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Freuen sich, dass der Familienkiosk gut angenommen wird (v.l.): Malina Schäfer-König, Vanessa Beckmann, Rasmus Nell, Dr. Angelika Burrichter, Stadträtin Stephanie Jordan und Dr. Inga Mühlenbrock.

Erste Bilanz des Familienkiosk im Kaiserquartier

Life-Hacks für Familien

Der Familienkiosk im Kaiserquartier an der Forellstraße 101 bis 113 (Eingang auf der Rückseite) bietet seit September 2025 Familien ein breites Angebot an Beratung, Begleitung und Aktivitäten rund um das Thema Gesundheit (halloherne berichtete). Nun zogen die Verantwortlichen eine erste Zwischenbilanz und so viel sei bereits verraten, dass Angebot wird gut angenommen.

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Seit Eröffnung haben bereits 30 Familien mit dem Kiosk Kontakt aufgenommen. 50 Prozent seien aufgrund eines Verweises des Kinderarztes in die Räume an der Forellstraße gekommen. Das Angebot richtet sich an Vorschulkinder im Alter von fünf bis sechs Jahren, da hier noch größtmöglich Einfluss auf einen guten Start ins Bildungssystem genommen werden kann, verdeutlicht Dr. Angelika Burrichter, die Leiterin des Fachbereiches Gesundheit.

Niederschwellige gesundheitsfördernde Unterstützung für Familien

„Unser Angebot dient als Türöffner. Wir bieten niederschwellig gesundheitsfördernde Unterstützung für Familien an“, macht Dr. Burrichter deutlich. Denn gerade lange Wartezeiten bei Fachärzten, sprachliche Barrieren oder auch bürokratische Hürden, machen es Eltern schwer, notwendige Versorgungsangebote für ihre Kinder in Anspruch zu nehmen und kinderärztliche Empfehlungen umzusetzen.

Der Familienkiosk der Stadt bietet Unterstützung für Familienn.

„Wir verstehen den Druck, dem viele Eltern ausgesetzt sind, denn die gesellschaftlichen Erwartungshaltungen an Familien sind hoch. Besonders, wenn Kinder eine Vielzahl von Bedarfen haben, setzen lange Wartezeiten bei Fachärzten Familien doppelt unter Druck“, so Stadträtin Stephanie Jordan.

Deshalb steht Jordan auch so hinter dem Familienkiosk, weil Familien hier Hilfe - ohne erhobenen Zeigefinger - erhalten. Die Verantwortlichen haben ein offenes Ohr und behandeln die Themen auf Wunsch vertraulich, niemand muss Angst vor einer Bloßstellung haben.

Vier Familienlotsen gebe es derzeit, dazu kommen noch zwei Kolleginnen aus dem Familienbüro sowie eine Kraft aus dem Kreis Recklinghausen. Die Mitarbeiter bieten Hilfe bei Sprachbarrieren, begleiten bei Arztbesuchen, bei allen Fragen zum Thema Gesundheit sowie behördlichen Papieren wie der Beantragung von Pflegegeld. „Die Familien erhalten hier Life-Hacks in Präsenz“, sagt Jordan weiter.

Elternwerkstatt

Diese Life-Hacks gibt es beispielsweise in der „Elternwerkstatt“ (halloherne berichtete), einem neuen kostenfreien Angebot, das ab Februar 2026 startete. Alle Kurse zielen darauf ab, Eltern in ihrem Gesundheitswissen im Familienalltag zu stärken. Erfahrene Kursleiter vermitteln Wissen und Können zu Themen wie seelische Gesundheit, Familienernährung und Bewegung.

Der Familienkiosk der Stadt bietet nun eine Elternwerkstatt.

„Wir bieten mit diesem neuen Angebot alltagspraktische Gesundheitstipps“, sagt Rasmus Nell vom Familienkiosk. „Das Format wird von den Krankenkassen / Krankenkassenverbänden des Landes NRW gefördert, als Teil ihrer Aufgaben zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten.“

Die Anmeldungen zu den Kursen können entweder unter Tel 02323 / 16 - 47 63, oder online erfolgen. Infos zu den Kursen und weiteren Termine gibt es ebenfalls online.

Familien die Ängste nehmen

Familienlotsin Vanessa Beckmann weiß um die vielfältigen Probleme der Familien. „Wir wollen hier eine Vertrauensbasis mit den Eltern schaffen, sodass sie wissen, dass das, was sie uns hier erzählen, nicht eins zu eins weitergesagt wird. Ebenso haben wir auch Eltern, die wir begleiten und die uns in Stresssituationen anrufen und einfach mal reden wollen. Auch hier sind wir da“, macht Vanessa Beckmann deutlich.

Denn die Kinder haben meistens nicht das eine Problem, wie Dr. Inga Mühlenbrock vom Fachbereich Gesundheit weiß. „Da kommt mitunter einiges zusammen. Von chronischen Erkrankungen bis Verhaltensauffälligkeiten kann alles dabei sein“, so die Mitarbeiterin des Fachbereiches.

Die Verantwortlichen möchten, dass der Familienkiosk über das Quartier hinaus bekannter wird und Familien mit Hilfsbedarfen sich an die Anlaufstelle werden. Wichtig ist ihnen neben der Verschwiegenheit auch, dass alle Angebote des Familienkiosks kostenfrei und freiwillig sind.

Auch die liebevolle Einrichtung hilft Familien Ängste abzubauen.
Samstag, 14. Februar 2026 | Autor: Julia Blesgen