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Unter dem Motto „Vielfalt als Chance für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Herne“ hat der Fachbereich Integration / Kommunales Integrationszentrum (KI) der Stadt Herne am Mittwoch (21.1.2026) ein Arbeitsfrühstück im Schloss Strünkede veranstaltet.

Fachbereich Integration lud ins Schloss Strünkede

Arbeitsfrühstück 'Vielfalt als Chance'

Unter dem Motto „Vielfalt als Chance für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Herne“ hat der Fachbereich Integration / Kommunales Integrationszentrum (KI) der Stadt Herne am Mittwoch (21.1.2026) ein Arbeitsfrühstück im Schloss Strünkede veranstaltet. Eingeladen waren Vertreter der Geschäftsleitungen der städtischen Beteiligungsgesellschaften.

Ziel des Treffens war es, zu erörtern, wie städtische Gesellschaften wie zum Beispiel die Stadtwerke Herne, die Stadtentwässerung Herne oder Entsorgung Herne von Vielfalt profitieren und gleichzeitig dem Fachkräftemangel wirksam begegnen können.

Demografischer Wandel als Herausforderung

Deutschland befindet sich seit geraumer Zeit in einem tiefgreifenden demografischen Wandel, der sowohl die Altersstruktur als auch die Zusammensetzung der Bevölkerung betrifft. In den kommenden zehn Jahren wird ein großer Teil der Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Die Stadt Herne kann sich – wie viele andere Kommunen in Deutschland auch – nicht von dieser Entwicklung abkoppeln und steht deswegen vor bedeutenden Herausforderungen.

„Mit Blick auf den demografischen Wandel müssen wir noch verstärkter Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in den Blick nehmen. In Herne wächst eine junge und vielfältige Generation heran, die Motivation, Lernbereitschaft und neue Perspektiven mitbringt. Das sind Potenziale, die unsere Stadtgesellschaft nachhaltig stärken können. Wir müssen diese Potenziale aber heben. Dafür bringen wir die Entscheider der städtischen Gesellschaften heute für einen konstruktiven Austausch an einen Tisch“, erklärte Stadtrat Andreas Merkendorf, der auch für das Thema Integration zuständig ist.

Claudia Heinrich, Leiterin des Fachbereichs Integration / KI, fügte hinzu: „Wir brauchen die gezielte Förderung und Einbindung der bereits hier lebenden jungen Menschen mit Migrationsgeschichte, um die entstehende Fachkräftelücke zu schließen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, dass wir frühzeitig ihre Fähigkeiten erkennen, sie in Ausbildung und Qualifizierung unterstützen und ihnen den Weg in den Arbeitsmarkt öffnen.“

Impulsvortrag

Nach einer kurzen Begrüßungs- und Vorstellungsrunde hielt Marlen Meyer, Teamleiterin des gemeinsamen Arbeitgeber-Service Herne bei der Agentur für Arbeit Bochum einen Impulsvortrag zum Thema „Demografischer Wandel“. Sie legte dar, dass Herne bis 2050 einen Rückgang von 5,5 Prozent bei der erwerbsfähigen Bevölkerung verkraften muss – der NRW-Schnitt liegt bei minus neun Prozent. „Wir liegen zum Glück über dem NRW-Schnitt, weil hier in Herne weiterhin wirtschaftliche Ansiedlungen stattfinden und die Arbeitgeberlandschaft immer bunter wird“, verdeutlichte Marlen Meyer.

Es folgte die Vorstellung von „NRW.integrativ“ durch Natalia Weidenbach aus dem Fachbereich Integration / KI. Der Landesinitiative hat sich die Mehrheit aller Kommunen und Kreise in NRW angeschlossen und sie bringt alle relevanten Akteuren zur Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Einwanderungsgeschichte zusammen. Die koordinierende Stelle bei der Stadt Herne unter der Leitung von Natalia Weidenbach steht den Unternehmen und Institutionen bei Fragen zum Thema Arbeitsmarktintegration von zugewanderten und geflüchteten Personen zur Verfügung. Die Kontaktdaten und weitere Informationen zum Angebot gibt es unter dem Link: www.herne.de/kim.

Ein gelungenes Fallbeispiel

Im Anschluss stellte Sabine Böcker, Teamleitung bei Entsorgung Herne, ein gelungenes Fallbeispiel bei der Stadttochter vor. Sie schilderte die Integration eines Mitarbeiters ins Unternehmen, bei dem noch das Asylverfahren lief. „Das ist mit Sicherheit eine Herausforderung und ein höherer Personalaufwand, aber man sollte den Menschen eine Chance geben. Sie sind eine Bereicherung im Betrieb“, so Sabine Böcker.

Die Veranstaltung endete mit einem konstruktiven Austausch aller Anwesenden über Strategien und Praxisansätze zur Gewinnung von Fachkräften mit vielfältiger Einwanderungsgeschichte. Karsten Krüger, Geschäftsführer der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel GmbH (HCR), zog ein positives Fazit: „Das heutige Arbeitstreffen hat die entscheidenden Partnerinnen und Partner an einen Tisch gebracht mit einem großen Erkenntnisgewinn. Bei der HCR sind rund 70 Mitarbeitende beschäftigt, die eine ausländische Staatsangehörigkeit haben. Insgesamt arbeiten bei uns Menschen aus 22 verschiedenen Nationen. Das ist ein Weg, den wir mit Blick auf den demografischen Wandel weitergehen wollen.“

Sonntag, 25. Januar 2026 | Quelle: Tobias Kindel / Stadt Herne