Mit dem Überraschungserfolg „Rental Family“ beginnt am Sonntag, 19. April 2026, das zweite Quartalsprogramm des Filmforums der vhs Herne. Erzählt wird die Geschichte eines amerikanischen Schauspielers, der bei einer japanischen Agentur als „Onkel auf Zeit“ gebucht werden kann. Alle Filme laufen wie gewohnt jeweils sonntags um 12:30 Uhr, montags um 20:15 Uhr und mittwochs um 17:30 Uhr in der Filmwelt Herne am Berliner Platz. Stets aktuelle Informationen zu Titeln und Terminen gibt es online unter vhs-herne.de und filmwelt-herne.de sowie im Programmflyer, der an vielen Stellen in der Stadt ausliegt und in den social media Kanälen. Das Thema „Familienverhältnisse“ zieht sich, rein zufällig, wie ein roter Faden durch diese aktuelle Auswahl internationaler Filmkunst, wenn auch nicht immer so unübersehbar, wie bei „Father Mother Sister Brother“ von Jim Jarmusch. Der Film des Kult-Regisseurs, der in Venedig mit dem Goldenen Löwen prämiert wurde, zählt zu den preisgekrönten Höhepunkten des neuen Programms. Ähnliches gilt für Chloé Zhaos „Hamnet“ (Oscar für die Beste Hauptdarstellerin) und Richard Linklaters „Nouvelle Vague“, der mit vier „Césars“ ausgezeichnet wurde. Den Abschluss des Programms bildet Mitte Juni der Film „Rose“, dessen Hauptdarstellerin Sandra Hüller bei der Berlinale den Silbernen Bären erhielt. Am Sonntag, 19., Montag, 20. und Mittwoch, 22. April 2026, wird der Film 'Rental Family' gezeigt. Regie: Hikari Darsteller: Brendan Fraser, Takehiro Hira, Mari Yamamoto, Akira Emoto, JAP/USA 2025, 103 Min. FSK 0 Weil ihm in der Heimat kein Erfolg beschieden ist, wandert der US-Schauspieler Philipp Vandarploeg nach Japan aus. Als auch hier, trotz seines kultverdächtigen Auftritts in einer Zahnpastawerbung, die Aufträge ausbleiben, heuert er widerwillig bei einer Agentur an, die falsche Familienmitglieder auf Zeit vermietet. Ab sofort spielt Philipp seine Rollen nicht mehr auf dem Bildschirm, sondern im wahren Leben. In einem Land, wo ein zumindest äußerlich perfektes Familienleben als Bedingung für gesellschaftlichen Erfolg gilt, geht ihm die Arbeit nicht mehr aus. So täuscht er als Bräutigam an der Seite einer 20 Jahre jüngeren Frau eine „ganz normale“ Hochzeit vor und setzt sich als Pseudo-Vater eines amerikanisch-japanischen Mädchens dafür ein, dass die 11-jährige Tochter an einer Eliteschule angenommen wird. Für „Philipp“, den Menschen hinter dem Schauspieler, wird es dabei immer schwieriger, die Grenzen zwischen Rolle und Realität zu bewahren. Am Sonntag, 26., Montag, 27. und Mittwoch, 29. April 2026, wird der Film „Hamnet“ gezeigt. Regie: Chloé Zhao Mit Jessie Buckley, Paul Mescal, Joe Alwyn, Emily Watson, Davis Wilmot, GB 2025, 125 Min. FSK 12. Das „Kind einer Waldhexe“, so wird Agnes von manchen Menschen im Stratford des späten 16. Jahrhunderts genannt. Auf den dort tätigen Lateinlehrer, der von seinen Schülern gelangweilt ist, hat diese junge Frau jedenfalls eine magische Anziehungskraft. William ist fasziniert von Agnes, vielleicht wegen ihrer Naturverbundenheit, die seiner Bildung und seinem literarischen Geist so entgegengesetzt ist. Trotz der Widerstände ihrer Elternhäuser heiraten sie, und schon bald werden die Kinder Susanna, Judith und Hamnet geboren. Doch der Ehe steht eine Zerreißprobe bevor: Die Pest wütet in England, und Hamnets früher Tod hinterlässt eine Wunde, die