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Damit es warm wird: Durch die Energiekrise hat die Nachfrage nach Kaminöfen zugenommen.

Was es zu beachten gilt und welche Gefahren lauern können

Erhöhte Nachfrage nach Kaminöfen

Aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise hört man vielerorts in Deutschland davon, dass die Nachfrage nach dem Einbau von Kaminöfen gestiegen sei – auch in Herne. Dies bestätigt Katja Panner-Thorack, die seit März 2022 als bevollmächtigte Schornsteinfegermeisterin im Kehrbezirk Herne 10 tätig ist (halloherne berichtete), im Gespräch mit halloherne.

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„Als die ersten Berichte Ende März 2022 über eine mögliche Gasknappheit im Winter kamen, nahmen bei meinen Kollegen und mir die Anfragen nach Kaminöfen zu", berichtet Katja Panner-Thorack gegenüber halloherne.

Schornsteinfeger bei Überlegungen einbeziehen

Weiter führt sie aus: „Zunächst waren wir auch ein wenig besorgt, dass es nun vermehrt zu Bränden kommen würde, weil einige die Öfen vielleicht in Eigenregie installieren oder sie nicht richtig handhaben würden. Diese Befürchtung trat bisher zum Glück nicht ein."

Katja Panner-Thorack ist die neue bevollmächtigte Schornsteinfegermeisterin im Kehrbezirk Herne 10 (Eickel).

Dies könne laut Panner-Thorack auch an den bisher hohen Temperaturen in den Wintermonaten liegen. Noch benötige kaum jemand einen Ofen zum Heizen. Außerdem gebe es einiges zu beachten, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich einen Kaminofen zuzulegen.

„Ich würde zunächst allen Interessierten raten: Sprechen Sie mit ihrem Schornsteinfeger. Denn bei der Installation eines Kaminofens gibt es einiges zu beachten. Es muss beispielsweise überprüft werden, ob es einen geeigneten Schornstein für die Feuerstelle im Haus gibt. Darüber hinaus müssen auch Abstände zum Nachbargrundstück eingehalten werden. Außerdem müssen wir als Schornsteinfeger den Ofen vor der Inbetriebnahme natürlich auch begutachten und abnehmen“, so die Schornsteinfegermeisterin.

Vorsicht bei Käufen im Internet

Ferner dürfe nicht jeder x-beliebige Kaminofen betrieben werden, deshalb rät Panner-Thorack auch bei Käufen aus dem Internet oder Ausland zu besonderer Vorsicht. „Vielfach findet man im Internet gebrauchte Öfen, die in der Regel älter als zehn oder 15 Jahre sind. Diese entsprechen meist nicht mehr den aktuellen Standards. Denn bei Neuinstallationen ist es verpflichtend, dass die Öfen die zweite Stufe der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) einhalten", so Katja Panner-Thorack weiter.

Ebenso rät sie von Käufen aus dem Ausland ab, da diese größtenteils auch nicht den deutschen Standards entsprechen. „Vor kurzem hatten wir einen Fall, da haben sich Kunden einen Ofen aus dem Ausland angeschafft, ohne zu wissen, dass der nur für den Außenbetrieb geeignet war. Diesen Ofen konnten wir natürlich für den Innenbetrieb nicht abnehmen", berichtet die Schornsteinfegermeisterin im Kehrbezirk Herne 10.

Über die richtige Installation eines Kaminofen sollte man sich beim Schornsteinfeger informieren.

Deshalb ist es wichtig im Vorhinein mit dem Schornsteinfeger über eine mögliche Anschaffung zu sprechen. Denn wenn die Feuerstelle nicht den gesetzlichen Verordnungen entspricht und Gefahr besteht, ist der Schornsteinfeger verpflichtet, diesen aus dem Betrieb zu nehmen. „Wir sprechen zunächst sofort mündlich und danach schriftlich ein Nutzungsverbot aus. Ebenso erhält der Kunde dann noch eine Nachricht von der zuständigen Stelle der Kommune", sagt Panner-Thorack.

Unsachgemäße Handhabe führt zu Gefahren

Denn eine fehlerhafte Installation oder falsche Handhabung biete Gefahren. So müsse beispielsweise darauf geachtet werden, dass der Ofen ebenfalls genug Abstand zu Möbeln habe, da hier eine Brandgefahr bestehen könne.

Eine weitere Gefahr sei der Ausstoß von Kohlenmonoxid (halloherne berichtete). Dies kann beispielsweise durch die falsche Bedingung entstehen. Jeder Ofen habe nämlich eine bestimmte Füllmenge. Wird diese durch zu viel Brennstoff überschritten, komme es zu einer geringen Sauerstoffzufuhr, wodurch Kohlenmonoxid entstehen kann.

Nasses Holz oder falscher Brennstoff

Eine weitere mögliche Gefahr sei der Schornsteinbrand. „Unter Umständen kann es beim Heizen mit festen Brennstoffen wie Holz zu einem Schornsteinbrand kommen. Dieser kann unter anderem entstehen, wenn zu nasses Holz oder falscher Brennstoff verwendet wird", sagt Panner-Thorack.

Wenn es im Schornstein brennt, unbedingt auf die Feuerwehr und den Schornsteinfeger warten.

Meist bemerke der betroffene Hauseigentümer oder die Mieter den Brand nicht selbst. „Oft informieren die Nachbarn dann die Feuerwehr, weil sie die große Rauchentwicklung und die lodernden Flammen aus der Schornsteinmündung bemerken", so die Schornsteinfegerin.

'Den Brand niemals mit Wasser löschen'

Weiter führt sie aus: „Im Fall eines Schornsteinbrandes sollten Betroffene unbedingt auf die Feuerwehr und die Schornsteinfeger warten. Und das ist ganz wichtig: Den Brand niemals mit Wasser löschen. Es entsteht eine Temperatur von bis zu 1.000 Grad Celsius. Das Feuer in Kontakt mit Wasser würde bei dieser Hitze zu einer Explosion führen."

Bei der Bekämpfung des Brandes werde der Schornstein ausgekehrt. Damit der Schornstein durch den aufquellenden Ruß nicht verstopfe, kehren Feuerwehr und Bezirksschornsteinfeger den Schornstein. Der Ruß unten im Schornstein werde entfernt und abgelöscht.

Damit man mögliche Risiken und Gefahren minimiert, sei es nach Meinung von Katja Panner-Thorack wichtig, sich vor der Anschaffung mit seinem Schornsteinfeger kurzzuschließen. „Meine Kollegen und ich geben schon vor dem Kauf eine Einschätzung, ob die Installation ohne Sanierungen möglich ist und ob das ausgesuchte Gerät geeignet ist. So werden Interessierte nicht nur vor einem Fehlkauf bewahrt, sondern können bereits im Vorhinein über mögliche Risiken aufgeklärt werden“, sagt Panner-Thorack abschließend.

| Autor: Julia Blesgen