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Auszeichnung ist nun in Herne

Total-E-Quality-Prädikat

Freuen sich über das Zertifikat: (v.l.) Sabine Schirmer-Klug, OB Dr. Frank Dudda und Cordelia Neige.

Nach 2019 hat die Stadt Herne in diesem Jahr das Total-E-Quality Prädikat zum zweiten Mal erhalten. Nun haben Sabine Schirmer-Klug und Cordelia Neige vom städtischen Büro für Gleichstellung und Vielfalt die Urkunde in Erfurt entgegengenommen. Total E-Quality-Management ist ein Organisations‐ und Personalmanagement-Instrument, das sich an Geschlechter‐ und Diversitätsgerechtigkeit orientiert. Das Total-E-Quality‐Prädikat würdigt Unternehmen und Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung für ihr Engagement bei der Verankerung und beim Ausbau von Chancengleichheit und Vielfalt im Unternehmen. Grundsätzliche Haltungen, Strategien, Maßnahmen und deren Monitoring werden in der Bewerbung dokumentiert. Eine unabhängige Jury prüft die Bewerbungsunterlagen im Auftrag des Vereins und entscheidet über die Vergabe. Kriterium ist, dass die Organisationen einen Konsens erzielen zwischen wirtschaftlichen Belangen einerseits und Strategien zur Umsetzung von Chancengleichheit im Interesse der Mitarbeitenden andererseits. Dabei werden die unterschiedlichen Ausgangssituationen und Gegebenheiten der Bewerber*innen durch die Jury berücksichtigt. Das Prädikat wird jeweils für drei Jahre verliehen. Die Preisträger erhalten eine Urkunde und können das Total-E-Quality‐Logo in allen Innen‐ und Außenbeziehungen zur Präsentation und Imagepflege verwenden. Ein Teil der Jurybegründung 2022 für die Stadt Herne lautete: „Die Stadt Herne hat Chancengleichheit sehr gut strukturell wie strategisch in Planungs- und Steuerungselementen zur Organisationsentwicklung verankert. Das gesellschaftspolitische Bekenntnis zu Chancengleichheit ist klar sichtbar. Die Stadt Herne strebt eine Unternehmenskultur an, die auf Wertschätzung basiert. In einem Arbeitsumfeld, das von gegenseitigem Respekt geprägt ist und die Gleichbehandlung aller Beschäftigten sicherstellt, wird die Motivation der Mitarbeitenden, sich engagiert und kompetent für die Aufgaben und ihre Arbeitgeberin einzusetzen, erhöht.“ Weitere Informationen gibt es online.

Gedenken zum Welt-Aids-Tag im Café 22

HIV ins Bewusstsein bringen

Der diesjährige Weltaidstag fand im Café 22 statt.

„Wir wollen heute ein Zeichen des Miteinanders und der Solidarität mit Betroffenen setzen", so Hernes 1. Bürgermeister Kai Gera bei der Gedenkveranstaltung zum Welt-Aids-Tag am Donnerstag (1.12.2022) im Café 22 (halloherne berichtete). „HIV ist mittlerweile gut behandelbar. Die Betroffenen können und wollen normal leben. Doch Stigmatisierung und Vorurteile machen ihnen das Leben stellenweise weiterhin unnötig schwer." Jedoch machte er ebenfalls deutlich: „Aber immer noch haben weltweit nicht alle Menschen Zugang zu den überlebenswichtigen Medikamenten. Dies ist etwas, was sich dringend ändern muss." Zahlreiche Menschen fanden an diesem Tag den Weg ins Café 22. So wurde den Besuchern auch einiges geboten. Neben leckerem Essen und Getränken, gab es unter anderem ein Spendenrad und Musik von Rondoprinz, der mit einem Mix aus Rock, Pop und Alternativ das Publikum unterhielt. Sein neues Album 'Die Dramatik der Vergeblichkeit' erscheint am Samstag, 28. Januar 2023. Kristin Pfotenhauer, Vorsitzende der AIDS-Hilfe Herne, zeigte sich erfreut über die Vielzahl an Teilnehmern: „Wir sind überwältigt, dass so viele Menschen gekommen sind und wir so gemeinsam ein Zeichen für die Betroffenen setzen können. Wir sind dankbar für alle Kooperationspartner und denken darüber nach, diese Veranstaltung in ähnlicher Form wieder zu machen." Ebenso wurde dieser Tag zur Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit genutzt. „Es ist wichtig, dass das Thema Aids wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen gebracht wird. Es muss wieder mehr Aufklärungsarbeit stattfinden, da man das Gefühl hat, dass diese Thematik in den Hintergrund gerückt ist", so Julia Steinbach vom Vorstand der AIDS-Hilfe Herne. Vor dem Café gab es einen Covid-19-Impfbus und einen Trödelmarkt für Winterbekleidung. „Es ist toll, dass wir an diesem Tag die Möglichkeit bekommen, bedürftige Menschen unterstützen zu können. Wir bieten den Menschen von Winterjacken bis Mützen alles, was sie für die kalten Tage brauchen", so Sylwia von der Initiative 'Du bist nicht allein'. Auch Fabian Rybak, der als Streetworker am Buschmannshof tätig ist, war beim Weltaidstag zugegen. „Die Präventionsarbeit ist in der Öffentlichkeit in den Hintergrund gerückt und die Themen Aids sowie HIV sind fast nur am Weltaidstag präsent, dabei betrifft Aids so viele Menschen. Es ist wichtig, dass sich betroffene Menschen angenommen fühlen und wissen, dass auch sie Unterstützung erfahren", so der Streetworker. Die AIDS-Hilfe Herne zog insgesamt ein positives Resümee der Veranstaltung. „Die vergangenen zwei Jahre lang sind die Themen HIV und Aids durch die COVID-19-Pandemie in den Hintergrund gerückt und die öffentlichen Veranstaltungen mit persönlichem Kontakt zum Welt-Aids-Tag waren nicht möglich. Doch nun sind wir mehr als dankbar, dass diese Veranstaltung heute und hier im Café 22 stattfinden konnte", so Kristin Pfotenhauer abschließend. Gleichzeitig konnte sich die AIDS-Hilfe Herne über neue Mitgliedsanträge freuen, die durch die Veranstaltung an Interessierte vermittelt werden konnten. Weitere Informationen über die AIDS-Hilfe Herne mit Sitz an der Hauptstraße 94, gibt es unter Tel 02325 60990 oder per Mail sowie über den Instagram-Account.

Friedhelm Wessel präsentiert alte Bilder und Anekdoten

Neues Buch: Schalke 04 in den 70er-Jahren

Sieger in blau: Die A-Jugend von Schalke 04 siegt 1976 im Stadion am Schloss Strünkede in Herne im Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen Rot-Weiss Essen.

So mancher Fan von Schalke 04 genießt möglicherweise momentan die Bundesliga-freie Zeit - auch wenn er sich nicht für die Fußball-WM in Katar interessiert. Denn in der Liga läuft es nach dem Aufstieg im Sommer 2022 für die Knappen bekanntlich schlecht. Nur zwei Siege und insgesamt neun Punkte sammelten die Königsblauen in den bisherigen 15 Spielen. Doch auch wenn es aktuell sportlich nicht so läuft und bisher keine Deutsche Meisterschaft errungen werden konnte - 2001 war man sehr nah dran - gab es in der langen Geschichte bessere Zeiten. Darunter fällt unter anderem das Jahrzehnt der 70er. Auch wenn hier vor allem die Teams von Borussia Mönchengladbach und vom FC Bayern dominierten, hielt Schalke hier bis auf vereinzelte Ausreißer gut mit. In dieses Jahrzehnt fällt auch die Tätigkeit von Friedhelm Wessel bei den Ruhr Nachrichten. Von 1973 bis 1976 war der Herner zunächst nur Fotograf, anschließend auch Redakteur. Der fußballinteressierte Rentner, der im Ruhestand zum Autor geworden ist, hat nun ein neues Buch herausgebracht. Im Werk „Schalke 04 in den 70er-Jahren - Ein königsblaues Jahrzehnt in Bildern“, welches im Sutton Verlag erschienen ist, sind auf 128 Seiten über 160 Fotos sowie mehrere Geschichten und Anekdoten veröffentlicht. „Das ist bereits mein sechstes Fußballbuch und das 40. insgesamt. Bei den Fotos habe ich mich aber nicht nur auf Spielszenen beschränkt, es werden auch Begegnungen außerhalb des Stadions, Ehrungen, das Training und die Spieler auf der Ersatzbank gezeigt“, erzählt Friedhelm Wessel im Gespräch mit halloherne. „Vor allem ist nicht nur der legendäre Klaus Fischer zu sehen. Ich habe versucht, von allen Spielern, die zu meiner Fotografen- und Reporterzeit aktiv waren, ein paar Bilder zu finden.“ In den verschiedenen Geschichten werden Dinge erzählt, die bisher kaum bekannt sind. „Vier Fans, die damals regelmäßig dabei waren, beschreiben ihre Erlebnisse. Dazu kommen zwei ehemalige Spieler zu Wort“, erläutert Wessel. Der eine ist Roland Kosien, der einst sein Bundesligadebüt für Schalke gab und nach nur zwei Einsätzen zunächst zu Westfalia Herne wechselte und später beim DSC Wanne-Eickel mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga seine wohl stärkste Zeit erlebte. Der andere ist Rudi Schonhoff, der die Möglichkeit hatte, Profi zu werden, sich aber dagegen entschied und lieber Immobilienkaufmann wurde. „Außerdem gibt es eine Geschichte über Torwart Norbert Nigbur, der sogar Nationalspieler wurde. Er wurde mal bei einem Spiel im Bochumer Ruhrstadion auf der Toilette eingeschlossen. Bis das jemand merkte, fehlte er minutenlang“, erinnert sich der Autor. Auch Klaus Fischer, der für seine Fallrückzieher bekannt war, ist mit Text im Buch vertreten: Er hat das Vorwort geschrieben. „Ich habe ein großes Archiv von damals mit vielen Negativen und habe dem Verlag mal die Idee vorgeschlagen. Auch wenn es derzeit bei den Schalkern nicht so läuft, gab es das Ok für das Buch - es werden ja die guten alten Zeiten erzählt“, freut sich Wessel. Er selbst bezeichnet sich als Fußballfan der Ruhrgebietsvereine - nicht im Speziellen nur von Schalke, dem BVB oder sonstigen Teams. „Wenn sie gewinnen, freue ich mich.“ Mitte 2021 hatte Friedhelm Wessel ein Buch über den talentierten Siegfried „Siggi“ Grams veröffentlicht, der ebenfalls bei Schalke 04 1966 sein Debüt in der Bundesliga gab. Allerdings sollte es sein einziges Spiel in der obersten Liga bleiben (halloherne berichtete). Das neue Buch - es wird sehr wahrscheinlich nicht das letzte von Wessel bleiben - ist im Buchhandel sowie im Internet erhältlich und kostet 22,99 Euro. ISBN: 978 396303327 8.

