Ein Wochenende Open-Air bei Flottmann

Drei Tage live und vor richtigen Menschen

Das Wetter spielte nicht mit bei der ersten OpenAir-Veranstaltungen vor den Flottmannhallen nach der coronabedingten Schließung. im Bild: Das Kindertheater Pappmobil mit dem Stück Drachen auf Baustelle Süd.
Open-Air im Bild: Drachen auf Baustelle Süd. Foto: Carola Quickels
Kultur Open Air an den Flottmannhallen in Herne (NW), am Samstag (23.05.2020): Sebastian
Auf Abstand: Besucher beim KulturOpenAir. Foto: Stefan Kuhn

Als eine der ersten Bühnen boten die Flottmann-Hallen nach der zweimonatigen Corona-Zwangspause am Wochenende (22./23./24.5.2020) endlich wieder Kultur an - und zwar live "vor richtigen Menschen und nicht vor Autos". Das Kultur-Team hatte sich ein Sicherheitssystem ausgedacht (halloherne berichtete) bei dem alle auf der sicheren Seite waren. Betreten durfte das Gelände nur, wer einen Mund-Nasen-Schutz an hatte und der wurde, nach Angaben der Personalien, von Mitarbeitern zu seinem Platz geführt. Auf der Wiese vor den Hallen saßen die Gäste anschließend innerhalb der ihnen zugewiesenen und aufgemalten Karrees mit dem vorgegebenen Abstand zum Nachbar-Karree und erst hier durfte der Mund-Schutz abgenommen werden, zudem war das Gelände eine Einbahnstraße, damit unnötige Kontakte vermieden wurden.

Kultur Open Air an den Flottmannhallen in Herne (NW), am Samstag (23.05.2020): Sebastian
Sebel und Band Foto: Stefan Kuhn

All diese Vorkehrungen wurden ohne Klagen hingenommen: Endlich wieder Kultur, danach hatten sich Künstler und Publikum gesehnt. Und so war die erste Vorstellung am Freitag mit dem Wilden Holz und Matthias Reuter auch ruckzuck ausverkauft und auch beim Singer-Songwriter Sebel und Band blieben am Samstag nur wenige Stühle leer. Regnete es bei Sebel erst nach gut 40 Minuten und machte so eine kleine Zwangspause nötig, hatte die Kindervorstellung am Sonntag (24.5.2020) weniger Wetterglück.

Kultur Open Air an den Flottmannhallen in Herne (NW), am Samstag (23.05.2020): Sebastian "Sebel" Niehoff. Kultur Open Air an den Flottmannhallen in Herne (NW), am Samstag (23.05.2020): Sebastian "Sebel" Niehoff. Kultur Open Air an den Flottmannhallen in Herne (NW), am Samstag (23.05.2020): Sebastian "Sebel" Niehoff. Kultur Open Air an den Flottmannhallen in Herne (NW), am Samstag (23.05.2020): Sebastian "Sebel" Niehoff.

Sebel und Band

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„Drachen auf Baustelle Süd“

Das Wetter spielte nicht mit bei der ersten OpenAir-Veranstaltungen vor den Flottmannhallen nach der coronabedingten Schließung. im Bild: Das Kindertheater Pappmobil mit dem Stück Drachen auf Baustelle Süd.
Festivalerprobte brachten ihr Regenequipment mit. Foto: Carola Quickels

Zu Gast war das Kindertheater pappmobil von Bernd Staklies mit dem Stück: Drachen auf Baustelle Süd. Im Vorprogramm spielten Carlotta Ribbe (Vibraphon) und Leon Dehne (Saxophon) Kinderlieder von Pippi Langstrumpf bis zur Insel mit zwei Bergen - Sie wissen schon, die mit Emma und Lukas - und hatten dabei sichtlich selber jede Menge Spaß.

