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Erstes Konzert in Herne im ShamrockEye

'Concert Band Ruhr on Tour'

Concert Band Ruhr e.V. tritt im ShamrockEye auf.

Am Samstag, 12. November 2022 um 19.30 Uhr (Einlass: 19:15 Uhr) präsentiert die Concert Band Ruhr unter Leitung von Ralph Rüegg erstmalig ein Konzert in Herne. Dabei macht sie Halt auf dem Gelände der einstigen Zentrale der Ruhrkohle AG und gibt im ShamrockEye mit dem Programm „Concert Band Ruhr on Tour im ShamrockEye“ ein Programm in einzigartiger Kulisse zum Besten. Nachdem die Concert Band Ruhr nach dem Lockdown bereits wieder in ihrer Heimatstadt Essen Konzerte veranstalten konnte, geht sie für dieses Event über die Stadtgrenze hinaus, jedoch nicht über die für den Verein namensgebende Region: das Ruhrgebiet. Die Band hat für ihr nächstes Konzert den geographischen Mittelpunkt des Ruhrgebiets gewählt, der laut des Regionalverbandes Ruhr in Herne liegt. Das ShamrockEye im Shamrockpark Herne bietete dabei eine hervorragende Kulisse. Hierbei wird eine besondere Beziehung zwischen Orchester und Publikum durch die räumlichen Gegebenheiten geschaffen, in denen rund 150 Besucher Platz finden können. Das Publikum erwartee eine Bandbreite aus verschiedenen musikalischen Genres: Rock- und Popmusik mit Medleys von The Doors und Gloria Estefan bis hin zu Soul Aretha Franklin sowie Filmmusik mit The Avengers. Lateinamerikanische Musik stehe dabei mit Frenesí auf dem Programm, heißt es in einer Mitteilung. Weiterhin heißt es: „Aus dem Genre der sinfonischen Blasmusik nimmt die Band die Zuhörer mit nach Oregon, auf eine Reise im Glacier- Express sowie auf einen Parkour. Der anhaltenden Situation in der Ukraine gedenken die Musiker mit dem Stück For the Fallen. Das Programm wird abgerundet mit einem musikalischen Rückblick in die 1980er Jahre: 80er Kult(tour) erwartet das Publikum. Dabei hält die Concert Band Ruhr nicht nur musikalische Highlights parat, sondern wie immer auch eine fachkundige Moderation und eine unterhaltsame Gestaltung." Die Tickets sind zum Preis von 18,50 Euro pro Person (Schüler, Studenten, Auszubildende 10,00 Euro ) online erhältlich. Die Veranstalter bitten darum die Online-Reservierung zu nutzen, damit sie im Vorfeld einen Überblick über die Saalbelegung haben. Es gelte freie Platzwahl. Vor Beginn des Konzerts haben die Besucher die Möglichkeit, einen Grillimbiss einzunehmen. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich. Tagesaktuelle Informationen sind auch auf Facebook und Instagram zu finden. Die Veranstaltung findet nach den Regeln, der am 12. November 2022 geltenden Corona-Schutzverordnung statt.

Standing Ovations im Mondpalast

Waschtag - Nachbarschaft im Schleudergang

Im großartigen Bühnenbild von Arke Zeiß stresst ein vielköpfiges Ensemble für gut zwei Stunden unsere Lachmuskulatur bis zum Äußersten.

