LAP-Summer 2019 im St. Anna

Behandlung von Darmkrebs im Fokus

LAP-Summer im Anna-Hospital: Die Therapie von Darmkrebs. 2. v.l. Dr. Viktor Rempel, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und 2.v.r. Dr. Nurettin Albayrak, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.
LAP-Summer im Anna-Hospital: Die Therapie von Darmkrebs. 2. v.l. Dr. Viktor Rempel, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und 2.v.r. Dr. Nurettin Albayrak, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Foto: St. Elisabeth Gruppe

Der Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Anna Hospital Herne Dr. Nurettin Albayrak lud am Mittwoch (26.6.2019) zum LAP-Summer 2019 ein. Im Fokus der Veranstaltung standen die Fortschritte in der Therapie sowie aktuelle chirurgische und endoskopische Behandlungstechniken von Darmkrebs. Darmkrebs entsteht häufig aus Wucherungen, die sich in der Schleimhaut des Dickdarms bilden, den sogenannten Polypen. Er wächst langsam und verursacht über lange Zeit keine Symptome oder Beschwerden. Bis Patienten die ersten Symptome, wie Blut im Stuhl, Verstopfung oder starke Bauchschmerzen, bemerken, ist die Krankheit häufig weit fortgeschritten. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten der Therapie. Eine Operation kommt beispielsweise bei Dickdarm- und Enddarmkrebs zum Einsatz.

„Chirurgen entfernen bei einer Operation den betroffenen Bereich des Darms und den ihn umgebenden Fett- und Bindegewebskörper, der die zugehörigen Lymphknoten enthält“, erklärt Dr. Albayrak. Die Operationstechniken entwickeln sich stetig weiter, so stellte der Leitende Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Dr. Martin Jazra die neuen Trends der minimal-invasiven oder roboterassistierten Chirurgie für die Darmkrebsbehandlung vor. Ist der Tumor nur oberflächlich in die Darmwand eingewachsen, können die Mediziner auf endoskopische Verfahren zurückgreifen. Über Möglichkeiten dieser Techniken informierte Dr. Viktor Rempel, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie des St. Anna Hospital Herne. Dabei wird ein kleiner Schlauch über den After in den Darm eingeführt, ähnlich wie bei einer Darmspiegelung. In diesem befinden sich die Instrumente zur Entfernung des Tumors.

Muss auf Grund der Lage des Tumors ein großer Teil des Enddarms oder der Schließmuskel operativ entfernt werden, ist die (vorübergehende) Anlage eines künstlichen Darmausgangs nicht zu vermeiden. Daher beantwortete Dhia Hashim, Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Anna Hospital Herne, die Frage: Künstlicher Darmausgang – Wann, wie und wie lange? Begleitend zur Therapie oder um den Tumor vor der Operation zu verkleinern, erhalten manche Patienten eine Strahlentherapie. Informationen darüber, welche aktuellen strahlentherapeutischen Strategien bei bösartigen Tumoren im Enddarm angewendet werden können, hatte Prof. Dr. Irenäus A. Adamietz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Zudem gab Fachärztin Dr. Vera Heuer des MVZ Wanne – Ärzte Am Ruschenhof einen Überblick über die onkologische Versorgung der Patienten während der Therapie im Krankenhaus sowie während der Rehabilitationsphase. Abschließend erfuhren die Teilnehmer Aktuelles aus dem Bereich der Pathologie: Der Schlussvortrag widmete sich dem Potenzial molekularer Marker für die Möglichkeit einer zielgerichteten individuellen Therapiestrategie.

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