umso mehr schmerzt, als William kaum noch zuhause ist. Er, der schon immer mehr in seinem eigenen Kopf lebte, als auf der Erde, hält sich viel in London auf, wo seine Theaterstücke Erfolge feiern. Die Trauer über den Verlust bringt ihn dennoch fast um den Verstand. Der einzige Heilung versprechende Ausweg lautet: Schreiben. Am Sonntag, 3., Montag, 4. und Mittwoch, 6. Mai 2026, wird der Film „Father Mother Sister Brother“ gezeigt. Regie: Jim Jarmusch Mit Tom Waits, Adam Driver, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Charlotte Rampling, USA/I/F/IRE 2025, 110 Min. (halloherne berichtete) Am Sonntag, 10., Montag, 11. und Mittwoch, 13. Mai 2026, wird der Film „Gelbe Briefe“ gezeigt (halloherne berichtete). Regie: Ilker Ҫatak Mit Özgü Naml, Tansu Biçer, Leyla Smyrna Cabas, Ipek Bilgin, D/TK/F 2026, 128 Min. FSK 12 . Das Ehepaar Derya und Aziz ist, gemeinsam mit der Teenager-Tochter Ezgi, in den intellektuellen Kreisen der türkischen Hauptstadt Ankara bestens etabliert. Die gefeierte Schauspielerin des Staatstheaters und der Autor und Universitätsdozent zählen zur Bildungselite ihres Landes, stehen politisch selbstverständlich links und äußern sich privat gerne kritisch gegenüber einer zunehmend autokratisch handelnden Regierung. Doch die politische Spaltung der Türkei, durch Terroranschläge, gewaltsame Proteste und dagegen aufgebotene Polizeitruppen, macht vor ihrer schicken Altbauwohnung nicht halt. Aziz verliert zunächst seinen Job an der Uni; dann wird sein Stück abgesetzt, in dem Derya die Hauptrolle spielt. Schon bald sieht sich die Familie gezwungen, zu Aziz‘ Mutter nach Istanbul zu ziehen. Auch an der Ehe gehen Geldsorgen, Platznot und Zukunftsängste nicht spurlos vorüber, zumal die Beiden unter äußerem Druck unterschiedliche Vorstellungen von einem Ausweg haben. Am Sonntag, 17., Montag, 18. und Mittwoch, 20. Mai 2026, wird der Film „The Testament of Ann Lee“ gezeigt. Regie: Mona Fastvold Mit Amanda Seyfried, Lewis Pullmann, Thomasin McKenzie, Matthew Beard, Christopher Abbott, GB 2025, 137 Min. FSK 12. Manchester 1736. Um dem tiefen Schmerz entgegenzuwirken, den der frühe Tod ihrer Kinder verursacht, gründet Ann Lee die utopisch-christliche Gemeinschaft der „Shaker“. Ausgelöst durch eine Vision von Adam und Eva im Garten Eden sieht die messianisch auftretende Frau die Gleichberechtigung der Geschlechter sowie harte, perfektionistische Arbeit und sexuelle Enthaltsamkeit als oberste Gebote. Die Nähe zu Gott soll nicht durch nüchterne Gebete, sondern durch ekstatische Tänze voller schüttelnder Körperbewegungen ausgelöst werden. In der Hoffnung auf religiöse Freiräume wandert die stetig wachsende Gemeinschaft nach New York aus. Doch auch dort gehören Ausgrenzung und Mißtrauen zum Alltag für diese von einer Frau angeführte Gruppierung, zumal Ann Lee auf die Neutralität der Shaker im Konflikt um die amerikanische Unabhängigkeit besteht. „The Testament of Ann Lee“ ist kein biederer Historienfilm, sondern genauso impulsiv und überraschend wie seine Hauptfigur. Am Sonntag, 31. Mai, Montag, 1. und Mittwoch, 3. Juni 2026, wird der Film 'Nouvelle Vague' gezeigt. Regie: Richard Linklater. Darsteller: Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, Adrien Rouyard, Antoine Besson, F/USA 2025, 106 Min. FSK 12 Paris 1959. Während der junge François Truffaut in Cannes Triumphe