Drei ausgezeichnete Herner Firmen

Urkunde vom Projekt 'Ökoprofit' für alle

Ökoprofit-Urkunden für drei Herner Unternehmen: vorne Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, Treppe v.l. Thomas Semmelmann, zuständig für das Projekt bei der Stadt Herne, Dr. Steven Engler von Engler-Gruppe mit dem City Center, Stefan Hermann von Heinrich Müntefering Industrie- und Städtereinigungs- mbH und Sebastian Meise, Geschäftsführer bei VULKAN Kupplungs- und Getriebebau – Bernhard Hackforth GmbH.
Ökoprofit-Urkunden für drei Herner Unternehmen: die Engler-Gruppe mit dem City Center, Müntefering Industrie- und Städtereinigungs-GmbH und VULKAN Kupplungs- und Getriebebau – Bernhard Hackforth GmbH. Foto: Carola Quickels

Mit grünen Maßnahmen schwarze Zahlen schreiben, diese Möglichkeit bietet das Projekt 'Ökoprofit Interkommunal' lokalen Unternehmen. Im September 2019 startete die siebte Runde. Seit 2004 beteiligt sich die Stadt Herne in Kooperation mit den Städten Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck an dem Projekt. Das ökologische Projekt bietet Unternehmen die Chance, ihr Umweltmanagement auf Vordermann zu bringen und davon finanziell zu profitieren.

„Seit Beginn der Städte-Kooperation haben sich bisher 23 Herner Unternehmen beteiligt“, erzählt Thomas Semmelmann, der das Projekt für die Stadt Herne begleitet, „und nun kommen drei weitere dazu.“ Am Mittwoch (5.5.2021) wurde den Vertretern der Unternehmen die Ökoprofit-Urkunde von Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda überreicht.

Zertifiziert wurden in dieser Runde die Unternehmen: VULKAN Kupplungs- und Getriebebau – Bernhard Hackforth GmbH & Co. KG, die Urkunde in Empfang nahm Geschäftsführer Sebastian Meise; für das Unternehmen Heinrich Müntefering Industrie- und Städtereinigungs-GmbH nahm Stefan Hermann die Urkunde entgegen und Dr. Steven Engler nahm für die Engler-Gruppe, die mit dem City-Center angetreten waren, die Urkunde an.

Umwelt schonen und Betriebskosten senken

Bei dem Projekt prüfen Unternehmen ein Jahr lang, wie sie die Umwelt schonen und gleichzeitig ihre Betriebskosten senken können. Dabei sind sie angesprochen, Maßnahmen zu entwickeln um Energie und weitere Resourcen einzusparen. So geht es geht dabei etwa um die Optimierung von Beleuchtungs-, Lüftungs- oder Heizungsanlagen, die Sammlung und Nutzung von Regenwasser, die Installation einer Photovoltaik-Anlage oder um den Einbau von Wasserspar-Armaturen, um nur einige von vielen Möglichkeiten zu nennen.

Dazu bekommen die Unternehmen professionelle Berater an die Seite gestellt, die gemeinsam mit den Firmenvertretern nach Einsparpotentialen suchen. Neben einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung sind die zehn thematischen Workshops ein zentraler Bestandteil der Ökoprofit-Konzepts, die auch die Möglichkeit zum Austausche untereinander bieten. Am Ende der zwölfmonatigen Projektphase prüft eine unabhängige Kommission, ob die Betriebe alle relevanten Kriterien erfüllt haben. Da das bei allen drei Herner Unternehmen der Fall war, sind sie somit Vorzeigeunternehmen der Region. Alle Betriebe erreichten mit konkreten Maßnahmen schon deutliche Kostensenkungen und gleichzeitig einen nachhaltigen Beitrag zur Entlastung der Umwelt und zur Schonung des Klimas. Gleichwohl sind auch Maßnahmen dabei, die es noch umzusetzen gilt, dafür war das Projektjahr zu kurz.

