Ruhrtriennale startet in die neue Spielzeit

Christoph Marthaler, Chef-Regisseur der Ruhrtriennale 2018-2020, Stefanie Carp, Intendantin der Ruhrtriennale 2018-2020.
In ihrem ersten Jahr unter der künstlerischen Leitung von Stefanie Carp - im Bild mit Chef-Regisseur Christoph Marthaler - zeigt die Ruhrtriennale 33 Produktionen und Projekt, davon 20 Eigen- und Koproduktionen sowie 16 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Deutschlandpremieren und Installationen. Foto: Edi Szekely

Mit der neuen Kreation The Head and the Load des südafrikanischen Künstlers und Regisseurs William Kentridge startet die Ruhrtriennale am Donnerstag, 9. August 2018, 18 Uhr, in die erste Saison unter der Intendanz von Stefanie Carp. Bei einer Pressekonferenz im Bochumer Dampfgebläsehaus stellte die Künstlerische Leiterin der Jahre 2018 – 2020 ausgewählte Produktionen und Projekte vor, die das Festival prägen werden.

Eröffnet wird die Ruhrtriennale 2018 mit einer Rede der indischen Philosophin und Gender-Theoretikerin Nikita Dhawan in der Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg Nord. Dhawan wird sich mit Postkolonialismus und Migration auseinandersetzen – zwei Themen, die das Programm der diesjährigen Ruhrtriennale prägen. Im Anschluss feiert William Kentridges The Head and the Load Deutschlandpremiere in der Duisburger Kraftzentrale. Das vor wenigen Wochen in der Londoner Tate Modern uraufgeführte Stück ist eine bildgewaltige Produktion, die sich mit der Rolle Afrikas im ersten Weltkrieg auseinandersetzt.

Zwei Tage nach Festivalbeginn feiert am 11. August das Schauspiel The Factory Weltpremiere bei PACT Zollverein in Essen. In dem Theaterstück rekonstruieren die syrischen Künstler Omar Abusaada (Regie) und Mohammad Al Attar (Autor) die skrupellosen Geschäftsmodelle des Krieges anhand der wahren Geschichte der französischen Zementfabrik Lafarge im Nordosten Syriens. Omar Abusaada gab bei der Pressekonferenz einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Stückes und kündigte eine Produktion an, die versucht, eines der bösartigsten Gesichter des Krieges zu dekonstruieren – das Bündnis von Geld und Macht.

Einen ersten musikalischen Eindruck von der Musiktheaterproduktion Universe, Incomplete (Uraufführung am 17. August) präsentierte die Sängerin Tora Augestad, begleitet von Bendix Dethleffsen am Klavier. In seiner neuesten Kreation entwickelt Regisseur Christoph Marthaler als Artiste associé der Ruhrtriennale eine ganz neue Perspektive auf Charles Ives unvollendet gebliebene Universe Symphony. Im Gespräch mit Stefanie Carp berichteten Bühnenbildnerin Anna Viebrock und der Musikalische Leiter Titus Engel von den Proben in der Jahrhunderthalle Bochum, die für diese außergewöhnliche Produktion erstmals komplett bespielt wird.

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU) am Freitag (17.2.2017) im Kulturzentrum.
Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert moderiert die Podiumsdikssion am 18. August 2018. Foto: Stefan Kuhn

Zu den weiteren Höhepunkten des Festivalauftakts gehört die Eröffnung der mehrteiligen Installation Vom Nutzen der Angst – The Politics of Selection der Berliner Künstlerin Peggy Buth am 10. August in der ehemaligen Kirche St. Barbara in Duisburg. Bei der Ausstellung, die sich mit dem Arbeitskampf in Duisburg-Rheinhausen auseinandersetzt, handelt es sich um den diesjährigen Beitrag von Urbane Künste Ruhr zur Ruhrtriennale. Am 16. August wird auch das Festivalzentrum der Ruhrtriennale eröffnet. Der Third Space, den die Künstler- und Architektengruppe raumlaborberlin auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle entstehen lässt, besteht aus einem gestrandeten Flugzeug, das – unter tatkräftiger Beteiligung der Besucher – in den nächsten drei Jahren weiter ausgebaut und kontinuierlich transformiert wird.

Unter dem Titel Freedom of Speech/Freiheit der Künste veranstaltet die Ruhrtriennale zudem am 18. August 2018 in der Turbinenhalle Bochum eine Podiumsdiskussion, in der sich die Teilnehmer mit dem Spannungsverhältnis von Meinungsfreiheit und Freiheit von Kunst mit persönlicher und gesellschaftlicher Verantwortung im Kontext der deutschen Geschichte auseinandersetzen.

Kurz vor dem Start der Ruhrtriennale läuft der Kartenvorverkauf auf Hochtouren: „Wir freuen uns sehr über das große Zuschauerinteresse“, so Dr. Vera Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH. „Auch wenn einige Vorstellungen bereits ausverkauft sind – es gibt für die meisten Produktionen noch Karten.“ Zum Festival sind zwischen dem 9. August und 23. September 2018 mehr als 920 Künstler aus rund 30 Ländern zu Gast im Ruhrgebiet.

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Donnerstag, 09. August 2018, um 18 Uhr Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord, Emscherstraße 71, 47137 Duisburg
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