Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

Westfälisches Landestheater

Jan Westphal als Nessie, Felix Zimmermann als Robbi und Sabrina Sauer als Tobbi.
Jan Westphal als Nessie, Felix Zimmermann als Robbi und Sabrina Sauer als Tobbi. Foto: Volker Beushausen

Castrop-Rauxel. Am Sonntag (24.6.2018) fand in Castrop-Rauxel, im Parkbad Süd, die umjubelte Open-Air-Premiere von Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt statt. Der Drittklässler Tobias Findteisen, genannt Tobbi (Frauen und Technik – passt perfekt: Sabrina Sauer glänzt auch als Erzählerin), tritt als junger Erfinder in die Fußstapfen seiner Tante Paula (Ina-Lene Dinse), einer begnadeten Schrauberin, die auf schrille Outfits steht (Ausstattung: Marc Mahn). Sein neuestes Projekt ist ein Gefährt, das fliegen kann wie ein Hubschrauber, auf dem Wasser schwimmt wie eine Ente und an Land wie ein Auto zu gebrauchen ist – mit Hupe: das Fliewatüüt!

Noch existiert es nur auf Konstruktionszeichnungen, die in Tobbis Bude verteilt sind. Aber plötzlich steht ihm mit Robbi (Ensemble-Neuzugang Felix Zimmermann), einem Roboter aus der 3. Robotklasse, ein Technikgenie zur Seite, der von seinen Lehrern einige Aufgaben aufgebrummt bekommen hat, die er unmöglich alleine lösen kann. So begeben sich die beiden Freunde im nagelneuen Fliewatüüt auf eine abenteuerliche Reise rund um die Welt – so zum glücklichen Kölsche Jung (Julius Schleheck) auf seinem gelbschwarz geringelten Leuchtturm und zum Nordpolforscher Zacharias.

Bei dem sie auch auf trotz der großen Kälte fröhliche Eskimo-Zwillinge (Jan Westphal) treffen, während sie auf der Suche nach dem Geheimnis der dreieckigen Burg bei Nessie landen und ein arg ruhebedürftiges, den ganzen Reporter-Rummel gründlich satt habendes „Ungeheuer“ kennenlernen, bevor sie Bekanntschaft mit einem Zaubergrafen und einem hochbetagten Schlossgespenst machen...

Boy Lornsen (1922-1995), auf Sylt geborener der Sohn eines Kapitäns, landete 1967 mit seinem ersten Buch gleich einen Bestseller: „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“. Nach einer Puppen-Animation von Armin Maiwald für den WDR brachte Wolfgang Groos 2016 eine recht aufgemotzte Realverfilmung in die Kinos mit dem elfjährigen Berliner Gymnasiasten Arsseni Bultmann als Tobbi im Kreis prominenter Profis wie Jördis Triebel, Ralph Caspers, Alexandra Maria Lara und Sam Riley.

Tatjana Fernau tat gut daran, ihre rund siebzigminütige Inszenierung für alle ab sechs Jahren familienfreundlich von allem Ballast zu befreien und dem vorzüglichen fünfköpfige Ensemble größtmöglichen Freiraum für eigene Improvisationen einzuräumen. Nach der umjubelten Open-Air-Premiere am Sonntag (24.6. 2018) im Castroper Parkbad Süd geht’s ab Herbst auf große Tournee, die am 19. und 20. Dezember 2018 zu vier Vorstellungen auch in die Castrop-Rauxeler Stadthalle am Europaplatz führt, Karten unter westfaelisches-landestheater.de.

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