Mittelalter Adventsmarkt im Schloss und Park

Leuchtende Sterne für Herne

Der Mittelalterliche Adventsmarkt am Schloss Strünkede kehrt zurück.

Schmiedefeuer, Fackelschein, Glühweinduft, Harfenklänge, Livemusik, Feuerspucker, Handkurbel-Karussell, Mandel- und Lebkuchenduft, Handwerk- und Handelsstände und über all dem leuchten mehr als zwei Dutzend Sterne, die den Park zu Strünkede in ein sanftes Gelb tauchen. In der Zeit von Freitag, 9., bis Sonntag, 18. Dezember 2022, kehrt das Mittelalter in einer romantischen Variante nach Herne zurück – der mittelalterliche Adventsmarkt lockt in das Schloss und den Park. Die Stadtverwaltung und das Kulturbüro haben – gemeinsam mit der Agentur „Sündenfrei“ aus Torgau – dafür gesorgt, dass der Markt nach dem Erfolg des Vorjahres mit einer Neuauflage durchstartet. An zehn Tagen erwarten Krämer, Handwerker und Gastronomen 'aus aller Herren Länder' die Besucher. Rund 40 Stände hat die Agentur rund um Chef Henri Bibow für dieses Jahr verpflichtet. Dies sei in Zeiten von Energiekrise und Personalmangel keine leichte Aufgabe, erzählt Bibow im halloherne-Gespräch: „Doch es ist uns gelungen, einen ganz besonderen Markt für diesen schönen Ort im Ruhrgebiet zusammenzustellen.“ In der hektischen Weihnachtszeit sollen Fackeln, Kerzen und Feuer, die den Markt stimmungsvoll erleuchten, den Markt in eine kleine Oase der Ruhe und Besinnlichkeit für die ganze Familie verwandeln. An den Ständen bieten Händler ihre Waren an, Handwerksmeister sind bei der Arbeit zu bewundern. Aufgebaut werden unter anderem eine Schmiede, ein Riemenschneider, eine Schnitzerei mit Bogenbau, die Lederwerkstatt, eine Schneiderei und auch Hersteller von Düften und Seifen werden nach Herne reisen. Verkauft werden zudem Keramik, Glas, Schmuck, Felle, Eisen- und Lederwaren, Kinderspielzeug, Mineralien und Kleidung. So können sich die Besucher auf einen Einkaufsbummel im Mittelalter freuen und es wird gehandelt, gefeilscht, gearbeitet und beköstigt wie in der „guten alten Zeit“ der Rittersleute zu Strünkede. Genüsse wie Spanferkel, Speisen aus dem Orient sowie Glühwein, Bier und Met sorgen für die Stärkung der Gäste. Einige Wege und die große Wiese bekommen einen Fußboden aus hölzernen Platten, damit die Gäste trockenen Fußes an Stände, Sitzplätze und die Bühne kommen. Fackeln und Feuerstellen laden zum Aufwärmen und Verweilen ein und auf der Bühne im Park und im Schlosshof erfreut ein Programm aus Livemusik, Gaukelei, Feuerspuckerei und Märchen die kleinen und großen Besucher. Eine Krippe erzählt im Schlosshof die Weihnachtsgeschichte, ein handbetriebenes Karussell dreht die Kleinen im Kreise, eine Bogenbahn steht bereit und hier und da gibt es die Möglichkeit, an einem der Stände etwas zu basteln oder auszuprobieren. An allen zehn Tagen erzählt Elain Morgain mit Hilfe ihrer Harfe keltische Märchen im Schlosshof. Im Märchenwagen zeigt die Laterna Magica mit Einbruch der Dunkelheit Grimmsche Märchen für Rotznasen und deren Aufpasser. Und als Höhepunkt eines jeden Tages versprechen die Veranstalter die abendliche Feuershow. Natürlich sorgen die Veranstalter auch bei diesem Markt wieder für Musik, die die verschiedensten Spielleute darbieten: So spielen am ersten Markt-Wochenende das Duo Absolemio, die Spielleute Ralf & Michael und der Gaukler Lautnhals auf. Am zweiten Wochenende erleben die Marktbesucher die Spielleute The Sandsacks, Absolemio und den Gaukler Tamino. Aber auch an allen Wochentagen werden Spielleute auf dem Gelände unterwegs sein und die Besucher mit ihren Moritaten und Lieder erfreuen. Der Eintritt kostet wie im Vorjahr an den Wochenenden 5 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen 3 Euro; von Montag bis Donnerstag liegt der Eintritt bei 3 Euro beziehungsweise 2 Euro für Kinder. Es gibt keinen Ticketvorverkauf. Freien Eintritt haben Kinder im Vorschulalter. Hunde an der Leine sind erlaubt. Einzelheiten zum Programm sind auf der Homepage www.mittelalter-advent.de zu finden.

Nun dreht es sich an der Jugendverkehrsschule

Neue Heimat für ein altes Stadtwappen

Neue Heimat für ein altes Stadtwappen: Mitglieder der Verkehrswacht W-E, Mondritter und die beiden Stifter des Wappens: 4. und 5. v.l. Frank und Ralf Scheffer.

Als Herne noch Herne war, bekam die Stadt im Jahr 1954 steinerne Stadtwappen, die die Eingänge in die Stadt markierten. Abgesegnet vom damaligen Hauptausschuss – aus Gründen der Stadtwerbung – wurden davon rund zehn Stück nach Entwürfen des Herner Künstlers Hermann Gesing angefertigt und aufgestellt. Pro Stein kostete es damals die Stadt 470 DM. Als im Jahr 1975 die NRW-Gebietsreform den Zusammenschluss der Städte Wanne-Eickel und Herne vorgab, das Wappen und auch die Stadtgrenzen sich veränderten, verloren die Steine ihre eigentliche Funktion und verschwanden aus dem Blickwinkel. Nach nunmehr 47 Jahren sind jetzt vereinzelte Stein wieder aufgetaucht und über die Gruppe „Herne von damals bis heute“ dem digitalen Geschichtsbuch für Herne und Wanne-Eickel entstand ein Kontakt zu den Mondrittern. Ritter Horst Schröder: „Der Besitzer eines Stadtwappens fragte, ob wir Interesses an einen Stein hätten und versicherte uns, dass der Stein noch in einem guten Zustand sei. Daraufhin haben wir ihn uns angesehen, ihn für gut befunden und den Transport organisiert.“ Ein möglicher Standpunkt war schnell gefunden: Das Gelände der neuen Jugendverkehrsschule. Die Mondritter nahmen Kontakt mit der Verkehrswacht Wanne-Eickel auf, die das Gelände betreut. Nachdem die Verantwortlichen ihre Zustimmung gegeben hatten, schritten die Ritter zur Tat und bereiteten den neuen Standplatz – eine gut sichtbare Ecke des Verkehrsübungsplatzes – vor. Nach allen abgeschlossenen Arbeiten wurde das steinerne Wappen, das jetzt auf einem drehbaren Untersatz steht, am Donnerstag (1.12.2022) offiziell vorgestellt und Ritter Horst Schröder erzählt mit einem Augenzwinkern: „Im Vorfeld haben wir das Wappen zu einem Restaurator gebracht, da der Stein ja schön werden sollte, die Patina aber, die sollte erhalten bleiben." Und somit zog er das Tuch, das den Stein bis dahin verhüllte ab – aber das Wappen war fort. Ein kleiner Scherz am Rande, zeigte es doch die freie Rückseite des Steins. Das damalige Herner Stadtwappen ziert nach wie vor eine Seite des Steins. Allerdings haben sich die Mondritter ein kleines Gimmick einfallen lassen und ein Wappen der Stadt Wanne-Eickel anfertigen lassen, das nun die leere Seite des Steins ziert. Schröder dazu: „Wir haben den Platz sozusagen verdoppelt: Die Kids können nun, da der Stein ja drehbar ist, in Wanne-Eickel und in Herne die Verkehrsregeln üben.“ Auch Stadtarchivar Jürgen Hagen findet die Idee großartig: „Hier haben wir jetzt doch ein Stück Stadtgeschichte, das im öffentlichen Raum steht, was greifbar ist und was sicherlich auch die Kinder, die hier üben, neugierig macht.“ Sein Tipp ist allerdings: „Sie sollten sich den Stein doch lieber anschauen, bevor sie das Fahren üben, denn es gibt einen Bericht aus dem Jahr 1971, darin steht, dass ein Stein, der an der Stadtgrenze zu Bochum stand von einem Autofahrer umgefahren wurde und ersetzt werden musste.“ Möglich gemacht haben dies alles die Brüder Ralf und Frank Scheffer, die bei dem Termin am Donnerstag auch anwesend waren. Sie erzählen: „Unser Vater war technischer Angestellter bei der Stadt Herne und als die Steine abmontiert wurden und alle auf einem Schuttberg lagen, da dachte er sich, dass es zu schade sei, die Steine zu zerschreddern. Also hat er sich den besten ausgesucht, der fortan in unserem Garten stand.“ Dort stand er lange und gut. Als der Vater starb und das Haus verkauft wurde, wollten die Brüder, dass der Stein eine dauerhafte Bleibe bekommt, begaben sich in die Gruppe 'Herne von damals bis heute' und nahmen Kontakt zu den Mondrittern auf.

Das Ehepaar Lindsay überträgt Flipper-Turniere bei Twitch

Mit Pinball-Streams Spenden sammeln

Haben ein seltenes Hobby mit Flippern: Dina (re.) und Jim Lindsay übertragen mit der Technik auf dem Tisch über Twitch Pinball-Turniere und Meisterschaften. Zusammen haben sie eine Spendenaktion für das Lukas-Hospiz und das Palliativnetzwerk ins Leben gerufen und werden die Summe verdoppeln.

