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Eine Seilbahn mit dem Namen

Stadtspitze, HCR und Transdev stellen weiteres Vorgehen vor

Seilbahn: Zeitplan und neuer Name stehen fest

Der nächste Meilenstein für die urbane Seilbahn zur verkehrlichen Erschließung des Blumenthal-Areals ist erledigt: Die HCR und Transdev, das größte private Mobilitätsunternehmen Deutschlands, haben wie angekündigt Ende Januar eine gemeinsame Gesellschaft für den Betrieb gegründet. Die HCR hält künftig 51 Prozent der Anteile, Transdev 49 Prozent. Diese und weitere Neuigkeiten teilten die Verantwortlichen auf einer Pressekonferenz am Donnerstag (19.2.2026) mit.

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Eine weitere Neuigkeit: Nach längerer Überlegung und Findungsphase durch das Stadtmarketing Herne als „Werbeagentur“ wird die Seilbahn künftig „Blumenthal Airline“ heißen. Zusammen mit dem ersten (von mehreren geplanten) Slogan „Überflieger“ soll, so sagte es Stadtmarketing-Chef Holger Wennrich, ein Symbol für einen Aufbruch entstehen.

Ortsbezug und internationale Wiedererkennung

„Im neuen Namen haben wir einen Ortsbezug und erklären gleichzeitig international, was wir tun: Menschen von A nach B zu bringen“, fügt Wennrich an. Das Logo samt Umrisse einer Seilbahn ist wie das städtische Logo in grün, gelb und blau gehalten. Bereits im Dezember 2025 wurde der neue Markenname „Blumenthal hoch 3“ vorgestellt (halloherne berichtete).

Martin Becker-Rethmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Transdev GmbH, stellte sich und die Firma, die zusammen mit der HCR die Seilbahn betreiben wird, vor.

Neuer „Seilbahnkapitän“, wie es Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda etwas scherzhaft formulierte und damit den Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung meint, ist Planungs- und Verkehrsdezernent Stefan Thabe. Als Geschäftsführer der neuen Seilbahngesellschaft fungieren Matthias Bley (kaufmännischer Prokurist der HCR) und Christian Glück (Leiter Innovation und Neue Märkte bei Transdev).

Erster Beschluss im Rat im Sommer 2026

Thabe war es dann auch, der den Zeitplan skizzierte, auch wenn er direkt erinnerte: „Es wird werden, aber es wird einige Jahre dauern.“ So soll möglichst noch vor der Sommerpause 2026, also im Juli, die Ausschreibung durch den Rat beschlossen werden - spätestens aber im September. Im Anschluss würde laut Thabe das Vergabeverfahren rund ein Jahr in Anspruch nehmen. „Ab dem dritten Quartal 2027 bereiten wir dann das Planfeststellungsverfahren vor“, erläutert der Stadtbaurat.

Das soll bis ins vierte Quartal 2028 dauern. Ab dann liegt die Bearbeitung nicht mehr in der städtischen Hand, sondern wechselt zur Bezirksregierung Arnsberg und zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Vor allem der VRR beschäftigt sich mit den Fördermitteln vom Bund und Land - schließlich soll in Herne die erste in den Nahverkehr integrierte Seilbahn Deutschlands entstehen, quasi ein Prototyp für weitere Städte.

Ohne Verzögerungen ein Start im Jahr 2031 möglich

Ende 2030, so der vorläufige Plan, könnte man mit dem Bau der Seilbahn vom Hauptbahnhof Herne-Wanne-Eickel bis zum Blumenthal-Gelände beginnen. Martin Becker-Rethmann, im Pariser Vorstand zuständiger CEO für die Transdev-Gruppe in Deutschland, betont: „Der Bau dauert normalerweise dann nur noch sieben bis zehn Monate.“ Demnach ist bei einem normalen Verlauf ohne Verzögerungen mit einem Start im Jahr 2031 zu rechnen.

Transdev selbst hat in Deutschland schon rund 8.700 Mitarbeiter und betreibt unter anderem in Bogotá (Kolumbien) und Paris (halloherne berichtete) Seilbahnen. Vor allem in Paris seien die Nutzerzahlen überraschend hoch. Nicht nur aufgrund dieser Erfahrung ist Becker-Rethmann überzeugt: „Was in Paris möglich ist, können wir auch in Herne.“ Hier bringe das Unternehmen seine Erfahrungen aus den Planungen und dem Betrieb mit ein. „Wir glauben, es ist ein Zukunftsmodell für den deutschen ÖPNV.“

HCR muss Betriebskonzept erarbeiten

Zurück zum zeitlichen Ablauf. „Der Zeitplan der letzten Phase liegt nicht bei uns“, verdeutlicht Oberbürgermeister Dudda. Man könne nur bis dahin zuverlässig arbeiten und seine Hausaufgaben machen. So muss zum Beispiel die HCR ein umfassendes Betriebskonzept erarbeiten: Hierbei müssen beispielsweise Brandschutz, Fluchtwege, Kontrollen, Sauberkeit, Ein- und Ausstieg sowie Plattformorganisation detailliert beschrieben werden. Später muss sich der VRR noch mit dem Haltestellenausbau, Auskunftssystemen und den Gestaltungen der Kabinen beschäftigen.

Blumenthal Airline: So heißt die geplante Seilbahn.

Dudda ist es auch wichtig, zu erwähnen, dass es nicht „das Leuchtturmprojekt des Oberbürgermeisters“ sei. „Es bringt einfach eine hoch Ausstrahlung für Wanne und die ganze Stadt mit sich. Es soll, wie es die Pariser Bürgermeisterin bei der Eröffnung in der französischen Hauptstadt schon erwähnt hat, eine Wertschätzung für die Bürger sein“, betont Dudda. „Weil es für ganz Deutschland und nicht nur für Wanne bedeutsam ist, gibt es auch die entsprechenden Förderungen.“

So geht es auf der Blumenthal-Fläche weiter

Steinkohle wurde früher auf der Zeche General Blumenthal gefördert, in naher Zukunft sollen dort neben der Seilbahn mit der „Techno Ruhr International“ vor allem wissens- und technologieorientierte gewerbliche Nutzungen entstehen. Erste Investoren, zum Beispiel für den Freizeit-, aber auch im Gesundheitsbereich, würden schon lieber heute als morgen auf der 35 Fußballfelder großen Fläche anfangen wollen zu bauen, verrät Dudda, ohne weitere Details zu nennen. Dennoch steht möglicherweise noch im Jahr 2026 erstmal die Sanierung des Geländes an, ab 2028 beginnt die Vermarktung.

Die Stadt sucht übrigens weiterhin noch Techniker und Ingenieure, um zur Manifesta 2026 im Spätsommer ein 40 Meter langes Seilbahnmodell in Wanne aufbauen zu können. Wer Interesse hat, dort mitzuwirken, kann sich im Büro des Oberbürgermeisters melden: Tel 02323 16-2223 oder -2327 sowie per Mail an sowie .

Stellten den Namen der neuen Seilbahn
Donnerstag, 19. Februar 2026 | Autor: Marcel Gruteser