Brief der BI Stadtwald

Vision der Zechenbrache General Blumenthal.
Vision der Zechenbrache General Blumenthal. Grafik: Stadt Herne

Die Bürgerinitiative (BI) Stadtwald hat für die Rats-Sitzung am Dienstag, 23. Juni 2020, einen offenen Brief an alle Ratsmitglieder geschickt, darin heißt es: „Sehr geehrte Damen und Herren, so wird‘s was mit der ITW und so lassen Sie unseren Herrn Oberbürgermeister Dr. Dudda nicht im Regen stehen: Stimmen Sie einfach für die Beschlussvorlage zu General Blumenthal (= GB)! (Im Januar stellte OB Dr. Dudda die Pläne für das Gelände Blumenthal vor. Demnach soll hier die International Technology World Herne (ITW • H) Anmerkung der Red.)

Fragen Sie sich erst gar nicht, ob aufgrund der Corona Krise oder der Klimaveränderungen andere Überlegungen sinnvoller wären. Ignorieren Sie aufkommende Zweifel oder gegen die ITW sprechende Fakten:

Das Gelände der ehemaligen Zeche Blumenthal.
Das Gelände der ehemaligen Zeche Blumenthal. Foto: Stefan Kuhn

Zahllose Firmen haben in dieser Zeit erste positive Erfahrungen mit dem „home office“ gemacht. Neue Arbeitsplatzstrategien entstehen. Die Bundesregierung unterstützt fördernd diese Entwicklung. Für Arbeitgeber ist der Weg lukrativ. Weniger Büro- und Gewerbeflächen sind erforderlich. Im Shamrock Park entsteht ein „World Center“ und ein „Future-Center“ mit gleicher Ausrichtung. Gewerbeflächen sind schlechter zu vermarkten.

Wenn in Zeiten der Pandemie jegliche Freizeitangebote gestrichen werden und Kontaktsperren gelten, ist der Aufenthalt draußen und in der Natur allein oder zu zweit enorm wichtig für das Wohlbefinden. Es braucht NAH-Erholungsgebiete, die zu Fuß oder mit dem Rad oder dem ÖPNV erreichbar sind. Das ist der Stadtwald General Blumenthal!

Ignorieren Sie bei Ihrer Entscheidung für das ITW nicht nur dies, sondern auch die Klimaanalyse und die wissenschaftlichen Ratschläge zur stadtplanerischen Behandlung von General Blumenthal!

Die Ratsentscheidungen von gestern sind Teil unserer Realität von heute. Ihre Entscheidungen werden die Zukunft mitprägen.

Die vergangenen Ratsentscheidungen führten unsere Stadt an einsame Spitzenstellungen:

Bei der Bebauung und Versiegelung sind wir ebenso Spitze wie bei der (Langzeit-) Arbeitslosigkeit. Wir führen bundesweit die Listen der Städte mit den geringsten Wald- und Grünflächen und den schlechtesten Luftwerten an.

In der Vergangenheit wurden alle entscheidenden Brachflächen der Bebauung geopfert. An der Arbeitslosenquote hat sich dadurch nichts geändert.

Grünflächen an der Franzstraße/Am Freibad werden versiegelt, Sportplätze werden in Herne (Schäferstraße) und Wanne (Röhlinghausen) bebaut. Der Ausbau der BAB 43 hat zahlloses Grün gekostet. Der Ausbau der A 42 wird mit denselben Konsequenzen forciert.

Ersatzbepflanzung im notwendigen Umfang findet faktisch nicht mehr statt oder die Pflanzen gehen ein (siehe z. B. Südstr.).

Genau da hinein passt die geplante Bebauung von General Blumenthal.

Ändern Sie Ihre Haltung. Nutzen Sie Ihre Macht und bestimmen das Gelände z. B. für die lange ausstehenden Ersatzbepflanzungen.

General Blumenthal liegt im dicht besiedelten Teil unserer Stadt mit den wenigsten Grünflächen. Soziale Konflikte werden durch die weitere Bebauung verschärft.

Mit der Entscheidung für das ITW ignorieren Sie den erklärten Willen der Bürger.

Die Beteiligung bei der Umsetzung des Projektes ist keine Bürgerbeteiligung, die keine Möglichkeiten im Sinne des Stadtwaldes lässt.

Statt mit Hilfe des Stadtwaldes die CO2 Belastung zu reduzieren, führt das ITW zu noch mehr Individualverkehr, weiterer CO2- und Lärmbelastung.

Fördermittel für den Stadtwald gibt es nach dem „Strukturstärkungsgesetz der Kohleregionen“. Die Förderung des General Blumenthalgeländes als Stadtwald unter UM-Nutzung der dortigen vorhandenen Gebäude z. B. für die digitalisierte Wirtschaft ist möglich.

Der Stadtwald General Blumenthal macht die Stadt lebenswerter und attraktiver.

Der Stadtwald auf General Blumenthal ist für die Stadt die klimagerechte und Ressourcen effiziente Alternative zur ITW!

Quelle: