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Im Bild die Verantwortlichen mit (v.li.) Ingo Orzeczek (Regionalagentur Mittleres Ruhrgebiet), Dr. Dirk Drenk (Herne.Business), Thomas Saponjac (Jobcenter Herne), Stephanie Herrmann (Arbeitsagentur), OB Dr. Frank Dudda, der Weihnachtsmann, Frank Neukirchen-Füsers (Arbeitsagentur Bochum), Sebastian Küchenmeister (Veranstalter Cranger Weihnachtszauber) und Marlon Küchenmeister (CWZ).

Bewerber stellen sich 22 Unternehmen in Gondeln vor

Job-Speeddating im Riesenrad

Die relativ hohe Arbeitslosigkeit in Herne ist weiter ein Problem: Nach zuletzt veröffentlichten Zahlen waren im November 8.844 Personen ohne Job, das sind 10,9 Prozent (halloherne berichtete). Damit diese Zahl möglichst geringer wird, stand am Dienstag (5.12.2023) mal wieder ein Job-Speeddating beim Cranger Weihnachtszauber, genauer gesagt in den Gondeln vom Riesenrad „White Wheel“ auf dem Programm. Die Wirtschaftsförderung hatte zusammen mit der Agentur für Arbeit Bochum die auch für Herne zuständig ist, und dem Jobcenter Herne über 600 Erwerbslose zu den zwanglosen Gesprächen eingeladen.

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Nach der Premiere im vergangenen Jahr mit 15 potenziellen Arbeitgebern (halloherne berichtete) meldeten sich nun schon 22 Firmen an. „Bei insgesamt 24 Gondeln gehen wir davon aus, dass wir im nächsten Jahr eine Vollauslastung vermelden können – wenn noch mehr Unternehmen dabei sein möchten, könnten wir auch rotieren“, merkte Dr. Dirk Drenk, Geschäftsführer von Herne.Business, an.

Vorstellungsrunde bei 'Trautwein'

Diese finden logischerweise während der Fahrten statt, aber damit gibt es neben einer kostenlosen Runde im Riesenrad vielleicht auch einen neuen Job. So zum Beispiel auch für Rudolf Kuhn, der sich bei der Firma „Trautwein“ vorstellt. Das Unternehmen für Sicherheits- und Wertdruck ist eine Produktionsfirma, die beispielsweise fälschungssichere Kfz-Umweltplaketten, Siegel oder die Arten von Sicherheitselementen für Ausweise herstellt. Dafür benötigt sie Mitarbeiter, die an den Maschinen für die Druckweiterverarbeitung arbeiten.

Nach zwei Runden ist das Gespräch vorbei, in dem Antonina Grzonka sowie Sascha Schade von „Trautwein“, deren Produktionshallen am Trimbuschhof sind, zahlreiche Fragen über die Erfahrungen und Kenntnisse vom Bewerber stellen. Schnell ist das Interesse vorhanden, Kontaktdaten werden ausgetauscht. Bewerber Kuhn ist zufrieden: „Das hat mir gut gefallen, es ist ein guter erster Eindruck, auch wenn ich das Unternehmen vorher gar nicht kannte.“

Zukunftschancen und Aufstiegsperspektiven

Er möchte auf jeden Fall einen Job mit Zukunftschancen und Aufstiegsperspektiven – Perspektiven die die Experten von „Trautwein“ schnell aufzeigen können. „Ich möchte nicht dauerhaft nur dasselbe machen und mich daher weiterentwickeln. Die Arbeitszeiten sind in Ordnung und das Aufgabenfeld klingt spannend. Wenn nun noch die Details, wie zum Beispiel das Gehalt, stimmen, freue ich mich über den weiteren Kontakt“, gibt Rudolf Kuhn gegenüber halloherne an.

Im lockeren Gespräch beim Job-Speeddating: (v.li.) Sascha Schade und Antonina Grzonka von der Firma

Da die Auftraggeber meist Behörden, egal ob aus Deutschland oder dem Ausland, sind, muss sich in diesem Berufsfeld auch keiner Gedanken über zu wenig Arbeit machen. „Man wird damit gebraucht, das gefällt mir“, gibt Kuhn abschließend an, bevor er sich wieder auf den Heimweg macht.

Positive Gespräch bei 'Herneland'

Zeitgleich kommen gerade Enes und Semih Elmas, beide von der Firma „Herneland“, die passgenaue Automatten sowie Kofferraumwannen anbieten (halloherne berichtete), aus ihrer Gondeln, um kurz Pause zu machen. „Wir haben bisher nur positive Erfahrungen gesammelt, die Bandbreite der Bewerber ist sehr vielfältig“, sagt Geschäftsführer Enes Elmas im halloherne-Gespräch. Beide sind zuversichtlich, neue Mitarbeiter in Kürze begrüßen zu können.

Für die Organisatoren wären das gute Nachrichten. „Herne ist immer wieder für eine positive Überraschung gut und der große Zulauf zeigt, dass das hier eine klasse Aktion ist“, findet Frank Neukirchen-Füsers, Chef der Bochumer Arbeitsagentur. Dirk Drenk ergänzt: „Wir sind frohen Mutes, dieses Format noch auszubauen, um möglichst viele Bewerber zu vermitteln.“ Jobcenter-Chef Thomas Saponjac hofft darauf, dass durch so Aktionen die Bilanz noch kurz vor dem Jahreswechsel besser wird.

Chancen und Charme

Für Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda ist es wichtig, dass durch solche niederschwelligen Ansätze die Arbeitslosigkeit in der Stadt gesenkt wird. „So etwas bietet Chancen und hat Charme. Diese besondere Atmosphäre muss man ausnutzen“, sagt der Verwaltungschef. „Jede Vermittlung hilft.“ Es sei positive hervorzuheben, dass trotz zahlreicher Krisen sich die Arbeitslosenzahl nicht verschlimmert habe – dies sei nur mit viel Aufwand und Kraft von allen Beteiligten geschehen.

Das nächste Job-Speeddating könnte auch zur Cranger Kirmes, dann bei wärmeren Temperaturen, stattfinden. Bis dahin galt erstmal: Etwas bibbern für den (möglicherweise) neuen Job.

| Autor: Marcel Gruteser