Corona-Tests im vierzehntägigen Rhythmus

Freiwillige Tests für Beschäftigte in Kinderbetreuungen und Schulen

Das Corona-Behandlungszentrum in Herne (NW), der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, hat am Mittwoch (15.04.2020) eröffnet.
Beschäftige in Schulen, Kitas oder in der Tagespflege können sich nun regelmäßig testen lassen. Foto: Stefan Kuhn

Die NRW-Landesregierung hat sich auf eine gemeinsame Test-Strategie für die Beschäftigten in Kindertagesbetreuungen und die Schulen geeinigt. So können sich die Beschäftigten seit Montag (3.8.2020) bis Freitag, 9. Oktober 2020, in einem vierzehntägigen Rhythmus freiwillig auf das Corona-Virus testen lassen. Die Kosten für die Tests werden vom Land Nordrhein-Westfalen getragen. Die Organisation der Testungen erfolge über die Kassenärztlichen Vereinigungen sowie die noch bestehenden Testzentren und die Hausärzte. halloherne hat sich umgehört, wie die Ankündigung der Landesregierung angenommen wird.

Die Fachberaterin der Herner Tageseltern, Britta Möller, begrüßt die Test-Strategie der NRW-Landesregierung: „Wir finden es gut, dass unsere Tagespflegepersonen nun die Möglichkeit haben, sich regelmäßig auf das Virus testen lassen zu können, da sie sich in einer besonders gefährdeten Situation befinden."

Es wurde zwar ein Hygiene-Konzept von den Tagespflegepersonen erarbeitet und bisher habe es auch keine Corona-Fälle gegeben, dennoch sei es aber gerade in der U3-Betreuung nur möglich, mit einem beschränkten Sicherheitskonzept zu arbeiten. „Die Tagespflegepersonen haben ihre Tagesabläufe entsprechend der Schutzverordnung verändert und trennen die Kinder beispielsweise beim Essen etwas mehr voneinander. Dennoch kann man natürlich von einem kleinen Kind nicht erwarten, dass es in die Armbeuge niest", so die Diplom-Sozialarbeiterin und Diplom-Sozialpädagogin.

v.l. Annegret Muchalla Britta Möller.
v.l. Annegret Muchalla und Britta Möller (Archivbild). Foto: Nina-Maria Haupt/Pressebüro der Stadt Herne

Obwohl die Tagespflegepersonen wieder eher als Kita-Mitarbeiter ihre Arbeit aufnehmen durften, da in der häuslichen Pflege maximal fünf Kinder und in der Großtagespflege maximal neun Kinder betreut werden, ist die Corona-Krise sowohl für die Tagespflegepersonen, als auch für die Eltern eine große Herausforderung. So habe auch die Sorge um die Familie im Vordergrund gestanden.

Deshalb seien die Pflegepersonen nun froh, regelmäßige Test-Möglichkeiten zu haben. Generell sei Britta Möller und das Team der Herner Tageseltern gespannt, wie die Umsetzung des Konzeptes erfolge.

Test suggerieren Scheinsicherheit

Ralph Stenzel von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat in seiner Funktion als Personalrat in den vergangenen Wochen viel mit seinen Kollegen gesprochen und weiß um deren Sorgen. Viele seien durch die neuen Testmöglichkeiten auch ein bisschen beruhigter. „Natürlich beruhigt so eine Testung auch. Aber es wird somit auch eine Scheinsicherheit suggeriert", so Stenzel.

Ein Klassenzimmer.
Ein leeres Klassenzimmer. Foto: Pixabay

Weiter führt er aus: „Viele ältere Kollegen gehören zur Risikogruppe und die sind, Tests hin oder her, immer noch gefährdeter. So sieht Stenzel die Vorgaben der NRW-Landesregierung, dass die Schulen nach den Sommerferien in den Regelbetrieb starten sollen durchaus kritisch.

„Viele Lehrer haben Entzugserscheinungen nach ihren Schülern und möchten sie gerne wieder bestmöglich unterrichten. Dennoch sehe ich in den Plänen der Landesregierung ein bisschen Aktionismus. Aufgrund der wieder ansteigenden Fallzahlen und den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, kann ein Regelbetrieb an Schulen nur als hohes Risiko angesehen werden", so der Gewerkschafter.

Freiwillige Test während der Arbeitszeit möglich

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die in Herne Träger mehrerer Kindertageseinrichtungen ist, begrüßt in Person von Öffentlichkeitsreferent Christopher Becker die Möglichkeiten zu den Corona-Tests sehr. "Als Träger verpflichten wir jedoch keine Beschäftigten zu einem solchen Test, dies geschieht auf rein freiwilliger Basis", erläutert Becker.

Weiter sagt er: "Als Träger ermöglichen wir allerdings, sofern Arzttermine nicht außerhalb der Dienstzeit möglich sind, auch die Wahrnehmung der Testung in der Arbeitszeit - natürlich unter Berücksichtigung der bestmöglichen Aufrechterhaltung der betrieblichen Abläufe."

Eine Einschätzung, ob und in welchem Umfang die Tests genutzt werden, sei derzeit noch nicht möglich.

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