Sie blinken in vielen verschiedenen Farben, haben meist Filmszenerien zum Vorbild, geben Töne von sich und um den Kugeln zu folgen und diese auch zu treffen, braucht man schon flinke Augen und Finger. Die Rede ist von Flippertischen, auch bekannt als Pinball. Früher standen sie oft in Kneipen, heutzutage sind sie entweder bei Sammlern zu Hause, in speziellen Museen, Jugendeinrichtungen oder in manchen Spielhallen zu finden, in denen kein Geld eingesetzt wird. Doch es gibt auch eine Community, die damit Turniere veranstaltet und Flippermeisterschaften austrägt - dank zweier Herner werden diese sogar im Internet übertragen. Diese beiden Personen sind Dina Lindsay und ihr Mann Jim. Sie sind ebenfalls Fans vom kompetitiven Pinball. Die beiden kamen eher zufällig zu diesem Hobby - einen Anteil daran hat die britische Band „The Who“, die 1969 den Song „Pinball Wizard“ veröffentlichte. „Irgendwann haben wir Lust aufs Flippern bekommen und haben dann regelmäßig an Turnieren teilgenommen“, erzählt Dina Lindsay im Gespräch mit halloherne. Über den Verein „Freeplay.Ruhr“ in Herten ging das schließlich soweit, dass auch internationale Turniere auf dem Plan standen. „Dann kam uns die Idee, über die Streamingplattform Twitch die Spiele zu übertragen. Am Anfang war das noch nicht so ausgereift, aber mit der Zeit hatten wir bessere Technik und mehr Möglichkeiten. So wurden wir immer bekannter und hatten Zuschauer aus der ganzen Welt“, erläutert die 39-Jährige. So kam es auch dazu, dass die International Flipper Pinball Association (IFPA) mit Sitz in Chicago in den USA anfragte, ob die Lindsays die Weltmeisterschaft 2019 in Italien übertragen möchten - sie wollten. „Das war dann ein ganz besonderes Erlebnis, im Finale hatten wir viele Zuschauer. Aktuell haben wir rund 1.600 Abonnenten bei Twitch und über 1.100 bei YouTube.“ Seitdem sind die beiden Herner in Europa unterwegs und geben so die Möglichkeit, von zu Hause aus die spannenden Partien zu verfolgen. Die Turniere laufen (verkürzt gesagt) so ab: Man hat drei Bälle nacheinander zur Verfügung, gespielt wird im Modus Head-to-head, es gibt jeweils eine bestimmte Anzahl an Runden, dazu werden verschiedene Geräte, also Flipper, genutzt. Die gesammelten Punkte entscheiden über Sieg oder Niederlage. Das genaue Regelwerk kann man auch auf der IFPA-Seite nachlesen. „Die Vorbereitung als auch die Nachbereitung bedeuten schon viel Zeitaufwand. Als Gegenleistung müssen wir aber die Turniergebühren, meist so 50 Euro pro Tag, nicht bezahlen. Ab und zu ist auch mal die Verpflegung und die Unterkunft mit dabei“, berichtet Dina Lindsay, die im Maschinenbau für Bergbau arbeitet. Mitte November ging es zu den Dutch Open im niederländischen Flipper-Museum in Rotterdam. Jedoch stehen beim Ehepaar auf jeden Fall der Spaß und das Hobby im Vordergrund, nicht etwa die Bezahlung. Das macht auch eine andere Aktion deutlich. „Im September 2022 ist meine Mutter an einer Krebserkrankung gestorben. In den drei Monaten zuvor wurde sie vom Palliativnetzwerk betreut und hat die letzte Woche ihres Lebens im Lukas-Hospiz verbracht“, sagt die Twitch-Streamerin gegenüber halloherne. „Beide Organisationen haben uns sehr geholfen und leisten grundsätzlich phänomenale Arbeit, also haben wir uns entschieden, im Namen meiner Mutter eine Spendenaktion zugunsten der beiden Vereine zu starten.“ So sind bereits über 2.000 Euro zusammengekommen. „Die absolute Mehrheit von den Spenden stammen von der Pinball-Community weltweit, darunter Australien, ganz Europa bis nach Kanada, und wurden von unseren Twitch-Followern beigesteuert. Wir wollen die Summe aus eigenen Mitteln verdoppeln. Somit bekommen beide Organisationen jeweils 2.000 Euro“, kündigt Lindsay an. Im Dezember 2022 soll das Geld übergeben werden. Bis dahin kann noch unter diesem Link gespendet werden.

'Alle Jahre wieder' – eine Verlosung

Das Rätselbuch zur Weihnachtszeit

Ursula Herrmann stellt das neue Rätselbuch vor: Alle Jahre wieder – das Rätselbuch zur Weihnachatszeit.

Alle Jahre wieder – so lautet der Titel des neuen Rätselbuches von Ursula Herrmann und Wolfgang Berke, das die beiden Wanne-Eickeler Freunde passend zu Weihnachten auf den Markt bringen. Alle Jahre wieder – so könnte allerdings auch der Anfang dieses Artikels lauten, denn Berke und Herrmann, die unter anderem Rätselerfinder sind, können oder wollen es nicht lassen: Gemeinsam haben sie mehr als zehn Rätselbücher auf den Markt gebracht. Zum Beispiel Rätselbücher für die 50er bis 90er Jahrzehnte, je eines für Frankfurt, München, Bremen, Hamburg oder auch das Ruhrgebiet und zudem ein Buch zum Renteneintritt. Nun also haben sie sich der Weihnachtszeit gewidmet. Weihnachten – Plätzchenduft, Kerzenlicht, Weihnachtsbaum, Liedersingen, Bibelgeschichten: Wer kennt sie nicht, die heimischen Bräuche rund ums Fest. In ihrer bekannt amüsanten und kurzweiligen Art fragen die beiden Autoren dieses Wissen ab. Dazu bedienen sie sich neben scharfsinniger Quizfragen, auch Bilder-, Kreuz- oder Silbenrätseln. Das Buch bietet zudem ein Zahlenrätsel mit lustigen Weihnachts-Elchen oder aber auch knifflige Fragen zu Weihnachten in der Literatur, in Liedern oder auch im Film. Wer prüfen will, wie textsicher er bei den Weihnachtsliedern ist, der ist bei dem Liederrätsel 'Jetzt wird mitgesungen' goldkehlenrichtig: Dazu stehen auf der linken Buchseite Liedtitel und auf der rechten Seite haben die Autoren jeweils Textzeilen platziert, die dem richtigen Titel zugeordnet werden müssen. In dem Buch, das wieder im Wartberg Verlag erschienen ist, geht es allerdings nicht nur um heimische Weihnachtsbräuche, die alle Jahre wieder mit einer gewissen Beständigkeit unsere Stuben erfüllen. Nein, Herrmann und Berke haben über den Tellerrand geschaut und fragen das Wissen nach Weihnachten in anderen Ländern ab. So erfahren wir zum Beispiel, dass im Land der Trolle und Elfen der Weihnachtsmann durch 13 wilde Kerle ersetzt wird, dass es Länder gibt, in denen der Heiligabend gänzlich unbekannt ist und dass in Japan Weihnachten kein offizieller Feiertag ist. Und wie immer halten sie in ihren Rätselbücher für alle, die einmal nicht mehr weiter wissen, am Ende des Buches die Lösungen parat. Dazu gibt es quasi als Zückerchen obendrauf interessante Zusatzinformationen. In Zusammenarbeit mit dem Wartberg Verlag verlost halloherne fünf Rätselbücher. Wer an der Verlosung teilnehmen möchte der sollte uns eine Mail schreiben an gewinnen@halloherne.de. Letzter Teilnahmetag ist Dienstag, 6. Dezember 2022, 12 Uhr. Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Ach so, wer mit Weihnachten so gar nichts anfangen kann, für den haben Ursula Herrmann und Wolfgang Berke noch ein frisches Hunde-Rätsel-Buch auf den Markt geworfen, das ebenfalls im Wartberg Verlag erschienen ist. Dabei geht es kreuz und quer durch die rätselhafte Hundewelt. In diesem Buch dreht sich alles rund um den Hund. Es geht um unsere tierischen Stars in Film und Fernsehen, in der Musik, in der Kunst, im Comic, in Redewendungen und Zitaten. Das Rätselbuch zur Weihnachtszeit – Alle Jahre wieder ist im Wartberg Verlag erschienen: 64 Seiten, Broschur, Farb- und S/w-Fotos, 12 Euro, ISBN 978-3-8313-3342-4. Erhältlich überall dort, wo es Bücher gibt. Das Rätselbuch für Hundefans – ist im Wartberg Verlag erschienen: 64 Seiten, Broschur, Farb- und S/w-Fotos, 12 Euro, ISBN 978-3-8313-3343-1. Erhältlich überall dort, wo es Bücher gibt.

'Wanne-Süd leuchtet auf' bietet an 24 Tagen Programm

Nachhaltige Adventsaktionen im Quartier

Vorstellung vom Adventsprogramm "Wanne-Süd leuchtet auf" mit (v.li.) Feline Gerstenberg, Stadtteilkoordinatorin Soziale Stadt Wanne-Süd, Charlotte Doba (Praktikantin Bildungsbüro), Gemeindereferentin Uta Trosien (Pfarrei St. Christophorus), Barbara Kruse (Bildungsbüro), Petra Urban (Quartiersmanagerin des DRK) und Ulrike Gaus (Awo).

Gerade einmal rund sechs Wochen sind die Überlegungen alt, nun steht pünktlich Ende November das Programm: Mehrere Akteure im Stadterneuerungsgebiet „Soziale Stadt Wanne-Süd“ haben umfangreiche Aktionen von Donnerstag, 1. Dezember, bis Heiligabend am Samstag, 24. Dezember 2022, geplant. Unter dem Titel „Wanne-Süd leuchtet auf“ gibt es eine nachhaltige und interkulturelle Adventsaktion im Quartier - zwei Mal gab es bereits Lichterspaziergänge. Mitte Oktober hatte es mit der Bepflanzungsaktion „Wanne-Süd blüht auf“ bereits eine ähnliche Zusammenarbeit gegeben (halloherne berichtete). Beteiligt daran sind das Stadtteilbüro Wanne-Süd, das Bildungsbüro der Stadt Herne, das DRK, die Pfarrei St. Christophorus Wanne-Eickel, die AWO Herne im Unterbezirk Ruhr-Mitte. Die Idee entstand in der Ideenschmiede zum Bundesmodellprojekt „Bildung-Nachhaltigkeit-Kommune“. Alle Kooperationspartner haben sich im Anschluss zusammengesetzt und Programm an 24 Tagen entwickelt - alle betonen die Wichtigkeit der Vernetzung untereinander sowie die gemeinsame Aktion, anstatt mehrerer einzelner Möglichkeiten. So gibt es unter anderem einen Adventsspaziergang, bei denen Müll gesammelt wird, verschiedene Bastelangebote, die auch mit der Natur zu tun haben, mehrere Gottesdienste, ein faires und interkulturelles Frühstück, gemeinsames Singen von Weihnachtsliedern und nachhaltiges Baumschmücken. Auch im noch eher unbekannten Jugendclub „Zum Adler“ ist gemeinsames Basteln angesagt. Zudem sind die evangelischen Gemeinde sowie die afrikanische Gemeinde mit im Boot. Das komplette Programm ist auf Plakaten gedruckt, die an verschiedenen Stellen in Wanne-Süd hängen, sowie online unter diesem Link und als PDF verfügbar. „Alles soll die Begegnung untereinander fördern“, sagt Barbara Kruse vom Bildungsbüro. „Ein Highlight ist eine Art gemeinsamer Abschluss am Mittwoch, 21. Dezember 2022. Hier treffen wir uns am Tauschschrank am Sportpark Eickel und schmücken die Tannenbäume - die Utensilien dazu hat Entsorgung Herne gesammelt. Zudem gibt es noch kleine Preise für die richtigen Lösungssätze vom Rätsel.“ Das sieht so aus: An sieben Einrichtungen hängt jeweils ein gelbes Sternplakat mit einer Silbe und einer Zahl. Wenn man die Silben sammelt und in die richtige Reihenfolge bringt, ergeben sie die Lösung. „So können Familien zum Beispiel im Quartier spazieren gehen und dabei das Rätsel lösen“, sagt Kruse. „Insgesamt kommen wir bei den Aktionen in eine Diskussion über Nachhaltigkeit.“ 2019 habe es die erste „Wanne-Süd leuchtet auf"-Aktion gegeben, nun sei alles deutlich größer geplant, teilt Petra Urban, Quartiersmanagerin vom DRK, mit. Ulrike Gaus von der AWO fügt hinzu: "Jeden Tag wird etwas geboten.“ Feline Gerstenberg, Stadtteilkoordinatorin Soziale Stadt Wanne-Süd, ergänzt: „16 Institutionen sind nun dabei, das bedeutet, es wird sehr vielfältig - so haben es sich auch die Bürger gewünscht. Über eine digitale Karte von Google Maps, die per QR-Code abrufbar ist, sieht man alle Standorte.“ Anmeldungen sind vereinzelt notwendig, beispielsweise für das Basteln mit Familien im Gemeindezentrum am Freitag, 2. Dezember 2022, von 15:30 bis 17:30 Uhr (Mail an christina.beckmann@web.de) und das Adventsfrühstück am Samstag, 3. Dezember 2022, von 9 bis 12 Uhr im DRK Quartiersbüro, Hauptstraße 166 (Mail an p.urban@drk-herne.de). Die allermeisten Veranstaltungen sind kostenlos, ansonsten sind geringe Unkostenbeiträge zu zahlen. Kontakt bei Fragen: Stadtteilbüro unter Tel 0163 5656 534 und das Bildungsbüro unter Tel 02323 16 3316.

