Marktcheck Plastiktüte

Zwei Jahre nach der freiwilligen Selbstverpflichtung

v.l. Ralf Krieter, Silke Gerstler.
v.l. Ralf Krieter, Silke Gerstler. Foto: Verbraucherzentrale

Ralf Krieter vom städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtplanung und Silke Gerstler, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale Herne führten im Mai 2018 einen weiteren Marktcheck zum Thema Plastiktüten in Herne und Wanne-Eickel durch, der letzte liegt zwei Jahre zurück. Insgesamt 57 unterschiedliche Geschäfte wie Buchhändler, Supermärkte, Apotheken oder Bekleidungsgeschäfte wurden vor Ort befragt, ob und welche Verpackungsmaterialien sie für die Kunden bereithalten. Insgesamt ist ein Rückgang an Plastiktüten zu verzeichnen. Hatten 2016 noch circa 81 Prozent der Geschäfte Plastiktüten, sind es jetzt noch 60 Prozent, von denen erfreulicherweise nur noch 18 Prozent kostenfreie Plastiktüten herausgeben.

Glebe Säcke.
Plastikmüll kommt in die gelben Säcke. Foto: Wolfgang Quickels

23 Geschäfte, circa 40 Prozent, haben Plastiktüten ganz aus dem Sortiment gestrichen. Vier der sechs Geschäfte, die noch kostenlose Plastiktüten abgeben, spenden das eingenommene Geld. Neun Geschäfte bieten außerdem noch kostenlose Hemdchenbeutel für Obst und Gemüse an. Alternativen finden Käufer in fast jedem Geschäft: Mehrweg-Baumwolltaschen, Mehrweg-Kunststofftaschen, Papiertüten, Kartonboxen, Kunststoff-Klappboxen oder Jutetaschen - die Auswahl ist groß. Laut Verkaufspersonal ist es für die meisten Herner Bürger mittlerweile normal, eine eigene Taschen mitzubringen. In Deutschland fallen laut Umweltbundesamt pro Kopf 76 Plastiktüten und 39 Hemdchenbeutel (dünne Plastikbeutel für Obst und Gemüse) an. Das sind jedes Jahr 6,1 Milliarden Plastiktüten und 3,1 Milliarden Hemdchenbeutel. Für die Herstellung werden 95.000 Tonnen Kunststoff benötigt, weitere 900 Millionen Papiertragetaschen kommen hinzu. Es gibt in Deutschland keine gesetzliche Verpflichtung für Händler, Plastiktüten nur noch gegen Geld abzugeben. In Deutschland soll eine, seit dem 1.7.2016 bestehende Selbstverpflichtung mit dem Handel dazu führen, dass die Ziele der EU-Richtlinie, ein Rückgang auf 40 Tüten pro Kopf und Jahr, bis zum Jahr 2025 erreicht werden.

Sponsoren für Blumenampeln gesucht.
Weniger Plastitüten in Herner Geschäften. Foto: Stadtmarketing

Im Vergleich mit einer biologisch abbaubaren Einwegtüte (Polylactid), müssen Baumwollbeutel nur sieben Mal verwendet werden, bis sie ökologisch gleichwertig sind und 20 Mal, um umweltfreundlicher als Einweg-Plastiktüten (Polyethylen) zu sein. Stoffbeutel oder Papiertüten, die nur einmal benutzt werden, sind sie nicht besser für die Umwelt als Plastiktüten. Deshalb gilt unabhängig von der Art der Tüte oder des Beutels: Mehrmals nutzen! Jede nochmalige Verwendung erspart der Umwelt die Herstellung einer neuen Tüte. Die Verbraucherzentrale Herne an der Freiligrathstraße 12 verschenkt 50 Test-Mehrwegbeutel aus recycelten PET-Flaschen für den Obst-, und Gemüseeinkauf (auf dem Foto links zu sehen) an Herner Bürgerinnen und Bürger. Sie werden ab sofort auf Nachfrage zu den Öffnungszeiten (Montag und Freitag 9–13 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9–13 und 14–18 Uhr) abgegeben (pro Person ein Beutel).

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