Sechs Kilo plus ein Waschmittel kosten bei Peter König (Ekki Eumann) vier Euro, dreizehn Kilo plus ein Waschmittel dagegen nur acht Euro. Da lohnt es sich, dass Lars Bäumchen (Dominik Brünnig) als junger alleinerziehender Vater die Öko-Windeln seiner Zwillinge in zwei dicken Taschen zum Waschsalon an der Wilhelmstraße 26 in Wanne-Eickel trägt: jeder Euro zählt. Freilich potenziert seine Sparsamkeit den olfaktorischen Faktor: „Hier hängt doch ein Hecht in der Luft!“ Während die junge Sheela Nymeier (Melanie Linka) nur kurzzeitig die Nase rümpft, sie steht vor ihrem 32. Bewerbungsgespräch und hat gerade wichtigere Dinge im Kopf, fühlt sich die vornehme Patricia Storck (Susanne Fernkorn) nicht nur des „Kinderkacke-Gestanks“ wegen völlig fehl am Platze. Doch was soll sie machen? Ihre moderne Hightech-Waschmaschine hat pünktlich nach Ablauf der zweijährigen Garantie ihren Geist aufgeben. Ersatz bieten nur die altertümlich anmutenden Gerätschaften mit „VEB“-Aufschrift bei „Beder Gönsch“, die der Sachse nach der Wende aus Radebeul mit nach Wanne-Eickel gebracht hat. Diese stammen nur scheinbar von einem „Volkseigenen Betrieb“ der untergegangenen DDR, sondern in Wahrheit aus dem Kaukasus, was die kyrillischen Buchstaben an den noch ganz händisch zu bedienenden Knöpfen und Türen erklärt. Wenn es bei den Technik-Dinos tatsächlich einmal hakt, steht mit Werner Biermann (Axel Schönnenberg) ein Handwerker parat, der im Übrigen auch für andere mechanische Gerätschaften eine passionierte Liebe entwickelt hat. Als mit dem prolligen Biker Eddi Patzek (Heiko Büscher), „der“ Toni Walderer (Andreas Wunnenberg) sowie dem Rentner-Ehepaar Irmgard (Astrid Breidbach) und Friedhelm „Schnecke“ Krösken (Martin Zaik) noch mehr Geschädigte des US-Geräteherstellers Sup-Tec im Waschsalon König auftauchen, entwickelt sich bald eine verschworene Gemeinschaft. Geht es doch nur gemeinsam gegen den „digitalen Killefitt“ unserer computerverrückten Konsumwelt. Was der Wanne-Eickeler „High potential“-Mitarbeiterin Heidelinde Hornig (Silke Volkner) gefährlich werden könnte… Seit März 2019 mussten die Theaterfreunde coronabedingt auf eine neue Komödie aus der Feder von Sigi Domke, Hausautor am Mondpalast von Wanne-Eickel, warten. Nun hob sich am 30. September 2022 erstmals der Vorhang zu einem gut zweistündigen Dauer-Angriff auf die Lachmuskeln eines in diesen unseren Krisenzeiten besonders unterhaltungsdurstigen Publikums: „Waschtag – Nachbarschaft im Schleudergang“ feierte in der bewährten Regie von Thomas Rech mit dem in Ovationsstärke gefeierten zehnköpfigen Stratmann-Ensemble Premiere an der Wilhelmstraße. Aus dem atmosphärischen zweiteiligen Bühnenbild von Arke Zeiß, im Mittelpunkt der sich im zweiten Teil nach der Pause zum Reparatur- und Tauschladen Reputala erweiternde Waschsalon König, ragt linkerhand das „Sup-Tec“-Büro der Schnapsdrossel Heidelinde Hornig ins Parkett. Und über der zweigeschossigen Trommel-Phalanx hängen die von den Kunden übersehenen Wäschestücke auf der Leine. „Waschtag – Eine Nachbarschaft im Schleudergang“ ist, man kann es kaum glauben, bereits die 17. Komödie Sigi Domkes für den Mondpalast. Wie gewohnt ungemein wortwitzig und pointiert („Man kann gar nicht soviel glotzen, wie man kotzen möchte“) geschrieben, dabei kein Blatt vor den Mund nehmend, volkstümlich dem Ruhri aufs Maul schauend, aber niemals anbiedernd oder gar volkstümelnd. Regisseur Thomas Rech kann in seinen mit flotter Mucke verbundenen kurzen Blackout-Szenen auf ein von B bis Z großartiges Ensemble aus lauter Rampensäuen bauen, das, wenn es darauf ankommt, jede Slapstick-Akrobatik fallen lässt und im nächsten Augenblick mit minimalster Gestik und Mimik das Publikum zu spontanen Jubelstürmen hinreißt. Weshalb es höchst ungerecht wäre, einzelne Schauspieler herauszuheben, auch wenn nicht verhehlt werden kann, dass sich Astrid Breidbach und Martin Zaik als Rentnerehepaar in Dauerfehde sogleich in die Herzen des Publikums spielen. Prinzipal Christian Stratmann, der nach wie vor seine Gäste im Foyer persönlich begrüßt, zum Markenkern seines über das Ruhrgebiet hinaus singulären Volkstheaters: „Auf unterhaltsame Weise greifen wir gesellschaftliche Themen und Trends auf und bieten vergnügliche Lösungen an, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben.“ Und ohne die Preise anzuheben, wo doch überall alles teurer wird: Karten gibt’s bereits ab 18,90 Euro im Vorverkauf unter mondpalast.com oder an der Kasse unter Tel. 02325 – 588 999 (Mo-Fr 10-19, Sa 10-14 Uhr).