Rat lehnt wie erwartet Bürgerbegehren zum Hallenbad ab

Bürgerentscheid wahrscheinlich im Februar

Es kommt zu einem Bürgerentscheid über das Hallenbad Eickel: Soll der Ratsbeschluss aufgehoben werden oder nicht?

Es fehlte eigentlich nur noch die formale Bestätigung. Wie erwartet, kommt es in Herne zu einem Bürgerentscheid (halloherne berichtete). Der Rat der Stadt Herne stimmte am Dienstagnachmittag (29.11.2022) mit 57 Ja-Stimmen dafür, den Ratsbeschluss aus März 2022 (halloherne berichtete) nicht aufzuheben. Die Aufhebung war das erklärte Ziel der Bürgerinitiative (BI) Wiederinbetriebnahme Hallenbad Eickel, die dafür über 6.900 Unterschriften gesammelt hatte. Damit sollen nun die Herner darüber abstimmen, ob das Hallenbad stehen bleibt oder abgerissen wird, um dann mit dem Geld eines Investors ein Wohn- und Geschäftshaus samt Lehrschwimmbecken zu errichten. Stehen bleiben bedeutet jedoch nach Ansicht der Politik und Verwaltung: Die „Bauruine“ bliebe weiter ungenutzt, marode und würde leer stehen und so neue Schwimmflächen blockieren. Die BI bekam in Person von Horst Schröder, Susanne Adami und Architekt Jürgen Köhne im Vorfeld der Abstimmung im Rat noch Rederecht, um ihre Positionen zu untermauern. Schröder beklagte fehlenden Respekt, unterstellte Arroganz und Ignoranz und sah in den verschiedenen Ausschüssen und im 'Arbeitskreis Schwimmen' nur Gleichgesinnte der Politik, die keine andere Meinung zulassen. Köhne sagte, dass es keine wirklichen Gespräche gegeben habe und die BI sich nicht ernst genommen fühle, außerdem gäbe es noch die Möglichkeit mit Hilfe eines Investors das Bad zu sanieren. „Nicht reden kostet nun 500.000 Euro“, hielt der Architekt fest und meinte damit die Kosten, die mit einem Bürgerentscheid verbunden sind, da dieser wie eine Wahl abläuft und das gleiche Prozedere bedeutet. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda entschuldigte sich für möglichen fehlenden Respekt, merkte aber auch an, dass die Verwaltung sich an die Gemeindeordnung und entsprechende Regeln halten müsse. In den Redebeiträgen der Stadtverordneten war die Meinung größtenteils eindeutig. SPD-Fraktionschef Udo Sobieski: „Wir gratulieren der BI zu über 6.900 Unterschriften, aber die Politik hat nun mal eine andere Meinung.“ CDU-Fraktionschef Timon Radicke wurde noch deutlicher: „Es kostet uns hier alles Zeit, Geld und Fortschritt. Vor allem muss jedem Bürger klar sein, der beim Entscheid die BI unterstützt, dass dort dann trotzdem nichts saniert wird.“ Es gäbe laut Radicke keine Fördermittel, noch hätte die Stadt genügend Eigenmittel. Außerdem hätte die Bezirksregierung Arnsberg ein Veto-Papier quasi versandfertig in der Schublade liegen. Klaudia Scholz von den Linken zeigte in ihrem Redebeitrag Unterstützung für die BI, Lars Wind (Piraten) merkte an, dass bereits seit März wertvolle Zeit verstrichen ist und der Bürgerentscheid auch damals schon hätte kommen können (und im Nachhinein wohl auch müssen). Fabian May (Grüne) attestierte der BI, dass die Themen Schwimmflächen und Hallenbad durch ihre Arbeit in den Fokus gerückt wären. „Wir haben alle das gleiche Ziel: Kinder müssen mehr Möglichkeiten haben, Schwimmen zu lernen.“ Dafür könnte man die BI dann auch an einen Tisch holen, wenn mit einem Investor gesprochen wird. Nachdem die Abstimmung wie erwartet eindeutig war, erläuterte OB Dudda das weitere Vorgehen: „Nun wird der Bürgerentscheid vorbereitet, das benötigt aber Zeit. Innerhalb von drei Monaten muss er stattfinden, diese Zeit werden wir wohl auch ausschöpfen müssen.“ Vor Februar 2023 rechnet er nicht mit einem Termin, da nun Wahlvorstände, Wahlhelfer und alles weitere erst organisiert werden müsse. Nähere Infos will er bei der nächsten Ratssitzung am Dienstag, 13. Dezember 2022, mitteilen. Und die BI? Nach längerer Beratung teilte sie folgendes Statement mit: „Die Sitzung war lebhaft und von großer Unkenntnis geprägt. Wünschenswert wäre eine Vertagung gewesen, um der BI einen Kompromissweg zu eröffnen. Durch den Ratsbeschluss ist der Bürgerentscheid zwingend geworden und die damit verbundenen Kosten von circa 500.000 Euro müssen von der Stadt erbracht werden. Das hätte Oberbürgermeister Dudda Kraft seines Amtes verhindern können.“ Weiter heißt es: „Der BI sind somit die Hände gebunden, einen Kompromissvorschlag auszuarbeiten. Auch der klare Hinweis, das für die Sanierung des Bades auch ein Investor tätig werden kann, fand keine Beachtung.“

Ausstellung '1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland' startet

'Vielfältig, divers und lebendig'

Dr. Michael Rosenkranz erklärt OB Dr. Dudda, welchen Zweck die verschiedenen Gegenstände in der jüdischen Kultur und Religion haben.

„Die jüdische Kultur prägt in Deutschland schon sehr lange unsere Geschichte und Kultur maßgeblich mit und wird noch Generationen nach uns prägen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ der Zeitbild-Stiftung. Und genau das wollen die Verantwortlichen der Ausstellung. Sie wollen zeigen, wie divers, vielfältig und lebendig das jüdische Leben in Deutschland war und auch heute noch ist. Zusätzlich zur Ausstellung bietet die vhs Herne ein umfangreiches Begleitprogramm an, um noch tiefer in die Geschichte des jüdischen Lebens eintauchen zu können. Dies geschehe in Kooperation mit der jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen, dem Emschertal-Museum, dem Eine-Welt-Zentrum, der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv. Die Ausstellung ist von Mittwoch, 30. November 2022, bis Dienstag, 31. Januar 2023, in der vhs im Kulturzentrum zu sehen. „Wir freuen uns, dass wir die Ausstellung nun zeigen können. Eigentlich sollte die Ausstellung schon im vergangenen Herbst laufen, aber Corona-bedingt mussten wir sie auf 2022 verschieben. Es ist uns ein Anliegen, dass die Besucher der Ausstellung einen Einblick in das jüdische Leben bekommen", so vhs-Leiterin Heike Bandholz. Als Teil der bundesweiten Ausstellung werden 20 Plakate gezeigt, durch die verschiedene Persönlichkeiten aus Kultur, Film, Fernsehen, Politik, aber auch unbekannte Personen, zu Wort kommen und erläutern, was für sie 'jüdisch sein' bedeutet. Unter anderem finden sich dort Statements von Charlotte Knobloch, dem Schauspieler Daniel Donskoy, des Rappers Ben Salomo oder auch von Schaupielerin Susan Sideropoulos wieder. Ebenso finden sich in der Ausstellung auch konkrete Bezüge und Geschichten zum jüdischen Leben in Herne wieder. Neben einem Miniaturnachbau der jüdischen Synagoge in Herne, gibt es auch alles Wissenswerte rund um die Geschichte der jüdischen Mitbürger in Herne. So gehen erste Nachweise über jüdisches Leben auf das Jahr 1748 zurück. „Es gibt unter anderem einen Torbalken in Alt-Crange, der einen hebräischen Segensspruch beinhalte, der in diese Zeit zu datieren ist", so Jürgen Hagen vom Stadtarchiv. Außerdem möchte die Ausstellung für den Umgang mit Antisemitismus sensibilisieren. „Wir haben mit dieser Ausstellung kulturhistorisch einen wertvollen Beitrag. Es geht bei dieser Ausstellung auch um persönliche Perspektiven und Toleranz, Diversität sowie Miteinander", machte OB Dr. Dudda deutlich. Auch erinnerte er an das rauer werdende Klima innerhalb der Gesellschaft. „Bei uns in der Stadt gab es zuletzt rechtsradikale und antisemitische Parolen an einer Kirche (halloherne berichtete). Das ist etwas, was wir nicht dulden. Wir müssen miteinander so umgehen, wie wir es in unseren Familien gewohnt sind. So miteinander diskutieren, dass wir wieder zueinanderfinden können", so der OB weiter. Dr. Michael Rosenkranz, Vorsitzender des Gemeinderates der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen, ergänzte: „Wenn wir Vorurteile und verrückte Gedanken über andere in den Köpfen haben, haben wir meist keine Ahnung von der Kultur oder der Religion der anderen." Rosenkranz zeigte sich deshalb erfreut, dass die Besucher so einen Einblick über das alltägliche jüdische Leben und die Geschichte erfahren können. „Heute, wo es kaum noch Juden gibt, wird mit ihnen meist nur noch die Shoah verbunden, aber dabei gab und gibt es immer schon jüdisches Leben. Wir sind der vhs Herne sehr dankbar und hoffen, dass es Gleiches auch für viele andere Kulturen noch geben wird", sagte der Vorsitzende des Gemeinderates der Jüdischen Gemeinde. Ferner erinnerte er ebenfalls daran, dass auch Geflüchtete es immer mehr mit Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit zu tun bekommen. So machte er deutlich: „Alle Zuwanderer, die in eine Stadt kommen, haben dieser immer etwas zu geben." Um den Besuchern die jüdische Kultur näher zu bringen, hat er auch gleich einiges aus seinem privaten Besitz der Ausstellung zur Verfügung gestellt. So brachte er beispielsweise Gebetsriemen und auch einen Gebetsmantel, die fürs Morgengebet verwendet werden, für die Ausstellung mit. Die Ausstellung ist noch bis Dienstag, 31. Januar 2023, in der vhs im Kulturzentrum von montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr zu sehen. Hier geht es zum Begleitprogramm der vhs.