Maßnahmen des City Centers

Die wichtigste Maßnahme im City Center, war eine Reduktion des Restmüllaufkommens durch Sensibilisierung der Mieter und der Besucher, dazu wurden auch neue gelbe Tonnen aufgestellt. Daneben wurde auf LED-Beleuchtung umgestellt und ein Austausch der Heizungspumpen veranlasst. Eine Photovoltaik-Anlage ist in Planung.

Jährliche Einsparung: 20.032 Euro; 18,8 Tonnen weniger CO2; 47.000 Kilowattstunden (kWh) Energie; 105,6 Tonnen Abfall.

Maßnahmen des Unternehmens VULKAN

Das international agierende Unternehmen VULKAN (Brasilien, Florida, Indien, China) hat folgende Maßnahmen in Angriff genommen: Optimierung der Kompressoranlagen; eine regelmäßige Leckanlagenprüfung; Umstellung von Öl- auf Gasfeuerung; Abwärmenutzung nach Vulkanisation und weiterhin wurde auf LEDs umgestellt. Auch bei VULKAN ist eine Photovoltaik-Anlage in Planung, es wird nach der Akademie Mont-Cenis die zweitgrößte Anlage in Herne.

Jährliche Einsparung: 37.000 Euro; 177,9 Tonnen weniger CO2; 212.000 Kilowattstunden (kWh) Energie.

Maßnahmen des Unternehmens Müntefering

Bei der Firma Müntefering wird seit dem Projekt das Regenwasser für die Abfallbehandlungsanlage genutzt, die vorhandenen Ölheizungen wurden getauscht, eine PV-Anlage mit Speicher und Wallbox wurde installiert und nun wird nur noch Recyclingpapier genutzt.

Jährliche Einsparung: 10.000 Euro; 21,4 Tonnen weniger CO2; 70.000 Kilowattstunden (kWh) Energie und 500 Kubikmeter Wasser.

Als Schirmherr von Ökoprofit freute sich Dr. Dudda, dass es trotz der schwierigen Pandemielage gelungen war, drei Herner Vorzeige-Unternehmen bei diesem Projekt zu begleiten. Zudem sieht Dr. Dudda Herne auf einem guten Weg bei der Umsetzung des Klimaschutzprogramms: Bis zum Jahr 2030 sollen die erneuerbaren Energien 65 Prozent des deutschen Stromverbrauchs bereitstellen, in Herne seien es jetzt bereits 69 Prozent. Dieses sei ein wichtiges Zwischenziel auf dem Weg zur Treibhausneutralität und „wenn Sie alle noch weitere Maßnahmen ergreifen, dann sind wir auf der sicheren Seite.“

Die Besonderheit bei dieser siebten Runde des Ökoprofits sei sicherlich die pandemische Lage gewesen. Thomas Semmelmann: „So konnten wir nur einen Workshop in Präsenz anbieten. Dadurch wurde der Austausch untereinander natürlich reduziert. Das war schade, aber auch diese Runde war ein voller Erfolg: Für die Unternehmen und für die Umwelt.“

Achte Runde

Und da nach der Runde vor der Runde ist, fängt die achte Runde Ökoprofit Anfang 2022 an. Teilnehmen können die Spedition, das Krankenhaus, der Bauernhof, der Kindergarten ... egal wie groß oder klein das Unternehmen ist. Dazu können sich schon jetzt alle Unternehmen anmelden, die ebenfalls an einer Reduzierung ihrer Kosten interessiert sind. Denn wie sagte der Geschäftsführer von VULKAN, Sebastian Meise, bei der Urkundenübergabe: „Energieersparnis ist gleich Kostenersparnis, darum wird unser Unternehmen auf jeden Fall weitermachen.“ Anmeldungen nimmt Thomas Semmelmann entgegen: Tel 02323 / 16 - 21 21 oder E-Mail: thomas.semmelmann@herne.de

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