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Die Kita

Eltern von der Nachricht überrascht, zwei Optionen für die Kinder

Stadt gibt Kita 'Am Weustenbusch' ab

Das kommt überraschend: Ab 1. August 2024 ist die Stadt nicht mehr der Träger der Kita „Am Weustenbusch“ in der Nähe vom Sportpark Eickel. Nach der Kita „Langforthstraße“, die zur AWO übergeht (halloherne berichtete), ist das bereits die zweite Einrichtung zur Kinderbetreuung in kurzer Zeit, die einen neuen Träger bekommt.

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Am Weustenbusch, derzeitig mit drei Gruppen in Containern betrieben, übernimmt künftig der Internationale Bund (IB) die Aufgaben, der in Herne noch mit gar keiner Kita aktiv ist. Der IB bringt jedoch auch eigenes Personal mit. Das bedeutet: Das bisherige Personal wechselt in die neue Kita „Am Berg“ in Bickern (halloherne berichtete), die voraussichtlich im dritten Quartal 2024 fertigstellt werden soll. Das Mobiliar bleibt jedoch erhalten, das nutzt der IB künftig.

'Wurden davon überrumpelt'

Von dieser Nachricht zeigen sich die Eltern der in der Kita „Am Weustenbusch“ angemeldeten Kinder überrascht. „Wir als Elternrat wurden am Montag (8.4.2024) darüber informiert. Einen Tag später gab es ein offizielles Schreiben an alle, am Donnerstag (11.4.2024) wurde noch zu einer Infoveranstaltung geladen“, schildert die Elternbeiratsvorsitzende Karina Majer gegenüber halloherne und fügt an: „Wir wurden davon überrumpelt.“ Stadtsprecherin Anja Gladisch bestätigt die zeitlichen Angaben.

Derzeit werden 66 Kinder in der angesprochenen Kita betreut. Diese würden auch in der bisherigen Einrichtung bleiben. Allerdings räumt die Stadt den Eltern ein Optionsrecht ein: „Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, mit dem Bestandspersonal in die neue Einrichtung 'Am Berg' zu wechseln“, sagt Gladisch.

Umwege bis zum neuen Standort in Bickern

Das würde bei den Eltern auf Unzufriedenheit stoßen, weil man einen Vertrag mit der Stadt und nicht mit dem IB abgeschlossen habe, berichtet Majer. „Die Eltern werden vor Probleme gestellt und fühlen sich hintergangen. Wenn sie wechseln, gibt es Umwege bis zum neuen Standort in Bickern und die anderen Kinder kommen aus einem anderen Stadtteil“, zählt die Elternbeiratsvorsitzende auf.

Die Kita

Eine weitere große Sorge der Familien: Wenn die Kita „Am Berg“ nicht rechtzeitig zum August fertiggestellt wird. „Unsere Kinder müssten sich dann zwei Mal neu eingewöhnen. Zuerst an das neue Personal vom IB und dann ein, zwei Monate später nochmal an die neue Kita 'Am Berg'“, klagt Karina Majer stellvertretend, deren Sohn (4) selbst erst seit August 2023 betreut wird. „Wir glauben nicht, dass die Entscheidung rückgängig gemacht wird. Dennoch möchten wir den Druck erhöhen, dass alle Kinder, die wollen, im August zur Kita 'Am Berg' wechseln können, und nicht nur ein Teil davon.“

Neubau auf dem ursprünglichen Gelände geplant

Doch das ist nicht das einzige Ärgernis. Den Eltern sei zudem schon lange versprochen worden, dass die Container nur eine Übergangslösung seien. Auf dem ursprünglichen Gelände, dort wo bisherige Kita abgerissen wurde, soll ein Neubau entstehen. Doch der IB soll weiterhin in den Containern bleiben, stattdessen soll ein weiterer Träger hinzu kommen.

„Auf dem ursprünglichen Gelände der Tageseinrichtung „Am Weustenbusch“ wird eine sechsgruppige Einrichtung in freier Trägerschaft entstehen. Geplant ist eine Fertigstellung im dritten Quartal 2025. Hier werden Kita-Plätze für weitere rund 100 Kinder geschaffen“, teilt Anja Gladisch mit. Hier seien die Bedarfe für Familien weiter sehr hoch, zudem sei die Einrichtung „Am Weustenbusch“ ein wichtiger Standort. „Leider kam es zu Verzögerungen bei dem geplanten Neubauvorhaben am alten Standort der Tageseinrichtung.“

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Weitere Kitas sollen nicht an andere Träger abgegeben

Immerhin: Eine Aufgabe des Standortes kam für die Stadt nach Angaben von Anja Gladisch nicht in Betracht. Eine weitere positive Nachricht ist: „Derzeit ist nicht geplant, weitere Tageseinrichtungen in städtischer Trägerschaft an einen Träger zu übergeben.“ Doch das nutzt den betroffenen Eltern derzeit wenig. Ihnen bleibt nur Wahl: Neuer Träger oder neue Kita an einem anderen Standort.

| Autor: Marcel Gruteser
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