Das AWO-Herz schlägt jetzt am Hörer

AWO-Auszubildender Rinor Hetemi (22), der das Begegnungstelefon mit organisiert sagt:
AWO-Auszubildender Rinor Hetemi (22), der das Begegnungstelefon mit organisiert sagt: "Es ist Zeit zum Reden!" Foto: Awo

Die Arbeiter-Wohlfahrt (AWO) hat ihre Begegnungsstätten wegen der Corona-Krise geschlossen. Das heißt aber noch lange nicht, dass die älteren Mitglieder jetzt auf Begegnung verzichten müssen. Wer sich austauschen und vielleicht seine Sorgen und Ängste teilen möchte, kann sich nun einfach telefonisch bei der AWO melden.

„Die AWO hilft. Das gilt ganz besonders auch in Krisenzeiten wie diesen. Doch leider ist Unterstützung gerade nicht persönlich möglich. Es finden keine Treffen mehr statt, besonders ältere Menschen sind als Risikogruppe derzeit von ganz vielen sozialen Kontakten ausgeschlossen. Trotzdem möchten wir unsere Mitglieder in dieser schweren Zeit nicht alleine lassen“, betont Thorsten Kuligga, Vorsitzender der AWO Herne.

Das Begegnungstelefon ist werktags zunächst von 15-16 Uhr geschaltet. Aus technischen Gründen erfolgt die Rufumleitung zur AWO Herne über die Bochumer Rufnummer 0234/96477-78. „Ein einziges Gespräch kann in diesen Zeiten schon einiges bewirken gegen Einsamkeit und Langeweile. Und genau diese Möglichkeit bieten wir den älteren Mitgliedern jetzt an“, schildert Thorsten Kuligga.

Für die AWO ist das Engagement am Hörer eine Herzensangelegenheit. Denn die Corona-Krise verschärfe ein Problem, das generell schon seit langem existiert. „Die Zahl der einsamen Menschen im Alter wird steigen. Die Gruppe der 80- bis 90-Jährigen wächst rasant und wird sich bis 2050 sogar mehr als verdoppeln. Aktuell leben über zwei Millionen alte Menschen in Deutschland allein. Ohne Partner, ohne persönliche Kontakte“, weiß Thorsten Kuligga. Laut Informationen des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) erhält jeder vierte alte Mensch zudem nur einmal im Monat Besuch von Freunden oder Bekannten. Manche haben sogar gar keinen Kontakt mehr nach außen. „Wie sich das in diesen Wochen verhält, kann sich jeder ausrechnen“, sagt Thorsten Kuligga.

Zunächst ist das Angebot auf die eigenen Mitglieder beschränkt. Thorsten Kuligga: „Wir müssen schauen, wie die Nachfrage ist. Und ganz nebenbei hoffen wir natürlich auch, dass wir uns in nicht allzu ferner Zukunft wieder persönlich sehen und begegnen.“

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