Zum heiligen Laurentius

Leserzuschrift

Der heilige Laurentius.
Der heilige Laurentius. Foto: Polizei NRW

Zum Beitrag "Der heilige Laurentius und die Kirmes" von Gerharda Terlau schreibt halloherne-Leser Siegfried Born: "Ich habe Ihren Artikel zum Heiligen Laurentius und dem Zusammenhang mit der Cranger Kirmes gelesen. Nach meinem Kenntnisstand (Literatur über die Heimatkunde von Wanne-Eicke und vor allem Crange) geht die Cranger Kirmes eigentlich auf ein heidnischen Fest zurück. Die Menschen hatten hier jahrhundertelang den Sieg des Germanenführers Herrmann der Cherusker über die Römer (Schlacht im Teutoburger Wald, heutigen Erkenntnissen zufolge eher in Kalkriese im Osnabrücker Land) gefeiert (immerhin 9 n. Chr.). Die Oberen der Katholischen Kirche hatten wohl bemerkt, dass die Menschen ein für sie heidnisches Fest begingen, immer Anfang August, und berieten sich, was man dagegen wohl machen könnte. Es entstand dann die Idee, den auf einem Rost zu Tode gekommenen Heiligen Laurentius ins Spiel zu bringen, um so aus einem heidnischen ein kirchliches Fest, eine Kirchmess, zu gestalten und die ganze Sache aus kirchlicher Sicht zu legalisieren.

So wurde aus einem ursprünglich heidnischen Fest ein kirchliches Fest zu Ehren eines Heiligen, nämlich des Heiligen Laurentius. Übrigens ist Laurentius der Namensgeber für sehr viele katholische Kirchengemeinden in Italien und auch in Deutschland. Die Laurentiuskirche auf der Hauptstraße in Wanne-Nord ist eines von vielen Beispielen.

Der Begriff Crange stammt übrigens aus einer Sage eines Disputs eines Riesen mit einem Zwerg, die beide hier gelebt haben sollen. Der Zwerg hatte den Riesen immer und immer wieder geärgert, genatzt und gefoppt, bis der irgendwann einmal einen Hufeinsencrangel (daher der Begriff Crange) nach dem Zwerg geworfen hatte. Ein Crangel ist sowas wie ein Cringel (sprachgebräuchlich heute noch verwendet, wenn gesagt wird: „Ich hätte gerne einen Cringel Grützwurst.“ Gemeint ist nämlich dann dieses fast runde Gebilde). Heute schreiben wir nicht mehr „Cringel“ sondern „Kringel“ aber der Begriff Crange bleibt. Einmal im Jahr erwacht dieses kleine Dörfchen Crange zu neuem Leben, wenn es wieder heißt: „peel op no Crange“. Und schon am kommenden Freitag ist es wieder soweit."

Siegfried Born