Suez beendet thermische Aufbereitung

Betrieb wird Ende des Jahres eingestellt, Zukunft des Standortes noch offen

Auf dem Suez-Gelände.
Auf dem Suez-Gelände. Foto: Robert Freise

Das Unternehmen Suez an der Südstraße stellt bis zum Ende des Jahres den Betrieb der thermischen Aufbereitung ein. Das bestätigte Geschäftsführer Theodor Bonkhofer im Gespräch mit halloherne am Mittwoch (29.7.2020). Die übrige Nutzung des Standortes mit der mechanischen Aufbereitung von Böden werde in den kommenden Monaten geklärt.

Erste Überlegungen zur Schließung gab es seit Mai, teilte Bonkhofer mit. Durch die Corona-Pandemie gab es einen Produktionsstopp, jedoch soll der Betrieb nochmal neu starten. „Im Juli folgte dann nach eingehender Prüfung die Entscheidung, die von einer dritten Person nach Außen getragen wurde. Wir wollten eigentlich noch die letzten Fragen abschließend klären, bevor wir die Entscheidung mitteilen wollten“, erläutert der Suez-Chef.

Mit dem Betriebsrat gäbe es schon länger Gespräche, außerdem sei ein Sozialplan ausgearbeitet worden. „Die Verhandlungen mit möglichen externen Nutzern folgen nun und werden dann bald bekanntgegeben“, kündigte Bonkhofer an.

Udo Sobieski, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion.
Udo Sobieski, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Foto: SPD Fraktion

In einer Pressemitteilung sprach SPD-Fraktionschef Udo Sobieski schon vor der Bestätigung davon, aus gut unterrichteten Kreisen Informationen über das Aus von Suez zu haben. „Nachdem die Anlage bereits seit einigen Wochen still zu stehen schien, hatte ich bereits entsprechende Vermutungen. Diese haben sich jetzt bestätigt“, freut sich Sobieski.

„Die SPD-Fraktion hat schon seit Jahren deutlich gemacht, dass wir diesen Betrieb in unserer Stadt nicht wollen. So haben wir eine Änderung des Bebauungsplans initiiert, um die Expansionsbemühungen der Firma zu stoppen.“ Udo Sobieski versichert, dass die SPD-Fraktion auch bei der künftigen gewerblichen Nutzung dieser Fläche auf eine Verträglichkeit für das Umfeld achten wird: „Mir schwebt hier eine ökologisch verträgliche Nutzung vor, die auch den Anwohnerinteressen Rechnung trägt.“

Auch die Herner Grünen äußerten sich zum Suez-Aus. Über das verkündete Aus der Sondermüllverbrennung an der Südstraße freut sich Pascal Krüger, Grüner Ratsherr, Parteivorsitzender und OB-Kandidat. Er engagierte sich unter anderem im Koordinierungskreis der BI Dicke Luft, reichte qualifizierte und durch ein Gutachten unterstützte Einwendungen gegen die Erweiterungspläne in Genehmigungsverfahren ein und vermittelte die Anliegen der BI bis ins EU-Parlament.

Pascal Krüger.
Pascal Krüger, OB-Kandidat der Grünen. Foto: Bündnis 90/Die Grünen Herne

Pascal Krüger: „Es ist eine vernünftige Entscheidung und es freut mich, dass künftig offenbar nicht der Sondermüll aus allen Ländern Europas in Herne verbrannt wird. Es zeigt, dass sich das jahrelange Engagement von der BI Dicke Luft, dem BUND Herne, dem BUND NRW auszahlt. Für mich sind Bürgerinitiativen und Umweltverbände wichtige Partner. Daher sollen Bürgerinitiativen in städtischen Gremien auch das Wort ergreifen dürfen."

Weiter fügte er an: "Die rot-schwarzen Fraktionen verwehren leider oft diese Gelegenheit. Wenn sonst große Einigkeit hergestellt werden konnte, ist das noch ein Unterschied. Wir Grüne und ich setzen uns nun noch motivierter gegen Schadstoffe, Lärm und Geruchsbelästigungen ein. Was das angekündigte Aus der Sondermüllverbrennung für den weiteren Betrieb heißt, ist noch abzuwarten."

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