Mountainbike-Strecke im Herner Wald

Eine Bestandsaufnahme im Wald an der Hügelstraße

Präparierte Strecke in dem Waldgebiet hinter der Hügelstraße.
Präparierte Strecke in dem Waldgebiet hinter der Hügelstraße. Foto: Björn Koch

Die CDU-Fraktion Herne prangerte in ihrer Mitteilung vom 1. April 2021 (halloherne berichtete) die Mountainbiker an: Die Biker würden in dem Waldgebiet hinter der Hügelstraße mit illegal angelegter Strecke die Natur zerstören und den Wald mit Müll verschmutzen. Am Samstag (3.4.2021) konnten vor Ort die Anschuldigungen der CDU-Fraktion nur zum Teil bestätigt werden. Die vorhandenen Wege in dem Wald wurden an verschiedenen Stellen durch kleine Aufschüttungen zum Springen und Anliegerkurven ergänzt. Der angesprochene Müll in dem Wald ist jedoch nicht durch Mountainbiker entstanden. Den Bedarf der Mountainbiker wird die Stadt Herne auch zukünftig nicht erfüllen können.

Auch Familien nutzen die Trails.
Auch Familien nutzen die Trails. Foto: Björn Koch

Wie sieht die Situation in dem Waldgebiet hinter der Hügelstraße denn nun aus? Der kleine Wald ist durchzogen durch zahlreiche große und kleine Wege. Diese eher kleineren und schmalen Wege - meist aus Trampelpfaden, Nebenwegen oder Abkürzungen entstanden - werden von Mountainbiker bevorzugt und Trails genannt. Nun haben, auf genau einem dieser Trails, unbekannte Biker die Strecke präpariert und kleine Rampen und Kurven eingebaut. Insgesamt wurden in der Grünanlage vier kleine Rampen und fünf Anliegerkurven gegraben. Dafür wurde der Boden in den umgebauten Bereichen oberflächig umgeschichtet, verdichtet und die Rampen mit Hölzern abgestützt. Für letztere mussten übrigens keine Bäume gefällt werden. Holz liegt zu genüge in dem Wald herum. Ursache dafür sind aber weniger die Mountainbiker, sondern eher die Klimawandel. Zudem wurde Erde auf alten Baumstämmen geschichtet, damit diese besser überfahren werden können.

Müllentsorgung im Wald an der Hügelstraße.
Müllentsorgung im Wald an der Hügelstraße. Foto: Björn Koch

Barbara Merten, umweltpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion, sah in den Mountainbikern auch die Verursacher für die vermehrte Ablagerung von Müll in dem Bereich der abgezäunten Altlastenfläche. Bei der Anhäufung von Müll handelte es sich um alte Gartenstühle, alte Kanister, Kinderspielzeug sowie ein Sack mit Hausmüll. Alles Dinge, die Mountainbiker eher selten mit sich herum tragen.

Im Wald dürfen Reiter reiten aber Biker nicht biken?
Reiter reiten, daneben biken Biker. Foto: Björn Koch

Zudem seien - so Merten - "die im Wald lebenden Tiere in ihrer Ruhe gestört, die sie für die zur Aufzucht ihres Nachwuchses benötigen. Diese Ruhe haben sie nicht, wenn gleichzeitig im Waldgebiet unter anderem eine illegale Fahrradstrecke mit transparentem Klebeband abgegrenzt ist.“ Vor Ort konnte kein transparentes Klebeband oder ähnliches gefunden werden. Außerdem verläuft der von den Biker genutzt und präparierte Weg unmittelbar neben dem Reitweg entlang.

Keine Alternative in Herne geplant

Barabara Merten machte im vergangen Jahr die Verwaltung auf die Situation in dem Walgebiet aufmerksam. Die Stadt reagierte und ließ die präparierten Bereiche zurück bauen. Dies führte dazu, dass sich zwei Mütter engagierten und zusammen mit Thorsten Rudolph von der Mountainbike-Community BikeparkRuhrpott den Bedarf der Mountainbiker bei der Stadt Herne anmeldeten (halloherne berichtete). Im Gespräch war unter anderem ein Pumptrack im Bereich des Gysenbergpark. Die Stadtverwaltung lehnte jedoch die Umsetzung einer Mountainbike-Anlage mit der Begründung ab, dass kein ausreichend großes Gelände - dies sollte mindestens 3.500 Quadratmeter groß sein - aktuell zur Verfügung stehe. Die Verwaltung wisse um den Bedarf der Biker, kann diese aber nicht erfüllen.

Vorbild Herten

Bild: (v.l.) Frauke Bellschner, Lars Steinhilb und Swen Prochotta vom FRC Herten standen am Info-Point der Halde Hoppenbruch für Fragen der Mountainbiker zu den Trails zur Verfügung.
Bild: (v.l.) Frauke Bellschner, Lars Steinhilb und Swen Prochotta vom FRC Herten standen am Info-Point der Halde Hoppenbruch für Fragen der Mountainbiker zu den Trails zur Verfügung. Foto: Björn Koch

Herne bietet für Mountainbiker somit keine Alternativen. Wie es besser funktionieren kann, zeigt die Nachbarstadt Herten. Auf den dortigen Halden Hoheward und Hoppenbruch sind zwei Anlagen für Moutainbiker vorhanden. Für die Trails auf der Halde Hoppenbruch ist der Verein FRC Herten verantwortlich. Die Mitglieder pflegen die Strecken, arbeiten mit dem RVR zusammen und sorgen für die Einhaltung der Regeln für Moutainbiker. Die Halde Hoppenbruch ist seit Jahren ein beliebtes Ziel für Biker und das System lebt in guter Koexistenz zu den Spaziergänger auf der Halde.

Präparierte Strecke in dem Waldgebiet hinter der Hügelstraße. Präparierte Strecke in dem Waldgebiet hinter der Hügelstraße. Präparierte Strecke in dem Waldgebiet hinter der Hügelstraße. Präparierte Strecke in dem Waldgebiet hinter der Hügelstraße.

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