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Der Schriftzug des alten Hallenbads hängt nun über dem Eingang zum KreativQuartier Wanne.

Leserbrief

Überlegungen zum Hallenbad Eickel

Der Wanne-Eickeler Horst Schröder setzt sich für den Erhalt und die Restaurierung des alten Hallenbads in Eickel ein, da er sonst die Gefahr sieht, dass immer weniger Herner Kinder die Möglichkeit haben, das Schwimmen zu erlernen. Mit seinen Mondritter ermöglichte er vielen Herner Kindern das Schwimmabzeichen 'Seepferdchen' (halloherne berichtete). Ende Mai 2021 bekam Schröder einen Brief von Susanne Adami, die darin ihre ganz eigenen Gedanken zu dem Thema - Hallenbad, Wasserflächen, Schwimmmöglichkeiten - zum Ausdruck brachte. Mit der Erlaubnis der Verfasserin leitete Schröder den Brief an uns weiter, mit der Bitte um Veröffentlichung:

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„Sehr geehrter Herr Horst Schröder, die Nachricht, dass die Stadt Herne den Bad-Abriss plant (halloherne berichtete), um dort Wohnungen zu bauen, hat mir sehr zu Denken gegeben und mich dazu veranlasst, Auskünfte einzuholen. Nach dem Artikel „Stadt baut zwei neue Becken“ vom 14.5.2021 in der WAZ wird es höchste Zeit, Ihnen zu schreiben.

Schwimmen

Vor mehr als 30 Jahren erteilte ich als Lehrerin an der HS Jürgens-Hof im 5. Jahrgang Schwimmunterricht. Die Schüler nahmen damals hochmotiviert am Schwimmunterricht teil. Die meisten Kinder konnten nicht schwimmen. Deshalb war der Schwimmunterricht in der 5. Klasse für diese Kinder eher ein Einstieg. Regelmäßiges Weiterüben wäre für sie erforderlich gewesen, um sicher schwimmen zu können. Dazu fehlte in vielen Fällen die Möglichkeit, da das nächste Schwimmbad für die Kinder zu weit war. Damals waren viele türkischstämmige Kinder in den Klassen. Das mag mit ein Grund dafür gewesen sein, dass vor mehr als 30 Jahren so viele Kinder einer 5. Klasse nicht schwimmen konnten. Im Mai 2021, hörte ich im Radio (WDR 5), dass immer weniger Kinder schwimmen können. Mit dieser Aussage waren alle Kinder gemeint, nicht nur die Kinder mit Migrationshintergrund. Wie das folgende Zitat aus dem Internet zeigt, gibt es diese Tendenz schon länger: „Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) schlägt jetzt Alarm: Immer weniger Kinder können schwimmen. Von den 10-Jährigen kann sich mehr als die Hälfte nicht sicher im Wasser bewegen.“ (ZDFtivi 6.6.2019). Es besteht die Gefahr, dass die Möglichkeit für Kinder, im Laufe der Schulzeit Schwimmen zu lernen, in Herne weiter schwindet; da der Lebenszyklus bei allen Schul-Bädern in Herne überschritten ist.

Zum Stadtteil Wanne-Süd 1

Das Hallenbad liegt in Wanne-Süd 1. Hier ist die Besiedlungsdichte besonders hoch. Im Schnitt lebten am 31.12.2019 in Herne 3.034 Menschen auf einem Quadratkilometer (Quelle:Internet). Rund um die Straße Am Solbad ist die Besiedlungsdichte mehr als doppelt so hoch und westlich der Hauptstraße mehr als dreimal so hoch (Klimaananlyse der Stadt Herne, 2018, S. 129). In Wanne-Süd 2, dem Nachbarstadtteil auf der östlichen Seite, leben sehr viele Jugendliche. Wanne-Süd 2 ist einer der 15 Monitoringräume Hernes mit dem höchsten Jugendquotienten. (Integriertes, kleinräumiges Monitoring für die Stadt Herne, 2019, S. 46, 25.5.2012).

In diesem Stadtteil ist die Armutsbetroffenheit und -gefährdung laut Monitoringbericht stark überdurchschnittlich hoch. Im Einzelnen: Die Mindestsicherungsquote beträgt 29 Prozent und mehr, die Arbeitslosenrate 13 Prozent und mehr und der Anteil der Alleinerziehenden 6,3 Prozent und mehr. Alle drei Quoten sind stark überdurchschnittlich hoch (Monitoringbericht, S.17 - S.21). Auch der Bezug von Leistungen nach SGB II bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren ist in diesem Stadtgebiet mit 51,8 Prozent und mehr stark überdurchschnittlich hoch (Monitoringbericht, S. 38).

Hier haben etwa die Hälfte der Menschen (46,6-52,8 Prozent) haben einen Migrationshintergrund. Dies ist im Vergleich zum Durchschnitt in Herne von 34,3 Prozent stark überdurchschnittlich hoch. Auch die Fluktuation der Wohnbevölkerung in diesem Viertel ist mit 251,9 und mehr Menschen stark überdurchschnittlich hoch, die Wahlbeteiligung unterdurchschnittlich. „Hohe Ausprägungen in diesen Werten“, so heißt es im Integrierten, kleinräumigen Monitoring für die Stadt Herne auf S. 26, „weisen auf erhöhte Integrationserfordernisse hin.“ (Monitoringbericht ..., S. 22 – 26.).

Es fehlt offenbar so etwas wie Identifikation, Verbundenheit mit dem Ort, an dem die Menschen leben. Eine „vom kommunalen Bildungsbüro mit Unterstützung der Ruhr-Universität hier durchgeführte Befragung“ von Kindern und Jugendlichen „zu Umwelt, Wohlbefinden und Entwicklung “ hat bei mehr als der Hälfte ein leicht überdurchschnittlich niedriges Wohlbefinden ermittelt (Monitoringbericht, S. 44f. Zu den kompletten Ergebnissen der Studie vgl. ZEFIR, 2018.)

Es wäre gut, zu wissen, was die Jugendlichen zu bemängeln haben und wollen. Leider habe ich im Moment nicht die Zeit, die Studie zu lesen. Wie problematisch die Situation in diesem Stadtgebiet ist, zeigt auch der Zeitungsartikel, der im letzten Monat (15.4.21) in der WAZ zu lesen war 'In Herne seien zu viele Kinder übergewichtig und ernährten sich falsch'. Weiteres Problem: Die starke Zunahme der psychischen Erkrankungen bei Kindern.

Hallenbad Solbad, Teil eines Lösungsweges

Neben Anlaufpunkten für Gespräche und Beratungen könnten auch mehr Möglichkeiten, sich zu begegnen, Sport zu treiben und mehr Bewegung helfen; Bewegung, auch das Schwimmen, kann mit dazu beitragen, mehr Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln. Sport hilft bei Depression, fördert soziales Lernen ebenso wie auch schulisches Lernen. Dazu braucht es Möglichkeiten für die Bürger, sich im Wohnumfeld zu begegnen und zu bewegen, Möglichkeiten, die fußläufig oder auch mit dem Fahrrad gut zu erreichen sind: Spielplatz, Sportplatz, Park oder eben auch ein Schwimmbad. Ein Schwimmbad für alle Altersgruppen, für Übergewichtige, Rückenkranke etc., ein Schwimmbad nicht nur als Ort des Spiels und der Ertüchtigung, sondern auch als Treffpunkt und als Ort der Rehabilitation, Regeneration.

Die nächsten Möglichkeiten vom Hallenbad aus gesehen, Schwimmen zu gehen, sind zu Fuß - (Wananas, 3 km), (Südpool, 5,4 km), (Schwimmbad Wellenfreibad Südfeldmark, 6 km), (Lago Herne, 7,4 km) - zu weit entfernt. Sie erreicht man mit dem Fahrrad, Bus oder Auto fahren, wenn man denn ein Auto hat. Mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln beträgt die Fahrtzeit für eine Strecke knapp 30 Minuten bis zu einer guten Stunde. Ziemlich zeitaufwendig, meine ich, und es entstehen Fahrtkosten. Dazu kommen dann noch die Kosten für den Eintritt von 5 Euro für ein Kind für 2 Stunden im Wananas. (Angabe im Internet im April 2021.) Der Abriss vom Hallenbad Solbad würde die Möglichkeit, Schwimmen zu gehen, nicht nur für die Kinder aus dem Umfeld des Bades, sondern für alle Altersgruppen erschweren! Besonders betroffen wären meines Erachtens die Kinder, Alleinerziehende, Schwerbehinderte und Senioren, weil für diese Gruppen die gute Erreichbarkeit eine wichtige Rolle spielt. Auch die Kosten für den Besuch eines der oben aufgeführten Bäder würden für viele Bewohner des Stadtviertels Wanne-Süd 1 angesichts der oben beschriebenen finanziellen Lage ein Problem sein.

Wenn man bei den Sportmöglichkeiten, hier bei dem Hallenbad spart, entstehen Kosten für Jung und Alt an anderer Stelle, wie zum Beispiel im Gesundheitsbereich. Es entstehen auch soziale Probleme vor allem für Kinder und Jugendliche, die die Stadt, die Gemeinschaft ein ganzes Menschenleben lang mit trägt. Hallenbad Solbad und Bau von Wohnungen möglich? Man sollte nicht nur in Alternativen denken: Entweder Hallenbad oder Wohnungsbau.

In Kopenhagen gibt es seit 2017 eine Müllverbrennungsanlage, die gleichzeitig Park und Skipiste ist. (AMANGER RESSOURCE CENTER, in: Friedrich von Borries, Benjamin Kasten, Stadt der Zukunft, S.157ff.) Ich denke am Hallenbad Eickel kann man vielleicht ein bis zwei Stockwerke drauf setzen. An das Hallenbad schließt sich nach Westen hin schon ein Wohnhaus im gleichen Baustil an. Die Fläche um das Gebäude herum wird man eher nicht weiter bebauen, da dort alte Bäume stehen, die sicher dort bleiben sollten. Was da möglich ist, müsste sich mal ein Architekt anschauen. Und es müsste auch eingehend geprüft werden, ob, angesichts der hohen Besiedlungsdichte und der dem entsprechend dichten, überwiegend mehrstöckigen Bebauung bei wenigen Ein- u. Zweifamilienhäusern, ein in die Höhe bauen - auch im Hinblick auf die Klimafolgen - sinnvoll wäre. Die Flächenbewertung aus klimaökologischer Sicht ist auf der Nordseite der Straße Am Solbad ungünstig bis sehr ungünstig (Klimaanalyse ..., S. 140.) Die Anfälligkeit gegenüber Hitzebelastung in dem Stadtteil ist erhöht. Das Gebiet liegt schon jetzt im Bereich einer Wärmeinsel (Klimaanalyse.., S. 123). Möglicherweise könnte es zu (Luft-)Austauschproblemen kommen, da keine unmittelbare Anbindung an den bioklimatischen Ausgleichsraum im Süd – Westen besteht; denn westlich der Hauptstraße liegt zwischen dem bioklimatischen Ausgleichsraum im Süd -Westen und der Straße Am Solbad ein sehr dicht besiedeltes Gebiet.

Kostenberechnung für neue Schwimmmöglichkeiten

Zu der Berechnung der für Schwimmmöglichkeiten zu investierenden Kosten gehört auch die Berechnung und Berücksichtigung der Kosten für den Rückbau bzw. Abbruch des bestehenden, wenn auch sanierungsbedürftigen Gebäudes, das ja im Prinzip nur an anderer Stelle und in anderer Form wieder aufgebaut wird, wie in diesem Fall in Form der Erweiterung des Herner Südpools um zwei Lehrschwimmbecken. Das Hallenbad bietet sicher mehr, als die zwei Lehrschwimmbecken. Wenn man die Kosten für beide Projekte vergleichen will, muss man m.E. berechnen:

  • – die Kosten für die Sanierung des Hallenbades Solbad, einschließlich einer gesonderten Kostenaufstellung für zwei Lehrschwimmbecken oder Entsprechendem auf der einen Seite
  • – die Kosten für die zwei neuen Lehrschwimmbecken zuzüglich der Kosten für den Rückbau bzw. Abriss des Hallenbades Solbad auf der anderen Seite.

So könnte man den Preis für den Bau bzw. die Sanierung der zwei Lehrschwimmbecken oder Entsprechendem miteinander in etwa vergleichen.

Mit dem Abriss des Hallenbades würde ein Gebäude verschwinden, was neben anderen alten Gebäuden das Viertel so einzigartig, besonders macht. Der Stadtteil würde so ein Stück weit auch seiner Geschichte beraubt. Mir stellt sich die Frage: Müssen in diesem Stadtteil unbedingt weitere Wohnungen gebaut werden? Zur Alternative, Abriss und Bau von Wohnungen, möchte ich neben dem oben aufgeführten Bedarf an Freizeit- und Sportmöglichkeiten auch noch folgendes zu Bedenken geben: Im Montoringbericht ist auf S. 56 der Karte 34 zu entnehmen, dass der Wohnungsleerstand im Umfeld des Hallenbades , mit 7,8 Prozent und mehr stark überdurchschnittlich hoch ist.

Resümee

Wäre ein Schwimmbad mit vielen Möglichkeiten im Hinblick auf das Sichbewegen und Fortbewegen im Wasser und darüber hinaus zum Treffen und Verweilen an einem Kiosk zum Beispiel vorne am Eingang oder auf einer begrünten Dachterrasse nicht viel sinnvoller angesichts der Probleme in Wanne-Süd 1? Könnte ein solches Modell nicht auch deshalb schon mit zur Problemlösung beitragen, weil hier langfristig sichere Arbeitsplätze geschaffen werden könnten für Bademeister, Krankengymnasten (Kurse, Wassergymnastik), Reinigungskräfte, und darüber hinaus auch Arbeitsplätze in der Gastronomie. Könnten in einem sanierten Hallenbad nicht auch neue Ausbildungsplätze entstehen?

Und da es sich um ein städtisches Bad handelt, könnte in diesem Fall nicht festgelegt werden, dass die Arbeits- und Ausbildungsplätze nur von Menschen besetzt werden, die in Herne, möglichst im Umfeld des Bades leben? Das Hallenbad könnte (wieder) ein Magnet sein nicht nur für Vereine, sondern auch für die Bevölkerung der umliegenden Stadtteile, weil die Teilnahme an Wassergymnastik- Kursen und Ähnlichem zum Beispiel für Senioren aus Eickel und darüber hinaus attraktiv ist und von der Entfernung her erreichbar. Die Menschen, die in Wanne-Süd und Umgebung leben, müssten gefragt werden, was sie wollen. Ist das schon geschehen?

Online-Petition

Es lohnt sich meines Erachtens auch, die Möglichkeiten der öffentlichen Förderung noch mal eingehend zu prüfen und Ablehnungen auch öffentlich zu machen. Ich möchte Ihre Petition (halloherne berichtete) auf jeden Fall auch unterschreiben. Bitte senden Sie mir eine Durchschrift mit Unterschriftenliste zu. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es noch viele andere Menschen gibt, die unterschreiben würden, u.a. Schulkollegen, die Sport bzw. Schwimmunterricht erteilen und vermutlich schon lange mit dem Mangel an Lehrschwimmbecken und Bewegungsproblemen bei einer großen Anzahl von Schülern konfrontiert sind.

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Vielen Dank und freundliche Grüße Susanne Adami."

| Quelle: Susanne Adami

Büchlein haben eine Auflage von je 1.000 Stück

Eigene Pixi-Bücher des Emschertalmuseums

Das Schloss Strünkede und das Heimatmuseum Unser Fritz haben jeweils ein eigenes Pixi-Buch.

Schloss Strünkede und das Heimatmuseum Unser Fritz haben jeweils ein eigenes Pixi-Buch. In Kooperation mit dem Carlsen- Verlag ermöglichte es der Deutsche Museumsbund den teilnehmenden Museen, ihre Häuser zum Schauplatz einer spannenden Geschichte zu machen Die Büchlein in einer Auflage von je 1.000 Stück sind zum Preis von 0,99 Euro ab sofort in den Häusern des Emschertal-Museums an der Kasse erhältlich. „Die Geschichte ist für alle Museen gleich, einige Seiten wurden in Zusammenarbeit mit dem Emschertal-Museum personalisiert“, so Andrea Prislan bei der Vorstellung der limitierten Auflage mit dem Titel „Lola und Leonardo im Museum“. Individualisiert sind auch die Namen der Museumsmitarbeitenden im Buch: Mustafa und Angelika sind nicht nur im Buch, sondern auch in den jeweiligen Museen anzutreffen. Auf der Grundlage von Fotos wurden Ausstellungsräume und besondere Exponate von Zeichnern des Verlags in das Buch eingebracht.

