Theo Kümpel (79) überzeugt nicht nur beim Tennis und Sportabzeichen
Große Leidenschaft für Sport im hohen Alter
Mit 79 Jahren möchten viele Menschen ihre Ruhe und damit ihre Rente genießen, sich vielleicht hier und da mal etwas aktiv betätigen. Für den Herner Theo Kümpel gilt das nicht. Er hat eine große Leidenschaft für Sport, die ihn bis ins mittlerweile recht hohe Alter begleitet. Ganz besonders fokussiert er sich auf Tennis und die Deutschen Sportabzeichen.
So bekam der 79-Jährige im November eine besondere Ehrung vom Herner Stadtsportbund (SSB): Kümpel hatte zum 25. Mal in Folge das Sportabzeichen in Gold erreicht (halloherne berichtete). Dafür muss man in vier verschiedenen Bereichen (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination) eine von mehreren Disziplinen mit einer vorgegebenen Zeit oder Weite schaffen. In seiner Altersklasse sind das beispielsweise 7,5 km Walking in maximal 65 Minuten und 7,50 Meter im Kugelstoßen mit einer vier Kilogramm schweren Kugel.
Ein Freund brachte ihn zu den Sportabzeichen
„Ich habe mit dem Sportabzeichen angefangen, weil es ein guter Freund von mir immer wieder absolviert und zu mir gesagt hat: Komm, mach mal mit. Leider ist er vor einigen Jahren verstorben, aber ich bin dabei geblieben“, erzählt der Rentner gegenüber halloherne. „Die Vielseitigkeit bei den Übungen kommt mir zugute. Früher bin ich noch gelaufen, aber dann irgendwann auf Walking umgestiegen.“ Im März soll es noch eine weitere Ehrung des SSB für ihn und weitere Sportler geben.
Die zweifellos vorhandene Leidenschaft für Sport und Bewegung wurde ihm schon als Kind mitgegeben. „Während der Schulzeit war ich Stadtmeister im Weitsprung und während meiner Zeit bei der Bundeswehr war ich Teil des Leichtathletikteams“, blickt er zurück und fügt mit einem Lachen an: „Ich bewege mich gerne, aber gar nicht so sehr auf die Sportabzeichen aus. Die sind dann eher ein Bonus.“
Besondere Erinnerungen an das 'Weihnachtskörl' vor dem Rathaus
Gerne erinnert er sich an die Vorweihnachtszeit 2011 und 2012 zurück, als vor dem Herner Rathaus mit dem „Weihnachtskörl“ eine 30 Meter lange Curlingbahn für Eisstockschießen aufgebaut wurde. Hier war Kümpel mit einem schwarz-weißen Trikot als Bahnmeister im Einsatz, um die Teilnehmer in die Spieltechniken einzuführen.
Bis Mitte 40 hat Kümpel noch Fußball gespielt, in der Jugend noch bei Westfalia Herne, später dann bei der DJK Sportfreunde 19 an der Schaeferstraße. „Nach einem Sportunfall konnte ich aber nicht mehr weitermachen und habe mich zum Tennis orientiert“, erzählt der ehemalige Wirtschaftsingenieur.
Das gelingt nicht weniger erfolgreich: Mit den Senioren (Herren 75) vom TC Emschertal gelang Mitte 2024 erst der Aufstieg in die Westfalenliga (halloherne berichtete), kürzlich dann sogar der Aufstieg in die Senioren-Regionalliga, der höchsten Spielklasse für diese Altersgruppe.
Senioren-Regionalliga wird ein Erlebnis
Da in dieser Gruppe aber auch noch einige ehemalige Profis den Schläger schwingen, rechnen sich die Emschertal-Senioren um Kümpel keine großen Chancen auf einen Verbleib in der Liga aus. Aber: „Wir haben abgestimmt und waren mehrheitlich dafür, den Aufstieg wahrzunehmen. Wir wollen das einmal probieren. Es wird sicher ein schönes Erlebnis.“ So stehen in der Sommersaison von Mai bis Juli Spiele gegen Teams aus Düsseldorf, Bielefeld, Bad Oeynhausen und Krefeld auf dem Programm. Während der Saison ist auch dreimal pro Woche Training angesagt.
Aber auch das ist noch nicht alles im sportlichen Leben des Herners, der in Holsterhausen wohnt. „Einmal pro Woche bin ich in einem Fitnessstudio für Senioren zu Gast und halte mich dort fit. Zudem nehme ich regelmäßig am Herner Silvesterlauf teil.“ Hier erreicht er zum Jahreswechsel 2025/2026 über die 5 km Walking-Distanz den ersten Platz in der Altersgruppe M75 mit einer Zeit von 46:20 Minuten. Früher ist er auch „normal“ mitgelaufen.
Weitermachen, so lange es der Körper zulässt
Da fragt man sich unweigerlich: Wie lange möchte Theo Kümpel das noch alles machen? „Ich mache erstmal so lange weiter, wie mein Körper es zulässt. Schließlich halte ich mich damit fit“, betont der Großvater, der auch noch mehr Sportabzeichen in Gold erreichen möchte.
Wenn es tatsächlich mal etwas „ruhiger“ zugehen soll, fährt er gerne Rad. „Am Wochenende stehen immer mal wieder Fahrradtouren mit meiner Frau an. Mit ihr mache ich auch seit vielen Jahren Wanderurlaub, wir waren schon in den Alpen, Dolomiten und Südtirol. Sie habe ich da ein bisschen mit reingezogen.“ Wandern gehen beide auch gerne wetterabhängig in der näheren Umgebung.
Zudem gibt es mit ehemaligen Arbeitskollegen an einem Wochenende im Jahr eine längere Radtour im Münsterland samt Übernachtung, kurz vor Weihnachten steht ein weiteres Treffen mit den jeweiligen Frauen an. „Es ist wichtig, Kontakt zu halten“, findet der sportbegeisterte Herner.
Zum seltenen Abschalten auch mal lesen
Tatsächlich kann Kümpel auch mal ganz abschalten. „Ich lese gerne, gerade in den Wintertagen, vorzugsweise Sachbücher zur aktuellen Weltgeschichte. Derzeit ist es beispielsweise der Spiegel-Bestseller 'Welt in Gefahr' von Wolfgang Ischhinger. Ich möchte gerne immer aktiv bleiben, möglichst auch im Kopf.“
Aktuell freut er sich auf die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina (Italien), die am Freitag, 6. Februar 2026, beginnen. Außerdem verfolgt er das deutsche Tennis-Ass, Alexander Zverev, bei den Australian Open. Es zeigt sich: Für Theo Kümpel geht es nicht ohne Sport.