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Symbolische Schlüsselübergabe für den Circus Schnick-Schnack an der Fläche der neben der Grundschule Jürgens Hof. Mit dabei (v.li.) Schulleiter Martin Renner, Baudezernent Karlheinz Friedrichs, Sodingens Bezirksbürgermeister Mathias Grunert, Bildungsdezernent Andreas Merkendorf, OB Dr. Frank Dudda, Christian Stoll, Christopher Deutsch und Rainer Deutsch (alle Circus Schnick-Schnack).

Symbolische Schlüsselübergabe für Fläche am Jürgens Hof

Neue Heimat für den Circus Schnick-Schnack

Die Grundschule Jürgens Hof an der gleichnamigen Straße: Viel Grün mit Bäumen und Sträuchern ist hier vorhanden. Bald wird die angrenzende Fläche mit Zirkuskultur gefüllt. Der Circus Schnick-Schnack wird hier nicht nur sein Zelt, sondern eine ganze Zeltstadt dauerhaft aufschlagen (halloherne berichtete). Nach langer und intensiver Diskussion sowie Suche in der Politik und Hilfe der Verwaltung (halloherne berichtete) wurde diese Fläche auserkoren, nachdem bekannt wurde, dass der Circus seine alte Heimat an der Roonstraße verlassen muss (halloherne berichtete).

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Am Dienstag (13.6.2023) erfolgte eine symbolische Schlüsselübergabe für die neue Fläche. Rund 800.000 Euro kostet den Circus die neue Zeltstadt und alles, was damit nötig wird. Daher sind auch weiter Spenden gerne gesehen, außerdem wird der Weg über Stiftungen, aber auch Eigenleistungen eingeschlagen.

Seit 2006 an der Eschstraße/ Roonstraße

Trotzdem sind die Verantwortlich sehr zufrieden. „Die Reise kommt zum Ziel. Seit 2003 sind wir schon auf einer Suche nach einem dauerhaften Standort und kommen nun wieder an den Startpunkt. Hier in Elpes Hof sind wir aufgebrochen“, blickt Rainer Deutsch, langjähriger Circusdirektor und Aufsichtsratsvorsitzende, zurück. Seit 2006 ist der Kulturträger an der Escherstraße/ Roonstraße beheimatet.

Der Circus sieht sich als große Familie mit über 300 Beteiligten.

Von einem „back to the roots“ spricht auch Baudezernent Karlheinz Friedrichs. „Die Bauvoranfrage verlief positiv und ich bin guter Dinge, dass wir das bis Mitte 2024 hinbekommen.“ Dann ist nicht nur die nächste Zeltwoche (am neuen Standort) geplant, sondern auch das Ende der beruflichen Laufbahn des Stadtrats. „Daher ist es mir auch ein persönliches Anliegen, die Eröffnung noch vor meinem Ruhestand abzuschließen.“ Einige Ideen für die den Circus, aber auch die Schule und die Anwohner habe die Verwaltung bereits.

Kinder werden weiterentwickelt

Dabei mitgeholfen hat auch Stadtrat Andreas Merkendorf, der sich sehr erfreut zeigte: „Das ist einer der schönsten Termine als Dezernent. Bildung, Kultur, Sport, Integration, alle Themen, die in meine Zuständigkeit fallen, deckt der Circus Schnick-Schnack ab.“ Dort würden auch die Kinder ständig weiterentwickelt, bei jeder Zeltwoche habe man Gänsehaut, so Merkendorf weiter.

Die Grundschule Jürgens Hof - links hinter dem Gebäude ist die neue Fläche.

Als Kinder im Circus groß geworden sind Christopher Deutsch und Christian Stoll, beide mittlerweile im geschäftsführenden Vorstand. „Unser Wunsch, einen festen Standort zu haben, geht in Erfüllung. Hier können wir uns bald ausprobieren und austoben“, gibt Stoll an. „Der letzte Tag der diesjährigen Zeltwoche war deshalb schon etwas Besonderes, als alle nochmal zusammenkamen. Zwar werden wir noch einige Proben und auch den Wintercircus am alten Standort haben, aber die Zeltwoche 2024 wird dann hoffentlich in Jürgens Hof sein.“

Bürger mit ins Boot holen

Bis dahin werden noch einige Monate ins Land ziehen, aber der Circus möchte bis dahin auch die Anwohner mit ins Boot holen. „Wir wollen ihre Bedarfe, Wünsche, Anregungen und mögliche Vorbehalte abklären“, sagt Christopher Deutsch.

Das kommt auch bei Sodingens Bezirksbürgermeister Mathias Grunert (SPD) gut an. „Die Sorgen und Anliegen der Bürger müssen geklärt werden, manch einer wusste auch nicht, was da auf einen zukommt. Dazu gehören Themen wie die Natur, der Lärmschutz, die Parkplätze und die Anreise der Besucher.“ Ein Lärmgutachten hätte bereits beurteilt, dass es keine wirkliche Beeinträchtigung geben wird. Das zukünftig keine wilden Partys gefeiert werden, bekräftigt auch Christopher Deutsch: „Wir wollen hier keine Hochzeiten oder Geburtstag feiern, sondern die Circuskultur näher bringen.“

Große Bäume bleiben erhalten

Grunert teilte mit, dass nach den Sommerferien eine Bürgerversammlung stattfinden werde, ein genauer Termin wird noch bekanntgegeben. Ebenso werden die größeren Bäume erhalten bleiben, mitunter müsse nur der ein oder andere Strauch weichen - der Fachbereich Stadtgrün habe dies aber alles schon untersucht und abgenickt. „Schon während der Suche war es auch überparteilicher Konsens, dass der Circus in der Stadt und gerne auch in Sodingen bleiben soll. Es ist schön, dass nun diese Fläche gefunden wurde.“

Muss bald weg: Die Zeltstadt an der Eschstraße.

Die Fläche kennt auch Martin Renner bestens. Er ist Schulleiter der Grundschule Jürgens Hof und gleichzeitig im Aufsichtsrat des Circus Schnick-Schnack. „Ich freue mich für Kinder des Circus, der Standort ist für mich natürlich optimal. Meine Kinder waren selbst Teil von Schnick-Schnack und es wird sicher noch einige Kooperationen mit anderen Schulen geben.“

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Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda freute sich beim Gespräch schon über die ersten kleinen Zaungäste der Schule. „Das ist hier ein gut gewählter Standort. 300 Personen engagieren sich im Circus, die bereit für den nächsten Schritt sind.“ Sein Dank ging an die Dezernenten sowie weiteren Mitarbeiter der Verwaltung, als auch an die Politik, dass eine Lösung gefunden wurde. „Hier ist das Ziel schließlich Freude und die Fähigkeiten zu entwickeln. Nun ist das Lebenselixier gesichert.“

So sieht der Entwurf für die neue Zeltstadt vom Circus Schnick-Schnack in der Nähe der Grundschule Jürgens Hof aus.
| Autor: Marcel Gruteser
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