Neu im Kino: Rocketman

Leben und Karriere von Elton John

Taron Egerton als Elton John.
Taron Egerton als Elton John. Foto: Paramount

Die Biopics über große Musiker haben derzeit Konjunktur. Nach verstorbenen Legenden, erinnert sei nur an den überaus erfolgreichen deutschen Spielfilm Gundermann, der übrigens am Donnerstag, 18. Juli 2019, in den Herner Flottmannhallen die Open-Air-Reihe FilmSchauPlatz NRW eröffnet (halloherne berichtete), sind nun noch lebende Ikonen der Pop-Geschichte dran. Wie der im kleinen Örtchen Pinner aufgewachsene Brite Elton John, Jahrgang 1947, dem seine Mutter eine Elvis-Presley-Platte schenkte und seine Oma einen Klavierkurs an der Königlichen Musikakademie. Dabei ist Rocketman, der auch in der Filmwelt Herne läuft, der erste Kino-Streifen über das wechselhafte Leben und die Karriere des britischen Popmusikers.

Kongenial übernimmt Taron Egerton (Kingsman: The Golden Circle; Robin Hood) die Rolle des jungen, pummeligen Reginald Kenneth Dwight, der als Ausnahmetalent im zarten Alter von elf Jahren an der Royal Academy of Music studierte und mit seiner Band Bluesology erste Erfolge feierte. Doch sein erstes Album Empty Sky floppte und es war ein weiter, steiniger Weg, bevor er sich unter dem Pseudonym Elton John zum weltbekannten Star hocharbeitete. Bereits im ersten Jahr seiner Solokarriere unter neuem Namen, das war 1970, war er mit fünf Langspielplatten in den US-Charts vertreten. Candle In The Wind, anlässlich des Todes von Lady Di 1997 herausgekommen, ist die bislang weltweit meistverkaufte Single.

Nach einem Drehbuch von Lee Hall (Billy Elliot – I Will Dance) inszeniert Dexter Fletcher (Eddie The Eagle) die bisher so noch nicht erzählte Geschichte dieser faszinierend-schrillen Person, hinter der eine verletzliche Persönlichkeit (Homosexualität, Drogenmissbrauch) zum Vorschein kommt, auf der großen Leinwand. Gegen den Willen seines Vaters und geplagt von Selbstzweifeln, verfolgt der junge Musiker den Traum von einer großen Karriere, bis er schließlich zur Inspiration für Millionen wird – und das vor allem durch eine unnachahmliche Bühnenpräsenz.

Alle großen Hits der Siebziger Jahre und die anderen Songs im Film werden von den Schauspielern selbst gesungen und nahtlos in das opulent ausgestattete Rock-’n’-Roll-Biopic eingebunden. Als Elton Johns Songwriting-Partner und guter Freund Bernie Taupin ist Jamie Bell (Billy Elliot – I Will Dance) zu sehen, seine Mutter Sheila wird gespielt von Bryce Dallas Howard (Jurassic World: Das gefallene Königreich) und die Rolle von Johns langjährigem Manager John Reid übernimmt Richard Madden (Game Of Thrones).

Die gut zweistündige britisch-amerikanische Koproduktion von Marv Films und Paramount Pictures ist erst am 16. Mai 2019 beim Filmfestival in Cannes uraufgeführt worden, wo sie beim Publikum ebenso reüssierte wie eine Woche später beim Toronto Film Festival jenseits des Großen Teichs.

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