Selbstgebastelter Weihnachtsschmuck am Robert-Brauner-Platz

160 Kita-Kinder schmücken Tannenbäume

160 Kinder aus elf Kitas schmücken am Robert-Brauner-Platz mehrere Tannenbäume: Mit dabei war auch Elionor (vorne).

Viel Trubel und Aufgeregtheit war am Freitagvormittag (25.11.2022) bei Sonnenschein am Robert-Brauner-Platz zu vernehmen. Dort hatten sich rund 160 Kinder aus elf Kitas und Kindergärten samt ihren Erziehern versammelt. Der Grund dafür war aus alter Tradition heraus ein ganz besonderer: Alle Kinder hatten selbstgebastelten Weihnachtsschmuck mitgebracht. Pünktlich um 11 Uhr hieß: Die Deko kann starten. Malen, Ausschneiden, Falten, Zusammenkleben – die kreativen Techniken und Ideen waren in diesem Jahr besonders vielfältig. Flink machten sich die kleinen Kinder nach dem Startschuss an die Arbeit. Die Freude ließ sich an den Gesichtern der Kleinsten rund um die Tannenbäume ablesen. Manche kamen selbst an die Tannenzweige, andere ließen sich von den Erziehern helfen oder wurden kurzerhand einfach hochgehoben, um dann viele bunte Sterne, Kreise, die einlaminiert waren, und weitere Anhänger aus Holz anzubringen. Die kleine Elionor freut sich im Gespräch mit halloherne besonders: „Das ist schön, dass wir das hier dran hängen dürfen. Jetzt sehen die Tannenbäume viel besser aus.“ Zur Tannenbaumlandschaft gehören wie in den Vorjahren auch die Krippenfiguren des Essener Künstlers Roger Löcherbach. „Diese Aktion hat schon Tradition und das macht sie so besonders. Das hier ist ein kleiner und familiärer Weihnachtsmarkt und durch den eigenen Weihnachtsschmuck wird alles noch viel persönlicher“, freut sich auch Tina Dzierla, die zuständige Projektleiterin beim Stadtmarketing Herne, über das gemeinsame Schmücken. „Jedes Jahr sind wir fasziniert, dass die Kinder komplett neue Ideen für die Deko haben. Mit diesem süßen Termin läutet man auch immer die Weihnachtszeit ein, daher sind wir alle sehr froh, dass es wieder funktioniert hat und die Kinder so toll mitgemacht haben. Hier bleiben auch die Passanten stehen und schauen zu“, erläutert Dzierla gegenüber halloherne. „So fühlt man sich auch immer selbst ein bisschen in die Kindheit zurückversetzt.“ So viele Kinder wie 2022 hätten sich zuletzt vor vier Jahren beteiligt, merkte Dzierla noch an. Allzu lange dürfe man aber nicht warten, wenn die Kinder langsam am Robert-Brauner-Platz eintrudeln würden. „Sie sind dann alle aufgeregt und wollen am liebsten direkt loslegen“, schildert die Projektleiterin vom Stadtmarketing. Nach knapp zehn Minuten waren dann auch alle Sterne und die weiteren Dekoartikel an den Bäumen. Als Belohnung für die Arbeit gab es für alle Kinder Kakao oder Kinderpunsch sowie eine süße Überraschung von der Crêpes Lounge, bevor es langsam wieder zurück in die Kitas ging. Die beteiligten Kindergärten bzw. Kindertageseinrichtungen:

Vorläufige Vereinbarung für Gelände an der Hunbergstraße

Waterkotte plant Neubau von Hallen

Unterzeichnung einer "Exklusivitätsvereinbarung" für ein Gelände an der Hunbergstraße: (v.li.) Marcell Jansen-Wallraven (Bereichsleiter Vertrieb und Service Waterkotte), OB Dr. Frank Dudda, Thomas Wazynski (Geschäftsführer Waterkotte) und Kadir Karabulut (Bereichsleiter Vertrieb und Service Waterkotte).