Allerdings wurde die Vorstellung der Kinder fast von Beginn an mit Regen bedacht. Aber die Eltern hatten vorgesorgt: Mützen, Gummistiefel, Regenhosen und Regenschirme waren das normale Outfit und festivalerprobte Familien bauten ruck-zuck ihre Regenmuschel auf und gaben ihre Schirme an die Nachbarin samt Enkel weiter. Danke dafür. Wer jetzt noch nicht gut beschirmt war, der wurde von Gabi Kloke vom Flottmann-Team mit großen roten (Sonnen-) Schirmen bedacht.

Ruhm, Helden und Drachen - und gaanz viel Regen

Auf der Bühne tummelten sich derweil Siggi und Hubert und träumten zusammen von großen Abenteuern und überlegten: „Wer ist denn wirklich ein Held?“ Zorro, Käpt'n Kirk oder oder oder. Schließlich einigten sie sich darauf, dass es -klar! - ein Ritter sein muss, denn der ist hilfsbereit, klug, tapfer, mutig, weise und vor allen Dingen auch gut gerüstet. Und bald zogen Ritter Siggi und sein Knappe Hubert durch die Lande auf der Suche nach Abenteuern.

Das Wetter spielte nicht mit bei der ersten OpenAir-Veranstaltungen vor den Flottmannhallen nach der coronabedingten Schließung. im Bild:  Das Kindertheater Pappmobil mit dem Stück Drachen auf Baustelle Süd. Das Wetter spielte nicht mit bei der ersten OpenAir-Veranstaltungen vor den Flottmannhallen nach der coronabedingten Schließung. im Bild:  Das Kindertheater Pappmobil mit dem Stück Drachen auf Baustelle Süd. Das Wetter spielte nicht mit bei der ersten OpenAir-Veranstaltungen vor den Flottmannhallen nach der coronabedingten Schließung. im Bild:  Das Kindertheater Pappmobil mit dem Stück Drachen auf Baustelle Süd.

Drachen auf Baustelle Süd - OpenAir

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Und so fanden sie den schwarzen Ritter, der ihnen zwar den Kampf verweigert, aber ein Rätsel aufgab. Während der Lösung besiegte Ritter Siggi seine eigene Lust am Kämpfen und schon bald wurde ihm klar, dass der schwarze Ritter in Wirklichkeit seine eigene Wut war. Wie sagte der schwarze Ritter doch noch zu ihm: „Hüte dich vor deinem Drachen!“ Das nächste Abenteuer witterten sie beim dem Riesen. Der erwies sich allerdings als hilfsbedürftig und Hubert befreite ihn von einem lästigen Pfeil. Aber auch im Drachenland war es anders als sie es erwartet hätten und sie erinnerten sich an die Worte des Riesen: „Der Sieg ist dein, trotz Angst und Schrecken, wenn du kannst im Feind den Freund entdecken!“

Das Wetter spielte nicht mit bei der ersten OpenAir-Veranstaltungen vor den Flottmannhallen nach der coronabedingten Schließung. im Bild: Das Kindertheater Pappmobil mit dem Stück Drachen auf Baustelle Süd.
Bei aller Liebe zum Theater: Das Buch vergisst Bernd Staklies nie, und ist so den Kinder auch lesendes Vorbild. Foto: Carola Quickels

Die kleinen Menschen und das turbulente, kurzweilige aber auch lehrreiche Theaterstück über Rollen, Vorurteile, dem Wunsch nach Stärke und dem wahren Wert von Heldentum hätte sicher ein angenehmeres Wetter verdient. Allerdings hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass der Regen die kleinen Kulturbegeisterten großartig gejuckt hätte, gingen doch alle begeistert mit und klatschten, so dass der kleine Mann neben mir sogar vergaß seinen Schirm festzuhalten. Aber auch Theatermann Bernd Staklies war begeistert und gerührt - von dem Durchhaltevermögen des Publikums bei diesem Wetter und er verneigte sich vor seinen Gästen.

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