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lokal, aktuell, online.

Ermöglicht das Üben zuhause

Ultraschallgerät im Kitteltaschenformat

v.l. Prof. Dr. Ulrich Frey, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Schmerz- und Palliativmedizin des Marien Hospital Hern und Dr. Thomas Komanek, Oberarzt der Fachklinik, präsentieren die mobile Ultraschallsonde.

In vielen Fällen, insbesondere in Notfallsituationen, ist der Einsatz von Ultraschall für die schnelle Diagnose einer Krankheit oder einer Verletzung unerlässlich. Mit Hilfe des Ultraschallgeräts können die Funktionen der Organe überprüft und potenziell lebensbedrohliche Situationen, wie zum Beispiel innere Blutungen oder ein Lungenkollaps, erkannt werden. Darum ist die sogenannte Sonographie ein wichtiger Teil der Ausbildung der Medizin-Studierenden. Im Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum haben die Studierenden nun die einzigartige Möglichkeit, mit mobilen Ultraschallsonden und ihrem Smartphone auch zuhause die Nutzung eines Ultraschallgeräts zu üben. Seit einem Jahr werden die Studierenden der Ruhr-Universität Bochum während ihres Blockpraktikums im Marien Hospital Herne nach dem Blended Learning-Prinzip unterrichtet. Dabei handelt es sich um mehr als nur eine Kombination aus E-Learning- und Präsenz-Einheiten. Es ist eine neuartige Methode, die flexibel und individuell, unabhängig von Zeit oder Ort den Studierenden das Erwerben neuer Kenntnisse ermöglicht. Für das Blockpraktikum Notfallmedizin in der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Schmerz- und Palliativmedizin des Marien Hospital Herne stehen den Medizin-Studierenden seit kurzem modernste mobile Ultraschallgeräte zur Verfügung. Diese können, dank der passenden App, mit dem als Bildschirm dienenden Smartphone, verbunden werden. Damit wird den Studierenden ermöglicht, ihr theoretisch erlerntes Wissen zuhause praktisch anzuwenden. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Digitalisierung der Lehre. Die Übung der Ultraschallfertigkeiten war nämlich bisher aufgrund der Ausmaße der Geräte und ihrer hohen Anschaffungskosten praktisch ausschließlich während der Blockpraktika im Krankenhaus und daher auch nur zeitlich begrenzt möglich. „Die Studierenden können nun mit Hilfe von Freunden und Familie den Umgang mit einer Ultraschallsonde und Einstellungen bzw. Handgriffe üben“, so Prof. Dr. Ulrich Frey, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Schmerz- und Palliativmedizin. Am Ende des Medizinstudiums steht für die Studierenden das Blockseminar im Bereich der Notfallmedizin an. In diesem Seminar erlernen sie unter anderem das Vorgehen bei der Erstuntersuchung von Traumapatienten, mittels Ultraschall, die mittlerweile zum Standard der Versorgung solcher Patienten gehört und im Notfall lebensrettend sein kann. Die Theorie erarbeiten sich die angehenden Mediziner online mit Hilfe von Lernvideos und Präsentationen. „Um die notwendigen Untersuchungen genau, aber auch schnell durchführen zu können, ist sehr viel Übung nötig. Die Einstellung des Ultraschallbildes, wie zum Beispiel die Helligkeit oder die Eindringtiefe der Ultraschallwellen, muss an das Untersuchungsgebiet angepasst werden. Außerdem ist die Handhabung der Ultraschallsonde am Anfang gar nicht so einfach“, beschreibt Dr. Thomas Komanek, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Schmerz- und Palliativmedizin die Herausforderungen bei einer Ultraschall-Untersuchung. Bisher war es üblich, dass es anschließend an die Theorie eine praktische Unterrichtseinheit im Marien Hospital Herne gab, in der die Studierenden ihr erlerntes Wissen unter Beweis stellen konnten. Dabei wurde eine komplexe Puppe, die die klassischen Trauma-Verletzungen im Ultraschall simulieren kann, untersucht. Durch die mobilen Ultraschallgeräte können die Studierenden nun vor der praktischen Lerneinheit im Marien Hospital Herne, zuhause den Umgang mit dem Ultraschallgerät und die Reihenfolge der Untersuchungsschritte üben. Wie sinnvoll ein solcher Einsatz der mobilen Ultraschallsonden ist und ob er sich auf den Lernerfolg auswirkt, wird derzeit im Rahmen einer Studie wissenschaftlich untersucht. Dabei werden die Teilnehmenden des Blockpraktikums in zwei Gruppen aufgeteilt: Während die Kontrollgruppe nach wie vor Präsentationen und Lernvideos zum Thema Notfallsonographie erhält, dürfen die Probanden der Untersuchungsgruppe zusätzlich die mobilen Ultraschallgeräte für eine Woche ausleihen und mit nach Hause nehmen. So hat die zweite Lerngruppe die Möglichkeit, das Sonographieren zuhause zu üben. Im Anschluss werden die Fähigkeiten der beiden Gruppen, im Umgang mit dem Ultraschallgerät, anhand eines etablierten Scoring-Systems objektiv bewertet und miteinander verglichen. Mit ersten Ergebnissen der Studie ist in circa einem Jahr zu rechnen.

Online-Programm hilft, den Druck rauszunehmen

AOK warnt vor Burnout im Job

Burnout durch Job mit Computer und Handy? Ein Onlineprogramm der AOK kann helfen (Symbolbild).

„Was Du heute kannst verschieben, kann auch noch bis morgen liegen“ - wer hat nicht schon mal die ungeliebte Steuererklärung oder das Lernen für eine Prüfung von Tag zu Tag geschoben? Geschieht dies häufig, kann dies zu einer Prokrastination führen – eine ernstzunehmende Störung der Selbststeuerung mit erheblichen negativen Folgen in wichtigen Lebensbereichen, heißt es in einer Mitteilung von Donnerstag (24.11.2022). Doch auch das Gegenteil, die Präkrastination, ist kein Idealzustand. Wer präkrastiniert, meint, Aufgaben immer sofort erledigen zu müssen. Das bedeutet oft Stress. „Präkrastination klingt zunächst einmal sehr motiviert. Die Betreffenden möchten Aufgaben direkt abarbeiten, um sie aus dem Kopf zu haben - oder auch, um sich Anerkennung zu verschaffen. Das kann aber auch schnell in einem Burnout enden", so Martina Ries, Spezialistin für psychosoziale Gesundheit der AOK NordWest. Das permanente Erledigen von Aufgaben ohne Pausen bringt nicht die erhoffte Entlastung. Denn kaum ist eine Aufgabe erledigt, kommt auch schon die nächste. Ries: „Durch die moderne Technik sind wir überall und ständig erreichbar und die Erwartungshaltung steigt", was zum Beispiel an dem oft gebrauchten Begriff „asap“ - „as soon as possible“, auf Deutsch: ,sobald als möglich‘ deutlich wird. Eine Übermotivation baut sich auf, die durchaus negative Folgen haben kann: „Wir sind nur noch daran interessiert, die To-do-Liste schnell abzuhaken. Dabei kann es leicht zu Ungenauigkeiten und Fehlern kommen oder auch zu falschen Entscheidungen“, meint Ries. Präkrastination ist vor allem im Joballtag häufig - und manchmal auch der Grund, private Termine und Verpflichtungen zu verschieben. Durch die vielen Aufgaben im Job, die als wichtig und dringend empfunden werden, werden Freizeit, Partner oder Kinder dann oft vernachlässigt. „Die Last unerledigter Aufgaben löst bei Betroffenen so starken Stress aus, dass sie die Aufgaben schnell erledigen möchten, um den Stress zu reduzieren. Diese Last lässt sich mit einem überlegten Arbeitsmanagement und gezielten Pausen jedoch ebenso leicht verringern", sagt Riesund hat Tipps für den Job. Sie empfiehlt als ersten Schritt, Aufgaben zu priorisieren: Vor der Arbeit zunächst einen Überblick verschaffen und die Aufgaben nach Wichtigkeit ordnen und abarbeiten. E-Mails nicht immer direkt nach Eingang, sondern nur zu bestimmten Zeitpunkten lesen und nach Dringlichkeit zu bearbeiten. Das hilft, im Arbeitsfluss zu bleiben. Handys sollten nicht mit in Meetings genommen oder dort ausgeschaltet werden. Das vermeidet Stress durch Multitasking. Damit können Arbeitsprozesse und Ergebnisse wirklich wahrgenommen werden. Ries: „Voraussetzung ist außerdem, dass sich Betroffene selbst bewusstmachen, was wirklich wichtig und dringlich ist. Und diesen Schritt überspringen Präkrastinierer eher, arbeiten Aufgaben zwanghaft schnell ab und legen so den Grundstein zur Entwicklung eines Burnouts." Das kostenfreie AOK-Online-Programm ‚Stress im Griff‘ kann helfen. „Im Gegensatz zu vielen anderen Anti-Stress-Angeboten geht es bei diesem Programm nicht nur darum, bereits entstandenen Stress durch Entspannungstechniken zu lindern, sondern den Stress gar nicht erst aufkommen zu lassen“, so Ries. Weitere Infos im Internet unter www.stress-im-griff.de.

