Netzwerk Nachbarschaftshilfe Ruhr gegründet

Das Netzwerk Nachbarschaftshilfe Ruhr wurde gegründet.
Das Netzwerk Nachbarschaftshilfe Ruhr wurde gegründet. Foto: Privat

21 Vertreter verschiedener sozialer Institutionen kamen auf Einladung des Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz Ruhr am Dienstag (7.6.2022) im Deutschen Bergbaumuseum zusammen, um gemeinsam das Netzwerk Nachbarschaftshilfe Ruhr zu gründen. Nachbarschaftshilfe ist eine Unterstützungsform, bei der z.B. Nachbarn ehrenamtlich Menschen mit Pflegebedarf in ihrem Alltag helfen. Die Netzwerkpartner bieten seit 2019 regelmäßig kostenfreie Schulungen für Helfende im mittleren Ruhrgebiet an. So konnten bisher 363 Menschen qualifiziert werden. Nun soll die Zusammenarbeit in der Region noch vernetzter werden

Mitglieder des Netzwerkes seien unter anderem kommunale Pflegeberatungsstellen, Quartiersprojekte, Ehrenamtsagenturen und Wohlfahrtsverbände. Zusammen mit dem Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz Ruhr führen sie die Schulung „Fit für die Nachbarschaftshilfe“ seit mittlerweile 2019 regelmäßig durch. Die Teilnehmenden der Schulung unterstützen ehrenamtlich Personen mit Pflegebedarf. Dabei könne es sich z.B. um Hilfe bei Einkäufen, gemeinsame Spaziergänge oder auch gemeinsame Hausarbeit handeln. Bis heute wurden in zehn Städten des mittleren Ruhrgebiets Kurse angeboten.

Auch wenn die Unterstützung ehrenamtlich erfolge, bestehe die Möglichkeit der Zahlung einer Aufwandsentschädigung. Diese könne über den monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro aus der Pflegeversicherung finanziert werden. Voraussetzung sei jedoch eine Kursteilnahme des Helfenden. Die angebotenen Kurse seien gezielt auf die Bedürfnisse der Helfenden ausgerichtet und informieren z.B. über den Umgang mit verschiedenen Beeinträchtigungen, frischen das Notfallwissen der Helfenden auf und schulen über den Umgang mit Hilfsmitteln. Auch eine Einführung in die Pflegeversicherung, Grundlagen für eine gelungene Kommunikation und alltagspraktische Fragen rund um die Nachbarschaftshilfe stehen im Fokus.

Bisher wurden die Kurse in den einzelnen Städten recht unabhängig voneinander durchgehführt. Dies soll sich nun ändern: Mit der Netzwerkgründung wollen die Partner*innen in Zukunft Kurstermine aufeinander abstimmen und gemeinsam Nachbarschaftshilfe stärker thematisieren. Auch gezielte Kurse für bestimmte Zielgruppen, z.B. für Menschen, die pflegebedürftige Kinder unterstützen, können gemeinschaftlich durchgeführt werden.

„Unser Ziel ist es, dass Menschen mit Pflegebedarf und ihre Angehörigen ein engmaschiges Unterstützungsnetz in ihrer gewohnten Umgebung vorfinden können. Die Nachbarschaftshelfer*innen bilden in diesem Unterstützungsnetz einen wichtigen Knotenpunkt“, so die Mitarbeiterinnen des Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz Ruhr Andrea Kaesberger und Leonie Duffek. Außerdem betonen sie: „Das Netzwerk ist offen. Wir freuen uns immer über neue Kooperationspartner*innen, die Interesse haben am Thema mitzuarbeiten und mitzugestalten.“

Hier gibt es weitere Infos zur zum Netzwerk sowie zum Thema der Nachbarschaftshilfe.

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