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Alle Beteiligten sind sich einig und ziehen ein positives Kirmesfazit.

Trotz Regen: Stadt, Polizei und Feuerwehr ziehen positives Fazit

Crange: Ruhige Kirmes geht zu Ende

Der letzte Tag wird wohl noch mal voll: Am Sonntag (13.8.2023) besuchten bereits gegen 10:45 Uhr überraschend viele Menschen die Wege der Cranger Kirmes - obwohl die Fahrgeschäfte sowie die anderen Buden offiziell erst um 11 Uhr öffnen durften. Dies passt zum Fazit, welches die Stadt und sowie die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und DRK am Vormittag zogen. Eine ruhige und durchweg positive 539. Cranger Kirmes, da waren sich die Verantwortlichen einig.

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Einzig die vielen nassen Niederschläge durch immer wieder vorkommende Regenschauer trübten etwas das Bild und damit auch die Besucherzahlen. „Wir haben einschließlich Samstag (12.8.2023) 3,4 Millionen Besucher gezählt, am Sonntag rechnen wir noch mal mit rund 400.000. Damit bleiben wir zwar unter der Marke von vier Millionen, sind damit aber zufrieden“, sagt Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla.

Mehr Familien und Ältere zu Besuch

Wichtig sei für die Stadt gewesen, dass vor allem wieder Familien sowie ältere Personen vermehrt den Weg auf den Kirmesplatz gefunden hätten - dies war im vergangenen Jahr möglicherweise als Nachwirkung der Corona-Pandemie noch anders gewesen.

Zufrieden ist der Dezernent, der unter anderem für den Fachbereich Öffentliche Ordnung verantwortlich ist, auch mit der Einführung der Bodycams (halloherne berichtete) für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). „Die Mitarbeiter haben die Bodycams aber nur getragen, sie mussten nicht ein einziges Mal eingeschaltet werden“, berichtet Burbulla.

Die Cranger Kirmes am Sonntagvormittag (13.8.2023) gegen 11:30 Uhr - es ist der letzte Tag.

Indoor-Veranstaltungen gut besucht

Als „aufregend“ bezeichnet er nicht nur das diesjährige Wetter, sondern auch die Eröffnung im Cranger Festzelt (halloherne berichtete). Hier sang bekanntlich Schlagerstar Michelle, manch einer wunderte sich hier jedoch über schiefe Töne und einen schnellen Abgang. „Insgesamt waren die Indoor-Veranstaltungen im Festzelt aber dieses Jahr sehr gut besucht, das lag vielleicht auch am Wetter oder es ist ein neuer Trend“, resümiert der Kirmesdezernent. Ihn freut es auch, dass die Termine für standesamtliche Trauungen im Riesenrad Bellevue wieder schnell ausgebucht waren und so einige neue Ehen entstanden sind.

Die weiteren Fahrradstellplätze (halloherne berichtete) wurden ebenfalls gut genutzt, hier wird für 2024 über eine erneute Vergrößerung oder Vermehrung nachgedacht, so Burbulla. Apropos 2024: Crange-Fans können sich folgenden Zeitraum schon einmal im Kalender markieren: Donnerstag, 1. August bis Sonntag, 11. August 2024 - dann steigt die 540. Auflage des beliebten Volksfestes.

Wer dann als Stargast zur offiziellen Eröffnung kommt, steht noch nicht fest. Eine Einladung gibt es aber bereits: Die neue NRW-Kirmeskönigin Pauline I. (halloherne berichtete) war bereits Kandidat bei der Pro7-Castingshow „Germany's Next Topmodel“. Daher kennt sie Chef-Jurorin Heidi Klum bestens. Die neue Amtsinhaberin möchte daher den Kontakt nach Los Angeles in den USA aufleben lassen und das 50-jährige deutsche Topmodel nach Crange holen.

Heidi Klum zum Crange-Besuch eingeladen

Dezernent Burbulla griff das auf: „Wir laden Heidi Klum zum Besuch gerne ein - sie muss auch nicht singen.“ Vielleicht wird ja dann die Band Tokio Hotel der musikalische Act? Schließlich ist Klums Ehemann Tom Kaulitz (33) Gitarrist der Band. Für Patrick Arens, Vizepräsident Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute, wäre das aber vielleicht etwas zu viel Promidichte auf Crange: „Die Kirmes hier zeichnet sich durch die Menschen und nicht durch Promis aus. Das hier ist ein Fest für die ganze Familie.“

Die neue NRW-Kirmeskönigin für 2023/24: Pauline Schäfer aus der Schaustellerfamilie Schäfer lädt Heidi Klum nach Crange ein.