11. Herner Hygienetag am EvK

Kritischer Blick auf Pandemie-Maßnahmen

Dr. Uwe Werfel (2.v.l.) leitetet den Hygienetag. Zu den Referenten zählten Jan-Henrick Wischer (li.), Prof. Dr. Eckhard Müller (Mitte), Danh Vu (2.v.r.) und Dr. Georg-Christian Zinn.

Hygiene muss sich wieder stärker auf ihre Ursprungsthemen besinnen. Das mahnte Dr. Georg-Christian Zinn an. Der Direktor des Zentrums für Hygiene und Infektionsprävention in Ingelheim gehörte zu den Experten, die sich zum 11. Herner Hygienetag am Evangelischen Krankenhaus Herne trafen, heißt es in einer Mitteilung von Mittwoch (23.11.2022). Durch die Corona-Pandemie, die auch bei dieser Veranstaltung im Mittelpunkt stand, sei der Umgang mit multiresistenten Erregern bedenklich in den Hintergrund gerückt. Multiresistente gramnegative Erreger reagieren unempfindlich auf Antibiotika und haben deshalb in der Vergangenheit stets ein großes Problem dargestellt. Dies ist nach wie vor ungelöst und wurde von Dr. Zinn als eine „vergessene Pandemie, die weltweit auf dem Vormarsch ist“ bezeichnet. Corona hingegen befindet sich mittlerweile im Übergang in die endemische Phase, d.h. ähnlich wie die Grippe wird Corona mit relativ konstanter Erkrankungszahl eine dauerhafte Erscheinung bleiben. Prof. Dr. Nico T. Mutters, Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Universitätsklinikum Bonn, wies darauf hin, dass wir lernen müssen, mit Corona zu leben, da eine absolute Kontrolle des Virus bislang genauso wenig möglich sei wie bei dem Influenza-Virus. Er zog in seinem Vortrag eine kritische Bilanz aller ergriffenen Corona-Maßnahmen vom Lockdown bis hin zur Schutzkleidung und sprach von der „Pandemüdigkeit“ der Bevölkerung. Sein Appell an die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik lautete, nicht nur auf die Inzidenzraten zu schauen, sondern auch Folgeschäden im Blick zu behalten. So habe sich der Lockdown mit seinen verschobenen Operationen fatal auf die Überlebenschance von Krebspatienten ausgewirkt. Covid-19 als Berufskrankheit und ihre Folgen beleuchtete Prof. Dr. Albert Nienhaus, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Beschäftigte im Gesundheitswesen sind mit einem siebenfach erhöhten Risiko die am stärksten gefährdete Berufsgruppe. Er räumte ein, dass es bislang zu Long-Covid ein eher rudimentäres Wissen gebe. Nachgewiesen sei bislang nur, dass Long-Covid stark von individuellen Vorerkrankungen abhänge und die Symptome nur sehr langsam zurückgehen. Weiterer Punkt auf dem Tagungsprogramm war ein Update von Prof. Dr. Santiago Ewig, Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Infektiologie, EvK Herne, zur Prophylaxe und präventiven Therapie der Tuberkulose. Mit einem Fallbeispiel zum Thema Bekämpfung von Schmetterlingsmücken im OP bot Jan-Henrick Wischer, leitende Hygienefachkraft am EvK Lippstadt, einen anschaulichen Einblick in die Praxis. Wie die Tätigkeit der Analytischen Task Force Bio der Feuerwehr Essen aussieht, darüber klärte André Weiand umfassend auf. Die Organisation der Fachveranstaltung lag bei Dr. Uwe Werfel, leitender Arzt Krankenhaushygiene der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne und Castrop-Rauxel.

Neuer Leitfaden Palliativversorgung

Hospizkultur in Heimen muss gelebt werden

Den neuen Leitfaden der AG Heime präsentieren: v.l. Anja Schröder, Dr. Wolfgang Scherbeck, Heike Schlegel, Süreyya Melnik und Brunhilde Schlachter.

Mit dem ersten Leitfaden für eine bessere Palliativversorgung und Hospizkultur in stationären Einrichtungen setzte das Palliativ-Netzwerk Herne, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel vor sieben Jahren Maßstäbe. Jetzt wurde die bundesweit beachtete Handreichung für Berufsgruppen in stationären Einrichtungen und Angehörige aktualisiert und um zusätzliche Themen erweitert. Die 54 Seiten starke Broschüre kann ab sofort unter www.palliativ-netzwerk.de als pdf kostenfrei im Internet heruntergeladen werden. Herausgeber des Leitfadens ist die Ende 2012 gegründete, städteübergreifende Arbeitsgemeinschaft Heime im Palliativ-Netzwerk Herne, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel. Darin haben sich Vertreter verschiedener Heimträger und Berufsgruppen zusammengeschlossen. Neben fachlichem Austausch und gegenseitiger Stärkung steht dabei die Weiterentwicklung und Implementierung der Hospiz- und Palliativkultur in stationären Einrichtungen im Fokus. Eine wichtige Aufgabe, denn laut Statistik versterben 30 Prozent der Heimbewohner bereits innerhalb der ersten drei Monate nach Aufnahme, 60 Prozent innerhalb des ersten Jahres. Die erste Auflage des Leitfadens 2015 entwickelte sich rasch zu einer Erfolgsgeschichte. Die Broschüre fand überregionale Beachtung, sogar aus Süddeutschland kamen Anfragen. Die Zeitschrift Hospizdialog berichtete darüber, zentrale Inhalte wurden in einem netzwerkweiten Fachtag vertieft. „Trotzdem wurde schnell deutlich, dass Themen fehlten, und dass wir auch über die Zielgruppe des Leitfadens nachdenken mussten“, betont Brunhilde Schlachter, stellvertretende Vorsitzende des Palliativ-Netzwerkes. Eine ehrenamtliche Redaktionsgruppe übernahm die praktische Umsetzung, - in Coronazeiten keine leichte Aufgabe. Dieser stellten sich Anja Schröder (Koordinatorin beim Ambulanten Hospizdienst Herne) gemeinsam mit Süreyya Melnik (Pflegedienstleitung, AWO-Seniorenzentrum Ickern), Heike Schlegel (Pflegedienstleitung Geros Seniorenzentren Castrop-Rauxel), und Dr. Wolfgang Scherbeck, Palliativarzt im Ruhestand. Sie sorgten dafür, dass neue Themen wie Schmerzempfinden, Notfallbox oder die ambulante Ethikberatung Eingang in den Leitfaden fanden. Medizinische Fachbegriffe wurden verständlich erläutert oder umgangssprachlich umformuliert. Grafik und Druck von 3.000 Exemplaren finanzierte schließlich das Palliativ-Netzwerk aus Spenden. „Die Mitarbeitenden freuen sich schon sehr auf das Update, denn der Leitfaden erleichtert die Arbeit mit Bewohnerinnen und Bewohnern am Lebensende“, sagt Netzwerk-Vorstand Brunhilde Schlachter, die viele Jahre lang ein Altenheim in Herne leitete. „Eine Broschüre kann das persönliche Gespräch nicht ersetzen. Sie ist aber hilfreich, wenn Angehörige in einer stillen Minute wichtige Informationen noch einmal nachlesen wollen“. In den Heimen wird die Broschüre nun bei Dienstbesprechungen in Wohngruppen vorgestellt und gratis an Angehörige verteilt. „Das Thema darf nicht einschlafen“, fordert die Hospizdienst-Koordinatorin Anja Schröder. „Hospizkultur muss gelebt werden und für alle Berufsgruppen in stationären Einrichtungen fester Bestandteil von Fortbildungen und Qualitätszirkeln sein.“

23 Operationstechnische Assistenten

Vom Campus in den OP-Saal

Zwei der 23 ausgelernten Operationstechnischen Assistenten. v.l. Jakob Hartung und Niclas Lanczek.

Nach einer dreijährigen Ausbildung sind nun 23 Operationstechnische Assistenten bereit für das Arbeitsleben. Nachdem sie die Abschlussprüfungen bestanden haben, unterstützen die sie nicht nur die Kollegen im Operationssaal, sondern auch in der Notaufnahme oder der Endoskopie. „Wir gratulieren unseren Operationstechnischen Assistenten zu ihrem Abschluss und wünschen ihnen alles Gute für die Einsätze in den Einrichtungen der St. Elisabeth Gruppe“, so Sabine Dreßler, Leitung der Schule für Berufe im Operationsdienst am Campus der St. Elisabeth Gruppe. Vor, während und nach einer Operation hat ein Operationstechnischer Assistent (OTA) unterschiedliche Aufgaben. Er reicht dem Operateur zum Beispiel OP-Instrumente und sorgt für einen reibungslosen Ablauf während der Operation. Das dafür nötige Fachwissen haben die Operationstechnischen Assistenten durch Theorieinhalte am Campus der St. Elisabeth Gruppe erhalten. Außerdem sammelten sie vielfältige praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Einrichtungen der St. Elisabeth Gruppe und bei verschiedenen Kooperationspartnern.

Online-Kursus

Zuwendung schenken - Beschwerden lindern

Praktische Hilfen mit großer Wirkung: Hospizdienst-Koordinatorin Anja Schröder (links) demonstriert den Zeitschenkerinnen Ria Jansen (Mitte) und Cornelia Hellwig, wie wohltuend Mundpflege sein kann, je nach Vorlieben der Erkrankten auch mit Saft, Sekt oder Wein.

„Erste Hilfe“ kennen die meisten, „Letzte Hilfe“ noch zu wenige. Praktisches Handwerkszeug, um schwerstkranke Menschen am Ende ihrer Lebenszeit zu unterstützen, vermittelt der Ambulante Hospizdienst am Tag des Ehrenamtes, Montag,5. Dezember 2022, in einem Online-Workshop. Das Digital-Seminar „Letzte Hilfe“ beginnt um 18 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei. Gemeinsam mit Referenten des Palliativ-Netzwerkes Herne, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel möchte der Ambulante Hospizdienst dazu beitragen, dass das Umsorgen sterbenskranker Menschen wieder zum Allgemeinwissen wird. „Der Tod ist Teil des Lebens“, sagt Karin Leutbecher, Koordinatorin beim Ambulanten Hospizdienst und Letzte Hilfe-Trainerin. „Unser Ziel ist es, Menschen zu ermutigen, sich schwerstkranken Angehörigen, Nachbarn und Freunden zuzuwenden, denn Zuwendung ist das, was wir alle am Ende unseres Lebens am meisten brauchen.“ Der „Letzte Hilfe“-Kurs besteht aus vier Unterrichtseinheiten zu jeweils 45 Minuten. Kompakt vermittelt er Wissen darüber, was in der letzten Lebensphase geschieht, wie sich Angehörige auf diese Situation vorbereiten und wie sie Beschwerden lindern können. Thematisiert werden u.a. auch der Umgang mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Die Teilnehmer erfahren, wie sich Abschied und Trauer auf ihr eigenes Leben auswirkt. Sie überlegen gemeinsam, wie sie Abschied nehmen können und wo ihre Möglichkeiten und Grenzen liegen. Parallel dazu bietet der Online-Workshop Gelegenheit, über die „Letzte Hilfe“ in die Thematik der ehrenamtlichen Sterbebegleitung „hineinzuschnuppern“. Der nächste Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleitung beginnt am Donnerstag, 9. Februar 2023. Das fachübergreifende Palliativ-Netzwerk Herne, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Letzte Hilfe-Kurse der Bevölkerung in der Region kostenfrei zukommen zu lassen, zum Beispiel über die Volkshochschulen, Wohlfahrtsverbände, Vereine, Parteien oder private Initiativen. Aus Mitteln des Netzwerkes wurden dazu 14 Letzte Hilfe-Trainer*innen, darunter auch die drei Koordinatorinnen des Ambulanten Hospizdienstes, ausgebildet, die seitdem die Workshops in wechselnden Teams anbieten können. Seit 2009 steht das Palliativ-Netzwerk Herne, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel e.V. in der Region für eine multiprofessionelle und ganzheitliche Versorgung unheilbar kranker Menschen am Ende ihres Lebens. Mehr als 30 Mitglieder haben sich unter diesem Dach zusammengeschlossen. Nach Voranmeldung erhalten die Teilnehmer den Zugangslink: Tel 02323 – 988 290 E-Mail info@hospizdienst-herne.de www.hospizdienst-herne.de Mehr Informationen und Kurs-Termine: www.letztehilfe.info

Hypertonie-Zentrum des Anna Hospital rezertifiziert

Bluthochdruck im Auge behalten

Prof. Dr. Klaus Kisters, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des St. Anna Hospital.

Ein Blutdruck zwischen 120 / 80 und 130 / 85 ist die Norm. Liegt der Blutdruck wiederholt über 140 / 90 sprechen Ärzte von Bluthochdruck (Hypertonie). Ein unbehandelter Bluthochdruck kann zu Durchblutungsstörungen wichtiger Organe, wie Herz, Gehirn, Augen sowie Nieren führen und begünstigt Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenversagen. Das Team der Klinik für Innere Medizin des St. Anna Hospital Herne hat seit vielen Jahren umfassende Erfahrung im Erkennen und Behandeln von Bluthochdruck. Die deutsche Bluthochdruck-Liga hat die Klinik erneut als Hypertonie-Zentrum zertifiziert und bestätigt damit seit 2009 die gute Versorgungsqualität. Das größte Problem bei Bluthochdruck ist vor allem, dass er lange Zeit keine Symptome verursacht und daher unerkannt bleibt. Darum sollte auf erste Anzeichen wie Schwindel, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Nasenbluten und Nervosität geachtet werden. „Beobachten Betroffene diese Symptome an sich und vermutet der niedergelassene Arzt Bluthochdruck, können wir im Hypertonie-Zentrum weitere Untersuchungen durchführen, um die Diagnose zu sichern“, so Prof. Dr. Klaus Kisters, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des St. Anna Hospital Herne, der auch führend in der Forschung zum Thema Bluthochdruck ist. Bei der Anamnese, also der Abklärung der gesundheitlichen Vorgeschichte des Patienten, werden Fragen zu Vorerkrankungen, speziellen Medikamenten, Herzerkrankungen in der Familie, Rauchverhalten, Alkoholkonsum und Stresslevel gestellt. Die Fragen helfen dabei die Risikofaktoren einzuschätzen. Der Arzt führt unter anderem eine Blutdruck-Langzeitmessung und ein Belastungs-EKG durch. Außerdem kann mit Hilfe einer Echokardiografie, also einer Ultraschalluntersuchung des Herzens, die Funktion und Größe der Herzkammern dargestellt werden. Menschen, die an Bluthochdruck leiden, haben in der Regel eine vergrößerte linke Herzkammer oder eine allgemeine Verdickung des Herzmuskels. Bei circa 25 Prozent aller Patienten mit einem leichten Bluthochdruck lässt sich der Blutdruck mit einer Umstellung des Lebensstils regulieren. Sollten Maßnahmen wie Gewichtsabnahme bei Übergewicht, Ernährungsumstellung sowie der Verzicht auf Rauchen und Alkohol keinen Erfolg zeigen, ist eine medikamentöse Einstellung nötig.

