HCR und Stadt mit Entzerrungen zufrieden

Einsatzbusse fahren mit Schülern doppelt, um Gedränge zu verhindern

Busse
Die Einsatzbusse der HCR waren am Montag (16.11.2020) leerer als zuletzt (Symbolbild). Foto: Alfred Apel

Die entzerrten Schulstartstaffelungen in Herne haben am Montag (16.11.2020) wie geplant begonnen (halloherne berichtete). Die Stadt ist landesweit die erste Kommune mit einem solchen Konzept. Dadurch wollen die Stadtverwaltung und die HCR das morgendliche Gedränge in den Bussen verringern. Stadt und HCR zogen ein erstes zufriedenes Fazit.

„Es hat zum Start reibungslos funktioniert“, sagte Andreas Merkendorf, Fachbereichsleiter für Schulen der Stadt, auf Nachfrage von halloherne. „Wir freuen uns, dass die Schulen das mitmachen, das ist ein wichtiger Mosaikstein.“ Merkendorf berichtete von vermehrten Anfragen aus anderen Städten wie Moers, Bielefeld, Gelsenkirchen und sogar Osnabrück, die sich für das Konzept interessieren. „Das ist das Problem: Jede Kommune muss sich selbst kümmern. Toll wäre es, wenn die Ministerin diese Änderungen von sich aus festlegen würde“, erläuterte Merkendorf und meinte damit NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). „Bei uns klappt nun nur schon so gut, weil wir uns seit August damit beschäftigen.“ (halloherne berichtete)

Auch wenn Herne dicht besiedelt sei und morgens viel Verkehr auf den Straßen herrschen würde, habe Merkendorf es schon an den Haltestellen gemerkt, dass in der kritischen Zeit zwischen 7.30 und 8.45 Uhr weniger los gewesen sei. „Das macht jetzt Mut für die Zukunft“, so der Fachbereichsleiter.

Mit den Schulleitungen und den Schulformsprechern, aber auch mit den Elternvertretern habe es gute und wichtige Diskussionen gegeben. „Nur so können wir auf die Problemlagen eingehen und unser Verhalten abstimmen. Außerdem hat die Bezirksregierung die Pläne von Anfang an positiv begleitet, auch die Zusammenarbeit mit der HCR läuft sehr gut.“

An zehn Standorten beobachtet

Deren Betriebsleiter, Dirk Person, war ebenfalls zufrieden. „Wir haben das morgendliche Treiben an zehn Standorten beobachtet und uns auch telefonische Rückmeldungen eingeholt. Zu 90 Prozent war das Feedback positiv.“ Er selbst war an der Mont-Cenis-Gesamtschule vor Ort, dort sei es so abgelaufen, wie sich die Organisatoren das vorgestellt hatten. „Nach und nach kamen kleinere Gruppen an, auch die Elterntaxen waren weniger, dazu entspannte sich der Verkehr.“ Die Nachfrage im regulären Linienverkehr und bei den 17 Einsatzwagen der Linien 311, 312, 321, 324, 329, 333, 351, 362 und 391 verteile sich durch diese Staffelung deutlich besser.

Durch eine Verkehrsstörung hätten zwar zwei bis drei Busse leichte Verspätung gehabt, dies könne aber mal vorkommen. „Es muss sich auch noch herumsprechen, wer wann welche Busse nutzen sollte. Die Schüler müssen sich auch erst daran gewöhnen. Wir werden auch in den nächsten Tagen schauen, an welchen Stellen wir noch nachjustieren können, um das System zu optimieren“, kündigte Person an.

Andreas Merkendorf, Fachbereichsleiter für Schulen der Stadt, und Karsten Krüger, Chef der HCR, informieren über den Start der entzerrten Schulstartstaffelungen.
Andreas Merkendorf (li.), Fachbereichsleiter für Schulen der Stadt, und Karsten Krüger, Chef der HCR, informierten über den Start der entzerrten Schulstartstaffelungen. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Auch HCR-Chef Karsten Krüger äußerte sich: „Normalerweise sind 17 Einsatzbusse zum Schulbeginn unterwegs. Diese Busse fahren nun zwei oder drei Runden. Das kostet etwa 10.000 Euro mehr jeden Monat“, erklärte Krüger. „Bisher ist der öffentliche Personennahverkehr kein Infektionsherd. Dazu haben wir viel beigetragen, durch Reinigung, durch Lüften an jeder Haltestelle und dadurch, dass die Klimaanlagen durchgehend laufen. Dennoch geht es um ein subjektives Gefühl.“

Kundenresonanz per Mail erwünscht

Die einzelnen Fahrten stehen in der HCR-App und in der Fahrplanauskunft auf www.hcr-herne.de zum Abruf zur Verfügung. Für Nachfragen sind auch die HCR-Mitarbeiter in den KundenCentern sowie unter der Schlauen Nummer 01806/50 40 30 (0,20 €/Anruf, mobil max. 0,60 €/Anruf) erreichbar. Bei den umfangreichen Vorarbeiten sind nicht alle Kundenströme vorhersehbar. Die HCR wird den weiteren Bedarf täglich analysieren und zielgerichtet anpassen. Das heimische Nahverkehrsunternehmen nimmt Hinweise und Kundenresonanzen auch unter kundendialog@hcr-herne.de entgegen, teilte die Stadt mit.

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