Das sehen auch die Rettungskräfte sowie der Fachbereich Öffentliche Ordnung so. Fachbereichsleiter Werner Friedhoff lobt die Zusammenarbeit aller Beteiligten, die auf Augenhöhe ablief. „Ein Wermutstropfen war der Wohnwagenparkplatz an der Rathausstraße/Franzstraße (halloherne berichtete), der durch den Regen zwischendurch nur noch aus Matsch bestand. Hier musste die Feuerwehr aushelfen. Ansonsten ist klar, dass wir einen Mangel an Parkraum haben. Es ist aber vorgesehen, den Sportplatz in naher Zukunft zu versiegeln, um dort wetterunabhängig zu sein“, kündigt Friedhoff an.

Neue Fahrgeschäfte mit vielen Besuchern

Ein paar Hobbyfotografen hätten nicht das Drohnenflugverbot eingehalten, ansonsten wäre es größtenteils ruhig verlaufen - Kräfte des KOD waren an allen wichtigen Zufahrtspunkten ständig im Einsatz. Vor allem die neuen Fahrgeschäfte wie Airwolf oder Escape (halloherne berichtete) hätten viele Interessierte angezogen, ebenso aber auch das Karussell Infinity, berichtet der Fachbereichsleiter.

Vor allem die neuen Fahrgeschäfte wie Airwolf hätten viele Interessierte angezogen.

Roland Werfel, Leiter der Polizeiwache Wanne-Eickel, vermeldete eine ruhige Kirmes ohne besondere Einsätze. Die Anzahl ging leicht nach oben, sei aber bei so vielen Besuchern im normalen Rahmen. Bis auf seltene Autobahnsperrungen sei auch der Verkehr gut geflossen, es habe wenig Aggressivität gegeben. Die Feuerwehr schloss sich an, eine leichte Steigerung an Einsätzen, bilanzierte der Einsatzleiter der Kirmes, Benjamin Grunau, insgesamt sei es aber „kein besonderes Jahr“. Neu war, dass ein Notarzt im eigenen Auto und nicht im Rettungswagen mitgefahren ist, dies habe sich bewährt. Auch das DRK berichtete von einer entspannten Kirmes.

Gegen das Wetter ist man machtlos

Der Wohnwagenparkplatz an der Rathausstraße/Franzstraße bestand durch den Regen zwischendurch nur noch aus Matsch.

Patrick Arens sprach als Vertreter der Schausteller von einer Temperatur, die für eine Kirmes Top war. Zwischendurch wurden Wochentage besuchermäßig schon zum Wochenende. „Man kann gegen das Wetter nichts machen, jedoch haben die vergangenen vier Tage alle etwas versöhnt.“ Die Umsatzseite sei stabil, jedoch habe die Branche weiterhin mit steigenden Kosten und zu wenig Arbeitskräften zu kämpfen.

Schaustellerpräsident Albert Ritter richtet im halloherne-Gespräch ein ausdrückliches Dankeschön an die Anwohner rund um den Kirmesplatz: „Es gibt hier keinen Shitstorm, sondern alle sind glücklich und freuen sich. Wer hier in der Nähe wohnt, weiß, was einmal im Jahr auf den Bereich zukommt." Das erste, verregnete Wochenende hätte die Gesamtbilanz verbaselt, das hätte man auch nicht wieder aufholen können, so Ritter.

Außerordentliche Treue bei den Kirmes-Fans

„Dennoch sind zwischen den Regenschauern immer wieder Menschenmassen auf den Platz gekommen, die sich wohl bei Nachbarn oder Freunden untergestellt haben. Diese Treue ist super und es zeigt, dass die Leute hier die Kirmes im Herzen tragen. Bis auf das Wetter war alles super.“

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Um 22:30 Uhr gibt es noch das obligatorische Abschlussfeuerwerk, bevor sich die Fans mit "Crange im Herzen" ab Mitternacht schon auf die Ausgabe im Jahr 2024 freuen können - die ersten Schausteller werden dann schon schnell ihre Sachen packen und abreisen.

Am Abend können sich die Fans noch auf das Abschlussfeuerwerk freuen.
| Autor: Marcel Gruteser