Sensation nach 55 Jahren

3. Mond-Strophe entdeckt

Vollmond.Foto: Wolfgang QuickelsDer Mond von Wanne-Eickel.

Der Wanne-Eickeler Journalist und Buchautor Wolfgang Berke machte bei seinen Recherchen im Internet einen sensationellen Fund: Auf einem Notenblatt aus dem Jahr 1962 fand er die nie veröffentlichte 3. Strophe der Wanne-Eickel-Hymne - Nichts ist so schön, wie der Mond von Wanne-Eickel - gesungen von Friedel Hensch und den Cyprys. Im Original lautet der Titel Un clair de lune à Maubeuge. Der Tango wurde von dem Pariser Taxifahrer Pierre Perrin getextet und spielte ursprünglich in der nordfranzösischen Kohlestadt Maubeuge.

Auszug aus dem Original-Notenblatt -Nichts ist so schön....Foto: PrivatAuszug aus dem Original-Notenblatt -Nichts ist so schön....

Mit dem Notenblatt erschien Berke am Donnerstag (5.10.2017) in der halloherne-Redaktion und kommentierte seinen Fund so: "Ich habe eine Entdeckung gemacht! Die Geschichte von Wanne-Eickel muss nach 1962 komplett umgeschrieben werden." Den offiziellen Mond-von-Wanne-Eickel-Sänger - Hotte Schröder - hatte er gleich dabei und der war "total geflasht". Hotte erinnerte sich noch an ein amtliches Schreiben, indem die Stadt Meubeuge seinerzeit das Rathaus von Wanne-Eickel angeschrieben hatte, und den Stadtvätern prophezeite, dass durch das Wanner-Mond-Lied der Touristenansturm auf die Bindestrich-Stadt nicht abreißen würde.

Berke ganz aufgeregt: "Ja, genau, das ist ja auch passiert. Nach 1962 hat sich der Tourismus in Wanne-Eickel um 300 Prozent gesteigert. Wir sind damals auch dem Aufruf gefolgt und haben in unserer kargen Wohnung viele Gäste von außerhalb beherbergt. Und abends sind wir mit ihnen zum Kanal gegangen - den Mond gucken und singen." Apropos singen: Natürlich haben es sich die beiden Wanne-Eickeler nicht nehmen lassen, gemeinsam die 3. Strophe exklusiv für unsere Leser zu intonieren. 

Für die deutsche Übersetzung, die Ernst Bader schrieb, suchten sich Friedel Hensch-Cyprys und Werner Hensch eine passende Kohlestadt aus, die dazu noch an einem Kanal liegen musste. Außerdem sollte die Stadt noch mit einem Doppelnamen punkten - voilà, so wurde es Wanne-Eickel.

Die 3. Strophe der Wanne.Eickel-Hymne:

Mit einem Krokodil trieb ich mein Spiel am Nil
und machte feurig mit beim Stierkampf in Madrid.
Mich trug ein Elefant durch Indiens Wüstensand,
und auf dem Piz Palü macht' ich 'ne Landpartie.

Graf Hotte am Grab von Friedel Hensch-Cyprys in Hamburg.Foto: PrivatGraf Hotte am Grab von Friedel Hensch-Cyprys in Hamburg.
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Text: Carola Quickels 10. Oktober 2017, 13:15 Uhr