Standing Ovation für den Neurosen Kavalier

Premiere - Der Neurosen-Kavalier.Foto: Theater Fidele HorstPremiere - Der Neurosen-Kavalier.

Es war ein Theaterabend, wie ihn der Mondpalast so nicht immer erlebt. Die Premiere der Komödie Der Neurosen-Kavalier war am Freitag (6.4.2018) ein grandioser Erfolg für das Amateurtheater Fidele Horst. „Sie stehen ja immer noch“, strahlte Vereinsvorsitzender Tobias Weichert, als er sich für die minutenlang anhaltenden Standing Ovations beim Publikum bedankte. An diesem Abend, aber auch bei den beiden folgenden Aufführungen, passte vom Bühnenbild über die Kostüme und Frisuren bei der von Spielleiter Olaf Weichert gekonnt in Szene gesetzten Komödie einfach Alles. Die Akteure auf der Bühne agierten in Hochform, das Publikum ließ sich von den glänzend aufgelegten Schauspielern mitnehmen und zahlte mit tosendem Applaus.

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Premiere - Der Neurosen-Kavalier.Foto: Theater Fidele HorstSpielleiter Olaf Weichert bei der Premiere - Der Neurosen-Kavalier.

Olaf Weichert, bei seiner 25. Inszenierung wieder mit einer kleinen Hitchcock-Rolle vertreten, hatte mit der Rollenbesetzung einmal mehr sein Gefühl für die passenden Charaktere bewiesen. Debütant Ralf Löchel spielte den notgedrungen vom Kaufhaus-Dieb in den weißen Kittel eines Psychotherapeuten gewechselten Hauptdarstellers so souverän, als sei er in der Arztpraxis zu Hause. Dass er mit seinen wunderlichen Methoden wunderbare Erfolge hatte und seine Patienten nach gut zwei Stunden als geheilt entlassen konnte, war die Quintessenz der temporeichen und mit vielen Gags gespickten Komödie.

In Barbara Engel (Miss Ääänschel“ - Claudia Terkowski) hatte er eine Vorzimmerdame, die ihr Praktikum augenscheinlich ebenfalls in einer Arztpraxis gemacht haben könnte. Sie spielte die Rolle des vom schüchternen und in Sachen Liebe hilflos erscheinenden Dr. de Witt (glänzend gespielt von Christian Weymayr) umworbenen naiv-dümmlichen Blondchens mit viel Esprit und war nicht nur wegen ihren langen blonden Engelhaare und ihrer Bühnenpräsenz ein echter Hingucker.

Das galt auch für Champagner-Königin Sybille Bast (Jasmin Konieczny), die von der hochnäsigen und ihren Reichtum zur Schau stellenden Kleptomanin durch die Behandlung von der Klaubacke („ich bin ein Mann der Praxis“) geerdet wurde. Zu denen, die letztlich als geheilt entlassen werden konnten, zählten auch die Bestseller-Autorin Angela Carrera, toll gespielt von Wiebke Krause-Cords, sowie Kriminal-Oberkommissar Maiwald (Dietmar Kraschewski). Sein Wandel vom weinerlichen Versager zum fröhlichen Helden wurde ebenfalls mit Szenenapplaus bedacht.

Premiere - Der Neurosen-Kavalier.Foto: Theater Fidele HorstPremiere - Der Neurosen-Kavalier.

Ohne die Leistung der anderen zu schmälern: zum Star des Abends aber wurde „Elvis“ (Sebastian Krug). Als aus dem fast vertrottelten Finanzbeamten Appelhans, der seine Hilflosigkeit in Mimik und Gestik deutlich gemacht hatte, plötzlich Mister Presley wurde, tobte der Saal und auf den Rängen gab es kein Halten mehr.

„Super, eine ganz tolle Vorstellung“, war das einhellige Lob der begeisterten Zuschauer. Karten gibt es noch für die folgenden Aufführungen am Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag: Mittwoch, 11. April 2018, 19 Uhr), Freitag 13. April 2018, 19 Uhr (mit Gebärdensprach-Dolmetscherinnen), Samstag, 14. April 2018, 19 Uhr, und Sonntag, 15. April 2018, 17 Uhr. Karten: Tel 02325/3776315 oder über die Homepage . Die Karten kosten 14 Euro, Mittwoch 12 Euro. Davon spendet der Verein 0,50 Euro pro verkaufter Karte. Dieses Geld geht zu gleichen Teilen an Ruhrwerk e.V. und das Lukas-Hospiz.

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Quelle: Helmut Holz, Fidele Horst 09. April 2018, 12:59 Uhr