Pottporus beschert Wanne Vision

Headquarter Haupstraße 290

Ein „Office“ an der Hauptstraße 290: Noch steht es leer.

Da ist dem Team des interkulturellen Herner Vereins Pottporus ein wahrhaft famoser Clou geglückt: Seit fünf Jahren mehr als nur bemüht, die Sichtbarkeit und Anerkennung der Urban Arts zu verbessern, werden bald drei feste Mitarbeiter die Crew um Vereinsgründer Zekai Fenerci, Renegade-Leiterin Malou Airando und dem heimischen künstlerischen Tausendsassa Till Beckmann verstärken. Das gab's noch nie. Auf diesem Weg entsteht an Hauptstraße 290 institutionell abgesichert ein Koordinierungsbüro Urban Arts Ruhr. Ein Headquarter mit Wanne-Eickel als Nabel der Welt einer weltweit präsenten jugendlichen Subkultur. Mut zum Träumen wird manchmal belohnt – wer hätte je an so etwas gedacht und auch damit gerechnet, dass sich solch eine Vision in realiter konkretisiert. Im Herzen des Ruhrgebiets eine moderne künstlerische Ausdrucksweise mit Professionalität paaren – die Stellenausschreibungen laufen. Früher gab's die Dschungelpost und das Buschtrommeln, auch pfiffen es Spatzen von den Dächern – heute setzt eine nachkommende Generation auf moderne Computer-Technologien: Im world wide web ist dank facebook und Homepages vieles schneller oder überhaupt machbar. Urbane Künste Ruhr – Hauptstadt Wanne-Eickel. Nicht nur die Kreativität des Pottporus-Teams um den künstlerischen Leiter Zekai Fenerci macht dieses möglich, sondern auch ein veritabler Zuschuss aus dem Fördertopf des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft sowie des Programms „Neue Künste Ruhr“ „Wir sind ein Produktionshaus mit Wurzeln im HipHop, das sich seit 2007 einzig und allein den Contemporary Urban Arts widmet. Aus dem Ruhrgebiet heraus produzieren wir in den Segmenten Urban Dance, Graffiti, Streetart und Musik. Wir bilden als die deutschen Pioniere in der Professionalisierung urbaner Produktionen die Schnittstelle zwischen den weltweit agierenden Subkulturen und der staatlich geförderten Hochkultur,“ führt Pottporus-Pressesprecherin Uta Graßhoff aus. Sie sagt zudem: „Wir agieren mit unserem weltweiten Netzwerk nach dem Prinzip „Kunst schaffen und Kultur verändern“ und haben Pottporus so als Plattform mit Fokus auf Authentizität, Einzigartigkeit und Wahrung des künstlerischen Profils etabliert.“ Die Verstetigung dieses Projekts findet in Bereichen Tanz, Street Art und Musik mit erfahrenen Kräften statt. So wird nachhaltig die freie Szene unterstützt, was dem in Holsterhausen aufgewachsenen Till Beckmann ein besonderes Anliegen ist. Und eben ihn besonders freut, dass dieses Netzwerk im Herzen des Ruhrgebiets und seiner Heimatstadt im doppelten Sinne des Wortes „gesponnen“ wird.

Ruhrgebiets-Roman von Erik Reger

'Union der festen Hand'

Der Umschlag der Neuauflage zeigt Gustav von Bohlen und Halbach mit August Thyssen (links) am 26. Juni 1918 in der Gussstahlfabrik der Firma Krupp in Essen.

