Zur Lage armer Menschen in Covid-Zeiten

Stellungnahme des Paritätischen

Neuer Geschäftsführer beim Paritätischen in Herne: Quartiersentwickler Oliver Becker.
Geschäftsführer beim Paritätischen in Herne: Quartiersentwickler Oliver Becker. Foto: JBH

Oliver Becker, Geschäftsführer des Paritätischen Landesverbandes NRW Kreisgruppen Herne und Bochum, nimmt wie folgt Stellung zu dem Urteil des Sozialgerichts Karlsruhe von Dienstag (26.3.2021) das den geplanten einmaligen Corona-Zuschuss für Grundsicherungsbeziehende für zu gering und verfassungswidrig hält: „Der Paritätische Gesamtverband bewertet es als beschämend, dass das Sozialgericht Karlsruhe nun bereits zum wiederholten Mal das armutspolitische Versagen dieser Bundesregierung in der Corona-Krise feststellen muss. Mit dem Hinweis, dass ein Zuschlag von 100 Euro pro Monat nötig wäre, um die Mehrbedarfe angesichts der Pandemie zu kompensieren, folgt das Gericht der Forderung von rund 50 Gewerkschaften und Sozialverbänden."

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands sagt dazu: „Das Krisenmanagement der Bundesregierung ist ein armutspolitisches Trauerspiel. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich dafür zu sorgen, dass Deutschland wieder seinen sozialstaatlichen Verpflichtungen nachkommt. Es braucht eine zügige Erhöhung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro und für die Dauer der Pandemie finanzielle Soforthilfe in Höhe von 100 Euro pro Kopf und Monat für alle, die auf existenzsichernde Leistungen angewiesen sind.“

Da es auch in Herne viele arme Menschen gibt, die insbesondere durch die Corona-Pandemie verstärkt unter finanziellen Druck geraten, oder von einer auseinandergehenden Bildungsschere betroffen sind, weisen die Verantwortlichen auf eine aktuelle Ausgabe des Magazins mit vielen Hintergrundinformationen hin.

Außerdem können Interessierte auf der Seite Corona trifft Arme extra hart - Soforthilfen jetzt! sich weitergehend informierten.