Noch ist es nur eine sogenannte "Exklusivitätsvereinbarung" für eine Fläche an der Hunbergstraße, die Vertreter der Firma Waterkotte am Donnerstag (24.11.2022) zusammen mit Hernes OB Dr. Frank Dudda im Rathaus unterzeichneten. Bis Ende Januar 2023 soll dann ein Kaufvertrag stehen. Die Firma, die an der Gewerkenstraße sitzt und die erdgebundene Wärmepumpe erfunden hat, plant neue Produktions- sowie Logistikhallen und ein Bürogebäude, da die bisherigen Kapazitäten an ihre Grenzen stoßen. Wärmepumpen haben in den vergangenen Jahren eine erhöhte Nachfrage in Bezug auf Gebäudeheizungen erhalten - diese Nachfrage wurde durch den russischen Krieg in der Ukraine und den daraus resultierenden Problemen der Gas- und Energiekrise nochmal vergrößert. Da die Verantwortlichen von Waterkotte mit einem weiter steigenden Interesse rechnen - aktuell habe das Unternehmen ein Umsatzwachstum von rund 20 Prozent jährlich - müssen größere Produktionshallen her. In Zusammenarbeit mit der Stadt Herne wurde dafür die Fläche in der Nähe vom Technischen Hilfswerk (THW) ins Auge gefasst. Diese ist rund 44.000 Quadratmeter groß und frei. Bis Ende Januar hat Waterkotte bzw. der schwedische Mutterkonzern NIBE nun noch Zeit, Gutachten einzuholen, das Unterfangen zu prüfen sowie rechtliche Fragen zu klären, da es an der Börse notiert ist. Die Stadt bereitet in dieser Zeit den Kaufvertrag für das Gelände, welches sich in ihrer Hand befindet, vor. Beide Parteien sind zuversichtlich, dass es zu einem Abschluss kommt. So könnten dann zügig die Bagger rollen und ab 2025 bereits an diesem Standort bis zu 20.000 Wärmepumpen pro Jahr produziert werden - aktuell sind es rund 4.000. Als Alleinstellungsmerkmal in der NIBE-Gruppe hätte der Herner Standort dann die Produktion von Wärmepumpen mit 50 kW. „Das Thema Wärmepumpe ist in aller Munde, daher stoßen wir am bisherigen Standort langsam an unsere Grenzen. Wir wollen aber auf Linienfertigung umstellen und jedes Jahr rund 25 neue Mitarbeiter einstellen. Dafür brauchen wir neuen Platz“, fasst Thomas Wazynski, Geschäftsführer der Waterkotte GmbH, zusammen. Aktuell habe das Unternehmen rund 140 Mitarbeiter, das mittelfristige Ziel wären 300. Auch deshalb soll hier ausgebildet werden, zudem werden weiter Fachkräfte gesucht - die „Hochleveln!“-Kampagne der Stadt (halloherne berichtete) kann dabei helfen. Frank Dudda sieht in der Vergrößerung der Produktionsstätte eine Menge Potenzial. „Das ist ein Meilenstein für die industrielle Unternehmenslandschaft in Herne. In einem solchen zukunftsträchtigen Bereich bin ich überzeugt, dass das ein gutes Engagement ist“, sagt der Oberbürgermeister. „Die Firma ist hier schon beheimatet – das neue Vorhaben zeigt, dass man Herne als Standort ernst nimmt.“ So sei auch das Wechselspiel zwischen Forschung und Anwendung gegeben – Dudda erinnert hier an die Möglichkeiten mit dem Forschungsverbund ruhrvalley (halloherne berichtete und berichtete). Die Investitionssumme sei noch nicht bekannt, es ist aber mindestens von einer stattlichen zweistelligen Millionensumme auszugehen. „Mitten im Ruhrgebiet diese Zukunftsindustrie anzusiedeln ist etwas ganz Besonderes – im kleineren Umfang ist uns das schon mit dem Werk von Tropos Motors (mittlerweile Cenntro Motors, Anm. d. Red.) gelungen“, freut sich Dudda. „Uns gefällt der neue Standort auch sehr, da er fußläufig vom bisherigen entfernt ist. Dort wollen wir das alte Gebäude weiter als Akademie- und Ausbildungsstandort nutzen“, erläutert Marcell Jansen-Wallraven, Bereichsleiter für Vertrieb und Service bei Waterkotte. „Uns war es auch wichtig in Herne zu bleiben, damit alle Mitarbeiter mitkommen können.“

Heimatmuseum lädt zur Zeitreise ein

Zurück in die 80er-Jahre

Die Kuratoren haben allerhand Schätze der 80er zusammengestellt.

