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Die Polizei in Herne erfasste im Jahr 2025 insgesamt 13.497 Delikte - das sind 42 mehr als noch vor einem Jahr und damit ein kleiner Anstieg von 0,31 Prozent. Jedoch stiegen die Taschendiebfälle als auch die Gewaltkriminalität auf ein Zehn-Jahres-Hoch an.

Kriminalstatistik 2025: Leicht mehr Fälle, aber weniger Einbrüche

Taschendiebstähle und Gewalt steigen an

Die Polizei hat in Herne im vergangenen Jahr 2025 nur wenige Straftaten mehr registriert: Die Gesamtzahl stieg um 42 Fälle (+0,31 Prozent) auf insgesamt 13.497 Delikte - NRW-weit sank die Anzahl von 1,4 Mio. auf 1,36 Millionen (minus drei Prozent). Die Aufklärungsquote (AQ) ist für das Herner Stadtgebiet leicht von 54,7 Prozent auf 54,26 Prozent gesunken.

Die Polizei um Dr. Carsten Dübbers, Leiter der Direktion Kriminalität im Bochumer Präsidium, zeigt sich mit den nur leicht steigenden Zahlen nicht zufrieden. Das liegt auch daran, dass die Anzahl der Taschendiebstähle auf ein Zehn-Jahres-Hoch geklettert sind. 456 Fälle wurden vermerkt, das sind 25,6 Prozent mehr als noch vor einem Jahr (AQ: 1,54 Prozent). Ebenso ist die Summe der Delikte aus dem Bereich der Gewaltkriminalität mit 538 erfassten Straftaten auf ein Zehn-Jahres-Hoch gestiegen (plus 3,86 Prozent, AQ: 75,84 Prozent).

'Daten sind nicht zufriedenstellend, aber wir versuchen, besser zu werden'

Dübbers schildert hierzu: „Diese steigenden Daten sind nicht zufriedenstellend, dennoch muss man bedenken, dass Herne eine sehr dicht besiedelte Stadt ist. In den Innenstädten treten mehr Fälle auf, das ist aber nicht unüblich. Insgesamt gilt aber: Wir müssen etwas tun. Dazu haben wir unter anderem die Videoüberwachung am Buschmannshof eingeführt (halloherne berichtete). Wir versuchen, besser zu werden.“

Dr. Carsten Dübbers, Leiter Direktion Kriminalität beim Polizeipräsidium Bochum, stellte die Fallzahlen vor.

Die Straßenkriminalität ist zwar um 6,92 Prozent angestiegen (3.014 Fälle), bleibt aber im Zehnjahresvergleich auf einem ähnlichen Niveau. Das Tatmittel Messer, welches gefühlt für viele Bürger viel häufiger zum Einsatz kommt, zeigt sich eine Steigerung um 16,89 Prozent - anders ausgedrückt aber „nur“ 13 Fälle mehr und 90 insgesamt im Jahr 2025.

'Jede Messertat ist eine zu viel'

Dübbers betont: „Die Zahlen für Messerangriffe behalten wir das ganze Jahr über im Auge. Klar ist: Jede Tat ist eine zu viel.“ Denn: Durch die 90 erfassten Straftaten gab es 117 Opfer, davon vier schwer verletzte Personen und einen Tötungsdelikt. 74 Beteiligte blieben unverletzt.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Die Zahl der Diebstahlsdelikte ist rückläufig: Mit 4.935 Fällen (−3,31 Prozent) geht der größte Deliktsblock insgesamt zurück – ein positives Signal im Alltagskriminalitätsbereich laut der Polizei. Ebenso ist beim Wohnungseinbruchdiebstahl eine Trendwende zu erkennen: Die Fallzahlen sanken um 8,4 Prozent auf 360.

Aufklärungsquote soll besser werden

„Unser Ziel ist es insgesamt, dass die Aufklärungsquote besser werden soll. Dafür gibt es schon teilweise eine Umstrukturierung und eine bessere Behördenarbeit, auch behördenübergreifend, ist dafür nötig“, erklärt Dübbers bei der Präsentation der Zahlen.

Insgesamt verzeichnete das Polizeipräsidium Bochum für die drei Städte (Herne und Witten noch dazu) 50.954 Straftaten, 197 weniger als vor einem Jahr.

Weiter im Fokus stehen Betrugsdelikte. Diese stiegen relativ deutlich um 12,4 Prozent (plus 181 Fälle) auf 1.635 Taten an. Auffällig: Die Schadensumme ging jedoch um rund 24 Prozent von rund 4,9 Mio. Euro auf rund 3,7 Mio. Euro zurück. Zurückgegangen sind erwartungsgemäß auch die Rauschgiftdelikte, unter anderem durch das im April 2024 in Kraft getretene Cannabisgesetz. Lediglich Kokain inklusive Crack werden wohl häufiger konsumiert, jedoch sind hier die Fallzahlen immer noch gering (2024: 39, 2025: 47).

Bei den Straftaten gegen das Leben (Mord und Totschlag) verzeichnete die Polizei einen Mordversuch sowie vier Totschläge (davon zwei Versuche). Insgesamt wurden vier Mordkommissionen eingesetzt, drei weniger als im Vorjahr.

Über 5.300 Tatverdächtige ermittelt

Die Polizei ermittelte im Jahr 2025 5.302 Tatverdächtige (2024: 5.226), davon 3.927 Männer (rund 74 Prozent). Jedoch werden selbst Serientäter nur einmal pro Jahr erfasst und gehen demnach nicht mehrfach in die Statistik ein. Der Anteil an Erwachsenen (ab 21 Jahren) lag bei 77,9 Prozent, Heranwachsende machen rund 7,8 Prozent der Tatverdächtigen aus, Jugendliche mit 9,7 Prozent etwas mehr. 1.958 Personen (37,09 Prozent) waren sogenannte Nichtdeutsche (Täter ohne deutschen Pass), 3.364 (63,45 Prozent) der Tatverdächtigen bereits polizeilich bekannt.

Insgesamt verzeichnete das Polizeipräsidium für die Städte Bochum, Herne und Witten 50.954 Straftaten, das sind 197 weniger als vor einem Jahr (minus 0,39 Prozent). Die AQ liegt ähnlich wie im Herner Stadtgebiet bei 54,61 Prozent und sank etwas (2024: 55,16 Prozent).

Mobile Videoüberwachung am Buschmannshof in der Wanner Innenstadt: Sie startete im Dezember 2025 und soll für mehr Sicherheit dort sorgen.
Mittwoch, 4. März 2026 | Autor: Marcel Gruteser