Wittekindshof - Schutz durch Früherkennung

Über 200 Mitarbeitende nutzen Hautscreening-Angebot

Dr. med. Wilhelm Mailänder untersucht ein Muttermal von Wittekindshof-Mitarbeiterin.
Dr. med. Wilhelm Mailänder untersucht ein Muttermal von Wittekindshof-Mitarbeiterin. Foto: Jaqueline Patzer / Wittekindshof

Mehr als 200 Mitarbeitenden der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in den Kreisen Herne, Minden-Lübbecke, Herford und Borken sowie Hamm und Oberhausen haben das stiftungsweite Hautscreening-Angebot des Betrieblichen Gesundheitsmanagements wahrgenommen und ihre Haut von Dermatologen kontrollieren lassen. In mindestens 18 Fällen konnte durch die Früherkennung Schlimmeres verhindert und eine weitere Behandlung eingeleitet werden.

„Als das größte menschliche Sinnesorgan ist die Haut täglich vielen Umweltfaktoren ausgesetzt. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie ist ein Großteil unserer Mitarbeitenden noch mehr draußen unterwegs und der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Umso wichtiger ist es uns als Arbeitgeber, ein Präventionsangebot zu machen. Es nicht immer einfach, einen Termin bei einem Facharzt zu erhalten und hält vermutlich viele Kolleginnen und Kollegen von einer Vorsorgeuntersuchung ab. Daher haben wir uns mit Unterstützung des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen und der Krankenkasse BKK HMR Experten ins Haus geholt“, erklärt Sabine Kathmann, Geschäftsbereichsleitung Personalmanagement im Wittekindshof und verantwortlich für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), die Beweggründe für das Screening-Angebot, das durch einen Online-Vortrag begleitet wurde. „Dass dabei auch Auffälligkeiten bei Mitarbeitenden frühzeitig erkannt werden konnten, zeigt noch einmal deutlich, wie wichtig solche Vorsorgeuntersuchungen sind“, betont Kathmann.

Doch nicht nur die Frage „Muttermal oder doch schon Krebs?“ wurde von dem niedergelassenen Dermatologen Dr. med. Wilhelm Mailänder aus Detmold für Mitarbeitende in Herne, Bad Oeynhausen und Hamm sowie von der Hautärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. med. Harald Petri und Dr. med. Matthias Möcklinghoff aus Ahaus für Mitarbeitende in Gronau und Ahaus bei den Screenings beantwortet. Auch Fragen rund um den allgemeinen Hautschutz standen im Fokus.

Karin Grüttner von den Therapeutischen Diensten organisiert Sport- und Reha-Angebote für Menschen mit Behinderung, die Wittekindshofer Wohnangebote nutzen. Derzeit unterstützt sie zudem ihre Kolleginnen und Kollegen in den Wohnbereichen bei Einzelangeboten für Klientinnen und Klienten: „Wir sind viel draußen, in Zeiten der Pandemie mehr denn je. Da frage ich mich natürlich, welche Sonneneinstrahlung gefährlich ist und wie ich mich und unsere Klienten und Klientinnen schütze“, erklärt die Gymnastiklehrerin. „Speziell die Frühjahrssonne wird häufig unterschätzt, dabei ist sie besonders gefährlich. Doch in der Atmosphäre ist die Ozonkonzentration im Frühjahr niedriger als in den Sommermonaten. Daher treffen mehr schädliche UV-Strahlen die Erdoberfläche und somit auch die Haut“, erklärt Dr. Wilhelm Mailänder, der eine Woche lang durch die Stiftung gereist ist und die Mitarbeitenden aufgeklärt, beraten und untersucht hat.

Es sei ein Trugschluss, dass die Sonneneinstrahlung aufgrund der niedrigen Temperaturen noch nicht so stark sei. „Wir sollten der Sonne mit Respekt begegnen. Es empfiehlt sich, die Mittagssonne in der Zeit zwischen 10 und 15 Uhr zu meiden, da sie besonders reich an ultravioletten Strahlen ist. Der Einsatz von Sonnenschutzpräparaten ist unverzichtbar. Sie sollten sich und andere mindestens 30 Minuten vor dem in die Sonne gehen damit eincremen. Erst nach dieser Zeit haben sich die Inhaltsstoffe des Produkts mit der Haut verbunden und können ihre Schutzwirkung voll entfalten. Grundsätzlich ist bei der Auswahl des Sonnenschutzmittels auf einen hohen Lichtschutzfaktor von 50+ zu achten“, rät der Experte an diesem Tag nicht nur Karin Grüttner.

Je nach Hauttyp und Aufenthaltsort – im Gebirge und an Seen beispielsweise sei die UV-Strahlung um das bis zu 40-fache höher als im Binnenland – sollte der Sonnenschutz sorgsam gewählt und die Dauer in der direkten Sonne eingeschränkt werden. „Ein Sonnenbrand sollte in jedem Fall vermieden werden. Die Haut vergisst nichts! Sonneneinstrahlung kann genetische Veränderungen der Hautzellen verursachen, die dann zu bösartige Hauttumoren führen.“ Ein wichtiger Faktor sei auch der textile Sonnenschutz.

Karin Grüttner hat die Möglichkeit des Betrieblichen Gesundheitsmanagements gerne angenommen und sich fachlichen Rat eingeholt. „Das Screening-Angebot war ein voller Erfolg, an dem viele Mitwirkende beteiligt waren. Wir sind dankbar, dass wir bei der Organisation und Umsetzung von erfahrenen Experten und Expertinnen sowie Ehrenamtlichen unterstütz wurden, um unseren Mitarbeitenden bestmögliche Vorsorge zu bieten“, betont Sabine Kathmann.

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