Herz-Kreislauferkrankungen häufigste Ursache bei Krankenhauseinweisungen

AOK zu den Herzwochen im November

Die AOK informiert über Kreislauferkrankungen.

Herz-Kreislauferkrankungen sind in Herne nach wie vor die mit Abstand häufigste Ursache, wenn es um Einweisungen ins Krankenhaus geht. Mehr als 1.611 AOK-Versicherte mussten deshalb im vergangenen Jahr stationär aufgenommen werden. Dies geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest anlässlich der Herzwochen im November hervor. Die Gesamtzahl der Krankenhauseinweisungen in 2021 lag bei 11.683. Im Vergleich zu 2019 vor der Pandemie ein Rückgang von 14,2 Prozent (13.347). „Anlass zur Sorge geben vor allem die sinkenden Klinikeinweisungen im Zusammenhang mit Notfällen wie bei Schlaganfall oder Herzinfarkt“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock. Rund 34 Prozent der Krankenhauseinweisungen im vergangenen Jahr betrafen Patienten über 65 Jahre. Außerdem wurden rund 28 Prozent mehr Frauen (6.565) stationär aufgenommen als Männer (5.118). Hinter den Kreislauferkrankungen lagen als Ursache für einen Krankenhausaufenthalt an zweiter Stelle Muskel-Skelett-Erkrankungen (1.165), gefolgt von Neubildungen von Krebs (1.112). „Ein wesentlicher Grund für die Entstehung von Herzerkrankungen ist häufig der Lebensstil“, so Kock. Durch zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Rauchen und Stress werden Risikofaktoren wie Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte und Diabetes gefördert. Zur Vorbeugung ist daher ein gesunder Lebensstil wichtig. Dabei hilft die AOK NordWest ihren Versicherten mit speziellen Angeboten als Teil ihres Kursprogramms. Alle Angebote sind exklusiv und kostenfrei für AOK-Kunden. Die Kurse werden von qualifizierten Fachkräften geleitet. Das aktuelle Kursprogramm ist in allen AOK-Kundencentern erhältlich oder im Internet abrufbar.

Ev. Krankenhausgemeinschaft

Start frei für die neuen Auszubildenden

Ev. Krankenhausgemeinschaft begrüßt im November 2022 neue Pflegefachschüler.

Die Ev. Krankenhausgemeinschaft begrüßte im November 2022 die neuen Auszubildenden. Die jungen Menschen treten somit ihre Ausbildung zu Pflegefachkräften an. Persönliche Betreuung ist dabei Trumpf an der Zentralen Pflegefachschule der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel. Das gilt sowohl für die Theoriephase in der Schule als auch während der Praxisblöcke auf den Stationen. Wichtige Ansprechpartnerin für die neuen Schüler, die jetzt in der der Zentralen Pflegefachschule begonnen haben, ist Klassenlehrerin Kerstin Stiller. Gemeinsam mit Schulleiter Martin Hückelheim begrüßte sie den künftigen Pflegenachwuchs der Ev. Krankenhausgemeinschaft und wünschte alles Gute zum Ausbildungsstart.

Menschen mit Atemwegserkrankungen sind besonders gefährdet

Schadstoffe in der Luft belasten die Gesundheit

In Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen wegen gesundheitsgefährdender Luftschadstoffe wie Feinstaub vorzeitig.

Luftverschmutzung kostet Lebenszeit: In Deutschland sterben nach Angaben der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie jährlich mehr als 100.000 Menschen wegen gesundheitsgefährdender Luftschadstoffe wie Feinstaub, Ozon, Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid vorzeitig. Die Lebensdauer der Betroffenen verkürzt sich im Schnitt um 2,4 Jahre. Die meisten Todesfälle gehen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall zurück, gefolgt von Lungen- und Atemwegserkrankungen. In Herne leben nach Angaben der AOK NordWest allein insgesamt 18.278 Menschen, die an Asthma bronchiale oder der chronischen Lungenerkrankung COPD erkrankt sind. „Hilfe bieten diesen Betroffenen die speziellen Disease-Management-Programme (DMP) der Krankenkassen, die ein optimales Krankheitsmanagement und eine gute strukturierte medizinische Versorgung bieten“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock. Im Programm ‚AOK-Curaplan‘ werden die Patientinnen und Patienten auf der Grundlage wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse behandelt. Dabei koordiniert der behandelnde Arzt die gesamte Behandlung und legt gemeinsam mit dem Patienten Therapieziele fest. Zwar sind die Emissionen hierzulande im Vergleich zu 1990 um mehr als 40 Prozent gesunken. Doch 2020 wurden in Deutschland immer noch rund 717 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Vor allem Feinstaub ist allgegenwärtig: Er entsteht zum Beispiel bei Autoabgasen, beim Abrieb von Autoreifen, Bremsen und Straßenbelägen, bei Emissionen aus Heizungen und Kraftwerken oder aus der Landwirtschaft. Eine hohe Konzentration an Feinstaub kann bei Menschen mit COPD oder Asthma einen Krankheitsanfall auslösen. Kinder sind besonders anfällig: So kann eine höhere Belastung durch Luftverschmutzung in der frühen Kindheit später zu einer verminderten Lungenfunktion führen. Auch Menschen mit Atemwegserkrankungen sind gefährdet: Eine aktuelle Studie aus Berlin zeigt, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Asthma- und COPD-Erkrankten bei erhöhten Stickstoffdioxid-Konzentrationen in der Luft ansteigt. Luftverschmutzung kann außerdem krebserregend sein. „Die Gesundheit wird vor allem durch Feinstaub mit einer Partikelgröße unter 2,5 Mikrometer belastet. Diese dringen sehr tief in die Atemwege ein und können über die Lungenbläschen in die Blutbahn gelangen. Hier können dann Entzündungsreaktionen ausgelöst und die Entstehung von Arteriosklerose befördert werden", sagt Kock. „Körperliche Bewegung wie Fahrradfahren, Spazierengehen oder Schwimmen verbessert die Lungenfunktion und stärkt das Herz-Kreislauf-System“, sagt Kock. Bei den sportlichen Aktivitäten sollte darauf geachtet werden, dass die Ozon- und Feinstaubwerte nicht im hohen Bereich liegen, um negative Effekte auf das Herz-Kreislauf-System zu vermeiden. „Wer häufiger das Rad nimmt oder zu Fuß geht, reduziert damit ebenfalls die Treibhausgasemissionen und tut aktiv etwas für die Umwelt“, so Kock. Auf dem Weg zu Lebensstilveränderungen unterstützt die AOK NordWest ihre Versicherten mit zahlreichen kostenfreien persönlichen und digitalen Angeboten als Teil ihres Gesundheitsprogramms. Mehr Infos gibt es hier.

Fachveranstaltung im Marien Hospital Herne

Maligne Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes

Prof. Dr. Dirk Bausch (2.v.l.) begrüßt gemeinsam mit Prof. Dr. Dirk Strumberg (2.v.r.), Dr. Johannes Schweinfurth (l.) und Dr. Sebastian Brinkmann (r.), Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, die Teilnehmer der Veranstaltung.

