsene sieben Euro (Kinder vier Euro) verlangt - dafür gibt es aber auch schon ein Laufgeschäft, bevor man überhaupt Platz nehmen darf und die wilde Fahrt beginnt. "Heidi the Coaster", eine der neuen Attraktionen (halloherne berichtete), kostet sechs Euro (Kinder fünf Euro). Weitere Fahrgeschäfte pendeln sind auch, je nach Größe und Besonderheit, zwischen vier und acht Euro ein.