„Wir wollen mit dieser Ausstellung jenseits der ganzen 80er-Jahre-Erinnerungsshows einen realistischeren Blick auf das Jahrzehnt werfen. Denn die ganzen Fernsehshows haben ein völlig falsches Bild des Jahrzehnts vermittelt. Es war nicht alles klasse. Die 80er waren ebenso geprägt von wirtschaftlichen Problemen, der Tschernobyl-Katastrophe, Aids sowie den Ostermärschen", berichtet der Historiker und Kurator Ralf Piorr anlässlich der neuen Ausstellung – „Immer wieder aufstehn - Die neue Stadt Herne 1980 -1989“ – im Heimatmuseum 'Unser Fritz', die am Donnerstag, 24. November 2022, um 19 Uhr eröffnet wird. Die Ausstellung spiegelt die wichtigsten Ereignisse des Jahrzehnts und der Geschichte der Stadt wider. „Herne hatte damals mit der wirtschaftlichen Rezension zu kämpfen. Eigentlich wurden in dieser Zeit nur zwei wichtige strukturelle Dinge vorangebracht: Der Logistikpark Friedrich der Große und die damalige Einkaufspassage I-Punkt an der Bahnhofstraße", so Piorr. Weiter führt er aus: „Arbeitslosigkeit war ein großes Thema in Herne, besonders bei den jungen Menschen. Die Zahl der Jugendarbeitslosen im Jahr 1987 lag bei 23 Prozent." So finden sich in der Ausstellung auch Werke aus der Fotoserie 'Brockenhaus' des Fotojournalisten und halloherne-Mitbegründer Wolfgang Quickels (2014 verstorben) wieder. Er begleitete zwischen 1983/84 arbeitslose Jugendliche, die mit einem uralten Ford-Transit unterwegs waren, um alte Möbel aus Haushaltsauflösungen einzusammeln und diese aufgearbeitet weiterzugeben. Ferner zeigen die Verantwortlichen Ausschnitte aus der siebenteiligen Serie Hans im Glück, die in Herne spielte und 1983 im ZDF ausgestrahlt wurde. Im Mittelpunkt der Serie standen auch hier die Jugendarbeitslosigkeit und das damalige Lebensgefühl im Ruhrgebiet. „Die Serie wurde überwiegend mit Laiendarstellern realisiert. Hauptdrehort war die Emscherstraße. Die Serie sorgte für viele Diskussionen. Es wurde unter anderem die Darstellung Hernes kritisiert", so der Journalist und Filmemacher Peter Hesse, der Ralf Piorr bei der Ausstellung mit seiner Expertise unterstützt. Zudem wird in der Ausstellung auch die Hausbesetzerszene von 1981 und der Umgang der Stadt mit jenen Jugendlichen thematisiert. Dazu findet sich auf den zwei Ausstellungsebenen alles, was den Zeitgeist der 80er-Jahre einfängt. So gibt es beispielsweise einen Bereich, in dem alte Schätze das Herz von Zeitzeugen höherschlagen lassen. 80er-Jahre-Fans werden hier sicher bei dem einen oder anderen Schätzchen fündig: Eine Alf-Figur, Teile des Kultautos Opel Manta, der gute alte Gettoblaster oder auch Rollschuhe werden den ein oder anderen Besucher in Erinnerungen schwelgen lassen. Das, gepaart mit historischen Fakten, bringt sicherlich auch jüngeren Besuchern das Lebensgefühl dieses Jahrzehntes näher. Im Hof des Heimatmuseums erwartet die Besucher ein 'Panic-Room' in einer kleinen Hütte. „Hier zeigen wir einen Film, in dem die düsteren Aspekte des Jahrzehnts dargestellt werden", so Hesse. Da es bei solchen Jahrzehnten-Ausstellungen ja immer etwas gibt, was Besucher vermissen könnten oder sich noch gewünscht hätten zu sehen, haben sich die Kuratoren etwas Besonderes ausgedacht. „Wir haben Postkarten, die die Besucher mit Verbesserungswünschen beschriften und in einen Briefkasten einwerfen können. Diesen Briefkasten durften wir uns im Übrigen von der Restaurationswerkstatt Bochum für die Dauer der Ausstellung ausleihen", berichtete Piorr. Zur Ausstellung gibt es noch einen 104-seitigen Katalog, in dem die Chronik einer Stadt erzählt wird. Wer nun Lust bekommen hat, seine Erinnerungen an die 80er-Jahre aufzufrischen: Die Ausstellung läuft noch bis Sonntag, 26. Februar 2023. Sie kann immer zu den Öffnungszeiten des Museums besucht werden. Der Eintritt kostet für Erwachsene 1,50 und für Kinder ab sechs Jahren 0,50 Euro.

Stadtbibliothek möchte mit Spenden helfen

Weihnachtswunschbaum für Kinder und Tiere

Weihnachtswunschbaumaktion der Stadtbibliothek Herne für Kinder sowie Tiere.

Die Stadtbibliothek baut in diesem Jahr zum zweiten Mal den „Wunschweihnachtsbaum“ auf, teilte sie am Dienstag (22.11.2022) mit. Start der Wohltätigkeitsaktion ist Montag, 28. November 2022. Auch in diesem Jahr möchte die Stadtbibliothek Herne Kinderaugen zum Leuchten bringen und Tieren helfen. Daher bittet sie Bürger um Spenden. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kinder-Jugend-Familie der Stadt Herne hat die Stadtbibliothek Wünsche von benachteiligten Kindern und Jugendlichen aus der Region gesammelt. Die Wünsche sind ganz unterschiedlich und mit einem Budget von maximal 30 Euro oder weniger erfüllbar. Interessierte finden die Wunschkarten an den Weihnachtsbäumen im Foyer der Stadtbibliothek Herne-Mitte, Willi-Pohlmann-Platz 1. Auch in der Stadtbibliothek Herne-Wanne, Wanner Straße 21, liegen die Karten aus. Es können eine oder mehrere Wunschkarten vom Baum genommen werden. Spendende werden gebeten, den entsprechenden Wunsch zu kaufen, als Geschenk zu verpacken und in der Stadtbibliothek Herne-Mitte oder Herne-Wanne bis Samstag, 10. Dezember 2022, abzugeben. Wichtig ist, dass die Wunschkarte gut sichtbar am jeweiligen Geschenk angebracht wird, damit der Wunsch das passende Kind erreicht. Auch die tierischen Bewohner des Tierschutzvereins Herne-Wanne sollen nicht leer ausgehen. Von Futter über Spielzeuge und Leinen bis hin zu Einstreu – vieles wird dringend im Tierheim Herne-Wanne benötigt und kann als Wunsch von einem der Weihnachtsbäume in Herne-Mitte oder Herne-Wanne entnommen werden. Die Spendenden werden gebeten, den ausgesuchten Wunsch des Tieres zu kaufen und ihn bis Dienstag, 20. Dezember 2022, in der Stadtbibliothek Herne-Mitte oder Herne-Wanne abzugeben. Sowohl die Sachspenden für Kinder und Jugendliche als auch für Tiere können ausschließlich innerhalb der regulären Öffnungszeiten der Stadtbibliothek abgegeben werden. Insbesondere die Präsente für die Kinder und Jugendlichen sollten rechtzeitig abgegeben werden, damit diese auch am Heiligabend die Kinder erreichen. Sachspenden für das Tierheim Herne-Wanne nimmt die Stadtbibliothek auch noch bis Freitag, 30. Dezember 2022, entgegen. Alle Spenden kommen dem jeweiligen Kind und den Tieren des Tierheims Herne-Wanne zugute und werden von Mitarbeitenden der Stadtbibliothek oder dem Fachbereich Kinder-Jugend-Familie der Stadt Herne überreicht. Passend zur Weihnachtswunschbaum-Aktion erscheint auch das neuste Abenteuer der Maskottchen „Herni“, „Wannda“ und „Julius“ als Comic. Der Comic ist kostenlos in der Stadtbibliothek Herne-Mitte und Herne-Wanne oder im Tierheim Herne-Wanne ab Dezember erhältlich. Die Stadtbibliothek Herne freut sich über eine rege Beteiligung des Herzensprojekts und wünscht eine besinnliche Vorweihnachtszeit. Die Stadtbibliothek Herne bedankt sich bei allen Unterstützenden. Rückfragen und Anliegen können unter Tel 0 23 23 / 16 - 28 03 oder per E-Mail an stadtbibliothek@herne.de gestellt werden.