Am Mittwoch (9.11.2022) luden Prof. Dr. Dirk Bausch, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Herne und Prof. Dr. Dirk Strumberg, Direktor der Medizinischen Klinik III - Hämatologie / Onkologie des Marien Hospital Herne, gemeinsam mit weiteren Experten zu der Fachveranstaltung „Der Anzug muss sitzen - Therapie maligner Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes“ ein. Die Veranstaltung richtete sich an ärztliches Fachpersonal. Die chirurgische Entfernung von bösartigen Tumoren im oberen Verdauungstrakt gehört zu den herausforderndsten Eingriffen in der Viszeralchirurgie und erfordert eine besondere fachliche Expertise. Ein kontinuierlicher interner sowie interdisziplinärer Austausch der beteiligten Behandlungspartner aus Chirurgie, Onkologie und Gastroenterologie ist deshalb unerlässlich. Um Patienten bestmögliche individualisierte Behandlungskonzepte zu ermöglichen, fand deshalb die Fachveranstaltung „Der Anzug muss sitzen – Therapie maligner Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes“ im Marien Hospital Herne statt. Nach einer kurzen Begrüßung mit einleitenden Worten ging es mit dem ersten Vortrag des Abends weiter. Dr. Johannes Schweinfurth, Leitender Arzt der Medizinischen Klinik I, Abteilung für Gastroenterologie des Marien Hospital Herne, referierte über die Diagnostik bösartiger Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes. Dazu zählt neben einer ausführlichen Anamnese auch eine körperliche Untersuchung sowie eine Entnahme des potenziell krankhaft veränderten Gewebes. Dr. Sebastian Brinkmann, Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Herne, stellte anschließend die chirurgische Therapie maligner Tumore des oberen Gastrointestinaltraktes vor und klärte in dem Zusammenhang auch über mögliche Risikofaktoren und Komplikationen derartiger Operationsmethoden auf. In dem letzten Vortrag des Abends, gehalten von Prof. Dr. Dirk Strumberg, Direktor der Medizinischen Klinik III – Hämatologie / Onkologie des Marien Hospital Herne, ging es schließlich um begleitende Therapiemöglichkeiten und darum, ob diese individuell oder standardisiert durchgeführt werden. Bei diesen auch als adjuvant bzw. neoadjuvant bezeichneten Therapiekonzepten handelt es sich um Therapien, die entweder vor oder nach der chirurgischen Entfernung maligner Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes durchgeführt werden. Sie können zum Beispiel aus einer Chemotherapie oder Bestrahlung bestehen. Beide Therapieformen werden am Marien Hospital Herne durchgeführt. Eine abschließende Diskussionsrunde mit der Möglichkeit eines fachlichen sowie kollegialen Austausches über Diagnostik und Therapiemöglichkeiten maligner Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes rundete die Fachveranstaltung des Marien Hospital Herne ab. „Ein gelungener Abend mit einer interessanten Diskussionsrunde, bei der die Teilnehmer ihre Fragen stellen konnten“, sagt Prof. Dr. Dirk Strumberg, Direktor der Medizinischen Klinik III – Hämatologie / Onkologie des Marien Hospital Herne. Und auch Prof. Dr. Dirk Bausch, Direktor der Chirurgischen Klinik des Marien Hospital Herne, zeigt sich zufrieden: „Im Marien Hospital Herne arbeiten Gastroenterologen, Chirurgen und Onkologen bei der Behandlung von bösartigen Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes eng zusammen. Wie sehr die Patienten davon profitieren, wollten wir den teilnehmenden niedergelassenen Kollegen mit dieser Veranstaltung zeigen.“

Anforderungen werden weiter steigen

Aktionstag zur Suchtberatung

v.l. Serdar Yüksel, Serdar Yüksel, Vorsitzender der AWO Ruhr-Mitte und SPD-Mitglied im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales im Landtag NRW, und Sara Falkenstein, Suchtberaterin bei der AWO.

Die Zahl der Drogentoten in NRW hat einen Rekordwert erreicht: 693 Menschen sind 2021 in Zusammenhang mit Rauschgift-Konsum gestorben. Das Landesgesundheitsministerium sieht den Grund für den Höchstwert in der Corona-Pandemie – in dieser Zeit seien Suchthilfeangebote nur eingeschränkt verfügbar gewesen. Den 10. November hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen zum Aktionstag Suchtberatung erklärt. In diesem Jahr stand der Aktionstag am Donnerstag (10.11.2022) Suchtberatung unter dem Schwerpunkt: „Wir sind für alle da … noch.“ Gründe genug, auf die Bedeutung professioneller Hilfen hinzuweisen. Bei der AWO Ruhr-Mitte arbeitet Sara Falkenstein seit Juni 2021 in der Suchtberatung. Im Interview mit Serdar Yüksel, Vorsitzender der AWO Ruhr-Mitte und Mitglied im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales im nordrhein-westfälischen Landtag, spricht sie über die Herausforderungen, vor denen die Suchtberatungsstellen stehen und wie Politik auf die aktuellen Entwicklungen eigentlich reagieren müsste. Sara Falkenstein, AWO: Sie haben mit einer Kleinen Anfrage im Landtag die Vielzahl der Drogentoten erst thematisiert. Welche politischen Rückschlüsse ziehen Sie daraus? Serdar Yüksel: Warum wir so viele Drogentote haben, ist klar: Beratungsleistungen konnten in der Pandemie nicht so intensiv erbracht werden. Dadurch sind viele gestorben, Institutionen der Suchthilfe haben ein gewisses Klientel gar nicht mehr erreicht. Es gab außerdem eine Zunahme illegaler Drogen, der Markt ist regelrecht überschwemmt worden. Fakt ist: Seit gut 30 Jahren ist die Suchtberatung chronisch unterfinanziert bei steigenden Lohn- und Sachkosten. Da werden die Träger im Stich gelassen und ich sehe bei den Haushaltsberatungen im Land nicht, dass den Kommunen jetzt mehr Geld zur Verfügung gestellt wird. Sara Falkenstein, AWO: Warum ist das so? Serdar Yüksel: Die SPD hat immer wieder Anträge gestellt, die von der Landesregierung vom Tisch gefegt wurden. Schwarz-Gelb und jetzt Schwarz-Grün setzen da leider andere Prioritäten und erkennen gar nicht die Notwendigkeit. Sara Falkenstein, AWO: Sie sagen, der Markt wird gerade mit Drogen überschwemmt. Was meinen Sie damit konkret? Serdar Yüksel: Illegale Drogen, die nach Deutschland kommen, nehmen zu. Bei vielen Abhängigen gibt es nicht nur die eine Sucht. Eine bestimmte Klientel nimmt inzwischen bis zu fünf Suchtmittel gleichzeitig. Übers Internet ist die Beschaffung relativ einfach. Sara Falkenstein, AWO: Macht die Legalisierung von Cannabis denn dann Sinn? Serdar Yüksel: Cannabis wird so oder so konsumiert. Illegalität stärkt nur den Schwarzmarkt und fördert eine Kriminalisierung, wobei Gerichtsverfahren meistens eingestellt werden. Ich habe mir das Modell in Kanada angesehen: Es gibt gute Gründe, dem Schwarzmarkt den Boden zu entziehen und Cannabis – wenngleich staatlich kontrolliert, auch in Bezug zum THC-Gehalt – legal abzugeben. Gleichzeitig braucht es eine flankierende Aufklärungskampagne über die Gefahren. Man muss dringend informieren, welche Nebenwirkungen es gibt. Ich denke etwa an psychotische Erkrankungen. Sara Falkenstein, AWO: Das schreit förmlich nach mehr Prävention. Ich fürchte nur, dass der Schwarzmarkt mit der Begrenzung des THC-Gehalts erst recht explodieren wird. Serdar Yüksel: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagt, der THC-Gehalt soll 15 Prozent nicht übersteigen. Auf dem Schwarzmarkt gibt es oft doppelt so viel. Ich glaube aber, dass diejenigen, die konsumieren wollen , sich nicht zudrönen, sondern tatsächlich eine legale Droge nutzen möchten, die durchaus einen Effekt erzielt. Aber: Die zusätzlichen Steuereinnahmen müssten dann tatsächlich für Präventionsprojekte genutzt werden, damit klar wird, welche Gefahren mit dem Konsum einhergehen. Das ist ja kein Keks, bei dem man auf Kalorien achten muss. In zwei Jahren ist dann dringend ein Zwischenfazit zu ziehen, wie sich Krankheitsgeschichten entwickelt haben. Sara Falkenstein, AWO: Mit der Prävention müsste man aber jetzt beginnen, nicht erst 2024. Serdar Yüksel: Richtig. Das Thema Drogengefahren gehört viel mehr in den Schulunterricht verankert. Eine Litfaßsäule mit Postern kann da keine Antwort sein. Die Beratungsstellen müssen viel mehr in den Schulen präsent sein – mit Hingeh- und keinen Komm-Strukturen. Niemand darf sich generell in seiner Beratungsstelle verschanzen, das funktioniert nicht. Sara Falkenstein, AWO: Viele Klienten haben in der Pandemie mehr Probleme bekommen, auch finanzieller Art durch Jobverlust und Kurzarbeit, das hat sich zugespitzt und das Konsumverhalten verschärft. Das wird langfristig noch weitere Folgen haben. Serdar Yüksel: Psychische Erkrankungen nehmen zu, Depressionen nehmen zu, es gibt Zukunftsängste und es gibt deutliche Korrelationen zwischen psychischen und Suchterkrankungen. Da klappt oftmals das ambulante Setting nicht, es gibt Drehtüreffekte. Menschen kommen in die Psychiatrie, werden entgiftet, finden dann aber keine ambulanten Strukturen, um sich im eigenen Lebensumfeld zu stabilisieren. Hier muss mehr gemacht werden. Sara Falkenstein, AWO: Und dazu braucht es einfach auskömmlichere Finanzierungen. Wir sind wieder beim Thema. Serdar Yüksel: Die Konsumierenden werden weiblicher und jünger. Da wandelt sich ein Bild gerade, ich sehe auch hier weitere Herausforderungen auf die Beratungsstellen zukommen. Und da dürfen wir nicht locker lassen, weitere finanzielle Mittel möglich zu machen, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden.

