Rocker in Herne festgenommen

Zugriff nach schwerer Körperverletzung

Das Tragen von Kutten mit Symbolen ist 2014 auf Crange verboten.
Bandido. (Archiv) Foto: Arne Pöhnert

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Bochum und des Bochumer Polizeipräsidiums:

Am Freitag (15. 3.2019, gegen 6 Uhr) wurden fünf Männer von mehreren Spezialeinsatzkommandos (SEK) in Herne, Dortmund, Essen, Oberhausen und Köln zeitgleich festgenommen und die auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassenen Haftbefehle vollstreckt. Bei den fünf Zugriffen wurden keine Personen verletzt. Es handelt sich bei den Männern um Tatverdächtige im Fall einer schweren Körperverletzung im August 2018.

Rückblick:

Der Einsatz an der Holsterhauser Straße (Archiv)
Der Einsatz an der Holsterhauser Straße (Archiv) Foto: News-Report-NRW Daniel Knopp

Der Rettungsdienst und die Polizei wurden in den frühen Abendstunden am Samstag (11.8.2018) zur Holsterhauser Straße in Herne gerufen. Dort, gegenüber dem Kulturzentrum, war es gegen 19:50 Uhr zu einer Schlägerei gekommen, bei der drei Männer (54/51/49) verletzt worden sind. Der schwer verletzte 54-Jährige befindet sich seitdem in einer intensivmedizinischen Pflegebehandlung.

Die drei aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis und Wuppertal stammenden Männer - Angehörige einer Rockergruppierung - waren an diesem Tag auf dem Weg zu einer Feier in Gelsenkirchen und hatten sich mit ihren Motorrädern auf der Holsterhauser Straße verfahren. Nach dem Wendemanöver mussten sie an der am Berliner Platz stehenden Ampel warten. Plötzlich hielt ein schwarzer Audi neben den Motorradfahrern an. Fünf dunkel gekleidete Männer stiegen aus dem Pkw und schlugen massiv auf die drei Kradfahrer ein. Anschließend entrissen sie den Männern die Kutten und fuhren in Richtung Sodingen davon.

Nach der notärztlichen Erstversorgung brachten Rettungssanitäter die drei am Kopf verletzten Männer zur Behandlung in örtliche Krankenhäuser. Einer der drei Geschädigten erlitt durch den Angriff eine Hirnverletzung. Die insoweit bestehende akute Lebensgefahr konnte nur durch eine sofortige Notoperation abgewendet werden. Im Hinblick auf die akute Lebensgefahr nahmen die Staatsanwaltschaft Bochum und die Mordkommission V des Polizeipräsidiums Bochum die Ermittlungen nach den flüchtigen und unbekannten Tätern auf. Dabei wurde von allen Beteiligten ein hohes Maß an Ausdauer gefordert. Bei der intensiven kriminalpolizeilichen Puzzlearbeit konnte das Bochumer Fachkommissariat für organisierte Kriminalität fünf Tatverdächtige im Alter zwischen 26 und 35 Jahren nach und nach ermitteln. Die Verdächtigen sollen zum Tatzeitpunkt Mitglieder des MC Bandidos gewesen sein.

Quelle: