Neujahrsempfang: Weitere Investitionen im Wohnungsbau geplant
WHS: Zuversicht trotz der Krise
Ende Januar steht traditionell ein wichtiger Termin im Kalender der Wohnungsgenossenschaft Herne-Süd (WHS): Der Neujahrsempfang. Zum bereits 15. Mal lud am Freitag (30.1.2026) der Vorstand in die Zentrale an der Siepenstraße 10a, um mit rund 50 geladenen Gästen auf das vergangene Jahr zurückzublicken, das neue zu begrüßen und in die Zukunft zu schauen.
Unter den Gästen mischten sich wie immer Akteure aus der Herner Verwaltung, Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Politik. Aus der gleichen Branche waren zum Beispiel Herfried Langer vom Tor5-Architekturbüro aus Bochum und Andreas Berger, Genossenschaftsvorstand der Wohnstätten Wanne-Eickel, mit dabei. Besonders freute sich der WHS-Vorstand über den Besuch von Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen.
Fertigstellung und Richtfest gefeiert
Bei seiner Begrüßung blickte der Aufsichtsratsvorsitzende Kai Gera zufrieden auf die gelungenen WHS-Projekte aus 2025 zurück. So wurde mit allen neuen Mietern die Fertigstellung und die Einzüge in die Wohnungen am Westbach gefeiert (halloherne berichtete), zudem stand im Oktober das Richtfest für das Bauprojekt am Fortunapark an (halloherne berichtete). Hier ist die Fertigstellung zwischen Anfang und Mitte 2027 anvisiert. „Außerdem haben wir wieder ein tolles Oktoberfest gefeiert. Man sieht: Die WHS kann nicht nur Wohnraum bauen, sondern vor allem feiern“, betonte Gera.
Wichtig ist für ihn aber auch die Gegenwart und die Zukunft der Wohnungsgesellschaft. „Ich konnte bereits einen Blick in die Zahlen des Jahresabschlusses werfen, dieser sieht sehr gut aus“, hob er hervor, ohne nähere Details zu nennen. „Außerdem wird es bald ein neues Projekt im Herner Westen geben. Die WHS investiert kontinuierlich weiter - nicht nur in die Gebäudesubstanz, sondern auch in Neubauten.“
Kein Fortschritt zu beobachten
Anschließend nahm der Oberbürgermeister das Mikrofon in die Hand. „Wir befinden uns nach wie vor in Deutschland in einer Krise, die Arbeitslosenzahlen sind schlecht (halloherne berichtete)“, führte Dudda aus. „Es ist derzeit kein Fortschritt zu beobachten. Auch der Stillstand hilft nicht weiter.“
Trotzdem sieht er positive Aspekte für Herne, insbesondere mit den drei großen Projekten Funkenbergquartier, Blumenthal und dem Kaiserquartier. Aber auch den Ruf als Azubi-Hauptstadt und erneute Sport-Hauptstadt stimmt ihn zuversichtlich.
Auszeichnung für das Ruhrgebiet
Mut macht ihm auch die neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) von Mittwoch (28.1.2026). Die Experten haben das Ruhrgebiet als lebenswerteste Region Deutschlands ausgezeichnet. Auf Platz zwei im Ranking folgt das Rheinland, auf Platz drei die Rhein-Neckar-Region. Die Forscher haben dabei 23 verschiedene Faktoren bewertet. Durchaus amüsant: Ein wesentlicher Pluspunkt sei die Kneipendichte.
Wichtig ist dem Oberbürgermeister aber vor allem, dass Unternehmen wie die WHS weiter mutig sind sowie investieren und damit günstigen Wohnraum für Studierende und Azubis schaffen. In diese Kerbe schlug auch Alexander Rychter. „Es gab für den Wohnungsbau schon bessere Zeiten, unter anderem bedingt durch hohe Zinsen und hohe Baukosten. Dennoch bin ich als auch vor allem NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach immer wieder froh, hier bei verschiedenen Projekten in Herne Gast zu sein, weil hier bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird.“
Wohnungsnot als Thema in Brüssel angekommen
In Berlin sei dieses Thema laut Rychter nun auch endlich angekommen, sogar in Brüssel sei ein Fortschritt in der Thematik zu erkennen, weil es auch viele andere europäische Länder betrifft. Beispielsweise auf der spanischen Insel Mallorca können sich immer weniger Einheimische noch Wohnungen leisten - aus diesem Grund gab es 2025 dort mehrfach massive Proteste auf der Straße.
Auf Deutschland bezogen sagte der Verbandsdirektor: „Durch den Wohnungsbauturbo kann der Bau hier aber nun endlich schneller gelingen und wir alle wissen: Schneller bedeutet Geld sparen. Wichtig ist, dass bald rechtliche Grundlagen geschaffen werden, um beim Bau auf manche nicht sicherheitsrelevante Vorgaben verzichten zu können.“
Im Anschluss zeigte WHS-Pressesprecher Jesper Dahl-Jörgensen ein zusammengeschnittenes Video mit gesellschaftlichen Highlights und Trends aus 2025 sowie den Höhepunkten der Wohnungsgesellschaft. Simone Hitzler und Marco Volkar aus dem Vorstand konnten sich anschließend nur noch für das erfolgreiche Jahr bei allen Mitarbeitern und Netzwerkpartnern bedanken, bevor bei einem reichhaltigen und leckeren Buffet (unter anderem Grillschinken, Mini-Rinderrouladen, Putensteaks, Schnitzeln, Beilagen und Fingerfood) samt Getränken und lockeren Gesprächen der Nachmittag langsam zu Ende ging.