Beginn eines neuen Lebensabschnittes

42 neue Azubis für ATA und OTA

Am Campus der St. Elisabeth Gruppe sind 42 neue Azubis zum Anästhesie- bzw. Operationstechnischen Assistenten gestartet.

Insgesamt 42 Auszubildende haben am Mittwoch (2.11.2022) ihre Ausbildung zum Anästhesie- bzw. Operationstechnischen Assistenten am Campus der St. Elisabeth Gruppe begonnen, heißt es in einer Mitteilung von Freitag (11.11.2022). In den kommenden drei Jahren erlernen sie sämtliche Kompetenzen, die sie für ihre Arbeit im OP benötigen. Operationstechnische Assistenten, kurz OTA, übernehmen im Operationssaal vielfältige Aufgaben, die vor, während und nach Operationen notwendig sind. Als „rechte Hand“ der Ärzte bereiten sie operative Eingriffe vor und assistieren den Operateuren während der Operation. Darüber hinaus sind sie für die Pflege und Sterilisation technischer Geräte und Instrumente zuständig. Mit ihrem Fachwissen sorgen sie für einen reibungslosen und zügigen Ablauf operativer Eingriffe. Auch Anästhesietechnische Assistenten, kurz ATA, arbeiten hauptsächlich in Operationssälen. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Überwachung von Patienten vor, während und nach Operationen. Sie sorgen dafür, dass es dem Patienten während der Narkoseeinleitung gut geht und sind innerhalb der Narkose gemeinsam mit dem Anästhesisten für die Überwachung der Vitalwerte zuständig. Außerdem reichen sie Medikamente an und überprüfen die Aufklärungsbögen vor Operationen auf ihre Vollständigkeit. Die breitgefächerten Ausbildungen ermöglichen sowohl Operationstechnischen- als auch Anästhesietechnischen Assistenten vielfältige Aufgaben in verschiedenen medizinischen Abteilungen. Am Campus der St. Elisabeth Gruppe erlernen die Auszubildenden die grundlegenden Theorieinhalte für ihren Beruf. In den verschiedenen Einrichtungen der St. Elisabeth Gruppe sammeln sie spannende Praxiserfahrungen. „Unser dreijähriges Ausbildungskonzept bereitet die Auszubildenden auf einen abwechslungsreichen Beruf mit guten Zukunftsaussichten vor“, sagt Sabine Dreßler, Leitung der Schule für Berufe im Operationsdienst am Campus in Herne. „Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung besteht außerdem die Möglichkeit der Übernahme in die St. Elisabeth Gruppe.“ Die Ausbildungen zum Anästhesietechnischen Assistenten und Operationstechnischen Assistenten sind seit 2022 staatlich anerkannt. Im Januar 2022 sind die ersten Kurse mit insgesamt 46 Auszubildenden am Campus der St. Elisabeth Gruppe gestartet.

Elternschule vom St. Anna Hospital lädt ein

Intensive Geburtsvorbereitung am Wochenende

Das St. Anna Hospital bietet einen Kursus zur Geburtsvorbereitung an (Symbolbild).

Die Elternschule des St. Anna Hospital Herne bietet am Samstag und Sonntag, 19. und 20. November 2022, einen Intensiv-Wochenendkurs zur Geburtsvorbereitung für Paare an. Es werden zahlreiche Informationen zum gesamten Themenbereich Schwangerschaft, Geburt, Stillen und Kinderpflege vermittelt. Zusätzlich werden Übungen zur Entspannung, zur Körperwahrnehmung und Wehenatmung angeboten. Ziel des Kurses ist eine optimale Vorbereitung auf die Geburt. Der Kursus findet am Samstag von 10 bis 17.30 Uhr und am Sonntag von 10 bis 16.30 Uhr im Kongresszentrum (Konferenzraum 5 und 6) der St. Elisabeth Gruppe am St. Anna Hospital, Am Ruschenhof 24, 44649 Herne, statt. Die Gebühr für die werdende Mutter wird von der Krankenkasse übernommen, die Kosten für den Partner betragen 100 Euro. Anmeldungen online unter www.annahospital.de/elternschule oder unter Tel 0 23 23 - 499 - 27 37.

Kursus im EvK für Angehörige

Umgang mit Demenzerkrankten lernen

Im Evangelischen Krankenhaus an der Wiescherstraße wird ein Kursus zum Umgang mit Demenzerkrankten angeboten.

Angehörige, die einen dementen Menschen versorgen, sind einer starken Belastung ausgesetzt. Unterstützung bietet ein Kursus im Evangelischen Krankenhaus Herne, der speziell darauf ausgerichtet ist, Fragestellungen rund ums Thema Demenz zu behandeln. Die Pflegeberaterin und examinierte Krankenschwester Andrea Lendermann vermittelt, welche Möglichkeiten es gibt, mit Demenzerkrankten in Kommunikation zu treten. Ob Singen, Beten, Gedichte oder eine spezielle Art der Körpersprache, die Teilnehmer lernen, wie sie ihre dementen Angehörigen über die Gefühlsebene erreichen können. Thema ist auch, wie man aggressivem Verhalten begegnen oder es verhindern kann. Der Demenz-Kursus läuft an insgesamt drei Tagen: Von Mittwoch bis Freitag, 23., 24. und 25. November 2022, jeweils von 9.30 bis 13 Uhr und wird unter Beachtung der am EvK geltenden Corona-Regeln durchgeführt. Veranstaltungsort ist das EvK Herne, Wiescherstraße 24. Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung bei der Pflegeberaterin unter 02323 498-92828 ist verpflichtend.

24 Pflegekräfte beenden Fachweiterbildung am Campus der St. Elisabeth Gruppe

Experten in der Endoskopie

Eva-Lisa Leibelt (l.) und Julian Höpfner (r.) gehören zu den Pflegekräften die die Weiterbildung in der Endoskopie erfolgreich absolvierten.

