Trennung von Betriebsleiter kostet 145.000 €

Adams-Armaturen

Die Adams Armaturen GmbH an der Baukauer Straße mit ihren 195 Mitarbeitern, 15 Auszubildenden und fünf freien Ausbildungsstellen kommt in Zukunft auch ohne einen Betriebsleiter aus. Dessen Aufgaben haben die zwei Geschäftsführer mit übernommen, und als Ansprechpartner für die Auszubildenden fungiert in spätestens zwei Jahren ein Mitarbeiter aus der Produktion, der dann die Betreuung von einem Kollegen übernimmt, der in Ruhestand geht. Ernüchternde Tatsachen für den ehemaligen Betriebsleiter, der Ende August 2020 die fristgerechte und betriebsbedingte Kündigung zum 31. Januar 2021 bekam und mit Rechtsanwalt Potthoff-Kowol Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht erhob (halloherne berichtete).

Der seit 13 Jahren bei dem Schweizer Familienunternehmen beschäftigte und zuletzt mit monatlich 10.500 Euro brutto plus Dienstwagen dotierte Manager war nach eigener Darstellung nicht nur für die Ausbildung zuständig, sondern gleichzeitig als Maschinenbau-Ingenieur in der Produktion für Konstruktion verantwortlich. Telefonisch waren Klägeranwalt Potthoff-Kowol und Rechtsanwältin Hansen als Prozess-Vertreterin der Arbeitgeberseite „schon etwas aufeinander zugegangen“, wie Potthoff-Kowol der Kammer von Arbeitsrichter Kühl schilderten, dass dabei ein Durchbruch aber nicht erzielt werden konnte. Den schaffte die Kammer nach einer längeren Zwischenberatung, in der die Standpunkte beider Parteien gegeneinander abgewogen wurden.

Danach akzeptiert die Klägerseite zwar die von Adams angebotene Abfindung von 40.000 Euro brutto konnte aber die Kündigungsfrist um weitere fünf Monate bis Ende Juni 2021 verlängern. Alles in Allem zehn Gehälter seit Freistellung Ende August von zusammen 105.000 Euro brutto plus Abfindung. Den Dienstwagen kann der ehemalige Betriebsleiter auch noch bis Ende Juni 2021 nutzen. (AZ 2 Ca 1570/20)

Autor: