Virtuelle Ausstellung zur Cranger Kirmes

Stadtarchiv stellte mehrere historische Aufnahmen zusammen

Lasershow am Autoscooter.
Lasershow am Autoscooter. Foto: Wolfgang Quickels

Am ersten Freitag im August 2021 (6.8.2021) hätte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda mit dem Fassanstich die 537. Cranger Kirmes eröffnet. Doch daraus wird nichts. Damit die Kirmesfans jedoch nicht ganz auf dem Trockenen sitzen müssen, hat das Stadtarchiv Herne eine virtuelle Ausstellung zu der Geschichte des Jahrmarktes kuratiert, teilte die Stadt am Freitag (6.8.2021) mit.

Jürgen Hagen, Leiter des Stadtarchivs, und Alina Gränitz, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, haben passende Schätze aus dem Fundus des Stadtarchivs digital aufbereitet und diese in den geschichtlichen Kontext eingebettet. Trotz des umfangreichen Bestandes war das Stadtarchiv froh, umfassende Unterstützung von den lokalen Playern, angefangen bei Wolfgang Berke, über Annette Krus-Bonazza und Ralf Piorr, bis hin zu Edda Reffelmann vom Fachbereich Vermessung und Kataster, erhalten zu haben.

Unfall Cranger Tor am 1. August 2010
Da lag es: Der Unfall mit dem Cranger Tor am 1. August 2010. Foto: Björn Koch

Auch Bildmaterial von bekannten Herner und Wanne-Eickeler Fotografen hat in der Ausstellung Platz gefunden. Dadurch haben Gerd Biedermann, Winfried Labus und Wolfgang Quickels erneut eine Würdigung erfahren. Eine Veröffentlichung der Bilder wurde durch die Rechteinhaberinnen Martina Biedermann, Barbara Schultz-Labus und Carola Quickels ermöglicht, was das Stadtarchiv sehr gefreut hat.

Die Ausstellung umfasst insgesamt 200 Objekte auf 51 Seiten und deckt alle Bereiche der Cranger Kirmes ab: Von dem Ursprung, über die Anfänge, fortführend mit dem Wandel von einem Dorffest zur Massenveranstaltung. Vor allem wird hier ein jahrelang tradierter Mythos bezüglich des Ursprunges der Kirmes thematisiert.

Dunkle Seiten thematisiert

Aber auch die dunklen Seiten der Kirmes werden beleuchtet, bei denen die ideologische und propagandistische Vereinnahmung durch die Nazis oder das „Verschwinden“ der Sinti und Roma behandelt werden. Die Ausstellung umfasst nicht nur Fakten, sondern auch kleine Anekdoten, wie etwa die Geschichte um das erste Fahrgeschäft eines geschäftstüchtigen Crangers, das sich als ein, neudeutsch gesprochen, Fake erwies.

Cranger Kirmes Luftbild mit der Drohne
Cranger Kirmes Luftbild mit der Drohne aus dem Jahr 2014. Foto: Helmut Adler

Aufnahmen aus mehreren Jahrzehnten

Cranger Kirmes.
Cranger Kirmes. Foto: Wolfgang Quickels

Die Menschen stehen bei der virtuellen Ausstellung im Mittelpunkt. Aufnahmen aus den 1930er, 1980er und 2000er Jahren machen deutlich, dass die Cranger Kirmes immer eines war: eine Familienkirmes. Gleichermaßen werden der Aufbau, die Festumzüge, Eröffnungen, Fahrgeschäfte, Feuerwerke und Sonderveranstaltungen beleuchtet.

Ziel ist es, dass diese Ausstellung greifbar ist und die Menschen sich mit dieser und den einzelnen präsentierten Zeiten identifizieren können. Vielleicht entlockt sie dem ein oder anderen ein Lächeln, welches den Schmerz der erneuten Kirmes-Absage etwas lindert. Genau deshalb hoffen Jürgen Hagen und Alina Gränitz, dass es nächstes Jahr wieder „Piel op no Crange“ heißt.

Die virtuelle Ausstellung ist hier zu erreichen.

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