Ins Innere des Körpers schauen ganz ohne Operation - dies ist Alltag für Pflegekräfte in der Endoskopie. Mit einem flexiblen Schlauch, dem Endoskop, werden Körperbereiche und Organe von innen untersucht und behandelt. Am Campus der St. Elisabeth Gruppe haben nun 24 Pflegekräfte ihre zweijährige Fachweiterbildung „Pflege in der Endoskopie“ erfolgreich abgeschlossen. Bekannte Beispiele für endoskopische Untersuchungen sind die Magen- oder Darmspiegelung. Doch auch die Bronchien oder die Gallenwege und der Bauchspeicheldrüsengang können beispielsweise untersucht und behandelt werden, ohne dass ein operativer Schnitt notwendig ist. Die Teilnehmer der Fachweiterbildung erlernten alle Aspekte, die bei der Vorbereitung, Überwachung und Nachsorge der Patienten zu berücksichtigen sind. Denn in der Endoskopie arbeiten die Pflegekräfte eng mit den Ärzten zusammen. Sie assistieren zum Beispiel bei der Untersuchung und reichen die notwendige Instrumente an. Ein wichtiger Aspekt ist zudem die pflegerische Begleitung der Patienten, die sich bei endoskopischen Untersuchungen in einer besonderen und meist fremden Situation befinden. Außerdem übernehmen sie die Reinigung und Wartung der empfindlichen Endoskopieinstrumente, wobei besonders sorgfältig vorgegangen werden muss. Durch die zweijährige, berufsbegleitende Fachweiterbildung konnten die Teilnehmer Theorie und Praxis optimal verknüpfen. Der theoretische Unterricht erfolgte im Bildungszentrum Ruhr, das zum Campus der St. Elisabeth Gruppe gehört. Die praktischen Stunden absolvierten die Pflegekräfte in Endoskopie-Abteilungen verschiedener Einrichtungen. „Die Pflege in der Endoskopie erfordert sehr spezifisches Wissen. Durch ihre Fachweiterbildung können die Absolventen nun kompetent diese Aufgaben erfüllen und Kollegen fachlich anleiten“, sagt Jens Karnine, Lehrgangsleitung der Fachweiterbildung „Pflege in der Endoskopie“ des Bildungszentrum Ruhr. „Im Anschluss stehen den Pflegekräften auch ergänzende Weiterbildungsmöglichkeiten offen. So starten manche in die Qualifizierung zur Praxisanleitung oder beginnen ein Studium im Pflegemanagement oder in der Pflegepädagogik.“

Experten des Marien Hospital Herne mit Patientenveranstaltung

Über Refluxbeschwerden und Sodbrennen informiert

Prof. Dr. Dirk Bausch (r.), Klinikdirektor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Herne begrüßt gemeinsam mit Dr. Johannes Schweinfurth (l.), Leitender Arzt der Medizinischen Klinik I, Abteilung für Gastroenterologie und Dr. Sebastian Brinkmann (u.), Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, die Teilnehmer der Veranstaltung.

Ein Viertel der Menschen in westlichen Ländern sieht sich einmal im Monat mit Reflux und Sodbrennen konfrontiert, heißt es in einer Mitteilung von Donnerstag (10.11.2022). Prof. Dr. Dirk Bausch, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Herne und sein Team, veranstalteten daher am Mittwoch (2.11.2022) eine Online-Patientenveranstaltung für Interessierte, um über Ursachen der Refluxkrankheit, mögliche Folgen sowie Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Die Refluxkrankheit äußert sich durch unangenehme Symptome – ein Drücken im Magen, ein Brennen im Brustkorb oder im Rachen und saures Aufstoßen. Besonders nach einer deftigen Mahlzeit machen sich die Beschwerden bemerkbar. Die Ursache des Sodbrennens ist ein Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre. Dieser wird durch eine Störung des Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen verursacht, der eigentlich den Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre verhindern soll. Bleiben die Beschwerden unbehandelt, kann es zu einer Veränderung in der Speiseröhre kommen – hierbei handelt es sich in vielen Fällen um eine Krebsvorstufe. Die Experten des Marien Hospital Herne klärten daher über die Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten, die bei einer Refluxkrankheit zur Verfügung stehen auf. „Es ist uns wichtig Betroffene und Interessierte über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Reflux und Sodbrennen aufzuklären“, so Prof. Dr. Dirk Bausch, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Herne.

Corona-Pandemie sorgt für Rückgang der Zahlen

AOK: Deutlich weniger Krätze-Fälle

Die Corona-Pandemie hat in Herne zu einem Rückgang der Krätze-Fälle geführt.

Die Corona-Pandemie hat den Abwärtstrend bei den Krätze-Fällen in Herne fortgesetzt. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest bei ihren Versicherten hervor, teilte sie am Donnerstag (10.11.2022) mit. Danach wurden in 2021 insgesamt 626 Fälle verzeichnet, 42 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor (1.079 Fälle) und sogar 50,9 Prozent weniger als vor der Pandemie in 2019 (1.276). „Wir gehen davon aus, dass die Corona-Pandemie die Hauptursache für den Rückgang ist, denn die Infektion mit der ansteckenden Hautkrankheit geschieht meist durch engen Hautkontakt mit Erkrankten. Die Kontaktbeschränkungen während der Pandemiezeit sowie die Angst vor Covid-19 haben vermutlich in vielen Fällen körperliche Kontakte reduziert“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock. Krätze (Skabies) ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Parasiten, so genannte Krätzmilben, ausgelöst wird. Typische Symptome sind starker Juckreiz und eine schuppig-krustige Haut mit kleinen Knötchen. Durch den starken Juckreiz ist die Haut oft mit blutigen Kratzspuren übersät. Die Symptome entstehen vor allem durch eine Hautentzündung. Denn wenn Krätzmilben die Haut besiedeln, wird die Haut geschädigt. Dadurch reagiert das Immunsystem und es kommt zu entzündlichen Prozessen mit den typischen Hautveränderungen. Die Übertragung einer einzigen Milbe reicht schon aus, um Krätze zu verursachen. Daher kann eine Ansteckung mit Krätze jeden treffen und hat nicht unbedingt etwas mit mangelnder Hygiene zu tun. Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je mehr Krätzmilben sich auf der Hautfläche befinden. Direkt von Mensch zu Mensch ist die gewöhnliche Krätze nur dann ansteckend, wenn ein enger, großflächiger Haut-zu-Haut-Kontakt über einen Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Minuten besteht. Dementsprechend sind Handschütteln, Umarmungen oder eine Untersuchung der Haut von Patienten mit gewöhnlicher Skabies ohne Risiko. Auch eine indirekte Übertragung über Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche ist möglich. So kann es auch in Kindergärten, Gemeinschaftseinrichtungen oder in Alten- und Pflegeheimen zur Ansteckung kommen. Um Krätze schnell wieder los zu werden, ist im Erkrankungsfall eine Behandlung mit Salben und gegebenenfalls auch mit Tabletten notwendig. Diese zielen vor allem darauf ab, die Milben mitsamt Larve und Eiern abzutöten. „Hygiene und ein gestärktes Immunsystem spielen für den Verlauf eine große Rolle“, so Ackermann. Häufiges Duschen oder Baden und ein guter Immunstatus erschweren die Vermehrung der Milben. Sinnvoll ist es, Kleidung, Handtücher und Bettwäsche täglich zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen. Geht dies bei bestimmter Kleidung nicht, dann kann diese für mindestens zwei Stunden im Gefrierschrank bei mindestens Minus 25 Grad aufbewahrt werden. Nicht waschbares Spielzeug sollte zwei Wochen lang luftdicht verpackt werden. Außerdem sollten Polstermöbel und Matratzen täglich abgesaugt werden.

1.000 Euro für die Organisation Interplast

Spende statt Geschenke zum Ruhestand

Dr. Frank Möller (3.v.l.) hatte sich zum Klinik-Abschied Spenden statt Geschenke von seinen Kollegen gewünscht. Klinikchef Prof. Dr. Eckhard Müller (3.v.r.) überreichte den symbolischen Scheck im Wert von 1.000 Euro.

Über die Summe von 1.000 Euro freute sich Dr. Frank Möller Ende September 2022, als er sich von seinen Kollegen der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin am Evangelischen Krankenhaus Herne in den Ruhestand verabschiedete. Anstelle von gutgemeinten Geschenken hatte der Oberarzt um eine Spende für die Organisation Interplast gebeten, für die er seit vielen Jahren ehrenamtlich im Einsatz ist. Interplast ist ein gemeinnütziger Verein, der kostenlos plastische Operationen in Entwicklungsländern durchführt. Dr. Frank Möller ist vor allem in Brasilien aktiv, wo er als Anästhesist Operationen von Kindern und Jugendlichen mit Kiefer-, Lippen- und Gaumenspalten begleitet. Der symbolische Scheck wurde ihm überreicht von dem Chefarzt der Klinik, Prof. Dr. Eckhard Müller.

EvK in Eickel

Kursus für pflegende Angehörige

Im November gibt es wieder neue Kurse für pflegende Angehörige. (Symbolbild)

Im EvK in Eickel an der Hordeler Straße 7-9, starten die nächsten Kurse für pflegende Angehörige: Dienstag, 15. November 2022, Mittwoch, 16. November 2022, und Donnerstag 17. November 2022, finden die Kurse jeweils in der Zeit von 9:30 bis 13 Uhr statt. Angehörige, die zu Hause einen pflegebedürftigen Menschen zu versorgen haben, sind einem enormen Druck ausgesetzt - sowohl körperlich als auch psychisch. Unterstützung bietet ein Pflegekurs für Angehörige im Evangelischen Krankenhaus in Herne-Eickel. Die Pflegeberaterin und examinierte Krankenschwester Andrea Lendermann stellt Grundlegendes zum Thema häusliche Pflege vor. Sie zeigt Kniffe und Tricks, wie man mit einfachen, in jedem Haushalt vorhandenen Hilfsmitteln den Patient*innen Gutes tun und sich als pflegende Angehörige die Versorgung erleichtern kann. Darüber hinaus werden bei der Gestaltung des Kurses auch individuelle Fragestellungen aus dem Alltag der Teilnehmer berücksichtigt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung unter Tel 02323/498-92828 ist ebenso verpflichtend wie die Einhaltung der Corona-Hausregeln des EvK.

Alloheim-Residenzen laden zum Online-Vortrag

Warnsignale der Haut erkennen

Die e Alloheim Senioren-Residenzen laden zum Online-Vortrag.

Sie ist unser größtes Organ und schützt unseren Körper rund um die Uhr zuverlässig vor Infektionen, Hitze und Verletzungen: unsere Haut. Doch mit dem Alter und durch äußere Einflüsse kann es zu Hautveränderungen kommen. In einem Online-Expertenvortrag mit Dr. med. Estefania Lang wollen die Alloheim Senioren-Residenzen 'Seniorenhaus Crange' und 'Seniorenhaus Jürgens Hof' am Donnerstag, 10. November 2022, ab 19 Uhr, über vorbeugende Maßnahmen besonders im Herbst und mögliche Gefahren von Hautveränderungen informieren. Dabei gibt die Dermatologin nicht nur weitreichende Tipps, um die Haut vor Altersprozessen zu schützen, sondern erklärt zudem ausführlich, ab wann ein Arztbesuch zur Abklärung möglicher Hautkrankheiten unbedingt notwendig ist. „Unsere Haut ist ein oft unterschätztes Organ“, weißt Einrichtungsleiterin des Seniorenhaus Crange, Monika Kijek. „Mit einer Fläche von fast zwei Quadratmetern ist sie nicht nur unser größtes, sondern gleichzeitig auch schwerstes Organ. Die Haut ist in ihrer Funktion als Schutzbarriere für unseren Körper überlebenswichtig.“ Doch im Alter nehme die Widerstandfähigkeit der Haut oftmals ab. Gleichzeitig nehme die Gefahr von Hauterkrankungen deutlich zu, die zum einen oft gar nicht oder viel zu spät erkannt werden. Kann ausgiebiges Bräunen nach vielen Jahren zu weißem oder anderen Hautkrebsarten führen, gibt es auch unterschiedliche Autoimmun-Erkrankungen, die sich über Hautveränderungen bemerkbar machen. Mit einem Vortrag der Dermatologin Dr. Estefania Lang wollen die Alloheim Seniorenresidenzen deshalb ausführlich über Präventionsmaßnahmen informieren, über erste Anzeichen von Hautveränderungen und möglichen Erkrankungen tiefgreifend und in verständlicher Art informieren. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Dr. Lang eine so erfahrene Expertin im Gebiet der Dermatologie für unsere Vortragsreihe gewinnen konnten“, sagt Jennifer Feldmann, Einrichtungsleiterin des Seniorenhaus Jürgens Hof. „Die Hautfachärztin hat sich nicht nur in der Praxis einen Namen gemacht, sondern ist auch als Autorin von Büchern und Publikationen eine bedeutende Größe in ihrem Fachbereich.“ Der Vortrag „Die Haut im Alter“ ist ein weiterer Teil der Experten-Vortragsreihe der Alloheim Seniorenresidenzen. Am Donnerstag, den 10. November, sind dafür alle Interessierten herzlich dazu eingeladen, ab 19 Uhr über den Link www.alloheim.de/veranstaltung-lang an der Online-Veranstaltung teilzunehmen. Auch individuelle Fragen werden im Anschluss durch Dr. med. Estefania Lang gerne beantwortet. Diese können bereits während des Vortrags über die Chatfunktion gestellt werden. „Mit dieser Veranstaltung und der Diskussion im Anschluss möchten wir allen interessierten Mitbürgern die Möglichkeit geben, sich umfassend und fundiert über dieses wichtige Thema zu informieren“, berichten Monika Kijek und Jennifer Feldmann. „Unsere Haut leistet täglich großartige Arbeit zu unserem Schutz. Diese Funktion sollte auch im Alter unbedingt erhalten bleiben.“ Die Teilnahme an dem Experten-Vortrag und der anschließenden Diskussion sind kostenfrei.

St. Elisabeth Gruppe beginnt mit 25 Azubis

MTRA-Ausbildung startet erstmals

2 von 25: In der St. Elisabeth Gruppe startete in diesem Jahr erstmalig die Ausbildung zum Medizinisch-technischen Radiologieassistenten, kurz MTRA genannt.

Zum ersten Mal wird in der St. Elisabeth Gruppe die Ausbildung zum Medizinisch-technischen Radiologieassistenten, kurz MTRA genannt, angeboten. Insgesamt 25 Auszubildende gehören zum ersten Jahrgang, der Dienstag (1.11.2022) gestartet ist. In den kommenden drei Jahren sammeln sie Erfahrungen in Theorie und Praxis in verschiedene Untersuchungs- und Behandlungsverfahren in der Diagnostischen Radiologie, der Nuklearmedizin und der Strahlentherapie. Die Aufgabe von Medizinisch-technischen Radiologieassistenten ist es abzubilden, was im Körper passiert. Im beruflichen Alltag haben sie Kontakt zu verschiedenen Patienten, die auf eine Untersuchung angewiesen sind. Dazu zählen zum Beispiel Menschen nach einem Verkehrsunfall und onkologische Patienten, aber auch kardiologische oder chirurgische Patienten. „Im Rahmen der Ausbildung wird zum Beispiel der Umgang mit dem Röntgengerät, dem MRT-Gerät und dem CT-Gerät erlernt“, erklärt Sabine Dreßler, Leitung der Pflegeschule am Campus in Herne. Diese Bildgebung dient als Grundlage für die Diagnosestellung. Die Ausbildung ist in vier Bereiche gegliedert: Diagnostische Radiologie und andere bildgebende Verfahren, Nuklearmedizin, Strahlentherapie sowie Strahlenphysik, Strahlenschutz und Dosimetrie. Der theoretische Unterricht findet am Campus der St. Elisabeth Gruppe statt. Die modernen Räumlichkeiten bieten optimale Bedingungen zum Lernen. So erlernen die Auszubildenden zum Beispiel die Anatomie und Funktionsweise des Körpers. Aber auch praktische Erfahrungen stehen in den nächsten drei Jahren an. Die Einsätze finden in der St. Elisabeth Gruppe und bei Kooperationspartnern statt. „Wir wünschen allen neuen Auszubildenden viel Erfolg in ihrer Ausbildung“ so Sabine Dreßler.