Schneller Baufortschritt: Richtfest am Funkenbergquartier
Rohbau der neuen HSPV steht
Der nächste Meilenstein für die neue Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV) am Funkenbergquartier in der Nähe vom Herner Bahnhof wurde am Montag (2.3.2026) gefeiert: Der Rohbau ist fertig, demzufolge stand das Richtfest auf dem Programm. Rund 200 geladene Gäste aus der Verwaltung, der Politik sowie den Projektpartnern und beteiligten Firmen um Bauherr Hochtief (das Land NRW wird Mieter) kamen ziemlich genau elf Monate nach der Grundsteinlegung (halloherne berichtete) zum nächsten Schritt zusammen. Der Unterschied: Statt Regen gab es dieses Mal strahlenden Sonnenschein.
Die Verantwortlichen strahlten nicht nur deshalb um die Wette. Bislang läuft so ziemlich alles reibungslos, die verschiedenen Gebäude wachsen stetig in die Höhe. Insgesamt sind rund 90 Unternehmen am Bau beteiligt. In Kürze soll bereits der Innenausbau starten.
Umzug im Frühjahr 2027 geplant
Geplant ist ein Umzug im Frühjahr 2027, der Studienbetrieb soll dann pünktlich im Spätsommer 2027 los gehen. Am sogenannten HSPV-Zentralcampus sollen dann 4.000 Studierende und damit rund ein Drittel aller HSPV-Studierenden aus NRW zusammenkommen und ausgebildet werden.
Hinzu kommen rund 200 Mitarbeiter. Die Studierenden als auch die Mitarbeiter werden aus mehreren Standorten zusammengezogen, dafür werden unter anderem die Liegenschaften in Hagen und Dortmund aufgegeben. Gelsenkirchen verliert zudem den Hauptsitz der Zentrale.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ließ es sich nicht nehmen, zum Richtfest zu erscheinen. „Ist nicht schlecht geworden, ziemlich interessant und imposant“, so seine erste Einschätzung während der Rede über die rund 19.000 Quadratmeter Gesamtfläche. „Hier wurden schon viele Meilensteine hingesetzt. Es war auch nicht alles immer einfach.“
Baukosten haben sich fast verdoppelt
Zum Beispiel die Baukosten, die nach Angaben von Reul nun fast doppelt so hoch ausfallen, wie mal angedacht. Konkreter wurde er aber nicht. Im dreistelligen Millionenbereich muss das Gesamtprojekt aber damit sicher angekommen sein, zu Beginn der Planungen war ein hoher zweistelliger Millionenbetrag genannt worden.
Der Arnsberger Regierungspräsident Heinrich Böckelühr sah auch einen „Wow-Effekt“ auf dem Gelände. „Elf Monate nach der Grundsteinlegung geht es hier zügig weiter. Das zeigt, was in Herne geht. Hier wird ein attraktives Lernumfeld für die nächsten Generationen geschaffen“, fand Böckelühr.
Aus 14 Standorten werden fünf große
Martin Bornträger, selbst Herner und Chef der HSPV NRW, freut sich, dass seine Mitarbeiter als auch die Studierenden hier 51 Jahre nach der Gründung (Der Vorgänger wurde 1976 gegründet) ein neues, modernes Zentrum nutzen werden. „Der Campus hat eine zentrale Bedeutung für die Polizei, die öffentliche Verwaltung und den öffentlichen Dienst. Bislang waren wir sehr verteilt nur in Behelfsgebäuden untergebracht. Nun werden aus 14 Standorten fünf große, teils ganz neu errichtet“, erläuterte Bornträger.
Aus dem Strahlen kam auch Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda nicht mehr heraus. Nachdem Herne lange im Vergabewettbewerb gekämpft und schließlich inklusive Rechtsstreit sich gegen die Hochschulstädte Bochum, Dortmund und letztendlich noch Gelsenkirchen durchgesetzt hatte, werde bald „ein großer Traum in Erfüllung gehen“, nämlich dass Herne auch als Hochschulstadt gilt. Dabei habe man zunächst keine Premium Position gehabt. Durch das Funkenberggelände und eine überzeugende Bewerbung von Hochtief wendete sich jedoch das Blatt.
OB Dr. Dudda will alle Menschen umarmen
„Heute ist so ein Tag, an dem man am liebsten alle Menschen umarmen will“, betonte Dudda. „Hier wird das Fundament für den Rechtsstaat der nächsten Generationen gelegt und somit auch der Wohlstand und das Zusammenleben gesichert.“
Schon länger ist auch klar, dass neben einem Rechenzentrum von Hochtief auch eine weitere Hochschule mit dem Transformationszentrum für Georessourcen und Ökologie (TGÖ) entstehen wird. Außerdem ist eine Wohnbebauung geplant. „Wir haben hier eine Dynamikspirale in Gang gesetzt. Es kann nur noch schön werden, was noch kommt.“ Das sind dann in gut zwölf Monaten jede Menge neuer Mitarbeiter und Studierende, wenn alles fertig ist.