Stand 19:30 Uhr: Alle Sperrungen werden aufgehoben

Bombe 'Am Westbach' entschärft

An der Straße "Am Westbach" wurde im Bereich der Hausnummern 1 bis 3 ein Blindgänger entdeckt, der entschärft wird.

Stadtsprecherin Anja Gladisch teilt mit, dass die Bombe erfolgreich entschärft wurde. Alle Sperrungen werden aufgehoben, die Bewohner können zurück in ihre Wohnungen. Die Menschen, die innerhalb des Sperrbereichs um den Fundort des Blindgängers, Am Westbach, ihre Häuser und Wohnungen haben, haben diese nun verlassen. Nun wird mit der Entschärfung des Kampfmittels begonnen, teilte die Stadt um 18:30 Uhr mit. Stadtsprecherin Anja Gladisch teilt mit, dass weiter die Evakuierung läuft. „Wir appellieren an die Anwohner in der Sperrzone, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Sonst muss der Kommunale Ordnungsdienst kommen“, sagt Gladisch. 80 Bewohner hätten sich bereits in der Kolibri-Schule eingefunden. Erst wenn alle Bewohner aus dem Sperrbereich sind, kann die Entschärfung starten. Bei einer Bohrlochdetektion ist am Dienstag (29.11.2022) im Bereich der Straße Am Westbach 1 bis 3 ein Blindgänger entdeckt worden, teilte die Stadt gegen 14 Uhr mit. Die 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg soll im Laufe des Nachmittags entschärft werden. Etwa 1.500 Menschen müssen für die Entschärfung evakuiert werden. Die Evakuierung beginnt um 14:30 Uhr. Für Personen, die für die Dauer der Sperrmaßnahme keinen anderen Aufenthalt wissen, wird die Stadt Herne eine Anlaufstelle in der Kolibri-Schule, Jean-Vogel-Straße 36, einrichten. Unter der Rufnummer 0 23 23 / 16 - 93 20 hat die Stadt Herne eine Hotline geschaltet. Die Entschärfung beginnt, sobald die Anwohner den Sperrbereich verlassen haben. Eine zeitliche Prognose dazu, bis wann die Entschärfung und damit die Sperrmaßnahme dauert, ist nicht möglich. Der Sperrbereich ist in dieser PDF auf einer Karte eingezeichnet. Die Stadt Herne informiert fortlaufend auf www.herne.de und https://www.facebook.com/herne.de/ sowie per Pressemitteilung sobald es neue Entwicklungen gibt. halloherne wird ebenfalls über alle Neuigkeiten informieren.

Stadt wird Host Town für Delegation

Special Olympics kommen nach Herne

Freuen sich auf die Special Olympics: (v.l.) Kasangana Kalenda, Miriana Palermo, Blindenführhündin Xelies, Gabriele Cypel und Kerstin Fischer-Friedhoff.

1968 wurden die Special Olympics World Games von Eunice Kennedy-Shriver, der Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, ins Leben gerufen. Mittlerweile sei es die größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Mehr als fünf Millionen Athleten aus 174 Ländern gehören nun zur schon zur Sportbewegung. Im Jahr 2023 wird Berlin vom 17. bis 25. Juni der Austragungssort der Special Olympics World Games. Mehrere tausend Teilnehmer treten in 26 Sportarten gegeneinander an. Herne wird ebenfalls in Kooperation mit Castrop-Rauxel Host Town für eine Delegation werden. 50 Teilnehmer aus dem Irak werden in Herne beheimatet werden. Vor dem Hintergrund des nahenden Tages der Menschen mit Behinderung am Samstag, 3. Dezember 2022, wurden die Pläne für die Special Olympics am Montag (28.11.2022) in einem Pressegespräch vorgestellt. „Uns ist es wichtig, dass wir diesen Tag nutzen, um an die Wichtigkeit der Teilhabe-Chancen für Menschen mit Behinderung zu erinnern. Zum 3. Dezember machen wir immer besondere Aktionen - umso schöner, dass wir in diesem Jahr über die Special Olympics und Hernes Beteiligung als Host Town informieren können“, berichtete Kerstin Fischer-Friedhoff, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Soziales. Die Inklusionsbeauftragte Gabriele Cypel ergänzte: „Sport lebt von der Vielfalt und wir freuen uns, dass wir als Host Town der 50-köpfigen irakischen Delegation ausgelost wurden. Die Spiele sollen zu einer nachhaltigen inklusiven Gesellschaft beitragen." Die Delegation werde von Montag bis Donnerstag, 12. bis 15. Juni 2023, im B&B-Hotel untergebracht. Die Athleten sollen sich in ihrer Host Town akklimatisieren und auf die Spiele vorbereiten. So seien durch die Athleten auch viele verschiedene Sportarten wie Beachvolleyball, Radsport, Leichtathletik, Schwimmen, Badminton, Tischtennis, Bowling, Basketball, Kraftdreikampf oder auch Boccia vertreten. Ende Oktober gab es das erste Kennenlernen mit der irakischen Delegation. „Damit wir überhaupt ausgewählt werden konnten, haben wir uns mit einem Motivationsschreiben um eine Delegation bemüht. Auch Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda sowie Sozial- und Gesundheitsdezernent Johannes Chudziak befürworteten das Projekt sehr", so Cybel weiter. So wurde Herne nun in Kooperation mit Castrop-Rauxel als eine der 216 Host Towns ausgewählt. Für die Delegation habe man sich ein Besuchsprogamm überlegt. Von einer Stadttour bis zu einem Musikabend sei einiges dabei. Am Dienstag, 13. Juni 2023, werde es abends ins AGORA-Center nach Castrop-Rauxel gehen. Dort erwartet die Teilnehmer ein inklusiver Musikact. So wird auch Kasangana Kalenda, Pflegeassistent von Miriana Palermo, die im Fachbereich Soziales arbeitet, auftreten. „Mein Bruder und ich werden eine HipHop-Performance zeigen", so Kalenda. „Uns ist es wichtig, nicht über Menschen mit Behinderung zu sprechen, sondern mit ihnen und zu schauen, wie wir ihre Teilhabe stärken können. Durch meine eigene Behinderung bin ich sehr stark involviert", so Miriana Palermo vom Fachbereich Soziales. So war sie beispielsweise maßgeblich an der bundesweiten Kampagne Assistenzhund Willkommen beteiligt, bei der 70 Herner Einrichtungen als Assistenzhund-freundlich zertifiziert wurden. Ebenso gebe es in diesem Jahr wieder den digitalen Adventskalender der Stadt Herne, den das Inklusionsbüro und die Seniorenberatungsstelle gemeinsam kreiert haben. Hier gibt es am Dienstag, 6. Dezember 2022, eine besondere Verlosung. Aber auch die Leser dieses Artikels können etwas gewinnen. Das Inklusionsbüro veranstaltet anlässlich des Tages der Menschen mit Behinderung und der Special Olympics am Montag, 5. Dezember 2022, ein Gewinnspiel. Wer nun aufmerksam gelesen hat, kann sicherlich leicht folgende Frage beantworten: Die Delegation welchen Landes kommt nach Herne? Wer die Antwort weiß, kann am Montag, 5. Dezember 2022, in der Zeit von 10 bis 11 Uhr unter Tel 02323/16 3243 die richtige Lösung nennen und eine kleine Überraschung passend zu den Special Olympics gewinnen. Die ersten zehn Anrufer gewinnen. halloherne wünscht den Teilnehmern viel Glück.

SPD und CDU werben für Investorenmodell und Neubau

Hallenbad Eickel: Bürgerentscheid kommt

Wie geht es mit dem Hallenbad Eickel weiter? Es wird zu einem Bürgerentscheid kommen.

