Virtuelles Symposium 'Spondyloarthritis'

Expertenaustausch im Rheumazentrum Ruhrgebiet

Experten informierten über aktuelle Erkenntnisse bei der Diagnose und Therapie von Spondylarthritiden
Experten informierten über aktuelle Erkenntnisse bei der Diagnose und Therapie von Spondylarthritiden. Foto: St. Elisabeth Gruppe

Über aktuelle Erkenntnisse zu den Spondyloarthritiden haben sich am Samstag (11.12.2021) zahlreiche medizinische Experten beim Virtuellen Symposium Spondyloarthritis des Rheumazentrum Ruhrgebiet informiert und ausgetauscht. Patienten mit rheumatischen Erkrankungen profitieren von diesem Austausch der Experten zu den neuesten Diagnose- und Behandlungsverfahren.

Spondyloarthritis betrifft Gelenke und andere Organe

Spondyloarthritiden sind eine Gruppe entzündlich-rheumatischer Erkrankungen, die vor allem in der Wirbelsäule und den Sehnenansätzen vorkommen. Zusätzlich können auch die Gelenke und andere Organe wie Haut, Darm und Augen betroffen sein. „Diese Erkrankungen sind ein gutes Beispiel für die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Fachgruppen“, betont Prof. Dr. Xenofon Baraliakos, Ärztlicher Direktor des Rheumazentrum Ruhrgebiet. Das Rheumazentrum Ruhrgebiet richtete deshalb bereits zum achten Mal das Symposium Spondyloarthritis aus.

Wichtigkeit von physiotherapeutischen Behandlungen

Im Fokus stand in diesem Jahr die Funktionseinschränkung bei Patienten mit axialer Spondyloarthritis. Die Entzündung der Wirbelsäule kann Rückenschmerzen, eine Entzündung der Kreuz-Darmbein-Gelenke und als Folge auch eine eingeschränkte Beweglichkeit hervorrufen. Dabei wurden neue Erkenntnisse zur Rolle von Körperfunktionen und -aktivitäten vorgestellt. Diese sollten bei der Therapieplanung berücksichtigt werden. Beispielsweise zeigt sich, dass physiotherapeutische Behandlungen die fortschreitende Versteifung der Wirbelsäule verhindern.

Zusammenhang von Corona-Erkrankung und Rheumatologie

Auch die bisherigen Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen einer Corona-Erkrankung und der Rheumatologie wurden vorgestellt. Studien verdeutlichen, dass Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ein erhöhtes Risiko haben, schwere Corona-Infektionen zu entwickeln. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfiehlt solchen Risikopersonen die Corona-Schutzimpfung besonders dringend. Dies bestätigen die fortlaufenden wissenschaftlichen Untersuchungen. Sie zeigen, dass die Schutzimpfung auch bei Patienten mit Rheumaerkrankungen zuverlässig wirkt.

Neben der Erforschung des Corona-Virus nimmt auch die Künstliche Intelligenz eine zunehmend größere Rolle in der Medizin ein. Die Teilnehmer erhielten Informationen darüber, welche Einsatzmöglichkeiten es bei rheumatischen Erkrankungen gibt. So werden beispielsweise digital erfasste Patientendaten durch maschinelles Lernen dazu genutzt, individuelle Krankheitsverläufe vorherzusagen und die Entscheidung über Therapiemöglichkeiten zu unterstützen, um den Patienten die bestmögliche Behandlungsqualität zu bieten.

„Auch in der aktuellen Zeit ist der Austausch zum neuesten medizinischen Stand wichtig“, sagt Prof. Dr. Xenofon Baraliakos. „Davon können nicht nur wir als Experten profitieren, sondern letztendlich vor allem unsere Patienten.“

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