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Unter dem Motto „1.000 Rosen gegen das Vergessen“ trafen sich die zahlreich erschienen Teilnehmenden vor dem Shoah-Mahnmal am Kulturzentrum.

Zeichen gegen Antisemitismus

Herne erinnert an die Pogromnacht

Die Stadt Herne hat am Standort der ehemaligen Synagoge in Wanne-Eickel an der Langekampstraße am Donnerstag (9.11.2023) an die Pogromnacht von 1938 erinnert. Wie in ganz Deutschland waren auch in Herne und Wanne-Eickel die Synagogen in Brand gesteckt, Geschäfte und Wohnungen von Menschen jüdischen Glaubens zerstört und geplündert worden. Die rund 300 Teilnehmenden setzten mit ihrer Anwesenheit ein klares Zeichen gegen Antisemitismus. Zu den Gästen gehörten neben Vertreter der jüdischen, christlichen und islamischen Gemeinden, der Politik, Verwaltung und weiteren gesellschaftlichen Gruppen auch viele Schülern.

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Vor dem Hintergrund der terroristischen Angriffe der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sowie zahlreichen antisemitischen Vorfällen in Deutschland, hatte die Gedenkveranstaltung in diesem Jahr einen noch aktuelleren Bezug zur Gegenwart als in den Vorjahren.

'Kein Platz für Hass, Gewalt und Ausgrenzung'

Auch vor der ehemaligen Synagoge in Wanne-Eickel an der Langekampstraße kamen rund 300 Personen zusammen.

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda betonte in seiner Ansprache nachdrücklich: „In Herne ist kein Platz für Hass, Gewalt und Ausgrenzung. Wir haben eine klare Haltung gegenüber Antisemitismus, Rassismus und Extremismus. Mit Ihrer heutigen Teilnahme machen Sie diese Haltung sichtbar. Das ist gut und wichtig, denn sonst ist das friedliche Zusammenleben in der Zukunft eine Illusion. Wir werden nicht wegsehen, verharmlosen oder verdrängen, wenn Phantasmen der antisemitischen Ideologie durch verfassungsfeindliche Parteien, Gruppierungen und Strömungen verbreitet werden. Ob in den Schulen, in den politischen Gremien oder im gesellschaftlichen Leben – wir lassen uns nicht von der Hässlichkeit des Hasses anstecken, sondern setzen uns für ein vorurteilsfreies, gleichberechtigtes und respektvolles Miteinander ein.“

Öffentliche Entschuldigung

Nach dem Oberbürgermeister sprach Prof. Engelbert Heitkamp, ehemaliger Chef des seinerzeit großen privaten Bauunternehmens Heitkamp. Er ist auf dem Grundstück der 1938 zerstörten Synagoge aufgewachsen, das seine Familie 1939 von der jüdischen Gemeinde erworben hatte. Er habe erst spät von der Bedeutung des Standorts erfahren. Doch als es ihm bewusst war, hätten er und die Familie eher auf diesen Umstand hinweisen müssen. Für dieses Versäumnis bat der Unternehmer im Rahmen der Gedenkstunde öffentlich um Entschuldigung. Musikalisch begleiteten Lehrkräfte der Gesamtschule Wanne-Eickel die Gedenkveranstaltung mit drei Stücken. Den Abschluss bildete eine Schweigeminute für die Opfer der Pogromnacht und der Shoah.

Gedenkveranstaltung am Shoah-Mahnmal

Bereits um 10 Uhr hatte die jährliche Gedenkveranstaltung „Erinnern für die Zukunft“ stattgefunden, welche von der Erich-Fried-Gesamtschule (EFG) gemeinsam mit der DGB-Geschichtswerkstatt Herne und der Herner ver.di-Jugend organisiert worden war. Unter dem Motto „1.000 Rosen gegen das Vergessen“ trafen sich die zahlreich erschienen Teilnehmenden vor dem Shoah-Mahnmal am Kulturzentrum und gingen danach zum Mahnmal für die Opfer des NS-Terrors an der Bebelstraße. Darunter war in diesem Jahr die gesamte Lehrer- und Schülerschaft der EFG.

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„Hier atmet man Geschichte und kann innehalten, das macht nachdenklich“, eröffnete Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda die Veranstaltung und betonte die Bedeutung, die der Schule zukomme, das Gedenken fest in ihrer Struktur einzubinden. Es sei ihre Aufgabe Haltung und Werte zu vermitteln. „Ihr könnt dazu beitragen, dass kein Raum für Hass entsteht“, richtete er sein Wort an die Schüler.

| Quelle: Stadt Herne
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