40 Jahre Büro für Gleichstellung und Vielfalt und Einsatz für Frauenrechte
33. Herner Frauenwoche startet Anfang März
Wie immer rund um den Weltfrauentag am Sonntag, 8. März 2026, steht bei der Stadt Herne alles im Zeichen der Frau. Rund um diesen Tag fokussiert sich die Stadt während der 33. Frauenwoche auf zahlreiche Themen, die Frauen betreffen.
In diesem Jahr ist der Aktionszeitraum von Montag bis Sonntag, 2. bis 15. März 2026. Beim Pressegespräch am Mittwoch (18.2.2026) stellten die Verantwortlichen des Büros für Gleichstellung und Vielfalt der Stadt Herne das diesjährige Programm vor und verrieten, dass die teilnehmenden Frauen ein vielfältiges Programm von mehr als 70 Veranstaltungen erwartet.
Vorreiterin gegenüber anderen Ruhrgebietsstädten
Aber nicht nur die Frauenwoche wird kräftig gefeiert, es steht auch noch ein anderes Jubiläum an: Das Büro für Gleichstellung und Vielfalt wird 40 Jahre alt. Am 1. Januar 1986 bekam die Stadt Herne ihre erste Gleichstellungsstelle samt Beauftragter. Sie war damit Vorreiterin gegenüber anderen Ruhrgebietsstädten.
„Pflicht wurde so eine Stelle erst ab dem Jahr 1994. Hier zeigt sich wie fortschrittlich die Stadt schon war, denn die gesellschaftlichen Verhältnisse waren Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre einfach anders“, sagt Cordelia Neige, Leiterin des Herner Büros für Gleichstellung und Vielfalt.
Die erste Leiterin, Anne Kalender-Sanders, sei damals sowas wie ein Ein-Frau-Betrieb gewesen, erst mit der dritten und in Herne immer noch sehr bekannten Gleichstellungsbeauftragen Sabine Schirmer-Klug, habe sich die Frauenwoche im Jahr 1993 entwickelt. „Sabine Schirmer-Klug war 33 Jahre lang im Amt. Sie hat ganz viel aufgebaut und das Büro zu dem gemacht, was es heute ist“, erinnert sich Neige zurück.
'Frauen haben die Altersvorsorge nicht immer im Blick'
In diesem Jahr liegt auch ein Fokus auf Themen wie Wechseljahre, geschlechtergerechte Bezahlung, häusliche Gewalt, Empowerment und Altersvorsorge. „Wir sehen, dass viele besonders junge Frauen Themen wie Altersvorsorge und Rente nicht im Blick haben. Dabei sind ihre Renten durch Eltern- oder Teilzeitbeschäftigungen sowie Pflegezeiten meist deutlich geringer als die eines Mannes. Daher bieten wir zu diesem Thema erstmalig eine Online-Veranstaltung an“, erläutert Melanie Kampa, stellvertretende Leiterin des Büros für Gleichstellung und Vielfalt.
Aber auch das Thema der Anonymen Spurensicherung, die nach sexuellen Übergriffen helfen kann, Spuren zu sichern, wird erneut aufgegriffen. Hierzu findet am Donnerstag, 12. März 2026, um 16 Uhr ein Vortrag satt. „Diese Thematik ist immer noch mit einem großen Tabu behaftet und viele Menschen kennen dieses Angebot in Herne leider doch noch gar nicht, deshalb wollen wir informieren und sensibilisieren“, sagt Kampa weiter.
Ferner werde es in Kooperation mit der Gesundheitswoche die Fachtagung „Free as a bird - Frauen und Mädchen mit nicht sichtbaren Behinderungen“ am Mittwoch, 11. März 2026, im H2Ö geben (halloherne berichtete).
Lesungen von Cigdem Akoyl und Gisa Pauly
Ebenso stehen in diesem Jahr auch wieder Lesungen auf dem Programm. So kommen die Literaturpreisträgerin Cigdem Akoyl mit ihrem Roman 'Geliebte Mutter - Canim Annem' und Gisa Pauly mit ihrem neusten Roman 'La Paloma' nach Herne.
„Wir hoffen, dass wir mit dem Angebot möglichst viele Frauen erreichen und ihnen die Möglichkeit zum Austausch sowie zur Solidarität bieten“, macht Neige abschließend deutlich.
Da die Nachfrage nach vielen Veranstaltungen hoch sei, sei es klug, sich rechtzeitig für die gewünschte Veranstaltung anzumelden. Bei einigen Veranstaltungen sei auch ein kleines Entgelt zu entrichten. Hier geht es zum kompletten Programm und Anmeldung.