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Die Pläne zur Straßenbegrünung an der Shamrockstraße und den weiteren Straßen Hiberniastraße sowie Elisabethstraße wurden im August 2022 vorgestellt: Hier sollen mehrere neue Bäume gepflanzt werden. Jedoch hat die Feuerwehr für mehrere Flächen ein Veto eingelegt.

Der Stand bei vier städtischen Begrünungsprogrammen

Klimaanpassungen lassen auf sich warten

Mehr Grün, mehr Wasser und ein besseres Klima: Die Stadt Herne möchte mehr für den Klimaschutz tun, das ist hinlänglich bekannt. Deshalb hat sie auch von Zeit zu Zeit verschiedene Projekte vorgestellt, mit denen mehr für die Umwelt getan werden soll. Einziges Problem: Die Umsetzung zieht sich oft hin. Wie ist der Stand bei vier verschiedenen Projekten?

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Chronologisch zuerst vorgestellt wurde die geplante Umgestaltung am Robert-Brauner-Platz – das geschah bereits im Juni 2021. Rund drei Jahre später ist davon noch nichts zu sehen. Der damalige Umweltdezernent Karlheinz Friedrichs, kürzlich in den Ruhestand gewechselt (halloherne berichtete), kündigte viel Grün und viel Wasser an, die Aufenthaltsqualität soll steigen, zudem sollten die Bürger samt ihrer Ideen mit einbezogen werden.

Ausschreibung wird vorbereitet, Infoveranstaltung geplant

Ursprünglich sollten die Umbauarbeiten im Herbst 2022 starten, später hieß es, 2023 sei der Baubeginn anvisiert und 2024 wäre der Robert-Brauner-Platz grüner (halloherne berichtete). „Zurzeit wird die Ausführungsplanung vom beauftragtem Büro Greenbox Landschaftarchitekten erstellt, danach erfolgt die Ausschreibung der Bauleistungen“, erläutert Stadtsprecherin Carina Loose zum aktuellen Stand.

Zudem führt sie aus: „Weiterhin wird zurzeit eine Informationsveranstaltung vorbereitet, die voraussichtlich noch im Mai 2024 stattfinden wird. Bei dieser Informationsveranstaltung sollen Anlieger und Gewerbetreibende über den Ablauf der Baumaßnahme informiert werden und Gelegenheit bekommen, daran mitzuwirken.“ Einen neuen Zeitraum zur Fertigstellung nennt sie nicht – wenn die Arbeiten einmal beginnen, sollen sie jedoch rund zwölf Monate andauern. Die Kosten wurden zu Beginn auf 1,8 Millionen Euro geschätzt, 80 Prozent werden davon gefördert.

140 Wohneinheiten und 'smarte' Häuser in Sodingen

Weiter südöstlich ist nicht viel weniger als eine „moderne Siedlung für die nächsten drei Jahrzehnte“ geplant, so nannte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda im März 2022 die geplante „Klimasiedlung Wiescherstraße“ (halloherne berichtete). Rund 140 Wohneinheiten, rund 30 bis 40 Millionen Euro Investitionskosten, viele Grünflächen rund um eine Ringstraße, ein reduzierter Autoverkehr und möglichst „smarte“ Häuser sind die Schlagwörter für das 23.000 Quadratmeter große Areal auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei.

Die Visualisierung des Siegerentwurfs beim Projekt

Nach einem städtischen Wettbewerb für einen passenden Entwurf setzte sich das Planungsbüro Bläser Jansen Partner (BJP) aus Dortmund durch (halloherne berichtete). Weil noch ein Bebauungsplan erstellt werden muss, war dessen Fertigstellung für Mitte 2024 anvisiert, nach einer Investorsuche könnte man 2025 mit dem Bau starten, hieß es vonseiten der Stadt bei der Vorstellung des Projekts.

„Bei der Aufstellung eines Bebauungsplans bedarf es einer Reihe fachgutachterlicher Untersuchungen, die die zu betrachtenden Auswirkungen eines geplanten Städtebauprojekts prüfen. Hierbei werden insbesondere die verkehrlichen und hieraus resultierenden immissionswirksamen Aspekte (Lärm) sowie eine Vielzahl weiterer umweltrelevanter Auswirkungen in den Blick genommen“, schildert Carina Loose.