„Wie kein anderer Roman der Zeit veranschaulicht 'Union der festen Hand‘, wie sich Industriemagnate und Nationalsozialisten aufeinander zubewegen“: Der langjährige NRW-Kulturkorrespondent der „Frankfurter Allgemeinen“, Andreas Rossmann, stellt den gerade neu aufgelegten Ruhrgebiets-Roman „Union der festen Hand“ von Erik Reger in zwei Lesungen vor. 1918, der Erste Weltkrieg steht vor dem Ende, gewaltige Umbrüche zeichnen sich für das Ruhrgebiet und die Menschen dort ab. Sie arbeiten für die Berg- und Stahlwerke, kämpfen gegen schlechte Löhne und Ausbeutung. Als der Kaiser kommt, um sie in ihren Anstrengungen für den Krieg zu bestärken, versucht man die Unruhestifter von ihm fernzuhalten. Doch der hohe Besuch geht gründlich schief, und bald geschieht ein Mord. Für den darin verstrickten Gewerkschafter Adam Griguszies bricht ein wechselvolles Jahrzehnt an: Die Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern, Angestellten und einem Geheimbund der Unternehmer, der Union der festen Hand, ebnen den Weg für den Nationalsozialismus… Der 640-seitige, in fünf Bücher und zwanzig Kapitel aufgeteilte Industrieroman „Union der festen Hand“ ist ein bedeutendes Werk der Neuen Sachlichkeit und eines der wenigen literarischen Porträts des Ruhrgebiets. Zugleich ist es, zumindest für den zeitgenössischen Leser, ein großer Schlüsselroman über eine der bekanntesten Industriellendynastien Deutschlands, mit kritischem Witz verfasst von einem intimen Kenner des zynischen Machtgefüges rund um Kohle und Stahl, der erschreckend heutig ist. Was sich in der mit einem Nachwort von Andreas Rossmann versehenen Neuausgabe offenbart, die jetzt im Verlag Schöffling (Frankfurt/Main) erschienen und im Buchhandel für 32 Euro erhältlich ist (ISBN 978-3-89561-249-7). Erik Reger wird als Hermann Dannenberger 1893 in Bendorf am Rhein geboren. Der Sohn einer Bergmannsfamilie ist von 1920 bis 1927 Pressereferent bei der Friedrich Krupp AG in Essen und anschließend unter Pseudonym freier Schriftsteller. Für „Union der festen Hand“ (1931) wird er mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet, der Roman wird von den Nazis verboten. Reger verfasst Romane und Erzählungen sowie ein Kriegstagebuch. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er Lizenzträger, Mitherausgeber und Chefredakteur des Berliner Tagesspiegel. Er stirbt 1954 in Wien. „Union der festen Hand“ ist 1978 von Claus Peter Witt für das ZDF als Zweiteiler verfilmt worden mit Dieter Laser und Eva Mattes als Adam und Paula Griguszies. Andreas Rossmann stellt das heute eher als historischer Roman wahrgenommene Mammutwerk, das die Zeitspanne von 1918 bis 1928 beleuchtet, in zwei Lesungen vor. Die erste findet im Rahmen der Literaturtage Recklinghausen am Freitag, 30. September 2022, um 19 Uhr im Institut für Stadtgeschichte an der Hohenzollernstraße 12 in 45659 Recklinghausen statt, Karten kosten 10 (ermäßigt 5,65) Euro. Die Essener Buchhandlung Proust und die „Schreibheft“-Redaktion laden zur zweiten Lesung mit Andreas Rossmann am Dienstag, 11. Oktober 2022, um 19:30 Uhr in den LeseRaum in der Akazienallee 8-10 in 45127 Essen ein, Karten kosten 10 (ermäßigt 7) Euro und sind vorab in der Buchhandlung Proust erhältlich.

Weihnachtskonzert zum 3. Advent

'Niemals war die Nacht so klar'

Genesis Brass - Niemals war die Nacht so klar - festliches Weihnachtskonzert zum 3. Advent 2022.

