Das Herner Davids-Prinzip

In einer Liga mit Zürich und Wien

Schaubild R2Q.
Schaubild R2Q. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne
Frank Dudda.
Frank Dudda. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Herne bekommt 400.000 Euro Fördermittel für die Arbeit am Projekt R2Q-Ressourcenplan im Quartier. Das Geld stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung. Mit dem Betrag richtet die Stadt Herne zwei Vollzeitstellen ein, die neuen Mitarbeiter werden ausschließlich für R2Q arbeiten. In dem Projekt sollen Baukau-Ost und Pantringshof untersucht werden. Ziel ist es zu erforschen, wie die Quartiere zukunftssicher - und optimiert werden können. Das Projekt wurde am Donnerstag (28.2.2018) von Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und den Professoren Christa Reicher, von der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen, Sabine Flamme und Mathias Uhl, beide Fachhochschule Münster, vorgestellt. Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt, startet am Freitag, 1. März 2019 und endet am Montag, 28. Februar 2022. Insgesamt werden rund drei Millionen Euro an Steuergeldern in das Projekt fließen. Neben der Stadt Herne und den beiden Universitäten sind noch weitere Partner beteiligt, darunter Gelsenwasser, das Kompetenzzentrum Wasser Berlin und ein Bauschutt-Entsorger. Baukau-Ost ist circa 150 Hektar groß, hier leben 3.600 Menschen, Pantringshof misst 88 Hektar, hier leben 2.500 Menschen.

Christa Reicher
Christa Reicher Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Es handelt sich hierbei um ein Forschungs-Projekt - kein Planungsprojekt", so Prof. Christa Reicher. „Wir wollen die Menschen mitnehmen - und die Menschen identifizieren sich nicht mit der ganzen Stadt, sondern mit ihrem Lebensumfeld. Die Ergebnisse, die wir hier erhalten, werden auf andere - vergleichbare Städte - übertragen", sagte Reicher. „Wir wollen unter anderem, Daten über die Gebäude sammeln, woraus sie bestehen - und ob man auch in Zukunft mit ähnlichen Materialien bauen kann. Dazu wird die Bevölkerung befragt, welche Verbesserungen sie sich für ihre Lebensumstände in den Quartieren wünscht", sagte Prof. Sabine Flamme.

Sabine Flamme.
Sabine Flamme. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Als die Ausschreibung für das Projekt draußen war, haben wir überlegt, welche Kommune zu uns passt. Wir sind auf Herne gekommen, weil wir gehört - und gemerkt haben - dass Herne sehr innovativ denkt und handelt", so Prof. Mathias Uhl. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda sagte, „dass das Projekt zum Slogan der Stadt Mit Grün. Mit Wasser. Mittendrin passt." Er erinnerte daran, dass Herne Teil von Innovation-City (halloherne berichtete) ist. „Wenn die Ergebnisse des Projekts umgesetzt werden, dann spielt Herne in der Liga von Zürich und Wien. Die beiden Städte beschäftigen sich sehr mit der Ressourcen-Thematik - wie ist der Gebäudebestand und was ist in dem Gebäudebestand gebunden - das bedeutet, welche Rohstoffe finden sich in ihnen. Ist es möglich diese Rohstoffe zu nutzen?", so Flamme.

Mathias Uhl.
Mathias Uhl. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Wir wollen nach dem dreijährigen Forschungsprojekt eine zweijährige Umsetzungtsphase beantragen", sagte Uhl. Am Ende seiner Ausführungen lieferte er Frank Dudda noch ein Zitat für weitere Vorträge: „Herne setzt das Davids-Prinzip um. Als kleiner Player erzeugt Herne hohe Qualität und hat sich damit flexibel und schlagkräftig positioniert. Das ist ein sehr kleveres Prinzip." Frank Dudda beeindruckt: „Das muss ich mir mal merken."

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