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Die Stadt Herne und das Deutsche Kinderhilfswerk haben am Stadtteilzentrum H2Ö den Kinderrechtepfad eröffnet. An mehreren Stellen sind Tafeln angebracht, auf denen die Rechte spielerisch und einfach nachgelesen werden können. Die Schilder präsentieren (v.li.) Stadträtin Stephanie Jordan, Kirsten Wietoska (Leiterin Fachbereich Kinder-Jugend-Familie), Nadine Grichel (Teamleiterin Jugend- und Freizeitstätten) und Aniko Schwarz (Deutsches Kinderhilfswerk).

'Schnitzeljagd' mit Info-Tafeln an mehreren Standorten

Neuer Kinderrechtepfad eröffnet

Mehrere bunte Tafeln bieten nun im Stadtgebiet eine Schnitzeljagd der besonderen Art: Am Mittwoch (25.2.2026) wurde offiziell von der Stadt und vom Deutschen Kinderhilfswerk einer von mehreren Kinderrechtepfaden am Stadtteilzentrum H2Ö eröffnet. Der Lernpfad bietet Kindern und Erwachsenen gleichermaßen einen Zugang zu kinderrechtlichen Grundsatzthemen – und zwar optisch ansprechend, didaktisch versiert, spielerisch und lebensraumnah.

Dabei ist das Konzept an bekannte „Trimm-dich-Pfade“ angelehnt und funktioniert ähnlich. Menschen stoßen auf ein in der Öffentlichkeit installiertes Schild und finden darauf raumbezogene, erlebnisorientierte Informations- und Spielangebote, in diesem Fall bezogen auf die Kinderrechte. Damit sind solche Lernpfade eine einfache und effiziente Möglichkeit, für Kinder und Begleitende, sich kinderrechtlichen Themen spielerisch zuzuwenden.

Fünf Standorte und drei mobile Pfade

An fünf Standorten sind jeweils zehn Tafeln aufgestellt worden, berichtet Nadine Grichel, Teamleiterin für Jugend- und Freizeitstätten. Neben dem H2Ö sind der Abenteuerspielplatz Hasenkamp, der Circus Schnick-Schnack am Jürgens Hof, die Künstlerzeche Unser Fritz und der Sportpark Eickel „versorgt“ worden. „Außerdem gibt es noch drei mobile Pfade. Diese erhalten das Kinder- und Jugendparlament, die Kinderanwältin Bibi Buntstrumpf und das Team vom Kinderrechteparcours“, zählt Grichel auf.

Die bunten Tafeln haben einen Wiedererkennungswert und bieten Wissenswertes, Tipps und Hilfsangebote.

Auf den Tafeln stehen Sätze wie „Mein Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung“ oder „Mein Recht auf Bildung“ und dazu dann Wissenswertes, wie der entsprechende Artikel der UN-Kinderrechtskonvention als auch sinnvolle Hinweise und Tipps für Kinder, um beispielsweise Hilfe zu erhalten, wenn sie das jeweilige Recht, aus welchen Gründen auch immer, nicht ausüben können oder dürfen.

'Viele Kinder kennen von zu Hause aus nicht den Schutz'

Aniko Schwarz betreut dieses Projekt für das Deutsche Kinderhilfswerk. Sie weiß, warum Kinderrechte so wichtig sind: „Viele Kinder kennen von zu Hause aus nicht den Schutz, den sie brauchen.“ Deshalb sei es umso wichtiger, darauf aufmerksam zu machen. Die Verfestigung im Stadtbild sei zudem ein wichtiges Signal.

Stadträtin Stephanie Jordan erklärt: „Ich bin froh, dass wir so etwas nun in unserer Stadt haben. So wissen die Kinder, worauf sie bestehen können und auch Erwachsene erfahren, was ihre Rechte und Pflichten sind.“ Durch die auffällige Optik sind die Schilder ein Blickfang und ziehen neugierige Blicke auf sich. „Außerdem sollen die Kids wissen: Wofür können wir einstehen? Vor allem, weil manche Kinder in anderen Ländern weniger Rechte haben. Fest steht: Aufgeklärte Kinder sind stärkere Kinder.“

Über dieses Thema sprechen

Kirsten Wietoska, Leiterin des Fachbereichs Kinder-Jugend-Familie, betont: „An diesen Schildern kommen Kinder und Erwachsene eher zufällig vorbei und schauen sich das an. Wichtig ist: Man kann mehr über solche Themen sprechen, wenn es so etwas gibt.“

Die Idee, einen Kinderrechtepfad in Herne zu etablieren, ist im vergangenen Jahr entstanden, berichtet Nadine Grichel und fügt an: „Es wurde in einer anderen Stadt gesehen und anschließend hat sich der Arbeitskreis 'Kinderfreundliche Stadt' damit beschäftigt. Nach einer Fördermittelakquise sind wir nun froh, dass die Tafeln stehen.“

Dauerhaft zugänglich

Die einzelnen Stationen des Kinderrechtepfads sind ansprechend und mit Wiedererkennungswert gestaltet und fest im öffentlichen Raum installiert. Die Lerninhalte sind dauerhaft zugänglich und können jederzeit mit Kindern besucht und vor allem sinnlich erlebt werden – einzig am Hasenkamp und beim Circus Schnick-Schnack müssen die Öffnungszeiten beachtet werden. An jeder Station bieten die von Teresa Linke entworfenen Schilder eine kurze Einführung und ein Lernangebot zu kinderrechtlichen Fragen.

Dabei steht der Spaß natürlich im Vordergrund, jedoch werden die Kinder vom Kleinkindalter bis hin zur Grundschule auch vor kleinere oder größere Herausforderungen gestellt. Durch das breite Schwierigkeitsspektrum soll jedes Kind bestärkende Erfolgserlebnisse verbuchen können. Die Aufgaben fordern Motorik, Sinneswahrnehmung, Erinnerungsvermögen, Fantasie, Kreativität, aber auch Achtsamkeit, Empathie und Rücksichtnahme. Zudem regen die Installationen dazu an, über die Ansprüche und Potenziale von Kinderrechten nachzudenken.

Freitag, 27. Februar 2026 | Autor: Marcel Gruteser