Dem CVJM Herne ist es gelungen, die Blechbläser - Genesis Brass - für ein Weihnachtskonzert zum 3. Advent nach Herne zu holen. Am Sonntag, 11. Dezember 2022, kommt somit eines der wohl besten Blechbläser-Ensembles in die Kreuzkirche. Ensemble-Gründer, Leiter und Komponist ist Christian Sprenger, Professor für Posaune an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar. Er bringt mit seinen Profimusikern das von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeierte Programm - Niemals war die Nacht so klar - in einer Neuauflage mit. Dabei erklingen Werke aus den beiden Produktionen „Niemals war die Nacht so klar I“ und „Niemals war die Nacht so klar II“. Die Zuhörer können sich auf bewegende und abwechslungsreiche Weihnachtsmusik und Arrangements aus der Feder von Anne Weckeßer und Prof. Christian Sprenger freuen. Konzertante Weihnachtsmusik, deutsche und internationale Volksweisen aber auch Gospels werden unter der Leitung von Prof. Christian Sprenger mit großem musikalischen Einfühlungsvermögen und dem unverwechselbaren, authentischen Genesis Brass-Klang vorgetragen. Zu dem abwechslungsreichen und stimmungsvollen Herner Weihnachtskonzert erklingt das Ensemble Genesis Brass in der Besetzung mit vier Trompeten, vier Posaunen (auch Euphonium) und Tuba. Die Leitung hat wie gewohnt Prof. Christian Sprenger. Konzertbesucher haben somit die Möglichkeit, sich einige Tage vor dem großen Fest von den Genesis Brass Bläserklängen weihnachtlich verzaubern und einstimmenzulassen. Die Vereinsarbeit des CVJM Herne ist geprägt durch ehrenamtlich Mitarbeitende, eine offene Kinder- und Jugendarbeit (OT) am Europaplatz direkt neben der Kreuzkirche (Nähe U35), Kinder- und Jugendgruppen, eine Sportarbeit mit CVJM-Hockey und der Posaunenchorarbeit. Der Posaunenchor wird durch Stefan Wilhelm geleitet. Die Musiker freuen sich über Neuzugänge, bilden Kinder und Erwachsene am Instrument aus und bieten auch die Möglichkeit zum Wiedereinstieg für bereits erfahrene Blechbläser. Kontakt zum Posaunenchor des CVJM Herne: stefan.wilhelm@cvjm-herne.de. Auf Initiative von Prof. Christian Sprenger fanden sich 2003 zehn gegeisterte Blechbläser zusammen, um das Projekt „Hymnus“ anlässlich des 400. Geburtstags von Paul Gerhardt (1607 – 1676) umzusetzen. Dies war der Startpunkt des Ensembles Genesis Brass, eine bis heute andauernde musikalische Freundschaft der zehn Ausnahmemusiker. Durch diese einzigartige und kontinuierliche Zusammenarbeit des Ensembles hat sich in den letzten Jahren ein unverwechselbarer Klang entwickelt, der durch seine Eigenständigkeit und Authentizität besticht. Karten zu 22,50 Euro gibt es über ProTicket. Ermäßigungskarten bekommen folgende Personen zu 17 Euro: Kinder, Schüler, Studenten, FSJ (alle bis 27 Jahre) und Sozialhilfeempfänger. Kinder bis 2 Jahren freier Eintritt ohne Sitzplatzanspruch; Begleitpersonen (B-Vermerk) und Rollstuhlplätze nur über VVK-Stelle oder telefonisch unter 0231-9172290 buchbar. Fotografieren, Ton- und Filmaufnahmen während der Veranstaltung sind untersagt. Bitte beachten Sie, dass manche Plätze insbesondere in den Seitenschiffen Sichteinschränkung haben. Bitte informieren Sie sich kurz vor der Veranstaltung auf der CVJM-Homepage über mögliche (Corona-) Regelungen für den Konzertbesuch.

Film und Kino

Neu im Kino: Rimini

Kinofilm: Rimini. - mmer noch eine Rampensau: Auch im höheren Alter lebt Richie Bravo (Michael Thomas) für und auf der Bühne – zur Freude seiner überwiegend weiblichen Fans.