Werke werden im Rathaus gezeigt

Jahresausstellung des HKB

Die Künstler des HKB zeigen ihre Werke.

Seit 2008 ist die Jahresausstellung des Herner Künstlerbundes (HKB) im Herner Rathaus eine feste Größe. Sie musste nur einmal, im Jahr 2020, coronabedingt ausfallen. Die aktuelle Jahresausstellung wird am Freitag, 25. November 2022, um 17 Uhr im Herner Rathaus, Friedrich-Ebert-Platz 6, eröffnet. In 54 Werken zeigen 20 Künstler einen repräsentativen Querschnitt ihres Schaffens des vergangenen Jahres. Auf zwei Rathausetagen präsentiert der HKB eine breite Palette ganz unterschiedlicher Werke, Portraits, Landschaften, Stillleben, Fotografien, grafische Arbeiten, reliefartige Collagen, abstrakte, plastische und textile Arbeiten, Ansichten der Industriekultur. Dabei bedienen sich die Künstler ganz verschiedener Techniken beziehungsweise Materialien wie Öl und Acryl, Filzpappe, Mischtechniken, Bleistift, Graphit und Pastell, Collagen, Wolle und Baumrinden. Die Ausstellung ist von Freitag, 25. November 2022, bis Freitag, 27. Januar 2023, zu den Öffnungszeiten des Rathauses, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, zu sehen.

Cartoonist Michael Holtschulte in Herne

Sensenmann-Gipfel

Aus der „Tot aber lustig“-Serie des Herner Cartoonisten Michael Holtschulte.

Das Kleine Theater Herne lädt zum Sensenmann-Gipfel ein: Der gebürtige Herner Illustrator und Cartoonist Michael Holtschulte, bekannt unter anderem für seine Sensenmann-Cartoons, wird am Freitag, 25. November 2022, seine Bücher und Kalender an der Neustraße 67 verkaufen und signieren am Rande der Vorstellung von „Täglich klopft der Sensenmann“. Holtschulte zeichnet für so namhafte Medien wie die Süddeutsche Zeitung, die Berliner taz und das Satiremagazin Eulenspiegel. Zudem hat er zahlreiche Bücher veröffentlicht. 2012 bekam er den Deutschen Preis für die politische Karikatur, 2014 den Deutschen Karikaturenpreis und im letzten Jahr den Bürgerpreis der Stadt Herten für sein kulturelles Engagement. In der schwarzhumorigen Komödie „Täglich klopft der Sensenmann“ ist John Pearson (Christian Weymayr), ein Mann in den besten Jahren, in seiner Londoner Wohnung bei der Lektüre der Financial Times eingenickt. Er wird aus seinem Ledersessel aufgeschreckt durch die junge, attraktive Nachbarin Leslie (Carolin Rossow), die den gleichen Nachnamen trägt wie er, mit John aber weder verschwägert noch verschwistert – und schon gar nicht verheiratet ist. Das aus Suffolk stammende Ostküsten-Girl, das Betriebswirtschaft studiert, um einmal die Londoner Filiale der elterlichen Maßschneiderei zu übernehmen, hat für den Manager der Automobilzulieferbranche ein Paket angenommen, dass sie ihm auf den Beistelltisch stellt. Das „Landei“ lässt ihren Charme spielen, aber der hektische Bunburysierer gibt vor, einen dringenden beruflichen Termin wahrnehmen zu müssen und nestelt fahrig an seiner Krawatte. Dabei geht es seiner Firma, die Bauteile für Dieselmotoren herstellt, schlecht in diesen unseren Zeiten der E-Mobilität. Und außerdem: der Schwerenöter hält sich mit der gleichen Ausrede seine Gattin Charlett, die daheim auf ihn wartet, vom Hals, um sich an den seiner Geliebten Cindy, die altersmäßig seine Tochter sein könnte, werfen zu können. Bevor die Konversation der Nachbarn in Schwung kommt, klopft es vernehmlich an der Tür: der Sensenmann (Marco Fahrland-Jadue) behauptet, sich nicht in der Adresse geirrt zu haben… Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr, Einlass ist um 19 Uhr. Vor der Vorstellung sowie zur Pause freut sich Michael Holtschulte auf die Gäste des Kleinen Theaters Herne zu diesem ganz besonderen Event. Karten zum üblichen Preis von 14 Euro sind unter Tel 02323 / 91 11 91 erhältlich.

InfoTruck macht Halt an der Gesamtschule Wanne-Eickel

Schüler für Metall- und Elektrobranche begeistern

Die InfoTrucks der Metall-und Elektroindustrie sind in ganz Deutschland unterwegs.