Gutachten für die verkehrstechnische Machbarkeit in Arbeit

Weiter zählt sie auf: „Aktuell befasst sich ein beauftragtes Ingenieurbüro mit den zu erwartenden verkehrlichen Auswirkungen der geplanten Wohnbausiedlung und überprüft die grundsätzliche verkehrstechnische Machbarkeit. Das vorliegende städtebauliche Konzept sowie die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung bilden die Grundlage für die gutachterlich zu ermittelnden und zu erwartenden Schallauswirkungen im Bereich der bestehenden Wohnbebauung im Umfeld als auch im Plangebiet selbst. Aus den Ergebnissen und Empfehlungen der schallgutachterlichen Untersuchungen können erforderlich werdende Schutzmaßnahmen resultieren, die mit der städtebaulichen Planung in Abgleich zu bringen sind.“

Dafür würden aber bereits Fachgutachten zur bestehenden Bodensituation, also Altlasten und Versickerungsfähigkeit, und zum Artenschutz vorliegen. „Im Hinblick auf die Besonderheiten der Klimasiedlung wird zurzeit ein Gestaltungshandbuch erarbeitet und mit dem Gestaltungsbeirat abgestimmt. Das Gestaltungshandbuch kann als Grundlage für eine Gestaltungssatzung dienen“, teilt Loose mit und fügt an: „Es wird das Ziel verfolgt, bis zum Jahresende 2024 einen abgestimmten Bebauungsplanentwurf für die Veröffentlichung zu erarbeiten.“

Mehr Bäume in der City

Keinen neuen Bebauungsplan braucht die Stadt für das sogenannte Straßenbegrünungsprogramm in der Herner City (halloherne berichtete), das geht einfacher – normalerweise. An den Straßen Shamrockstraße, Hiberniastraße und der Elisabethstraße sollen mehr Bäume mit speziellen Baumscheiben gepflanzt werden. Dieser Teil des Klimaschutzanpassungskonzeptes wurde im August 2022 vorgestellt, die Umsetzung sollte im ersten Halbjahr 2023 starten.

Der Robert-Brauner-Platz soll grüner werden: Dieses Vorhaben wurde bereits Mitte 2021 vorgestellt und zieht sich noch hin (Archivbild).

Bislang ist an den Straßen jedoch nicht wirklich etwas passiert. „Die Pläne des Straßenbegrünungsprogramms von 2022 standen, ebenso wie der Beschluss der Politik, unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Feuerwehr. Die Feuerwehr überprüft seit geraumer Zeit stadtweit die Anfahrbarkeit von Immobilien und prüft hierbei auch die notwendigen Flächen für das Anleitern mit Hilfe eines Hubrettungsfahrzeuges mit Drehleiter“, erläutert Carina Loose.

Feuerwehr hat Vorrang vor den Baumpflanzungen

Nun kommt der Einwand: „Hierbei wurden an mehreren Straßen im Stadtgebiet Bedenken bezüglich der Aufstellflächen geäußert – so auch an der Shamrockstraße, Hiberniastraße und Elisabethstraße. Die Rückmeldungen der Feuerwehr werden selbstverständlich bei der weiteren Planung des Straßenbegrünungsprogramms berücksichtigt. Da bei den konkurrierenden Flächenansprüchen aus Begrünungsprogramm und Feuerwehraufstellflächen die Sicherheit Vorrang hat, können voraussichtlich teilweise weniger Baumpflanzungen geschehen.“

Doch die Verwaltung arbeitet an einer Lösung. „Aktuell befindet sich die Verwaltung bezüglich weiterer, alternativer Optionen in einer internen Abstimmung mit der Feuerwehr. Aufgrund des derzeitigen Personalmangels bedarf es hierfür leider eines längeren Zeitraumes. Aus diesem Grund kann momentan noch kein mögliches Umbaudatum für das Straßenbegrünungsprogramm genannt werden.“

Anders sieht es beim bislang „neusten“ grünen Projekt in der Stadt aus. Die Umgestaltung zur Parkanlage Bergelmanns Hof wurde im März 2023 angekündigt (halloherne berichtete). Im Herbst desselben Jahres wurden die Pläne den politischen Gremien vorgelegt, die passende finanzielle Förderung zudem aus dem Stadterneuerungsprogramm 2024 beantragt.

Finanzielle Bewilligung für Herbst 2024 anvisiert

„Mit einer Bewilligung der Maßnahme durch den Fördermittelgeber wird im Herbst 2024 gerechnet. Anschließend können die weiteren Leistungsphasen beauftragt und bearbeitet werden. Es wird weiterhin von einem Baubeginn Ende des Jahres 2025 ausgegangen“, teilt die Stadtsprecherin dazu weiter mit. Diese Zeitplanung läuft also weiterhin planmäßig.

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Dennoch zeigt sich: Bürger, die auf mehr Grün und mehr Klimaschutz in der Stadt hoffen, müssen sich in Geduld üben.

Die geplante Umgestaltung des Parks Bergelmanns Hof zwischen Herner Rathaus und Westring: Mit einem Baubeginn wird für Ende 2025 gerechnet.
| Autor: Marcel Gruteser
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