Richie Bravo (Michael Thomas, selbst einst als Sänger in Musicals und Gala-Shows gefragt, in der Rolle seines Lebens) hat schon bessere Zeiten gesehen. Einst „der“ deutschsprachige Schlagerkönig, überwintert der Entertainer aus dem niederösterreichischen Neunkirchen nun in Rimini, wo er sich, den Bierbauch ins Korsett gezwängt, mit Auftritten in zugigen Hotelfoyers und mit Liebesdiensten seiner ebenfalls in die Jahre gekommenen weiblichen Fans eher schlecht als recht durchschlägt. Zur Beerdigung seiner Mutter, die sich ihr Lieblingslied, Udo Jürgens‘ „Merci Chérie“, am Grab gewünscht hat, ist Richie in sein Elternhaus zurückgekehrt, wo ein Flügel im Wohnzimmer steht und in der Kellerbar eine Wurlitzer Jukebox: „Schwarze Madonna“. Er hat sein Jugendzimmer mit Rex Gildo- und Winnetou-Postern wieder bezogen und mit seinem jüngeren Bruder Ewald (Georg Friedrich) gesoffen. Ihr dementer Vater (Hans-Michael Rehberg) rüttelt derweil im Heim Waldesruh an verschlossenen Türen, nachdem er es nicht mehr ertragen hat, „So ein Tag“ im Rollator-Kreis anzustimmen. Zurück an der nebligen, gar winterlich verschneiten Adria, wo gerade eine Busladung schmachtender Seniorinnen im renovierungsbedürftigen Hotel du Soleil eingetroffen ist, wärmen sich nordafrikanische Asylbewerber eng zusammengerückt unter den Vordächern verlassener Strandhütten aneinander. Richies erster Weg führt ihn auf das Zimmer einer seiner zumeist verwitweten „Sexgöttinnen“, da er seine von einstigem Ruhm zeugende Villa stets an zahlungskräftige Touristen vermietet. Auch wenn es ihm bei seinen Liebesdiensten in erster Linie um die Kohle geht, die er dann vorzugsweise gleich wieder verzockt, sehnt sich Richie auch nach Wärme – und nach Anerkennung, zumal von seinem größten Fan Emmi Fleck (Inge Maux), die mit ihrem weit weniger enthusiastischen Gatten im Schlepptau für einige Tage das mit Fotos, Papp-Aufstellern und verstaubten Schallplatten vollgestellte Richie-Bravo-Museum bezieht. 200 Euro Gage pro Abend ist zumindest für seine 18-jährige Tochter Tessa (Tessa Göttlicher) ein Anfang, will sie doch nach zwölf Jahren endlich die ihrer Mutter (Monica Anna Cammerlander) verweigerten Alimente sehen, um sich eine eigene Zukunft aufzubauen. Doch der Bankomat spuckt nichts aus, Papa Richie ist pleite und überdies ‘mal wieder besoffen. Tessa bleibt dran, Papa Richie peinigt das schlechte Gewissen: Schließlich treibt er die geforderte Kohle auf… „Rimini“ ist der erste Teil eines Seidl-Diptychons über zwei Brüder, die in der Ferne ihr Glück suchen. Uraufgeführt am 11. Februar 2022 im Wettbewerb der 72. Berlinale gabs beim Diagonale-Festival in Graz für Ulrich Seidl (Bester Film) und Tanja Hausner (Beste Kostüme), beim österreichischen Filmpreis Romy 2022 den Preis für die beste Musik: Fritz Ostermayr und Herwig Zamernik haben die von Michael Thomas in Rimini live gesungenen Schlager („Emilia“, „Amore mio“, „Insieme con te“) getextet und komponiert. Regisseur Ulrich Seidl im Presseheft zu seinem Diptychon: „Mit ‚Rimini‘ und ‚Sparta‘ sind zwei Filme entstanden, deren Protagonisten Männer sind. Auch sie sind verwandtschaftlich miteinander verbunden. Zwei Brüder und ihr Vater. Obwohl auch diese Filme sehr unterschiedliche Geschichten erzählen, sehr unterschiedliche Lebenssituationen beschreiben und auch an jeweils anderen Orten spielen, ist hier das verbindende Element die Suche nach dem Glück und der Versuch, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch sie holt einen ein, das ist die bittere oder befreiende Wahrheit, der sich die Protagonisten am Ende stellen müssen. Es geht um die Sehnsucht nach Liebe, um sexuelle Erfüllung und das Scheitern daran und um die Einsamkeit, die bleibt.“ Richie Bravos Vater war die letzte Rolle des beim Dreh in einem Pflegeheim in Niederösterreich bereits schwerkranken Hans-Michael Rehberg, der im November 2017 gestorben ist. Ulrich Seidl: „Kaum war die erste Klappe gefallen, war dieser großartige Schauspieler wie ausgewechselt. Von Müdigkeit und Erschöpfung keine Spur. Er hat seinen Part äußert diszipliniert und mit großer Empathie gespielt. Wissend, dass dies seine letzte Rolle sein wird, hat er alles gegeben. Ein großes Geschenk an mich und den Film.“ Der Zweistünder „Rimini“ kommt am 6. Oktober 2022 in die Kinos, bei uns zu sehen in der Endstation Bochum, in der Galerie Cinema Essen und im Bambi Düsseldorf, ab 13. Oktober 2022 auch im Sweetsixteen Dortmund.