Die Zukunft des Hallenbad Eickels ist weiter ungeklärt - dafür ist aber der nächste Schritt sicher, noch bevor final darüber entschieden ist: Es wird zu einem Bürgerentscheid kommen. Am Dienstag, 29. November 2022, entscheidet der Rat der Stadt über das Bürgerbegehren der 'Bürgerinitiative (BI) Wiederinbetriebnahme Hallenbad Eickel', welches sich gegen den Ratsbeschluss von März 2022 richtet. Damit soll das Hallenbad abgerissen und mit Hilfe eines Investors ein Wohnhaus samt Lehrschwimmbecken, ggf. noch mit Geschäftsräumen, errichtet werden (halloherne berichtete und berichtete). Über 6.900 gültige Unterschriften wurden gesammelt, knapp 1.000 weniger waren nötig. Seit Montag (28.11.2022) ist klar: Die Mehrheit des Rates wird das Bürgerbegehren ablehnen. Das kündigten die Fraktionen der SPD sowie CDU bei einem Pressegespräch an. Das bedeutet: Innerhalb von drei Monaten ist ein Bürgerentscheid notwendig. Dieser läuft ab wie eine herkömmliche Wahl, kostet die Stadt aber deshalb auch rund 500.000 Euro. Das liebe Geld ist auch dauerhaft in den Gesprächen und Standpunkten der BI sowie der Verwaltung ein Thema. Die BI sagt, eine Renovierung sowie energetische Sanierung wäre nicht so teuer (einstelliger Millionenbereich), außerdem gäbe es Fördermittel. Die Verwaltung um Kämmerer Hans Werner Klee rechnete mehrmals einen immensen Betrag um die 20 Millionen Euro vor, von einem wirtschaftlichen Totalschaden war zu hören, zudem wären keine Fördermittel verfügbar (halloherne berichtete und berichtete). Nun schließt sich die rot-schwarze Ratskoalition also der Meinung der Verwaltung an, nachdem dem ersten Bürgerbegehren noch zugestimmt wurde. Einstimmige Meinung der beiden Fraktionschefs Udo Sobieski (SPD) sowie Timon Radicke (CDU) und der Herner Parteivorsitzenden Hendrik Bollmann (SPD) und Christoph Bussmann (CDU): Ein Stillstand in der Ruine soll verhindert werden, vielmehr sollen neue Wasserflächen entstehen, damit wieder mehr Kinder Schwimmen lernen können. „Die Stadt schafft es finanziell nicht aus eigener Kraft, daher ist das Investorenmodell die einzig sinnvolle Lösung. Ein Neubau wäre auch eine Aufwertung des Stadtbezirks, zudem ist die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV sehr gut“, findet Sobieski. Radicke schließt an: „Wir wollen deutlich machen, dass der Bürger die Wahl haben wird und wir akzeptieren auch den Ausgang. Allerdings vertreten wir unsere Meinung, dass das Bürgerbegehren nun ein Rückschritt ist und eine sinnvolle Fortführung verhindert.“ Dies habe auch mit den gestiegenen Baukosten sowie Zinsen zu tun - je länger man mit einem möglichen Neubau warten würde, desto teurer wäre es am Ende. „Wir positionieren uns daher gegen den Erhalt und die Nostalgie, aber für einen Neubau und damit neue Wasserflächen.“ Christoph Bussmann merkte an, dass von der Bezirksregierung Arnsberg keine große finanzielle Unterstützung zu erwarten sei. „Die Bürger müssen sich daher entscheiden: Wollen sie neue Schwimmflächen oder eine Bauruine?“, fragt der Herner CDU-Vorsitzende. Beide Parteien wollen aktiv auf die Bürger zugehen und ihre Standpunkte sowie Argumente in einer Art Wahlkampf untermauern. Hendrik Bollmann ergänzt: „Es ist gut, dass es einen Bürgerentscheid gibt, denn das ist ein demokratischer Weg. Trotzdem ist das Investorenmodell die wahrscheinlichste Option, alles andere wird Arnsberg nicht akzeptieren. Auch aus sportpolitischer Sicht ist es wichtig, dass neue Wasserflächen entstehen.“ Ein Neubau sei zudem auch ökologischer als eine Bestandsimmobilie zu sanieren. Dabei, so merkt Bollmann an, sei noch gar nicht genau klar, wie der Neubau am Ende aussehen würde, das müsse noch geplant werden und hänge auch vom Investor ab. Denkbar wäre ein Doppel-Lehrschwimmbecken, welches allerdings bis auf eine Länge zwischen zwölf und 16 Metern gar nicht vordefiniert wäre. Möglich sei auch ein höhenverstellbarer Hubboden, um Sportabzeichen oder Schwimmkurse für erfahrene Schwimmer abhalten zu können. Eine Konkurrenz zum Wananas oder Südpool soll aber nicht entstehen - im Fokus soll vor allem das Schwimmen lernen stehen. Alle sind sich einig, dass, nachdem schon so viel Zeit verstrichen ist, nun Entscheidungen her müssen. „Unsere Standpunkte sind rational politisch überlegt. Es ist auch völlig in Ordnung, dass ein Teil der Bürger andere Ideen entwickelt hat. Daher wird es auch nicht einfach, die Unterstützer der BI von einer Ablehnung des Bürgerentscheids zu überzeugen“, sagt Udo Sobieski. Klar ist, dass zehn Prozent der Wahlberechtigten abstimmen müssen, damit das notwendige Quorum erreicht wird - schätzungsweise rund 13.000 Herner müssen demnach den Weg an die Wahlurne finden. „Wir wollen die Menschen vom – aus unserer Sicht – richtigen Weg überzeugen.“ Die BI dagegen hatte zuletzt im Arbeitskreis „Schwimmen lernen in Herne“ erneut dafür geworben, dass das Hallenbad saniert werden könne. Ebenso hält sie daran fest, dass die Schließung des Hallenbads aufgrund des Wananas-Neubaus zu einer Verschlechterung der Trainingsbedingungen für Vereine gesorgt und die Schwimmausbildung darunter gelitten hätte. Letztlich bleibt immer noch der Ratsbeschluss aus dem Jahr 2012 - damals wurde festgelegt, dass das Hallenbad trocken bleibt. Mit der kleinen Ausnahme als Übergangslösung blieb es auch seit 2016 dabei. Auf diesen Beschluss verweist die Stadtverwaltung regelmäßig. Man darf gespannt sein, wie die Diskussionen zum Tagesordnungspunkt im Rat ablaufen.

Veranstaltung zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember

'Gegen das Stigma'

Am 1. Dezember 2022 ist Welt-Aids-Tag.

Seit mehr als 34 Jahren wird jährlich weltweit am 1. Dezember an die Menschen, die an den Folgen von Aids verstorben sind, gedacht und sich dafür eingesetzt, noch bestehende Vorurteile abzubauen. Ebenso wird dieser Tag zur Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Wie jedes Jahr beteiligt sich auch die Aids-Hilfe Herne mit einer eigenen Veranstaltung an diesem Tag. „Weltweit leben circa 38 Millionen Menschen mit HIV. Wir wollen an diesem Tag ein Zeichen gegen Stigmatisierung setzen und uns für Solidarität mit den Betroffenen stark machen", berichtet die Vorsitzende der Aids-Hilfe Herne, Kristin Pfotenhauer, im Gespräch mit halloherne. So gibt es am Donnerstag, 1. Dezember 2022, von 15 bis 19 Uhr unter dem Motto 'Get together' eine Veranstaltung im Café 22. Sie wird organisiert von der Aids-Hilfe Herne in Kooperation mit zahlreichen weiteren Trägern. Eröffnet wird die Veranstaltung von Hernes 1. Bürgermeister Kai Gera. Die Besucher erwartet neben leckerem Essen und Getränken unter anderem ein Spendenrad und Livemusik mit Sven Pörsch. Dazu gibt es einen Covid-19-Impfbus und einen Trödelmarkt für Winterbekleidung. „Jeder, der möchte, kann sich an diesem Tag noch impfen lassen und außerdem haben wir den Trödelmarkt. Hier können wirklich alle bedürftigen Menschen vorbeikommen und sich eine warme Winterjacke oder Ähnliches abholen", so die Vorsitzende der Aids-Hilfe Herne. Weiter führt sie aus: „Wir freuen uns auf möglichst viele Besucher und wollen im Jahr 2022 gemeinsam ein Zeichen setzen."

Menschen-, Pflanzen- und Tierfreund

'Ein Baum für Jupp'

Eine Stele und eine Flügelnuss erinnern an das Wirken des Josef Göbbeler im Stadtbezirk Eickel.

Menschen, denen der Name Josef Göbbeler in Eickel nichts sagt, die wird man wohl an einer Hand abzählen können. Jupp, wie ihn alle nannten, war jahrzehntelang der Gartenbaumeister im Stadtbezirk Eickel. 'Sein' Betriebshof befindet sich im Ende des 19. Jahrhunderts angelegten Volksgarten – dem Zentrum seines Schaffens. Am 16. Mai 2022 verstarb der Gartenbaumeister aus Eickel im Alter von 90 Jahren in der Seniorenresidenz Curanum, die in Sichtweite seines Reviers liegt. Am Montag (21.11.2022) wurde für den Gartenbaumeister aus Eickel ein Baum in „seinem“ Park gepflanzt – eine Flügelnuss. Möglich gemacht haben das viele ehemalige Jupp-Mitarbeiter, denen es wichtig war, dass dieser besondere Mensch in Erinnerung bleibt. „Die Flügelnuss wurde ausgewählt, da sie zu den starkwüchsigen Bäumen gehört, sie wird groß und mächtig und wirft viel Schatten und zudem hat Josef Göbbeler sie selber gerne gepflanzt“, erzählt Beate Klumpen im Gespräch mit halloherne. Der jetzige Praxisanleiter auf dem Betriebshof, Uwe Päseler, hat den Pflanz-Plan maßgeblich umgesetzt. Er hat das Geld für den Baum und auch für die Erinnerungs-Stele und das Schild gesammelt. Am Pflanztag selber waren viele seiner ehemaligen Azubis dabei, Beschäftigte von Göbbeler, Vertreter des Vereins Pro-Park und auch Mitglieder der Kath. Gemeinde St. Barbara, dort hat er fast bis zum Schluss den Blumenschmuck für die Kirche hergerichtet. „Vorübergebeugter Gang, einen Hut auf dem Kopf, Schal oder Halstuch um, eine Wetterjacke an und dazu seine geliebte Zigarillo im Mundwinkel – so kannte man ihn, wenn er über seinen Betriebshof ging, um nach dem Rechten zu sehen.“ So beschreibt der Autor und Musiker Peter Zontkowski seinen ehemaligen Ausbilder Josef Göbbeler in seiner Rede, die er zur Baumpflanzung vortrug und mit der er das Herz aller Anwesenden erreichte. Zontkowski ist nur einer von vielen Gärtnern, die Jupp, zuständig für die Ausbildung der städtischen Landschaftsgärtner, ausbildete. Im halloherne-Gespräch erinnert er sich: „Ich kam 1985 in Jupps Revier. Zuvor hatte ich schon drei Jahre bei der Stadt als Gärtner (ohne Ausbildung) gearbeitet. Jupp, wurde mein Mentor, packte mich sofort zu den Azubis und verhalf mir so zur Ausbildung und Prüfung." „Mit Jupp zu arbeiten, hieß immer noch dazuzulernen. Jupp war jemand, der Freude daran hatte, sein Wissen weiterzugeben. Dabei machte er keinen Unterschied, zwischen unbekannten Menschen oder seinen Azubis." Hätten ihn Menschen bei Aldi angesprochen, weil ihr Ficus die Blätter verliert, er hätte ihnen einen Rat gegeben. „Hatte man Spaß an der Arbeit, am Pflanz- und Steinarbeiten, Baum- und Staudenbepflanzung bei Nieselregen, Frost oder Sommerhitze, dann war man bei Jupp an der richtigen Adresse.“ Als Jupp mit 65 Jahren in den Ruhestand ging, bedeutete das nicht, Ruhestand im eigentlichen Sinne: Unermüdlich gab er sein Wissen weiter und kümmerte sich um die Azubis. Zontkowski: „Bis zwei Jahre vor seinem Tod unterrichtete er sie noch in Theorie und Pflanzenkunde, dazu lief er durch den Volkspark und erklärte ihnen Bäume und Sträucher. Da er Jahrzehnte im Prüfungswesen der Landwirtschaftskammer NRW aktiv war, wusste er natürlich worauf es ankam." In den 1960er Jahren entstand auf Josef Göbbelers Initiative hin im Volkspark ein Tierpark. Hier fanden Kleintiere ein Zuhause: Kaninchen, Ziegen, Hausschweine, Meerschweinchen, Tauben und Hühner. Als der Tierpark im Jahr 2010 einer Wohnbebauung weichen sollte, nur ein Bürgerbegehren ihn rettete und sich der Verein „Pro Park“ gründete, gehörte Göbbeler zu den ersten Gründungsmitgliedern. Und noch im Jahr 2019 führte er Mitglieder der Kirchengemeinden durch den Stadtteil Eickel oder gab bei der vhs Herne Seminare, wie zum Beispiel: 'Die herbstliche Bodenvorbereitung für den Stadtgärtner'. Im selben Jahr erlitt er einen Oberschenkelhalsbruch und zog ins Curanum Seniorenheim. „Jetzt lebt er im Curanum , direkt an der Ranch (Betriebshof) und immer wenn ich ihn besuchte, traf ich auf einen milden, in sich ruhenden Mann, dessen Augen aufleuchteten, wenn er mich erkannte. Weil ich zuvor durch 'seinen' Park gegangen war, erzählte ich ihm vom Lauf der Natur, von den ersten Knospen oder den sich bunt verfärbenden Blätter und er hörte mir zu.“ Eine Park-Nachbarin erinnert sich im halloherne-Gespräch: „Ich kenne den Park seit Kindertagen und der Herr Göbbeler, der gehörte einfach zum Park. Im hohen Alter von 88 Jahren hat er in unserem Garten noch den Obstbaum beschnitten. Meine Kinder durften an manchen Abenden mit dem Gärtnermeister im Tierpark die Gehege säubern. Der größte Spaß war für sie, dass Herr Göbbeler sie in Begleitung eines Schweins durch den Park nach Hause brachte.“ „Demenz: Irgendwann erreichte ich ihn nicht mehr und die Besuche hatten ihre Leichtigkeit verloren. Ich fuhr in Urlaub an die Schlei. Eine grüne Landschaft, die ihm bestimmt gefallen hätte. – Als ich zurückkam lebte er nicht mehr.“ In den Gesprächen über Josef Göbbeler wunderten sich viele Menschen darüber, dass Josef Göbbeler von städtischer Seite anscheinend vergessen wurde: „Für alle möglichen Menschen wird ein Nachruf von der Stadt verfasst und veröffentlicht. Aber nicht für Herrn Göbbeler. Darüber bin nicht nur ich enttäuscht. Dass ein Mann, der so viel Gutes für den Stadtteil, die Menschen, den Park und die Kleintiere getan hat einfach so verschwindet, das ist nicht richtig.“ „So lange ich denken kann, war Josef Göbbeler im Park. Wir haben ihm ganz viel Gutes zu verdanken. Ohne ihn wäre die Welt in Eickel etwas anders.“ „Jupp hat jedem eine Chance und eine Aufgabe gegeben, auch wenn jemand vom Intellekt nicht für eine Ausbildung geschaffen war.“ „Als ich Josef Göbbeler von einem Freund erzählte, der die Gärtnerprüfung nicht schafft, da er unter extremer Prüfungsangst litt, hat Jupp ihm zu einer Arbeit im Park verholfen.“ „Jupp war der Auffassung, dass es die städtische Aufgabe ist, den Menschen zu einem Job zu verhelfen – ob mit oder ohne Prüfung.“

