Circus Schnick-Schnack braucht neue Heimat

Bereich an der Roonstraße wird verkauft, Suche nach Alternative läuft

Putzaktion beim Circus Schnick Schnack
Die Zeltstadt vom Circus Schnick-Schnack muss wohl bald umziehen (Archivbild). Foto: Björn Koch

Die Manege ist derzeit nicht nur leer, sie wird auch bald an einem anderen Standort stehen: Der Circus Schnick-Schnack muss nach 15 Jahren seine Heimat zwischen Roonstraße und Eschstraße verlassen. Der Grund dafür ist, dass der Internationale Bund angekündigt hat, einen Teil des Geländes verkaufen zu wollen - genau dort, wo die Zeltstadt steht. Die Nachricht wurde dem ehrenamtlichen Vorsitzenden des Circus, Rainer Deutsch, schon vor rund zwei Wochen mitgeteilt, wie er gegenüber halloherne am Freitag (26.2.2021) sagte.

„Wir hatten Hoffnung, uns hier weiter entwickeln zu können. Für unsere inhaltliche Arbeit ist das nun ein erheblicher Rückschlag“, sagt der Direktor des bekannten Zirkus. „Neben den anderen Problemen mit der Corona-Pandemie kommt nun noch die Standortsuche hinzu. Da wir aber in Herne gut vernetzt sind, sind wir optimistisch, dass eine Lösung gefunden wird. Aber das wird uns mächtig beschäftigen.“

Putzaktion beim Circus Schnick Schnack
Die Manege ist derzeit wegen Corona sowieso leer (Archivbild). Foto: Björn Koch

Dabei sei noch völlig offen, wie kurzfristig das Gelände geräumt werden müsse. „Das ist eine große Unsicherheit, es kann sich um vier Wochen oder ein halbes Jahr handeln. Um uns aber selbst den Zeitdruck zu nehmen, suchen wir bereits präventiv selbst“, erläutert Deutsch. So könne man dann besser reagieren, als wenn man von heute auf morgen das Gelände verlassen müsste.

Der gemeinnützige Verein und Träger der Jugendhilfe sucht nun ein Gelände, welches nicht nur idealerweise Platz für die 1.000 Quadratmeter große Zeltstadt bietet, sondern auch von der Infrastruktur und Parkplatzmöglichkeiten für Veranstaltungen, wenn es wieder möglich ist, infrage kommt. „Herne oder nix“ heißt es dabei für die Zukunft nicht zwingend, wie Deutsch gegenüber halloherne sagt: „Bis Ostern wollen wir in Herne eine Lösung gefunden haben, ansonsten werden wir uns auch außerhalb der Stadt umschauen.“

Große Herausforderung - finanziell und logistisch

Dennoch ist klar, dass ein Umzug mit der kompletten Zeltstadt eine große logistische und finanzielle Herausforderung für den Verein darstellt, die ohne Unterstützung kaum zu bewältigen ist. „Ich hatte schon mit Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda Kontakt, er wollte es auch im Rathaus besprechen und weitergeben. Zudem haben wir schon gehört, dass CDU und SPD aktiv geworden sind. Daher freut es uns, dass es viele gibt, die weiterhin den Circus Schnick-Schnack in Herne sehen wollen“, so Deutsch.

„Kuriosum“: Nachmittagsvorstellung beim Familiencircus Schnick-Schnack in Herne (NW), am Donnerstag (20.06.2019).
Das Enblem hängt bald nicht mehr zwischen der Esch- und Roonstraße. Foto: Stefan Kuhn

Ferner sagt der Direktor: „Wir glauben fest daran, dass wir den pädagogischen Projekten mit jährlich hunderten von Kindern aus Herne und der gesamten Region auf jeden Fall einen neuen Ort geben zu können.“ Für jede Idee für mögliche Standorte und weitere Unterstützung sei der Verein dankbar.

Bei dieser Nachricht rückt das eigentlich derzeit vorherrschende Problem mit Corona schon fast in den Hintergrund. Da die Veranstaltungen wie beispielsweise die Zeltwoche (halloherne berichtete) völlig weggebrochen sind, fehlen seit gut einem Jahr sämtliche Einnahmen - weiterhin droht das Aus (halloherne berichtete). Für finanzielle Hilfen sorgten mehrere Spendenübergaben, wie unter anderem vom EVR Netzwerk Geriatrie, der ISAP AG und der Volkshochschule Herne. „In einigen Tagen werden wir wieder Online-Training für Schulen anbieten. Wir hoffen weiter darauf, dass bald vor allem die Kinder wieder ihr Können präsentieren dürfen, da sie nun rund ein Jahr lang nichts machen konnten“, hofft der hauptberufliche Polizist. An welchem Standort das dann passiert, wird sich zeigen.

Die Generalprobe des Circus Schnick Schnack .
Die Veranstaltungen vom Circus müssen bald an einem anderen Standort stattfinden (Archivbild). Foto: Stefan Kuhn
Autor: