Dritte Auflage von 'Move2Beruf' erstmals mit Bochum zusammen
Lidl-Lager öffnet Türen für potenzielle Azubis
Deutsche Unternehmen brauchen händeringend Fachkräfte und Azubis, das ist aktuell alles andere als ein Geheimnis. Um Schülern möglichst früh Einblicke in verschiedene Jobs und Firmen zu geben, wurde in Herne 2024 der Aktionstag „Move2Beruf“ erstmals veranstaltet. Am Mittwoch (11.2.2026) stand die dritte Auflage an – erstmals in einer Kooperation mit der Stadt Bochum.
Da das neue Lidl-Verwaltungs- und Warenverteilzentrum an der Südstraße neben der A43 genau an der Stadtgrenze zwischen Herne und Bochum liegt und erst kürzlich vollständig in Betrieb genommen wurde, lag es auf der Hand, diesen Ort als einen von 118 verschiedenen Unternehmen auszuwählen und neben 150 Schülern auch verschiedene Arbeitsmarktakteure zu einem Besuch einzuladen.
Rund 2.000 Schüler aus Herne und Bochum nehmen teil
Vor Ort können sich die potenziellen Azubis direkt ein Bild von der Arbeit machen und Gespräche führen, um sich so über die Firma und die angebotenen Ausbildungsberufe zu informieren. In vorher festgelegten Timeslots kamen die jungen Leute nach und nach an und liefen durch die großen Hallen. Die Schulen und Lehrer waren in die Vorbereitung mit eingebunden. Insgesamt nahmen am Aktionstag fast 2.000 Schüler aus Bochum und Herne, jeweils die Hälfte aus einer Stadt, teil.
Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda betonte wie wichtig dieses Erfolgsformat ist: „'Move2Beruf' bringt Schüler buchstäblich in Bewegung und direkt in die Unternehmen und erleichtert ihnen so eine durchdachte Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium. Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Herne ist wichtig festzuhalten: Alles ist besser als ohne Ausbildung.“
Selbst wenn bei manchen nach einer ersten Absage für einen Ausbildungsplatz Frustration aufkommen würde, gelte es, weiter zu machen. „Solche Aktionstage wie heute sollen die Jugendliche motivieren, sich weiter einzubringen und Gedanken über die Zukunft zu machen“, so Dudda weiter.
'Du hast die Qual der Wahl'
Jörg Lukat, Oberbürgermeister von Bochum, hält fest: „Es ist ein echter Chancenraum hier. Ein solches Format hilft, wie es neudeutsch heißt, beim 'Matchen' zwischen den Unternehmen und den Schülern. Man kann die Angebote für Ausbildungsplätze und -berufe nur machen und auf die Vielfalt hinweisen. Die Jugendlichen müssen sich nur kümmern, aber man kann ihnen klar machen: Du hast die Qual der Wahl.“
Bochum, übrigens mit 63 Firmen bei seiner Premiere am Aktionstag beteiligt, würde bereits erste Erfolge bei der Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit feststellen. „Eine aktuelle Auswertung der WirtschaftsWoche zeigt, dass Bochum bei der Entwicklung bundesweit zu den stärksten Verbesserern zählt. Diese Entwicklung zeigt, dass unsere gemeinsamen Maßnahmen Wirkung entfalten“, schildert der ehemalige Bochumer Polizeipräsident.
Die vielfältigen Karrierewege aufzeigen
Der Discounter Lidl zeigte sich hocherfreut, bei dieser Aktion Gastgeber sein zu dürfen. „Unser Ziel ist es, die vielfältige Karrierewege bei Lidl erlebbar zu machen. Die Bandbreite reicht dabei von der klassischen Ausbildung über das Abiturientenprogramm bis hin zu dualen Studiengängen“, erläutert der Betriebsleiter Logisitik, Abdelaziz Bouchkhachakh.
Für Christopher Meier, Chef der Arbeitsagentur Bochum, zu der auch Herne gehört, ist klar, dass Berufsorientierung nicht im Klassenzimmer stattfinden kann. „Man muss die Jobs und das Innenleben von Firmen sehen und riechen. Hier können die Jugendlichen sich die Berufe direkt ansehen und reden nicht nur darüber.“
Ähnlich äußern sich Michael Bergmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet, Jens Probst, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ruhr und Lars Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen. Alle sind sich einig: „Move2Beruf“ ist ein tolles Projekt und notwendig, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Arbeitsplätze von morgen zu sichern - durch eine gute und sichere Ausbildung. Einblicke in die Betriebe sind dafür der Schlüssel zum Erfolg.