Theater und Bühne

Mit Freikarten-Verlosung

Glücks-Mix, die Kleinkunstshow

Das Duo Diagonal Johanna Zeul und Sebastian 23.

Die Flottmann-Hallen präsentieren am Mittwoch, 5. Oktober 2022, mit der Kleinkunstshow einen Glücks-Mix, den es noch nie gab. Die Flottmann-Hallen stellen halloherne 3x2 Freikarten zur Verfügung, die wir hier gerne verlosen. Wer Karten gewinnen möchte, der schreibt bis Dienstag, 4. Oktober 2022, 12 Uhr, eine Mail an hallo@halloherne.de. Bitte das Stichwort: „Glücks-Mix“ nennen. Unser unparteiischer Zufallsgenerator wird die Gewinner ermitteln und wir werden euch dann per E-Mail benachrichtigen. Man nehme: einen kabarettistischen Poetry-Slammer, eine energiegeladene Singer-Songwriterin und ein ungleiches Entertainer-Paar. Ein einmaliger Live Cocktail, der extra für Euch geschüttelt wird. Die vier Glücksbringer haben von bissiger Satire, starken Songs bis durchgedrehtem Slapstick für jeden etwas dabei. Die Reihe wurde vom Duo Diagonal erdacht und zusammengestellt und sorgt mit wechselnden hochkarätigen Gästen für ansteckende Glücksgefühle. Sebastian 23 – Poetry Slammer, Bestsellerautor, Internet-Star und Bochumer Kultmoderator Johanna Zeul – Berliner Singer-/Songwriterin, vielfach ausgezeichnetes Energiebündel an der Gitarre (u.a. Rio Reiser Songpreis) Durchs Programm führt das Duo Diagonal. Als slawischer Charmebolzen Branka B. und spackiger Entertainer Roger sind sie „wunderschön verrückt“ (Westfalen Post). Bei ihren Shows trifft Eleganz auf gekonnten Unfug. Jeder ist eingeladen sich ein Stück vom Glück zu holen. Karten für diese Veranstaltung gibt es nur an der Abendkasse: 18 und ermäßigt 13 Euro. Reservierungen per Mail über gluecksmix@gmx.de Zu den aktuellen Corona-Regeln der Flottmann-Hallen geht es hier entlang.

Galerien und Austellungen

Aleka Medina in der Künstlerzeche

'Aleka Medina: Das pochende Zentrum'

Die Videoperformance „Anidar/Anudar“ (im Hintergrund) zeigt eine mit Seilen angebundene Frau bei der Hausarbeit, die Bodeninstallation „Kiesgrube“ erinnert an verschwundene Mädchen und Frauen.