Zwei Tage im Dezember

2. Altenhöfener Adventsmarkt

Zum 2. Adventsmarkt lädt der Stadtteil Altenhöfen ein (Symbolfoto).

Die SPD OV Altenhöfen und die Bürgerinitiative Süd laden am ersten Wochenende im Dezember zum 2. Altenhöfener Adventsmarkt ein. Am Samstag, 3., ab 14 Uhr, und am Sonntag, 4. Dezember 2022, ab 11 Uhr, wird sich das Gelände rund um das DRK-Haus am Flottmannpark wieder in einen Adventsmarkt verwandeln. Kai Gera, SPD Bürgermeister aus dem Wahlbezirk Altenhöfen: „Nach dem großen Erfolg im Jahre 2019 war für uns Veranstalter – SPD OV ALTenhöfen, DRK Haus, SG Herne 70, die BI Herne Süd und der LMV Veranstaltungsservice – schnell klar, es wird eine Neuauflage dieses Marktes geben. Leider hat Corona uns dann ja zwei Jahre einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir mussten bis zum Jahr 2022 warten.“ Dazu haben die Verantwortlichen nun einen bunten Mix aus Essensangeboten und Dekoartikeln zusammen gestellt. Ebenso werden zahlreiche Institutionen wie zum Beispiel die AWO, der ASB, der Eine Welt Laden, Fairnica und auch Blumen Maylahn die Veranstaltung bereichern. Damit auch alles reibungslos „über die Bühne geht“, dafür sorgt der LMV Veranstaltungsservice. Am zweiten Tag, wird der Markt wieder mit einem ökumenischen Gottesdienst um 11:30 Uhr in der Freimaurer Loge „Eiche auf roter Erde“ eröffnet. An beiden Tagen wird der Nikolaus für die Kinder erwartet. Der gute Mann freut sich über selbstgebastelten Baumschmuck, den er dann an den vor Ort stehenden Weihnachtsbaum hängt, damit die Senioren, wenn sie aus dem Fenster schauen auf einen geschmückten Baum gucken. Für ein musikalisches Programm wird zudem auch gesorgt. Mit dabei sind der Kellerchor (Samstag, 14:10 Uhr), Timo Maiwald (Samstag, Rudelsingen 18 Uhr), Harry L. (Samstag, 19 Uhr). Street Marching Band der Musikschule Herne (Sonntag, 13:30 Uhr) und Frank Lindner (Sonntag, 18 Uhr) und für die musikalische Untermalung sorgt Rolf Scheitza mit seinem Keyboard. In der übrigen Zeit wird im Hintergrund weihnachtliche Musik abgespielt. Die Besucher werden gebeten die Parkplätze an den Flottmann Hallen zu nutzen, da am Pflegeheim keine Parkplätze zur Verfügung stehen. Da die HCR-Buslinie 312 direkt vor der Tür hält, sollte auch die Anfahrt mit dem ÖPNV in Betracht gezogen werden..

Gut 100 Menschen waren dabei

Ökumenisches Adventssingen

Ökumenisches Adventssingen – mit den Bläsern des CVJM unter der Leitung von Stefan Wilhelm.

Rund 100 Menschen folgten am Samstag (26. 11.2022) der Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde Haranni und der Katholischen Pfarrei St. Dionysius, die zum adventlichen Singen mit dem CVJM Posaunenchor um Chorleiter Stefan Wilhelm eingeladen hatten. Mitten auf der Bahnhofstraße, dort wo die Glockenstraße endet, begann die adventliche Stunde mit der Einstimmung durch die Bläser: 'Hoch tut euch auf, ihre Tore der Welt'. Anschließend eröffneten – pünktlich um 17 Uhr – alle Anwesenden mit dem gemeinsamen Singen des Liedes 'Wir sagen euch an den Lieben Advent' die Adventszeit 2022. Weitere Lieder waren an diesem Abend unter anderem 'Macht hoch die Tür', 'Hört, der Engel helle Lieder' oder auch 'Tochter Zion, freue dich'. Begleitet wurde das Singen von der evangelischen Pfarrerin Melanie Jansen von der Kreuzkirchengemeinde und dem katholischen Pfarrer Georg Birwer, Leiter der Pfarrei St. Dionysius, die abwechselnd Texte zum Advent vorlasen. Sie lasen zum Beispiel Gedanken des Schweizer Kapuziner Anton Rotzetter 'Wenn wir Advent feiern' , von der Schriftstellerin Carola Moosbach 'Advent vielleicht' oder auch von Hanns Dieter Hüsch, der sich auf den Weg machte um einen Funken Hoffnung zu suchen in dieser Welt und Gott fand – 'nicht mächtig, nicht prächtig, sehr bescheiden, alltäglich als Kind in der Krippe, nackt, frierend, hilflos, mit einem Lächeln durch die Zeiten; das erreichte mich in meinen Dunkelheiten.' Nach dem Segen, einem Gebet sangen die Mensche das Lied 'Stern über Bethlehem' bevor sie wieder auseinandergingen.

Wunschkarten hängen in der Paracelsus-Apotheke

Weihnachtswunschbaum für Senioren

Wunschbaumaktion für Senioren in der Paracelsus-Apotheke in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Herne und der WAZ: (v.li.) Marc Opitz (Ludwig-Steil-Haus), Mechthild Greifenberg (Caritasverband Herne) und Heike Sibbel (Paracelsus-Apotheke) hoffen, dass alle Weihnachtskarten vom Baum geholt werden.

Senioren mit kleinen, gar nicht teuren Geschenken etwas Gutes tun und ihnen ein schönes Weihnachtsfest bescheren: Das ist möglich durch den Weihnachtswunschbaum, der in der Paracelsus-Apotheke in Wanne an der Gerichtsstraße steht. Bei der gemeinsamen Aktion der Paracelsus-Apotheke, des Caritasverbandes Herne und der WAZ, einem Titel der Funke Mediengruppe, ist der riesige bunte Weihnachtsbaum mit 85 Wunschkarten von Bewohnern des Alten- und Pflegeheims Ludwig-Steil-Haus im Evangelischen Johanneswerk geschmückt. In der Zeit von Freitag (25.11.2022) bis Dienstag, 13. Dezember 2022, sind Herner Bürger eingeladen, eine Karte vom Baum zu nehmen und einen Wunsch zu erfüllen. Die Geschenke können bis Abgabedatum – in einer Geschenktüte verpackt und mit der zugehörigen Wunschkarte versehen – in der Apotheke abgegeben werden. Bewohner des Ludwig-Steil-Hauses haben ihre Wünsche im Wert von jeweils 20 Euro auf die Karten geschrieben. Die bunte Palette reicht von Kuscheldecken über Pflegeprodukte, einen Wetzstein, warme Handschuhe und Schals bis zur Modell-Straßenbahn. Für die Beteiligten ist die Aktion ein Zeichen der Solidarität in einer schwierigen Zeit, denn der Krieg in der Ukraine, die Klimaveränderung und Corona belasten viele Menschen. „Gerade Menschen im höheren Alter machen sich Gedanken um ihre Angehörigen. Da ist eine solche Aktion eine gute Gelegenheit, schöne Erlebnisse und Kindheitserinnerungen ins Gedächtnis zu rufen“, berichtet Marc Opitz, Leiter vom Ludwig-Steil-Haus. „Die Resonanz war in den vergangenen Jahren immer riesig. Auch zum Start wurden bereits die ersten Karten vom Baum geholt. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann vorbeikommen und Karten vom Baum nehmen“, berichtet Apothekerin Heike Sibbel. 2021 waren die Karten schnell verteilt. „Wir hoffen natürlich, dass auch in diesem Jahr keine Karten übrigbleiben und viele Menschen in Herne Freude daran haben, einen Wunsch der Senioren zu erfüllen“, sagt Mechthild Greifenberg, Sozialarbeiterin beim Caritasverband Herne.