feiert, hat Jean-Luc Godard immer noch keinen Film realisiert. Dabei sieht sich der Kritiker der Szene-Zeitschrift „Cahiers du cinéma“ als das eigentliche Genie der neuen revolutionären Bewegung, die gerade dabei ist, das französische Kino auf den Kopf zu stellen. Doch der Weg zum Ruhm gestaltet sich beschwerlich für den eigenwilligen Intellektuellen, der sich nicht nur im Kino am liebsten allen geltenden Regeln widersetzen würde. Für seinen Debütfilm „Außer Atem“ verfügt Godard nur über wenig Geld und noch weniger Drehbuch. Seiner Überzeugung nach braucht man für einen Film aber auch nur „ein Mädchen und eine Knarre“. Neben dem unbekannten Jean-Paul Belmondo soll Hollywoodstar Jean Seberg die weibliche Hauptrolle spielen. Angesichts der Extravaganzen ihres Regisseurs, der schon mal den Kameramann in eine Kiste steckt, fühlt sich die charmante Darstellerin allerdings häufig wie im falschen Film. Am Sonntag, 7., Montag, 8. und Mittwoch, 10. Juni 2026, wird der Film „Vier minus Drei“ gezeigt (halloherne berichtete). Regie: Adrian Goiginger Mit Valerie Pachner, Robert Stadlober, Stefanie Reinsperger, Hanno Koffler, Ronald Zehrfeld, A/D 2026, 120 Min. FSK 12 Barbara und ihr Partner Heli führen mit ihren beiden Kindern Fini und Thimo ein glückliches und liebevolles Familienleben. Als professionelle Clowns nehmen sie das Leben nicht zu ernst und wissen, dass man auch über das lachen kann, was misslingt. Heli ist mit Leib und Seele Zirkusclown, bringt das große Publikum mit seiner Kunst zum Lachen. Barbara findet ihre Erfüllung im Kleinen und erhellt als Klinikclown den tristen Alltag kranker Kinder. Doch dann passiert das Unvorstellbare: Durch einen Verkehrsunfall verliert Barbara wie aus dem Nichts ihre Familie. Mit einem Schlag erscheint alles sinnlos und leer. Nur Erinnerungen sind noch da von dem gemeinsamen Weg, den sie mit Heli gegangen ist. Und nur noch Schmerz und Verzweiflung bleiben, wo alles voller Liebe war. Der Verlust lässt sie auch am Clownsein zweifeln. Doch Barbara will weiterleben. Mutig und unkonventionell sucht sie nach Wegen, mit der Trauer umzugehen – und mit dem Schicksal, noch am Leben zu sein Am Sonntag, 14., Montag, 15. und Mittwoch, 17. Juni 2026, wird der Film „Rose“ gezeigt. Regie: Markus Schleinzer. Darsteller: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt, Godehard Giese, Robert Gwisdek, Maria Dragus, A/D 2026, 94 Min. FSK 12. In den Wirren des 30-jährigen Krieges erscheint ein mysteriöser Soldat in einem abgeschiedenen protestantischen Dorf im Harz. Wortkarg und schmal, das Gesicht durch eine Narbe entstellt, behauptet der Fremde, der rechtmäßige Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs zu sein. Zum großen Missfallen der Dorfgemeinschaft kann er auch ein Dokument vorlegen, das seinen Anspruch bestätigt. Über seine Herkunft oder seine Vorgeschichte in diesen Zeiten des Krieges hüllt er sich in Schweigen. Mit gutem Grund, denn der Fremde verbirgt ein Geheimnis. Doch sein Streben danach, anerkannt zu werden und hier sein Glück zu finden ist groß. Um dieses Ziel zu erreichen, schreckt er noch nicht einmal vor einer arrangierten Ehe mit Suzanna zurück, der Tochter eines Großbauern. Sie ist bereit, sein Geheimnis zu bewahren. Und als Suzanna von einem Unbekannten schwanger wird, glaubt Rose, so der wahre Name des Fremden, sich am Ziel ihrer Wünsche