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15 Frauen der 'Revierschicksen' lieben die jecken Tage und ihre Partys

Karneval pur: 'Helau – wir tun es für Herne'

Sie bringen das „Kölle Alaaf“ nach Herne: Die „Revierschicksen“ sind eine Gruppe von 15 Frauen aus der St. Peter und Paul-Gemeinde in Herne-Börnig. Ihr Motto, angelehnt an das Kölner Pendant „Alaaf – wir tun es für Köln“ lautet: „Helau – wir tun es für Herne.“ Die Ehrenamtlerinnen verspüren eine ganz besondere Leidenschaft für die jecken Tage und feiern diese mit eigenen Partys.

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Gina Groß gehört zum Orga-Team der Damen, die alle zwischen um die 50 bis 72 Jahre alt (oder besser gesagt jung) sind und zum Großteil immer noch Teil der Gemeinde sind und in der Umgebung wohnen. „Man kann schlecht mit 15 Frauen diskutieren, also haben wir uns für drei Leute entschieden“, erzählt sie gegenüber halloherne mit einem Lachen. Groß ist so etwas wie die Sprecherin der „Revierschicksen“ und ist selbst einige Jahre mit dabei.

Früher gar kein Karnevalsfan gewesen

Dabei war sie – obwohl zehn Jahre lang in Köln studiert und gearbeitet – anfangs alles andere als ein Karnevalsfan. „Früher bin ich immer geflüchtet, aber im Laufe der Jahre zog mich die jecke Karnevalszeit immer mehr in den Bann“, gesteht sie. „Zurück in Börnig sind wir in der Gemeinde auf immer mehr Gleichgesinnte gestoßen. Das war sozusagen unser Start.“

Die Frauen haben nicht nur oben gute Laune: Tanzen und Spaß haben gehört für die Revierschicksen nicht nur dazu, es ist ein Muss.

Über sich selbst schreiben die Revierschicksen, dass die jecken Mädels das Ruhrgebiet unsicher machen wollen. Viel Spaß und vor allem Kreativität gehören dazu. „Wir sammeln schon im Frühjahr, wenn die Karnevalstage bevorstehen oder noch laufen, Ideen und Input für das nächste Jahr. Anschließend stellen wir langsam unser Programm auf und ab dem Spätsommer beginnen die Proben für unsere Auftritte, im Normalfall ein Mal pro Woche“, erläutert Gina Groß. Inspirationen holt sich die Gruppe auch jedes Jahr ein Mal bei einer Mädchensitzung in Köln.

Neuer Veranstaltungsort im Gysenberg

Schließlich stehen meist Ende Januar die eigenen Feiern an. Bis vor einem Jahr fanden die immer im Eventsaal vom „Zum Urbanus“ statt, das war dieses Jahr aber nicht mehr möglich. Aber es wurde eine Alternative gefunden: Am Freitag und Samstag (30./31.1.2026) fanden die Damensitzungen im Veranstaltungszentrum Gysenberg von Norbert Menzel (LM:V Veranstaltungsservice) statt.

Insgesamt sind 15 Frauen beteiligt.

220 Leute passen da rein, schon Wochen vorher vermeldeten die „Revierschicksen“ für beide Tage: Ausverkauft. „Wir müssen gar keine Werbung machen, die Karten gehen auch so schnell weg“, erläutert Groß. Rund dreieinhalb Stunden dauert jeweils ein Abend. „Es gibt Live-Musik und Sketche, zudem Auftritte unserer eigenen Garde und einen besonderen Abschlusstanz. Im Anschluss sorgt ein DJ für Musik und man kann noch weiter tanzen“, zählt die Organisatorin auf.

Es gibt mehr zu tun als 'nur' die Auftritte zu üben

Das Publikum dankt mit Standing Ovations. „Die Leute sagen häufig: Je öfter ihr das macht, desto besser und professioneller werdet ihr. Das freut uns sehr.“ Dabei hängt nicht mal alles von den Performances auf der Bühne ab. Schließlich sorgen die Gemeindemitglieder mit dem Verkauf von Getränken, der Garderobe und den vielen Requisiten für einen reibungslosen Ablauf. Das alles kostet, neben den Proben für die Auftritte, viel Zeit und Kraft. Aber: „Es macht uns viel Spaß und die freudigen Gesichter zu sehen, ist eine schöne Belohnung.“

In diesem Jahr wurde ein Plus bei den beiden Partys erwirtschaftet. Dieses Geld fließt aber nicht in die Tasche der Gruppe. „Wir werden es für einen wohltätigen Zweck spenden. Wie viel es genau ist, steht noch nicht fest, wir sind noch beim genauen Kassensturz. An welche Organisation es übergeben wird, steht ebenfalls noch nicht fest“, erläutert Gina Groß.

'Nach dem Karneval ist vor dem Karneval'

Insgesamt gilt: Zusammen in der Karnevalszeit Spaß haben, zusammen etwas bewegen. Das wichtigste Motto der Revierschicksen bleibt aber folgendes: „Nach dem Karneval ist vor dem Karneval.“ In diesem Sinne: Die nächsten Partys und die Orga dafür warten schon.

Hier wird
Donnerstag, 12. Februar 2026 | Autor: Marcel Gruteser