Areal soll beim 5-Standorte-Programm zentrale Rolle spielen

Planungen für Blumenthal-Gelände

Das Gelände der ehemaligen Zeche Blumenthal.

Als Teil des 5-Standorte-Programms, das vom Ausstieg aus der Kohleverstromung betroffene Städte und Kreise unterstützt, sollen in Herne verschiedene Projekte gefördert werden (halloherne berichtete). Eine wichtige Rolle in der Herner Strategie spielt hierbei die ehemalige Bergwerksfläche General Blumenthal. Wie genau die Strategie aussieht, stellten die städtischen Akteure bei einem Pressegespräch am Freitag (25.11.2022) vor. Geplant sei für das Gelände der ehemaligen Zeche Blumenthal eine ganzheitlich integrierte Entwicklungsstrategie. „Das 5-Standorte-Programm ist ohne Klippen nicht zu bewältigen. Wir hoffen, dass wir für unsere Ideen bezüglich der Fläche des Areals Blumenthal eine Förderung aus dem Programm erhalten können", berichtete Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda. „Der Strukturstärkungsrat tagt am Donnerstag, 15. Dezember 2022, erstmals in Herne und wir wollen Blumenthal dort platzieren." Weiter führte Dudda aus: „Wir hoffen, dass wir dort einen Start beginnen können. Jedoch, und das ist mir wichtig zu betonen, ist der Kommunale Entwicklungsrat gerade dabei, seine Stellungnahme zu Ende zu bringen. Diese ist ein wichtiger Faktor und wird Berücksichtigung finden." Dr. Svenja Rebsch, Leiterin des Projektbüros für das 5-Standorte-Programm bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne (Herne.Business), erläuterte die Komplexität des Programms. „Es ist ein sehr komplexes Verfahren. Zunächst mussten wir unsere Projektskizze einreichen. Nach der Prüfung kommt sie nun in den Strukturstärkungsrat und wird dort diskutiert." Der Strukturstärkungsrat sei aktiv an der Projektqualifizierung und an der Auswahl beteiligt. Nach einer eingängigen Prüfung werde dann im besten Fall eine Förderempfehlung ausgesprochen. Die Stadt möchte für den ersten Schritt eine Förderung in Höhe von 3,5 Millionen Euro beantragen. „Damit wollen wir personelle Kapazitäten schaffen", so Dirk Drenk, Geschäftsführer von Herne.Business. „Unser Ziel ist es, dass ganz am Ende eine Entwicklungsstrategie steht. Dadurch können wir dann die Gesamtkosten für den Umbau, den Zeitplan und die Beschäftigungseffekte erfahren." Der neue Arbeitstitel für das Areal Blumenthal laute nun Techno Ruhr International. „Wir planen eine ganzheitliche integrierte Entwicklungsstrategie. Wir denken größer und schauen zusätzlich noch auf die Fläche des ehemaligen Kraftwerks Shamrock und dem brachliegenden Heitkamp-Gelände", so Stadtrat Karlheinz Friedrichs. Weiter führte er aus: „Im nächsten Jahr wollen wir dazu einen Rahmenplan ausarbeiten, weiterhin soll eine Machbarkeitsstudie angefertigt werden, die unter anderem den Artenschutz, die Natur, das Mikroklima und die Verkehrssituation berücksichtigen soll. Dazu setzen wir außerdem auf eine große Öffentlichkeitsbeteiligung." Mit dem geplanten Projekt sollen circa 3.900 bis 5.400 Arbeitsplätze geschaffen werden, die Stadtreparatur und außerdem der Wunsch, die grünste Region der Welt zu werden, vorangebracht werden. Geplant sei die Entstehung eines Ortes, der lebens- und liebenswert sei. Um dies aber alles zukünftig realisieren zu können, müsse eine eigene Entwicklungsgesellschaft gegründet und das Grundstück von der Ruhrkohle AG (RAG) erworben werden. „Noch ist es im Besitz der RAG. Wir sind in Gesprächen über den Verkauf, warten aber noch auf den richtigen Zeitpunkt", erläuterte Stadtdirektor und Kämmerer Dr. Hans Werner Klee. Denn zunächst muss die RAG das sogenannte Abschlussbetriebsverfahren vollziehen. Dieses Verfahren ist nötig, wenn man eine ehemalige Bergbaufläche für eine Folgenutzung aufbereiten will. „Wir erwarten, dass das Verfahren Mitte 2023 abgeschlossen ist und die RAG das Grundstück entlassen kann. Danach werden wir mit der RAG über den Verkauf verhandeln", so OB Dr. Dudda. „Vorher müssen wir aber wissen, was auf dem Grundstück los ist, dazu sollen dann zunächst die Förderungen dienen." All das ist aber vorläufig noch Zukunftsmusik. Zunächst müsse personelle Kompetenz aufgebaut, die Grundlage für zukünftige Nutzung und Beschäftigungseffekte im Detail, Schätzung der Entwicklungskosten, Schaffung von Baurecht und die bauliche Umsetzung geschaffen werden. Damit aber überhaupt mit den Planungen begonnen werden könne, muss die Projektidee erstmal vom Strukturstärkungsrat abgesegnet werden. Danach könne man mit der Beantragung der Förderung den ersten Baustein zur Erschließung des Areals umsetzen.

Aus den Stadtnachrichten

Islamische Gemeinde Röhlinghausen

Ausflug nach Xanten und in das Kamp Vught

Die islamische Gemeinde war sehr berührt von den Eindrücken.

Die Islamische Gemeinde Röhlinghausen war mit 50 Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Glaubensrichtungen unterwegs. Dies teilte die Gemeinde am Sonntag (4.12.2022) mit. Den ersten Halt machte die Gruppe in Xanten und genoss dort in der St. Viktor Kirche Orgelmusik. Nach einem Abstecher in den örtlichen Weihnachtsmarkt, in das LWL-Museum und in eine Moschee, in der die Teilnehmer das islamische Gebet verrichten bzw. sich angucken konnten, wie es verrichtet wird, ging es in die Niederlanden zum KZ Herzogenbusch (niederländisch: Kamp Vught). Das KZ nahm im Januar 1943 seinen Betrieb auf. Die Kosten in Höhe von 15 Millionen Gulden wurde hauptsächlich durch beschlagnahmtes jüdisches Vermögen beglichen. Insgesamt waren hier 31.000 Menschen, unter anderem ca. 12.000 Juden, politische Gefangene, Sinti und Roma, Widerständler, Schwarzhändler, Kriminelle und Zeugen Jehovas, inhaftiert. Den grausamen Höhepunkt erreichte die SS-Führung mit dem sogenannten „Kindertransport“. Kinder zwischen null und 16 Jahren wurden gemeinsam mit ihren Müttern bzw. einem Elternteil, nach Westerbork und von dort nach Sobibor gebracht, wo sie direkt nach ihrer Ankunft vergast wurden. Ein Denkmal erinnert an die ermordeten 1296 jüdischen Kinder. Die Teilnehmenden seien sichtlich berührt von der Grausamkeit der Kriegsführung gewesen. Viele ukrainische Gäste, die selbst vom Krieg geflohen sind, hatten Tränen in den Augen. An der „Wand der Gedanken“, an der die Besucher:innen ihre Gedanken auf einen Zettel schreiben und daran befestigen konnten, waren Wünsche wie: „Frieden, nie wieder Krieg und kein Raum für Rassismus.“ zu lesen. Der Ausflug erfolgte unter dem von der Gemeinde initiiertem Projekt „Kit der Gesellschaft“ und wurde vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Sport in Herne

Trainer geht zur Winterpause 2022

DSC und Westerhoff gehen getrennte Wege

Sebastian Westerhoff, Trainer der ersten Mannschaft beim DSC Wanne-Eickel, geht zur Winterpause 2022.

Fußball-Westfalenligist DSC Wanne-Eickel und Trainer Sebastian Westerhoff gehen mit Beginn der Winterpause Mitte Dezember 2022 getrennte Wege. Der 37-jährige Fußballlehrer und DSC-Vorstand Torsten Biermann einigten sich am Dienstag (29.11.2022) einvernehmlich auf die Auflösung des Vertrages. Westerhoff, dem ein Angebot des Fußball-Oberligisten TuS Ennepetal vorliegt, wird noch am Sonntag, 11. Dezember 2022, im Kreispokalspiel in Habinghorst auf der DSC-Bank sitzen. Dann endet seine dreieinhalbjährige Trainertätigkeit beim DSC, vorher hatte er zwei Jahre für die Schwarz-Gelben gespielt. Die Mannschaft wurde am Dienstagabend über die Vertragsauflösung informiert. Torsten Biermann, Chef der Fußball-Abteilung im DSC Wanne-Eickel, findet für seinen scheidenden Trainer nur lobende Worte: „Wir bedauern es sehr, dass Sebastian uns verlässt. Ich persönlich bin auch außerhalb des Fußballplatzes immer sehr gut mit ihm ausgekommen, er hat dem Verein viel gegeben. Zudem hat er in seiner Zeit hier immer eine klare Handschrift gehabt, ein gutes Team geformt und vor allem viele junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die Westfalenliga-Mannschaft integriert. Das war immer unser Ziel, und das bleibt es auch.“ Allerdings sei es immer klar gewesen, dass „wir ihm keine Steine in den Weg legen werden, wenn ein höherklassiger Verein bei ihm anklopft“. Dies tat der TuS Ennepetal, zurzeit Tabellenletzter der Oberliga Westfalen. Sebastian Westerhoff zu dem Hauptgrund für seinen Wechsel: „Ennepetal ist kurzfristig auf mich zugekommen. Da ich schon immer in dieser Liga, in der ich ja auch lange selbst gespielt habe, Trainer werden wollte, habe ich beim DSC um die Auflösung meines Vertrages gebeten.“ Und zwar schweren Herzens, wie „Wester“ zugibt: „Ich laufe hier ja nicht schreiend weg, sondern verlasse ein Umfeld, in dem ich mich immer sehr, sehr wohl gefühlt und auch stark eingebracht habe.“ Zu diesem Umfeld zählt er die gesamte DSC-Vereinsfamilie, angefangen beim Vorstand über alle Spieler, die ehrenamtlichen Helfer und Fans. Westerhoff: „Ich werde alles und alle in sehr, sehr guter Erinnerung behalten und freue mich darauf, jeden Einzelnen irgendwann einmal wiederzusehen.“ Wer neuer Cheftrainer unterm „Mond von Wanne-Eickel“ wird, will der DSC in aller Ruhe in der Weihnachtspause entscheiden. Torsten Biermann: „Unser Ziel ist es, bis zum Trainingsauftakt am 5. Januar einen neuen Mann zu präsentieren.“

Traueranzeigen

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Die Veröffentlichung der Traueranzeigen ist ein Service der Herner Bestatter und der halloherne UG. Sie ist kostenlos für die Angehörigen.

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