Was genau Menschen tun, die in der Metall- und Elektroindustrie (M+E-Industrie) arbeiten, ist für viele Schüler eher abstrakt und sie haben keine genauen Vorstellungen von den tatsächlichen Arbeitsprozessen. Dem möchten die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie mithilfe von sogenannten Infotrucks entgegenwirken. Zehn dieser Trucks sind in ganz Deutschland unterwegs, um Jugendlichen die verschiedenen Berufsbilder näherzubringen. Einer von ihnen machte am Dienstag (22.11.2022) Halt an der Gesamtschule Wanne-Eickel. halloherne war dabei, als der G-Kurs Deutsch der Klasse 10a in dem zweigeschossigen Bus mit knapp 100 Quadratmeter großer Projektionsfläche einen Einblick in die Berufsfelder der Metall- und Elektroindustrie gewinnen konnte. „Wir möchten den Jugendlichen die Ausbildungsmöglichkeiten in der Metall- und Elektroindustrie praxisnah vorstellen. Dazu arbeiten wir mit Experimentierstationen, an denen die Schüler alles selbst ausprobieren können", berichtete Falk Schug vom Team ME-InfoTruck. Weiter erzählte er: „Die Erfolgschancen unseres Trucks sind sehr hoch. Wir erleben sehr interessierte Schüler. Wir verstehen es als Angebot beziehungsweise als Chance, dass die Schüler ihre eigenen Interessen entdecken und vielleicht merken, das ist etwas für mich oder eben nicht." Im oberen Teil des Trucks stand für die Schüler zunächst der informative Teil des Vormittages an. Katrin Schulz informierte die Schüler über die Berufsbilder, stand aber auch für Fragen der Schüler zur Verfügung. Viele der Schüler-Fragen drehten sich um Abschlüsse und Weiterbildungsmöglichkeiten. Für das Team des ME-InfoTrucks war es wichtig, dass die Schüler über ihre Perspektiven nachdenken und sich auch Ausbildungen in ihrem Interessenbereich suchen. „Sucht euch einen Job, der euch Spaß macht. Denn so werden ihr auch erfolgreich sein", ermutigt Katrin Schulz die Schüler, ihren eigenen Weg in Sachen Ausbildung zu gehen. Danach folgte im unteren Teil des Trucks für die Schüler der praxisnahe Teil. Nach kurzer Einweisung konnten sie an den verschiedenen Experimentierstationen direkt in die Welt der Metall- und Elektroindustrie hineinschnuppern. So konnten die Jugendlichen beispielsweise an der CNC-Fräsmaschine unter Anleitung durch eigene Programmierung ein kleines Werkstück fräsen. An der Station Cobot erlebten die Jugendlichen die Kollaboration von Mensch und Maschine hautnah. Gemeinsam mit dem Cobot bauten sie ein Zahnradgetriebe zusammen. Außerdem gab es einen Elektroarbeitsplatz und ein Steckerexponat, an dem die Schüler elektrische Systeme über entsprechende Stecker miteinander verbanden. Ferner gab es noch ein Pneumatik-Modell. Hier setzten die Jugendlichen mithilfe eines Druckluftarms per Einzelschrittsteuerung ein Werkstück auf ein Fließband um. „Ich finde das Angebot hier ziemlich informativ. Ich hatte vorher gar keine Vorstellung von der Thematik, daher finde ich es toll, dass wir hier alles auch selbst ausprobieren können", sagte Schülerin Lea. Obwohl Asli bereits weiß, dass sie nach dem Schulabschluss im sozialen Bereich arbeiten will, zeigte sie sich interessiert für das Angebot des Infotrucks: „Ich weiß zwar schon, was ich später einmal machen möchte, aber ich finde die Experimentierstationen trotzdem sehr gut. Besonders, dass wir selbst an der Fräsmaschine arbeiten durften, fand ich klasse." Zu den jeweiligen Experimentierstationen gibt es noch Touchmonitore, auf denen sich Infos zu den verschiedenen Berufen, Quizze oder auch Praktikums-und Ausbildungsangebote befinden. Ebenso sind dort freie Lehrstellen von Unternehmen zu finden. Auf jedem dieser Monitore befinden sich auch QR-Codes, über die die Schüler weitere interaktive und nachhaltige Berufsinformationen erhalten können. Dafür müssen sich lediglich vorher die passende App des InfoTrucks herunterladen. Auch Klassenlehrer Ben Möller freute sich für seine Schüler, dass sie dieses Angebot wahrnehmen konnten. „Zu meiner Schulzeit gab es solche Angebote nicht, von daher finde ich es jetzt umso schöner, dass unsere Schüler nun diese Möglichkeiten bekommen. Ich merke, dass sie sehr interessiert sind und ihnen das selbst ausprobieren gut gefällt." Alexander Füten, Pressesprecher der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie, verdeutlichte im Gespräch mit halloherne, dass sie hier den Jugendlichen eine Möglichkeit zur Berufsorientierung bieten möchten. „Mit diesen Trucks hoffen wir, dass wir Jugendliche für die Berufsbilder begeistern und den Fachkräftenachwuchs sichern können. Die Jugendlichen erhalten so einen Einblick, was hinter den Kulissen passiert", so Füten. Weiter führte er aus: „Wir möchten den Jugendlichen auch zeigen, dass es noch etwas anderes als das klassische Studium gibt und es ebenso vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten in der Metall- und Elektroindustrie gibt, wie beispielsweise auch das duale Studium." Eine Unterrichtseinheit mit dem InfoTruck umfasse circa 90 Minuten. Ausgerichtet sei das Programm an die 7. bis 10. Klassen an Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie an Gymnasien.