Manchmal kommt es anders...

Das Stadtprinzenpaar Frank I. und Kersti I.

Prinzenproklamation der HeKaGe im Autokino
v.l. Adjudant Jan-Malte, Prinz Frank I. und Prinzessin Kersti I. bei der Proklamation 2021 im Autokino. Foto: Fabian Dobbeck

Es hätte alles so schön werden können - doch es kam ganz anders. Das Ehepaar Frank und Kersti Gomille hatten sich im Jahr 2016 ganz bewusst für die Kanrevals-Session 2020/2021 als Stadtprinzenpaar beworben. Als Frank I. und Kersti I. wollten sie dieses für sie so besondere Jahr begehen: Beide werden in dieser Session 50 Jahre jung. Prinzessin Kersti I. gar an Weiberfastnacht 2021. Zudem wollten sie gemeinsam ihre Silberne Hochzeit in dieser Session feiern. Aber in Zeiten wie diesen, da ist es eine Session geworden, wie es noch keine gab. halloherne hat bei Frank I. und Kersti I. nachgefragt, wie es ihnen nach dieser Session geht.

Bereits 2016 hatten sie sich als Stadtprinzenpaar bei der 1. Herner Karnevalsgesellschaft GrünWeiß-Rot 1953 (HeKaGe) beworben, und weil es so schön werden sollte, auch gleich für die nächste Session 2021/2022. Rund 70-80 Termine hat ein Stadtprinzenpaar in einer normalen Karnevalszeit. Termine, bei denen sie gut gelaunt und schunkelnd im vollen Ornat erscheinen. Aber was ist schon normal? Diese Session auf jeden Fall nicht. Gerade einmal zwei Termine hatte das Paar in dieser Session.

Das designierte Stadtprinzenpaar und der Vorstand der 1. HeKaGe 1953 haben lange gehofft, gebibbert und sich schlussendlich auch darauf vorbereitet, dass zumindest eine Proklamation im kleinen Kreis stattfinden könnte.

Prinzenproklamation der HeKaGe im Autokino
Prinz Frank I. Foto: Fabian Dobbeck

Prinz Frank I. : „Im November 2020 war uns im Prinzip schon klar, dass die Karnevalssession Corona-bedingt nicht stattfinden kann." Am 11. November wäre der Auftakt im Kulturzentrum gewesen. „Natürlich haben wir uns darauf gefreut: die Karnevalsfeier mit 750 Leuten, der 10 minütige Einmarsch, die Proklamation. Aber es kam ganz anders. Als dann das Autokino ins Gespräch kam, haben wir uns über diese tolle Möglichkeit gefreut. Das war der 1. Termin.“ (halloherne berichtete)

Der 2. Termin im vollen Ornat fand mit befreundeten Karnevalisten aus Erkenschwick statt. Gemeinsam wurde ein Video erstellt mit dem Kölsche Lied von Cat Ballou 'Du bes nit allein'. Ja, das war es dann. Keine Termine mit den Küken und der Minigarde, keine gemeinsamen Feiern, kein Rosenmontags-Umzug, kein gemeinsames Singen und auch kein Bacchus, der beerdigt wird.

Prinzenproklamation der HeKaGe im Autokino
Prinzessin Kersti I. Foto: Fabian Dobbeck

Kersti I.: „Natürlich haben wir uns diese Zeit ganz anders vorgestellt. Aber es gibt doch viel, viel Schlimmeres auf der Welt, als eine nicht gefeierte Karnevals-Session. Und meinen Geburtstag habe ich nicht wie geplant mit 450 Frauen im KuZ gefeiert, sondern mit einem gemütlichen Raclette und meiner Familie.“ Dazu zählt auch Sohn Jan-Malte, der als Adjudant des Prinzenpaares fungiert.

Schon seit Jahren nimmt sich das Ehepaar Gomille in der Zeit zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch Urlaub. Und so hat es das Stadtprinzenpaar auch in diesem Jahr gehandhabt. Nur dass sie die Zeit gemeinsam auf der heimischen Couch verbracht und sich karnevalistische Sendungen angeschaut haben. Die schönsten 111 Karnevals-Lieder, die WDR 4 sendete, waren auch ein schönes Pflichtprogramm. Ob sie die auch mitgesungen haben, das entzieht sich der Kenntnis der Redakteurin.

Abschließend sagen Frank I. und Kersti I. unisono: „Wir freuen uns und haben großen Respekt vor den Karnevalisten, die sich (fast alle) an die Auflagen gehalten haben und zu Hause geblieben sind. Natürlich hoffen wir, dass die kommende Session so wird, wie wir uns es vorstellen. Aber natürlich steht die Gesundheit über allem.“

Und wer glaubt, dass in Corona-Zeiten „D'r Zuch nich kütt“, der hat sich getäuscht. In Kooperation mit dem Hänneschen-Theater präsentierte das Kölner Festkomitee den Zug in Miniaturformat. Und genau den ließ das Stadtprinzenpaar an Rosenmontag an der heimischen Couch vorbeidefilieren.

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