Die 1989 im zentralamerikanischen Guatemala geborene Aleka Medina, frischgebackene diplomierte Absolventin der Kunstakademie Münster, ist die diesjährige Trägerin des Förderpreises „Junge Positionen Nordrhein-Westfalen“, der am Samstag, 1. Oktober 2022, um 17 Uhr im Kauengebäude der Künstlerzeche Unser Unser Fritz 2/3 zum zehnten Mal verliehen wird. Für den mit 1.500 Euro Preisgeld und 1.000 Euro Materialgeld dotierte Preis können die beiden Kunstakademien unseres Landes, Münster und Düsseldorf, Vorschläge einreichen, die von einer Expertenjury der Künstlerzeche gewichtet werden. Die Preisträger, bisher stehen acht Frauen nur zwei Männern gegenüber, erhalten zudem– in diesem Fall von Danuta Karsten - kuratorische Unterstützung für eine Einzelausstellung in Unser Fritz sowie deren Dokumentation in einem Leporello. „Das pochende Zentrum“ ist der Titel der zeitgleich eröffneten Ausstellung von drei Installationen, zwei Videoperformances sowie filigranen Zeichnungen im Foyer und den beiden Eingängen zur Schwarz- und Weißkaue von Aleka Medina. Einführende Worte spricht der Kunsthistoriker Sebastián Eduardo Dávilla. Aleka Medina, die zunächst Visual Art an Universität San Carlos de Guatemala studierte, bevor sie Schülerin von Prof. Mariana Castillo Deball wurde, ein Auslandssemester in Mexiko bei Prof. Gerda Gruber absolvierte und in diesem Sommer ihr Studium an der Kunstakademie Münster mit dem Diplom abschloss, lebt nun in Berlin. Ihre Arbeit ist biografisch, aber auch zugleich politisch geprägt. Mit Medien wie Zeichnungen, Installationen und Video verarbeitet sie Ängste und Traumata der (post-)kolonialistischen und patriarchalischen Gesellschaft von Guatemala. Die Schwarzkaue wird beherrscht von ihrer in 2022 entstandenen Installation „Paloma Blancas“ (Weiße Tauben). Seile erzeugen eine räumliche Zeichnung aus geometrischen Linien, bestückt mit Keramikfiguren, die individuelle Geschichten von Frauen aus der Heimat der Künstlerin erzählen. Diese werden bei der Vernissage mit Kerzen illuminiert. In der Weißkaue zwei Videoperformances. „Anidar/Anudar“ (Verschachteln/Verknüpfen) spielt im Kinderzimmer Aleka Medinas, einen einst sicheren Ort im Elternhaus, der sich aber nach ihrer Migration in den Augen der Künstlerin verändert hat. In „Desvergonzarse“ (Schamlos) trägt Aleka Medina ein bedrucktes Nachthemd mit Geschichten, welche die machistische und patriarchalische Gesellschaft Guatemalas offenbaren: Aleka Medina kanalisiert mit ihrer Kunst ihre eigene Wut und wandelt sie in eine radikale Zärtlichkeit um. In ihrem Werk verbinden sich fast kindlich gezeichneten Charaktere mit einer groben Darstellung der Realität. Davor erinnert die Rauminstallation „Fosa Comun“ (Kriesgrube) mit Objekten aus einer Mischung aus Harz und Kalzit an die sterblichen Überreste der im Bürgerkrieg verstorbenen und von Kriminellen entführten Frauen und Mädchen. Die zylindrische Leinwand der begehbaren Installation „Alle Namen, die noch im Umlauf sind“, ist eine Reise in die Geschichte Guatemalas. Die mit der kosmologischen Vision der Maya beginnt und sich auf den „xibalba“ genannten Ort der Angst und der Unterwelt bezieht. Weitere historische Stationen sind u.a. die Versklavung im Feudalismus der 1920er Jahre, die zentralamerikanischen Emanzipationsbewegungen der 1940er Jahre sowie der bis heute andauernde Guerilla-Bürgerkrieg. Die Künstlerin: „Von unten gesehen entsteht beim Betrachten ein Gefühl, ein Kind zu sein. Ich nenne es gerne eine Geschichte für Kinder, gemacht für Erwachsene.“ Die Ausstellung „Aleka Medina: Das pochende Zentrum“ ist vom 1. bis zum 30. Oktober 2022 im Kauengebäude der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3, Zur Künstlerzeche 10 in 44653 Herne, zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch und Samstag jeweils von 15 bis 18 Uhr, Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Es gelten die jeweils aktuellen Corona-Schutz-Bestimmungen.